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Bekanntmachung.
In Gemäßheit der Instruction vom 2. September 1875 zur Ausführung des Reichsgesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete
Macht Friedberg am 8. April 1880.
wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, 5 folgendermaßen und zwar für je 100 Kilogramm berechnen: Hafer M
daß die Durchschnittspreise der nachbemerkten Artikel für den Monat März 1880 sich . 16.—, Heu M. 7.—, Stroh M. 6.—.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Deutsches Reich. Darmstadt. Das Regierungsblatt Nr. 9 enthält die Bekanntmachung über den Ausschlag
der directen Steuern für 1880/81. i
Darmstadt. Das Regierungsblatt, Bei— lage Nr. 11, enthält: 8
I. Bekanntmachung über das Aufbringen der Mittel der Landjudenschaft der Provinz Oberhessen für 1880.
11. Uebersicht der für 1880 genehmigten Umlagen in den Gemeinden des Kreises Heppenheim. l
111. Bekanntmachung über die für das 1. Vierteljahr 1880 in Offenbach zu erhebenden Umlagen.
IV. Ordensverleihungen. 2
v. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. 7
VI. Namens veränderungen..
VII. Dienstnachrichten. Der auf die erste evang. Pfarrstelle zu Gießen präs. Gymnasiallehrer Dr. Naumann zu Worms wurde bestätigt, dem Pfarrer Matthes von Gedern die evang. Pfarrstelle zu Jugenheim, dem evang. Pfarramts-Cand. Jacobi aus Ober⸗Rosbach die Pfarr⸗ stelle zu Schwarz übertragen. H. Steuernagel aus Strebendorf und K. Kohler aus Heidelbach wurden zu Aufsehern an dem Landes ⸗Zuchthause, der Feldwebel Weniger aus Leihgestern zum Ministerial-Kanzlei-Diener, der Gefangen⸗Wärter⸗Gehülfe Arheilger zu Darmstadt zum Hefangenwärter bei dem Haftlokale zu Darm⸗ stadt, der auf die Lehrerstelle zu Böllstein präs. Schul⸗ amtsasp. Fritz aus Albig bestätigt, der Schulasp. Jacobi aus Nieder⸗Rosbach zum Lehrer an der Vorschule des Gymnasiums zu Gießen ernannt.
VIII. Charakterverleihung.
Ix. Ruhestandsversetzung. Der evang. Pfarrer Groß zu Stadecken wurde auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt.
X. Coneurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Die evang. Pfarrstelle zu Osthofen, Gehalt 2850 Mk. Eine
Lehrerstelle zu Herrnsheim, Gehalt 900— 1000 Mk. Berlin, 9. April. Reichstag. Zweite Berath— ung der Militärvorlage. v. Malßahn-Gültz bean tragt im Namen der Commission die Annahme der 58 1 und 2, betreffend die Feststellung der Friedens— präsenzstärke auf 7 Jahre. v. Stauffenberg bean⸗ tragt zu§ 1 die Gültigkeitsdauer nur auf 3 Jahre festzusezen. Richter(Hagen) beantragt, nach Ablauf des bestehenden Septennats die Präsenzzahl jährlich durch den Etat festzustellen und die Einjährigfreiwilligen auf die Friedenspräsenzstärke anzurechnen. Im Falle der Annahme seines ersten Antrages beantragt Redner eine Resolution, wodurch der Reichskanzler aufgefordert wird, dem Reichstage in nächster Session einen Gesetz— entwurf vorzulegen, bezüglich zweijähriger Dienstpflicht bei der Fahne für die Infanterie. Graf Udo Stol— berg hält die Last des Militäretats nicht für so drückend, wie man sie oft hinstelle. Die dreijährige Dienstzeit, die bei der Infanterie de facto nicht bestehe, sei noth— wendig, wenn die Ausbildung des Heeres nicht leiden solle. Man könne darüber nicht unklar sein, daß nach Ablauf des nächsten Septennats wieder eine Erhöhung des Militärbudgets nothwendig sein würde. Man müsse also, wenn man sparsam sein wolle, die jetzige Forder— ung auf möglich lange bewilligen, lieber auf 14 als auf 7 Jahre. Er bitte daher, die Anträge v. Stauffenberg und Richter abzulehnen. Richter weist darauf hin, daß seit der ersten Berathung die Lage der äußeren Politik eine wesentlich andere geworden sei. Damals habe die Majorität unter dem Eindruck eines bevor— stehenden Krieges gestanden, jetzt seien die Aussichten friedlicher nach dem Briefwechsel zwischen unserem Kaiser und dem Kaiser von Rußland. Die Frage der zwei— jaͤhrigen Dienstzeit sei eine rein ökonomische. Es heiße die Stimmung des Volkes verkennen, wenn man glaube, es sei zum größten Theil für die Vorlage gesinnt. Rickert weist Richter's Angriffe gegen die National— liberalen zurück, die stets nur die sachliche Erwägung,
nicht die Rücksicht auf den Reichskanzler leite. Die Militärverwaltung habe nachgewiesen, daß Frankreich
eine um 30,000 boͤhere Präsenzziffer habe als Deutsch— land. Richter habe diese Nachweise nicht angreifen können. Es sei in diesem Augenblicke eine Nothwendigkeit im Interesse Deutschlands, gegenüber den vermehrten An— strengungen Frankreichs, die Vorlage anzunehmen. Kriegs— minister v. Kameke hebt hervor: Er habe schon früher ausgesprochen, daß nicht die momentane politische Lage, sondern Gründe dauernder Natur die Vorlage veranlaßt
hätten; das wolle er Richter gegenuͤber dessen beutiger Aeußerung über die inzwischen eingetretene Aenderung der politischen Situation in's Gedächtniß rufen. Die Angaben Richter's über die Dauer der
Dienstzeit und die Präsenzziffer in Frankreich weist der Minister unter Angabe einschlaͤgiger Zahlen als falsch zurück. Nur eine dauernde Festsetzung des Militär— budgets vermoͤge der Armee Stabilität und Selbstver trauen zu geben. Diesen Standpunkt habe die Regier— ung immer gehabt. Der Antrag Richter wird gegen die Stimmen der Fortschrittspartei, des Centrums, Lasker's und weniger Nationalliberalen abgelehnt. Der
Antrag v. Stauffenberg wird mit 180 gegen 104 Stimmen abgelehnt, der Commissions⸗ Antrag mit 186 gegen 96 Stimmen angenommen.— 10. April. Der Reichstag überwies das Wuchergesetz an eine Commission von 21 Mitgliedern. Die Ver⸗ ordnung betr. die Begründung der Revision in bürger— lichen Rechtsstreitigkeiten wurde durch Schlußabstimmung genehmigt. Es folgte die weitere Berathung der Militär— vorlage. Zu§ 3 beantragte Richter, die Zahl der zu den Uebungen einberufenen Ersatzreservisten erster Classe kommt nach Verhältniß des Jahres-Durchschnittes der Uebungszeit auf die Friedenspräsenzstärke in Anrech— nung. Bundescommissär Major Funk erklärt den Antrag für unannehmbar. Der Antrag Richter wurde abgelehnt — dafür stimmten Fortschritt und Centrum und Absatz 1 des§ 3 angenommen. Die Absätze 2 bis ein—⸗ schließlich 8 des zweiten Paragraphen werden nach uner— heblicher Diseussion angenommen. Im Anschluß an 83 liegen noch zwei Anträge vor. Richter(Hagen) beantragt, die Befreiung der Geistlichen vom Militär— dienst durchweg auszuschließen und dieselben auch zu den Reserveübungen heranzuziehen. v. Heeremann bean⸗ tragt die Freiheit der Geistlichen vom Militärdienste überhaupt auszusprechen. Der Antrag Richter wird gegen die Stimmen des Centrums und des größten Theiles der Deutscheonservativen angenommen; für den⸗ selben, also für Streichung der Excemption der Geist— lichen von der Uebungspflicht der Ersatzreserve, stimmt auch Graf Moltke. Die von v. Heeremann vorgeschlagene Aenderung des Militärgesetzes wird gegen die Stimmen des Centrums abgelehnt. Der Rest der Militärnovelle wird unbeanstandet in zweiter Lesung angenommen. An dieselbe schließt sich der bekannte Bühler'sche Abänder— ungs-Antrag, dahingehend, einen Staatencongreß behufs gemeinsamer Heeresreduetion einzuberufen. Der Antrag wird nahezu einstimmig abgelehnt. Die Vorlage, betreffend die Besteuerung von Dienstwohnungen der Reichs beamten, wird von Bundes-Commissär Möller befürwortet; dagegen sprechen v. Benda und Löwe. Delbrück erklärt, er würde für die Vorlage stimmen, wenn der Gesetzentwurf sich auf alle Wohnungen der Reichsbeamten, nicht blos auf Dienstwohnungen, erstreckte. Nachdem noch der Präsident des Reichskanzler-Amts, Hofmann, die Vorlage befürwortet und Sonnemann dieselbe bekämpft, wird die zweite Lesung im Plenum beschlossen.
— 9. April. Ju heutiger Bundesraths— sitzung wurde über die deutsch-österreichischen Handelsvertrags-Verhandlungen und Verlänger— ung der Erklärung vom 31. December 1879 bis 30. Juni 1881 Mittheilung gemacht.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ erfährt, daß General v. Bose, Commandeur des 11. Armee— corps, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches in den Grafenstand erhoben und General v. Schlotheim mit der Führung des 11. Armee— corps beauftragt wurde. General Graf Branden— burg II. erhielt den Rang eines commandirenden Generals; Stadt-Commandant von Berlin, General v. Wartensleben, ist mit der Führung der 17. Division betraut, General Meerscheid v. Hüllessen zum Commandanten von Berlin ernannt worden.
in namentlicher Abstimmung
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Die Ver— längerung des austro-deutschen Handelsvertrages bis Juni 188x1 ist bereits abgeschlossen. Deutsch— land drängte zum Abschluß, um den Vertrag noch dem Reichtstage vor Schluß vorlegen zu können.
Pest, 10. April. Unterhaus. Präsident Slavy legt das Amt des Präsidenten und das Abgeordnetenmandat in Folge seiner Ernennung zum Reichsfinanzminister nieder. Auf Antrag Jokais beschließt das Haus, der Verdienste Slavy's im Protokolle zu gedenken.— Der Finanz-Ausschuß des Unterhauses nahm in der Generaldebatte das Vierzig-Million.-Anlehen an.
Schweden. Stockholm, 7. April. Die erste Kammer hat den§el der Militärvorlage, wonach das Alter der Wehrpflichtigkeit bis zum 40. Lebensjahre ausgedehnt wird, angenommen.
Belgien. Brüssel, 10. April. Der Kriegs— minister Liagre befürwortete gestern in der Kammer die neuen Befestigungen der Brücken— köpfe in Maasthal, indem er bemerkte, bei der Eventualität eines franzosisch-deutschen Krieges
hatte der Angreifer ein großes strategisches Juteresse, die Maas zu überschreiten, um
entweder den Niederrhein oder Nordfrankreich anzugreifen. Die projectirten Arbeiten werden auf 14 Millionen geschätzt.
Frankreich. Paris, 8. April. Der General- rath des Landes nahm einen Beschluß gegen die Decrete betreffs der nichtautorisirten Congrega— tionen an; die Mitglieder der Linken enthielten sich der Abstimmung.
— 9. April. Der Generalrath von Marseille hat mit 18 von 22 Stimmen die Vorfrage angenommen, durch welche das Votum gegen die Decrete, betreffend die Congregationen, zuruͤck— gewiesen wird.
— 10. April. Der Generalrath von Toulouse lehnte die von dem Präfecten gestellte Vorfrage, in welcher gegen das Votum zu Gunsten der Freiheit des höheren Unterrichts Einspruch erhoben wird, mit 19 gegen 17 Stimmen ab.
— Ein Telegramm aus Singapore vom 10. April theilt die Ermordung der französischen Unterthanen Wallon und Guillaume am 15. März durch Eingeborene Sumatras in der Nähe des Flusses Oengung mit. Zur Aufsuchung der Leichen und Bagage der Erschlagenen und zur Bestrafung der Schuldigen ist eine militärische Expedition aufgebrochen. 1
Großbritannien. London, 10. April. Parlamentswahlen. Bis jetzt wurden gewählt: 337 Liberale, 208 Conservative und 44 Homeruler.
Portugal. Lissabon, 8. April. Nach Macao(China) gingen Truppeuverstärkungen ab.
Italien. Rom, 7. April.
Kammer festgesetzte Präsidenten-Wahl findet Dienstag statt. Die für die Theilnahme Italiens an der Fischereiausstellung in Berlin beanspruchte Summe wurde bewilligt.
Bulgarien. Sofia, 7. April. Es heißt, das neue Ministerium sei folgendermaßen con— stituirt: Zankoff, Präsidium und Auswärtiges; Karavelloff, Finanzen; Stoyanoff, Justiz; Tischeff, Inneres und Gazelev, Unterricht.
Türkei. Constantinopel, 9. April. In dem Budget, welches vom Sultan genehmigt wordeu ist, finden sich Posten für die türkischen Gesandtschaften in Brüssel, in Haag, in Stock— holm und Washington nicht eingestellt.
— Der Sultan sanctionirte das Budget, welches die Ausgaben auf 17,039,000 und die Einnahmen auf 26,156,000 Livres veranschlagt, während die englisch-französische Commission die Ausgaben mit 19 und die Einnahmen mit 14 Million angesetzt hatte.
Rumelien. Philippopel, 10 April. Die Provinzialversammlung votirte bei der Budget— berathung mit 31 gegen 8 Stimmen einen strengen Tadel gegen den Finanzdirector Schmidt wegen Nichtausführung der Artikel 203 und 204 des organischen Statuts.
Rußland. Petersburg, 8. April. Das Befinden der Kaiserin ist in der letzten Woche besser geworden, Schlaf, Appetit und Kräfte haben zugenommen und das Herzklopfen hat auf— ehört. Der Husten allein beunruhigte die Kaiserin.
— 8. April. Man spricht von einer an den Großherzog von Hessen abgesandten Depesche, nach welcher der Zar gestern, als er auf kurze Zeit seine mit dem Tode ringende Gemahlin verlassen wollte, von einer schweren Ohnmacht befallen wurde. Es verlautet, daß die projec— tirte Uebersiedelung des Kaisers Alexander nach Livadia aufgegeben sei, und daß, wenn die zu gewärtigende Katastrophe in der kaiserlichen Familie eingetreten sein werde, der Zar für längere Zeit der Gast seines Schwagers, des Prinzen Alexander von Hessen, zu sein gedenke.
— 9. April. Das Befinden des Reichs⸗ kanzlers Fürsten Gortschakoff ist in letzter Zeit weniger befriedigend; durch gesteigerten Katarrh werden Athmungsbeschwerden verursacht.
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