der Gründung von landwirthschaftlichen Dar— lehns⸗Kassen als Schutz- und Hülfsmittel gegen den Wucher angelegen sein lassen.
Berlin, 13. April. Die deutsche Kronprinzessin ist heute früh von Rom nach Neapel abgereist.
Berlin, 12. April. Reichstag. Erste und zweite Berathung des Antrages Windthorst betreffend die Zollfreiheit von Flachs. Nachdem Windthorst den Antrag begründet hat, erklärt im Laufe der Debatte Bundes bevollmächtigter Burchardt, die verbündeten Regierungen hätten noch nicht definitiv zu dem Antrage Stellung genommen, seien indessen der Meinung, daß der neue Zolltarif noch nicht so weit der Prüfung habe unterliegen können, um heute schon über Mängel diseu⸗ tiren zu können. Die Abstimmung über den Antrag Windthorst ist namentlich und ergibt die Annahme des⸗ selben mit 146 gegen 79 Stimmen. Es folgt die erste Berathung des Gesetzentwurfes über die Küstenfrachtfahrt. Staatsseeretär Hofmann befürwortet den Entwurf und betont, es sei besonders dessen Absicht, nicht sowohl alle fremden Schiffe von der Küstenschifffahrt auszu⸗ schließen, als vielmehr an die Stelle der verschiedenen jetzt geltenden Partieularrechte ein einheitliches Reichs— recht zu setzen. Schlutow erklärt sich gegen den Gesetzentwurf, der nicht die Seestädte allein, sondern gleichmäßig auch den deutschen Binnenhandel schädige. Redner empfiehlt commissarische Vorberathung. Mosle ist für unveränderte Annahme des Gesetzentwurfs, dessen Einfachheit die eommissarische Vorberathung entbehrlich
mache. Graf Udo⸗Stolberg erklärt sich für die Vorlage, Witte gegen die Vorlage. Windthorst erklärt sich für die Berathung in einer Commission.
Das Haus beschließt darauf, die Vorlage einer Commission von 14 Mitgliedern zu überweisen.
11. April. Die„Post“ veröffentlicht das Schreiben, in welchem der Reichstags— abgeordnete Bühler am 29. d. M. seinen gestern vom Reichstage abgelehnten Autrag auf Beruf— ung eines Staatencougresses behufs Herbei— führung einer allgemeinen Abrüstung dem Reichs— kanzler überreicht hat, sowie die Antwort des Fürsten Bismarck vom 2. März d. J. In letzterer
heißt es: Ich bin leider durch die praktischen dringlichen Geschäfte der Gegenwart so in Anspruch genommen, daß ich mich mit der
Möglichkeit einer Zukunft nicht befassen kann, die, wie ich fürchte, wir Beide nicht erleben
werden. Erst wenn es Ihnen gelungen sein wird, unsere Nachbarn für ihre Pläne zu
gewinnen, könnte ich oder ein anderer deutscher Kanzler für unser stets defensives Vaterland die Verantwortlichkeit für analoge Anregungen über—
nehmen. Aber auch dann fürchte ich, daß eine gegenseitige Controle der Völker über den
Ruͤstungszustand ihrer Nachbarn schwierig und unsicher bleiben und das Forum, welche sie wirksam handhaben könnte, schwer zu beschaffen sein wird.
— Die Prolongirung der Erklärung 31. December 1879 über den Abschluß deutsch-österreichischen Handelsvertrages bis 30. Juni 1881 ist gestern Abend durch
vom des zum den
österreichischen Botschafter Szechenyi und den Vertretern des deutschen auswärtigen Amtes hier unterzeichnet worden.
12 April. Der Bundesrath hat heute
auf Antrag Bayerns die Berathung des Gesetz— Entwurfs, betreffend die Reichsstempel-Abgaben, wieder aufgenommen und denselben nach den Beschlüssen der ersten Berathung angenommen mit der Maßgabe, daß auch Quittungen über Auszahlungen auf Post-Auweisungen stempel— pflichtig sein sollen. Der württembergische Be— vollmächtigte betonte die Nothwendigkeit, der— artige Aenderungen der Geschäftsordnung des Bundesraths vorzunehmen, daß Vorgänge, wie bei der Abstimmung vom 3. April, vermieden werden dürften. Aenderungen der Verfassung werden sicherem Vernehmen nach keinerseits beab— sichtigt. Die Anträge auf die erforderlichen Aender—
— Das Berliner Cabinet verlangte, daß die zwischen Montenegro und der Pforte ver⸗ einbarte Grenzregulirung zur Genehmigung den Berliner Vertragsmächten vorgelegt werde. Stuttgart, 12. April. Der„Staatsanz.“ meldet: Der König ist an der Grippe erkrankt. — 13. April. Der König hatte Nachts heftigen Husten, doch ohne Fieber und befand sich heute einige Stunden außer Bett.
Karlsruhe. Das eben verkündete Gesetz über Verwendung von Lehrerinnen an den Volksschulen bestimmt, daß 5 pCt. der Lehrstellen mit Lehrerinnen besetzt werden sollen. Im Nothfall kann bis zu 6 pCt. gegangen werden. Von ersten Lehrstellen sind die weiblichen Lehr⸗ kräfte ausgeschlossen. In der Regel findet die Verwendung für die J ersten Klassen statt. Nur unverheirathete Lehrerinnen können feste Lehr— stellen erhalten. Die Anstellung von Industrie— Lehrerinnen ist besonders geregelt.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 13. April. Die Meldungen verschiedener Zeitungen, als ob die Pforte auf der Basis einer Cession ihrer Hoheitsrechte in Bosnien und Herzegowina eine Annäherung an Oesterreich-Ungarn oder eine Allianz suchte, entbehren, wie das„Telegraphen— Correspondenzburean“ meldet, nach competenten Versicherungen jeder Begründung.
— Das Abgeordnetenhaus beschloß, in die Specialdebatte über das Budget einzugehen. Bei dem Titel„Dispositionsfonds“ erklärte Abgeordneter Herbst Namens der Verfassungs— partei, daß dieselbe aus Mißtrauen gegen die Action des Ministeriums den Dispositionsfonds, dessen Verwendung sich jeder Controle entziehe, nicht bewillige. In namentlicher Abstimmung wurde der Dispositionsfonds mit 154 gegen 152 Stimmen abgelehnt.
Frankreich. Paris, 12. April. Der „Union“ zufolge übermittelte Nina der franzö— sischen Regierung einen Protest des heiligen Stuhles gegen die Decrete vom 29. März.
Großbritannien. London, 10. April. Parlamentswahlen. Bis jetzt wurden 346 Liberale, 227 Conservative und 52 Homeruler gewählt.
— Das Uebungsschiff„Atalanta“, welches mit 300 jungen Seeleuten im October eine Uebungs— fahrt nach Westindien antrat, wird, seitdem es Bermuda am 31. Januar verlassen hat, vermißt. Das Canalgeschwader ist zur Aufsuchung des Schiffes abgegangen.
Schweden. Stockholm, 13. April. Das gesammte Ministerium hat heute demissionirt. Der König übertrug, sicherem Vernehmen nach, dem Grafen Arvid Posse die Neubildung des Cabinets.
Spanien. Madrid, 11. April. Der Ministerrath hat sich gegen die Umwandlung der Todesstrafe Oteros ausgesprochen.
Rumänien. Bukarest, 12. April. Der officielle„Monitorul“ veröffentlicht das Finanz— gesetz pro 1880; darnach betragen die Einnahmen 117,545,944, die Ausgaben 117,245,944. Unter den Einnahmen erscheinen noch zu emittirende Bankbillets mit 7,232,544; unter den Ausgaben des Kriegsbudgets mit 24,788,879.
Rußland. Petersburg, 11. April. Der Reichskanzler Fürst Gortschakoff hatte eine sehr unruhige Nacht. Das fieberhafte Phantasiren hörte erst Morgens auf. Die um 10 Uhr Vormittags stattgehabte ärztliche Untersuchung konstatirte eine große Schwäche des Patienten.
ungen der Geschäftsordnung durften Preußen üͤberlassen bleiben.
Die Gewerbeordnungs-Comission des Reichstags hat mit 13 gegen 7 Stimmen den Antrag v. Sodens angenommen, wonach Schau spiel- Unternehmer zum Betriebe ihres Gewerbes der Erlaubniß bedürfen, die Erlaubniß aber zu versagen ist, wenn die Behörde auf Grund von Thatsachen die Ueberzeugung gewinnt, daß den Nachsuchenden die zum Gewerbebetriebe erforder— liche Zuverlässigkeit besonders in sittlicher, ar— tistischer und finanzieller Hinsicht abgeht.
— 13. April. Fuͤrst Gortschakoff befand sich gestern Abend etwas besser, nahm einige Nahrung zu sich, schlief etwas, verbrachte aber die ganze Nacht schlaflos. Der Schwächezustand ist heute unverändert, die Herzthätigkeit schwach, der Kopf frei.
— Die„Agence Russe“ reproducirt einen ef des Correspondenten der„Neuen Zeit“ über eine Unterredung, die derselbe mit dem Gesandten C Tseng gehabt.
Bri
Chinas
erklärte, die chinesische Regierung wolle um
1 9 Preis 0 19 10 N 1 b* 91 0 8 28 3* 9 jeden Preis einen Krieg mit Rußland vermeiden Bürgermeisters brannten nieder, dessen Wohnhaus unf
und freundschaftliche Beziehungen mit Rußland aufrechterhalten.
Amerika. Washington, 11. April. Nach⸗ richten der chilenischen Gesandtschaft aus Panama besagen, daß die peruanische Armee von den Chilenen bei Sorata geschlagen sei. Callao werde blockirt oder bombardirt. In Bolivia sei eine Revolution unter dem Obersten Silva Machado in Folge von Unzufriedenheit aus— gebrochen. Eine Gegenrevolution habe aber
die Wiedereinsetzung Campere's in die Präsident— schaft ergeben.
Aus Stadt und Land. S. Friedberg, 13. April: In der gestern statt⸗ gehabten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes wurde zwischen der Stadt und dem Geometer Wiesenbach ein Vertrag über Ausführung der 1865 begonnenen, dann aber unterbrochenen Parzellenvermessung der Stadt und der umliegenden Gärten abgeschlossen. Der Verhandlung über diesen Gegenstand wohnte der Revisionsgeometer Schreiner aus Darmstadt bei. Die Arbeit muß nach dem Vertrag bis Ende 1881 vollendet sein. Dem Kauf⸗ mann Reibstein soll zur Aufbewahrung kleiner Maschinen ein Raum in dem Knorr'schen Haus gegen eine Miethe von 2 Mark monatlich und unter Vorbehalt achttägiger Kündigung überlassen werden. Auf ein Gesuch des Direktors des landwirthschaftlichen Bezirksvereins um Ueberlassung eines Grundstückes zu einem Versuchsfeld, statt des seitherigen sich zu diesem Zwecke wenig eignenden, wurde beschlossen, dafür Sorge zu tragen, daß im Herbst d. J. dem genannten Verein ein passendes Grund⸗
stück zur Verfügung gestellt werden kann. Die Ver⸗ pachtung des seitherigen Versuchsfeldes, sowie eines
andern städtischen Grundstückes wurde genehmigt. Be⸗ züglich eines Neubaues für die Kleinkinderschule wurde der Bürgermeister beauftragt, mit der Armenkommission über Erwerb des ehemals Klein'schen Gartens als Bau— platz nochmals in Verhandlung zu treten. Von einigen Mitgliedern des Gemeinderathes war in der vorigen Sitzung ein Antrag bezüglich der Stadterweiterung ein— gebracht worden und wurde von demselben heute ein Plan über Eröffnung einer neuen Straße vorgelegt, in welchem die verschiedenen Richtungen, die in Betracht kommen können, eingezeichnet sind. Der Gemeinderath beschloß, durch den Stadtbaumeister die erforderlichen Situations- und Detailpläne anfertigen zu lassen und mit den betheiligten Haus- und Grundbesitzern in vor⸗ läufige Unterhandlung zu treten. Dem Handschuhfabri— kanten Gonder wurde gestattet, zur Ableitung des Regen— wassers von dem Kirchendach in seine Cisterne eine Röhrenleitung unter der Straße herzuführen. Die Ab⸗ fuhr eines Erdhaufens auf dem Friedhof wurde dem Todtengräber Jakobi übertragen.— Bei der heute statt⸗ gehabten Verhandlung über Drainirung der Burggärten, konnte ein Einverständniß auf gütlichem Wege nicht er— zielt werden, da die Mehrzahl der betheiligten Grund— eigenthümer sich dagegen erklärte. Es werden in der Sache die weiteren erforderlichen Maßregezn getroffen werden.
Friedberg. Heute wurden uns 2 Eier gebracht, die ein Huhn eines hiesigen Oeconomen gelegt hatte und welche einem spitzen Sack gleichen mit rückwärts gebogenem Ende. Die Kalkschale ist übrigens vollständig erhärtet. Diese Mißbildung kommt übrigens ziemlich häufig vor.
B. Friedberg. Am vergangenen Sonntage tagte in dem von Rentier Supp geschmackvoll dekorirten Saale des Hotel Trapp dahier der sechste Delegirtentag des hessischen Landesverbandes Kriegskameradschaft Hassia. Nachdem der Vorsitzende des hiesigen Vereins, Dr. Becker, die zahlreiche Versammlung, in der 72 Vereine vertreten waren, bewillkommt hatte, eröffnete der Präsident der „Hassia“ Major Becker aus Hungen, die Sitzung mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Kaiser und Großherzog. Hierauf wurde alsbald in die Berathung der reichhaltigen und wichtigen Tagesordnung eingetreten; wir erwähnen aus derselben nur den sorgfältigen Be— richt des Schriftführers Dr. Vogt aus Butzbach über die Lage des heutigen Kriegerveinswesens, dessen stetige und gedeihliche Entwickelung constatirt wurde,— den Ver⸗ trag mit der Feuerversicherungsgesellschaft„Providentia“, welcher dem Verbande im vergangenen Jahre eine Prämie von circa 500 M. eintrug, welche Summe größtentheils zur Unterstützung hilfsbedürftiger Mitglieder verwandt wurde,— sowie endlich die Debatten über die hoch⸗ wichtige Unterstützungsfrage nothleidender Kameraden über— haupt. Bürgermeister Seriba erschien im Laufe der Be⸗
nehm einer Dari babe Aut Grü der A eine nicht 9
N det 3.9 und luft 2
beute Mut und
vnd
reit He gli
des
rathung und begrüßte die Versammlung namens der Stadt Friedberg auf's Freundlichste den Verhandlungen einen ersprießlichen Erfolg wünschend; der Bezirkseommandeur Major Römheld konnte leider wegen seines die allgemeine Theilnahme erregenden Unglücksfalles nicht anwesend sein. Als Ort des nächsten Delegirtentages ist Darmstadt bestimmt und wird dem Verein daselbst voraussichtlich die hohe Ehre zu Theil den Protektor des Landesverbandes unseren allverehrten Großherzog in seiner Mitte zu be grüßen. Nach Schluß der Versammlung fand noch ein
Letzterer
fröhliches Zusammensein mehrerer Kameraden statt, welche ihre Erinnerungen an den Feldzug 1870/71 noch in später Abendstunde austauschten.
Schotten, den 9. April. Dem„Sch. Az.“ ent nehmen wir: Heute Morgen gegen 2 Uhr wurden wit
durch Feuerruf aus dem Schlafe geschreckt. Es brannste
Eschenrod. Scheuer und Stallungen des dasigchg
in


