betreffend die Inartikulirung der provisorischen Handelsconvention mit Deutschland, unverändert
angenommen. f 4 5 Frankreich Paris. Das Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung Decrais' zum
bevollmächtigten Minister in Brüssel an Stelle des zurückgetretenen John Lemoinne.
Großbritannien. London. Sämmtliche Minister, die sich einer Neuwahl unterzogen, mit Ausnahme Harcourt's, sind wieder zu Unter haus⸗Mitgliedern gewählt. In Leeds erfolgte fast einstimmig die Wahl Herbert Gladstone's, des Sohnes des Premier-Ministers.
Türkei. Constantinopel, 11. Mai. Khei— reddin Pascha, Safet Pascha und Mahmud Neddin setzten beim Sultan durch, daß 16,000 Mann nach Albanien entsendet werden, um die monte— negrinisch- türkische Convention durchzuführen. Genannte drei Paschas dürften auch die Haupt— glieder eines neu zu bildenden Cabinets sein. Die Haltung der Mächte hat der Pforte den tiefen Ernst der Lage zum Bewußtsein gebracht.
Amerika. Washington, 8. Mai. Der Finanzausschuß des Repräsentantenhauses hat heute die Revision des Zolltarifs beendigt; der Zoll für Holzfaser wurde auf 10 pCt. festgesetzt, die Zölle auf die übrigen zur Papierfabrikation verwendeten Artikel, sowie auf Papier aufrecht— erhalten, dagegen die Zölle auf Handwerkszeug im Allgemeinen herabgesetzt.
Aus Stadt und Land.
85 Friedberg, 11. Mai. In der gestern statt gehabten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes machte der Bürgermeister zunächst Mittheilung über die am 4., 5., 7. und 8. d. Mts. seitens der Kreisschulcommission abgehaltene Visitation der hiesigen gemeinsamen Muster⸗ schule. Nach dem Urtheil der genannten Commission selen die Leistungen der Schule durchweg sehr befriedigend, und verdiene die tüchtige Leitung des Oberlehrers und die Pflichttreue der Lehrer, durch welche dieser erfreuliche Erfolg erzielt worden sei, ehrende Anerkennung. Die Organisation der Musterschule habe sich aufs Neue be— währt, auch hätten die in vorigem Jahre neu errichteten höheren Mädchenklassen ihre erste Probe sehr gut bestan⸗ den und verspreche diese Erweiterung unseres städtischen Volksschulwesens sich lebenskräftig zu entwickeln.— Ge— meinderath Ruths stattete darauf Bericht ab über die am 2. d. Mts. in Wölfersheim stattgehabte Versammlung behufs Erbauung einer Sekundärbahn von Hungen über Södel nach Friedberg. Darnach sind die betheiligten Gemeinden übereingekommen, die Vermessungskosten auf— zubringen. Es soll jedoch auf Anregung des Grafen von Laubach demnächst eine Zusammenkunft der beiden Comité's, welche die Eisenbahnprojekte Mücke— Hungen Echzell— Friedberg und Hungen—Berstadt— Södel— Fried berg betreiben, stattfinden, um eine Vereinigung zu ver— suchen. Mit Rücksicht auf letztere Mittheilung wurde Beschlußfassung über ein Ansuchen des ersteren Comité's um einen erhöhten Beitrag zu den Vermessungskosten vorerst ausgesetzt.— Der Bürgermeister theilte darauf eine Zuschrift des Finanz-Ministeriums an das Groß— herzogliche Kreisamt mit, wonach seitens unserer Regier ung das Projekt wegen der Erweiterungsbauten auf dem Bahnhof Friedberg genehmigt und als definitiv festgestellt zu betrachten ist, so daß hierauf der beabsichtigte neue Bauplan für die Stadt Friedberg gegründet werden kann. Die Eisensteinverladeplätze müssen mit den pro— jektirten neuen Güterladeplätzen der Main-Weser-Bahn vereinigt und südlich des Fauerbacher Thores gelegt wer— den. In das Comité für den nächsten Pferdemarkt wurden außer den bereits früher gewählten Mitgliedern! noch C. Schleuning, G. Preußer, G. von Helmolt,
A. Vorbach, Ph. Billau, E. Hirsch, W. Bendheim, K. Bendheim, Dr. Gebb, Professor Dr. Tobisch und M. Isenburger gewählt. Auf ein Gesuch des J. Bech
stein und G. Hanstein um Schutz ihrer an der Usa ge legenen Gärten gegen Wasserschaden wurde der Stadt- baumeister beauftragt Einsicht zu nebmen und wenn die Kosten sich nicht hoch belaufen, Abhülfe zu schaffen.— Ein Gesuch des Restaurateurs Weihl den Promenadeweg für Wasserfuhrwerk benutzen zu dürfen, wurde der Con- sequenz halber abgelehnt.— Verschiedene Verpachtungen und Versteigerungen wurden genehmigt; die Verpachtung der städtischen Grasstücke, die versuchsweise auf drei Jahre vorgenommen worden war, wurde jedoch nur für 1880 genehmigt, und soll den Steigerern, die damit nicht ein— verstanden sind, freigestellt werden, von der Pachtung zurückzutreten.— Der Bauplan des Carl Berg sowie eine projektirte Bauveränderung des Konrad Häuser wur den genehmigt. Dem J. Markel wurde die Anlegung einer Rinne von der Straße in seine Hofraitbe gegen Revers gestattet.— In der darauf folgenden nicht öffent lichen Sitzung kamen einige weitere Gegenstände zur Ver handlung, über die wir demnächst berichten werden. Darmstadt, 10. Mai. Gestern ihrer Wohnung die Wittwe des im December v. J. storbenen Schneidermeisters Mühlig, nachdem si ihr 14 Tage altes Kind durch einen Schuß in die getödtet hatte. Die Frau scheint mit voller Ueberlegung
erschoß sich
hervorquellender Rauch sichtbar.
Bleipreise motivirt wurden, bra
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e zu haben, denn am Nachmittag schickte sie ihre leineren Kinder mit dem Dienstmädchen in den Wald und führte während deren Abwesenheit die That aus. Welche Motive die Frau, welche noch 6 lebende Kinder hinterläßt, zu der verhängnißvollen That trieben, ist bis jetzt ein Räthsel.
Ober-Flörs heim, 10. Mai. Am letzten Mittwoch Morgen gegen 6 Uhr wurde aus der protestantischen Kirche Als man an Ort und Stelle kam, war die Thüre wie gewöhnlich sorgfältig fest verschlossen. Nach deren Oeffnung trat zu Tage, daß es sich hier um eine Brandstiftung handelte. Strohbündel waren an mehrere Stellen gelegt, angezündet und dadurch ein Theil der Kirchenstühle angebrannt und zerstört. Ebenso hatte schon die Empore, auf welcher das Harmonium placirt ist, Feuer gefangen und ist theilweise zerstört. Das Stärkste aber ist, daß sogar zwei größere Blech— gefäße, eine Gießkanne und ein Eimer, mit Petroleum gefüllt, vorhanden waren, deren Inhalt aber glücklicher— weise von den Flammen verschont blieb. Heute Morgen bereits wurde der Ackerbursche Phil. Maier von hier, welcher bei der Brandstiftung betheiligt gewesen sein soll, gefangen genommen und nach Mainz abgeführt. Der⸗ selbe soll auch schon mehrere Helfershelfer angegeben haben.
Allerlei.
Hamburg, 10. Mai. Ein Theil der bei Geesthacht belegenen Werke der Pulverfabrik von Rottweil zu Ham⸗ burg ist gestern Vormittag von einer Explosion betroffen worden; 4 Arbeiter sind ums Leben gekommen, einer ist schwer verletzt.
Verloosung. Braunschweigische 20 Thlr. Loose von 1868. Gewinn-Ziehung vom 30. April 1880.— Heimzahlung
am 1. August 1880. Serie 9014 Nr. 45 M. 150,000. 7540 Nr. 13 M. 12,000. S. 1360 Nr. 31 M. 7500. 883 Nr. 13 M. 3600. S. 46 Nr. 38, S. 272 Nr. 34 9, S. 1570 Nr. 50, S. 2816 Nr 23, S. 3281 Nr. 11,
S. 5782 Nr. 1, S. 6443 Nr. 6, S. 6600 Nr. 22, S. 7540 Nr. 15 à M. 300. S. 1360 Nr. 18, S. 5674 Nr. 20, S. 7497 Nr. 11 30, S. 8086 Nr. 19, S. 9701 Nr. 32 à M. 180. Auf alle übrigen Nummern in den
am 1. März 1880 gezogenen Serien Nr. 46 67 255 272 883 966 988 1360 1570 2218 2357 2812 2816 3281 3487 3567 3898 4704 4846 4913 4914 5304 5674 5782 6224 6443 6600 7497 7540 7830 8086 8621 8978
Handel und Verkehr.
Friedberg, 11. Mai. Fruchtbericht. Weizen M. 23.50, Korn M. 20., Gerste M. 18., Hafer M. 14. bis M. 15. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo
200 Zollpfund. Friedberg, 12. Mat. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.25—1.35, Eier per Stück 5 Pf. Gießen, 11. Mai. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.12— 1.30, Eier 1 Stück 4—5 Pf., Käse per Stück 4—9 Pf., Tauben das Paar 70—90 Pf., Hühner per Stück M. 1.20— 1.50, Hahnen per Stück M. 1.30 bis 1.70, Wälsche M. 6—7, Enten per Stück M. 2.70—0. Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.—6. Ochsenfleisch 66 bis 68 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 48— 56 Pf., Kalbfleisch 38— 46 Pf., Hammelfleisch 60— 70 Pf., Schweinefleisch 60 Pf. Grünberg, 8.
Mai. Auf heutigem Wochenmarkt
kostete der Centner Waizen M. 11.80, Korn M. 9.56,
Gerste M. 8.84, Kartoffeln M. 2.72.
Lauterbach, 8. Mai. Am heutigen Fruchtmarkt kostete das Malter Waizen M. 22.50, Korn M. 19., Gerste M. 17.44, Hafer M. 13.67, Erbsen M. 18.67. Kartoffeln M. 5.58.
Frankfurt, 10. Mai. Fruchtber echt. Mehl Nr. 1 M. 42., Nr. 2 M. 40., Nr. 3 M. 34., Nr. 1 M. 30., Nr. 5 M. 24., Roggenmehl/(Berl. Marke) M. 26., do. 1.(Berliner Marke) M. 24.50, do. 2. (Berliner Marke) M. 20. Waizen, effeetiv hiesiger, ab Bahnhof hier M. 24.25—½, ab unserer Umgegend M. 24., do. fremder, je nach Qual. M. 24.— 24.50, Roggen je nach Qual. M. 19.25— 20.50, Gerste M. 18. bis 20.50, Hafer M. 13 16.25, Kohlsamen M. 27.—28., Erbsen M. 19.— 27., Wicken M. 16.— 18., Linsen M. 20.—40., Bohnen, weiße, M. 23.—25., Nüböl, detail M. 60. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd.
Hafer M. 7.35, Erbsen M. 10.,
Zollgewicht— 100 Kilo.
Frankfurt, 10. Mai. Viebmarkt. Angetrieben waren etwa 360 Ochsen, 250 Kühe, Stiere und Rinder, 280 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 69., 2. Qual. M. 62.—64., Kühe 1. Qual. M. 58.—60., 2. Qual. M. 45.—52., Kälber 1. Qual. M. 54—56., 2. Qual. M. 48.—52., Hämmel 1. Qual. M. 60.—62., 2. Qual. M. 48.— 50. per 100 Pfund Schlachtgewicht.
Db. Frankfurt a. M., 11. Mai. Die Tendenz war anfangs in Folge der besseren Kritik, welcher der Bilanz der Discontogesellschaft zu Theil wurde, ziemlich fest und fanden nicht unbedeutende Rückkäufe in dem betreffen⸗ den gestern stark geworfenen Effeete statt. Doch mattere Berliner Notirungen, die durch rückgängige Glasgower Warrantspreise und auch durch den Rückgang der D e ten die nicht ungünstige Disposition der Boͤrse bald ins Wanken und die Course wichen nach rfachen Schwankungen unter ihr Er⸗ oͤffnungs u. Das anfängliche Interesse für Credit⸗ actien wurde durch die signalisirte Emission der Theißlose
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hervorgerufen. Creditaetien, gestern Abend 2335 be- wegten sich zwischen 234232 und 233, Staatsbahn⸗ aetien, gestern Abend 236 7/, zwischen 236½ und 236 ½.
Lombarden notirten 71¼. Deutsche und österr. Bahnen 156. Apr fest aber still. Oesterr. Prioritäten theilweise matter. 10. Auf die neuen 4½0/0. Obligationen erster Hypothek der schweizerischen Nordostbahn, welche heute von der deut⸗. schen Effecten⸗ und Wechselbank dahier zur Emission ge⸗ bracht wurden, laufen die Zeichnungen sehr zahlreich ein..„ Ausländische Fonds fest. Von Banken Disconto-Com⸗ mandit auf günstigere Beurtheilung der gestern publieir⸗— ten Bilanz besser. Wechsel wenig verändert. Privat-:
disconto 30%.„
Auch Etwas über den Wechsel. in den Bauersleute, Handwerker, Arbeiter! Die Unterschreibet nie einen Wechsell Wa- anne rum nicht? 1) Ihr könnt eure einmal gegebene. Unterschrift nicht wieder zurücknehmen, so gern 0 ihr es vielleicht thätet. 2) Der Wechsel muß n Ler
am Verfalltage ohne Weigerung bezahlt werden, Ob. und zwar an den, welcher denselben in Händen hat. Dieser hat gar nicht darnach zu fragen, ob ihr die Schuld wirklich gemacht habt oder nicht. 3) Seid ihr aber nicht im Stande, zu bezahlen, so folgt sofort der Protest, Wechsel-
bl!
klage und Beitreibung, alles mit vielen Kosten 90 verbunden. In wenigen Tagen habt ihr den I dade Gerichtsvollzieher im Haus— und was das zu han bedeuten hat, braucht wohl nicht erklärt zu werden. 1 99
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4) Einreden können euch vor dem Bezahlen nicht retten. Es kann auch Nichts helfen, daß ihr sagt, ihr wäret gar Nichts, oder ihr wäret nicht so Viel schuldig; auch nicht einmal, daß ihr sagt, ihr hättet nicht so Viel unterschrieben. Ihr habt
Einwi neidu Vona agent. tist!
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euern Namen unter den Wechsel geschrieben und 15 müßt zahlen, so viel darauf steht. Und wenn euch auch versprochen wäre, der Wechsel solle nicht in Umlauf gesetzt oder er solle am Ver— 158 falltage prolongirt werden, so nützt es euch Nichts, euch auf dies Versprechen zu berufen. 5) Wenn ihr eine Schuld habt, versuchet alles 170 Mögliche, sie zu tilgen; verkaufet oder entziehet“ Berg euch lieber Etwas, sollte es euch auch hart an— een kommen— aber unterschreibt keinen Wechsel 00 dafür. Ihr übergebet euch damit in den meisten Met Fällen einem wildfremden Menschen auf Gnade 5 oder Ungnade. 6) Sprecht euch über eure Lage dn 2—* K aus und fragt ehrliche Leute um Rath. Schulden 110 schänden nicht, wenn sie nicht auf schlechte Weise tige gemacht sind. Wenn der Wechseleigenthümer Fri auch Wort hält und nicht über eure Geldver— fuel legenheit spricht, am Ende, wenn euch Haus und Hof verkauft wird, wird eure Lage doch aller Welt offenbar. 7) Bei Allem, was ihr thut, bedenket das Ende. Mein seliger Großvater war ein kluger Mann, und golden war der Rath, den er immer wiederholte:„Thu' was 1703 du thust, aber ja Nichts unterschreiben!“ Berg 8) Schneide dir diese wohlgemeinte Warnung aus 2 dem„Anzeiger“ aus, klebe sie an die Innenseite 155 deiner Schlafkammerthür und lies sie wenigstens ung 9 alle Sonntage einmal aufmerksam durch! Du 1475 und die Deinen fahren wohl dabei. Einw meidr Literarisches. Mone Daheim. Die soeben erschienene Nr. 31 enthält: Die 1 Eichhofs. Roman von Reichenbach.(Forts.)— Das Bet grüne Ungeheuer. Gedicht von Lohmeyer. Mit Illustr. 1 von Süs.— Unter den Schwestern. Von Haltaus.— N Bilder aus dem Seeleben. Von R. Werner. II. Der alte Fölsch. 3. Vergolten.— Oberbairisches Bauern⸗ leben. Von Stieler. Mit 6 Illustr.— Der Wenden⸗ könig. Von R. Andree.— Am Familientische: Ein neuer Atlas.— Gesundheitsrath.— Mit illustrirter Beilage: Preisfliegen der Brieftauben des Berliner Taubenklubs Berolina zwischen Cöln und Berlin. g 10 ——— 8 vir Auszug. aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg. 15 Getraut: ö 5 11. Mai. Johannes Wilhelm Drott, Wittwer, Maschinen⸗ wärter von Friedberg, und Maria Elisabetha Müller, geb. Valentin von Friedberg. Geboren. 14. April. Dem Bäcker Theodor Mayer ein Sohn. 15 Dem Handarbeiter Hrch. Seibert eine Tochter. 1 2 18. Dem Gerber Max Kahn ein Sohn. 3 dum 17 5 Dem Lehrer Valentin Zang ein Sohn. 1 2 Dem Kaiserlichen Postsekretär Paul Emil 1695 Robert Kunzendorf eine Tochter. 25 5 Dem Metzger Moses Appel II. eine Tochter. 285 Dem Handschuhfabrikanten Richard Oscar t z — 1 2 1 b. 0 Selmar Deicke ein Sohn. Nur 0


