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finanziellen Garantien, welche das Abgeordneten⸗ haus bei der Verstaatlichung von Eisenbahnen beschlossen, beiden Häusern des Landtags nicht das Recht einräumen wird, Tarife gesetzmäßig mit festzustellen.
— In „Nat.⸗Z.“ zufolge, die Einberufung der fran— zoͤsischen und englischen Kammern bevor. Eng⸗ land bestrebe sich, Oesterreich für die Actions— politik zu gewinnen, dasselbe sträube sich. Auch Deutschland rathe von Ueberstürzung ab, trotzdem sei die Katastrophe möglich.
— 8. Oct. Der heute hier zusammenge— tretene bleibende Ausschuß des deutschen Handels— tages beschloß, die Plenarversammlung auf den 19. und 20. November einzuberufen und folgende Angelegenheiten auf die Tagesordnung zu setzen: Zweite Stückgutclasse, Eisenbahngarantien, Mit— theilungen über Welt⸗Ausstellung in Berlin, Währungsfrage, Bildung eines Volkswirthschafts— Rathes.
— Der Prediger Hasenclever aus Baden— weiler, welcher zum Prediger an der hiesigen städtischen Dorotheen-Kirche gewählt war, mußte sich vor dem hiesigen Consistorium, einem soge⸗ nannten Colloquium, einer Art Glaubensprüfung unterziehen. Hasenclever ist hierbei nicht hin— länglich glaubensfest befunden und verworfen worden. Das„Tgbl.“, hört, dies sei geschehen im Hinblick darauf, daß Dr. Falk Hasenclever empfohlen haben.
Cöln. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ erfährt betreffs des Kölner Dombaufestes, der Kaiser und die Kaiserin, die königlichen Prinzen und Prinzessinnen, der König von Sachsen und die großherzoglich badischen Herrschaften würden im Schloß Brühl absteigen. Die Mehrzahl der übrigen deutschen Fürsten haben bereits ihr Er⸗ scheinen fest zugesagt; nur drei seien der Ein— ladung zu folgen verhindert. Von wenigen Souveränen, darunter der König von Bayern, fehle noch die Entscheidung, ob sie dem Feste beiwohnen wollten.
München. Der König hat den Gesandten v. Rudhart auf dessen Ansuchen und unter der Bestimmung anderweitiger dienstlicher Verwend— ung desselben aus Berlin abberufen. An dessen Stelle ernannte der König den Legationsrath an der königlichen Gesandtschaft zu Wien, Grafen Hugo v. Lichtenfeld, als Gesandten am preuß— ischen Hofe.
Ausland.
Frankreich. Paris, 9. Oct. Der inter— nationale Post-Congreß im Ministerium des Aeußern wurde eröffnet. Postenminister Cochery führt den Vorsitz. Er hob hervor, Frankreich werde, wo Jedermann die Erhaltung des Friedens wünsche, die von den Conferenzen ausgehenden Vorschläge stets günstig aufnehmen, weil solche die Vollendung des friedlichen Werkes, welches die ganze Welt interessire, bezweckten. — 9. Oct. Im heutigen Ministerrathe wurden die Maßregeln in Betreff der Congre— gationen definitiv festgestellt. Mit deren Aus— führung wird nächste Woche begonnen. Die Einzelheiten der Ausführung werden geheimge— halten. Die„Agence Havas“ will wissen, der Ministerrath werde erst nächste Woche über die Haltung berathen, welche Frankreich angesichts der neuen Lage, die durch die angeblich zoͤgernde Haltung Deutschlands und Oesterreichs gegen— uͤber den englischen Vorschlägen geschaffen sei, zu beobachten habe.— Moug wurde zum Ge— sandten in Athen ernannt.
Großbritannien. London, 8. October. Das britische Cabinet ist seit heute im Besitze zustimmender Erklärungen sämmtlicher Cabinete zu seinem auf Besitzergreifung von Pfandobjecten im Archipel gerichteten Vorschlage. Der Com⸗ mandant der vereinigten Flotten in der Bucht von Teodo ist verstandigt, Alles innerhalb 48 Stunden zum Abgang der Flotten nach dem neuen Bestimmungsorte vorzubereiten.
Portsmouth, 9. Oct. Die Abfahrt des Transportdampfers„Assistance“ ist auf morgen
munition und 54 Gatlinggeschütze an Bord nehmen soll, welche für das Geschwader des Mittelländ⸗ ischen beabsichtigt die Admiralität, ländischen Meere ein Geschwader zu senden, Sache der Orientpolitik stände, der welches die Bezeichnung„Detached Spuadron“ führt
theilt mit, daß in Rücksicht auf die in den Graf⸗ schaften Galway und Mayo herrschenden außer— gewöhnlichen Zustände Polizeimacht verlangt worden sei.
zufolge, wird der König von Griechenland über— morgen
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des Vertrages gezwungen haben. Riza Pascha, der entsandt worden, die Uebergabe von Dul⸗ cigno zu bewirken, suche nur neue Schwierigkeiten hervorzurufen, Montenegro zu täuschen und mit den Mächten sein Spiel zu treiben.
— 10. Oct. Riza Pascha wird von Scutari kommend, in Podgoritza erwartet. Man glaubt, er werde, wenn möglich, über ein Arrangement mit den montenegrinischen Führern verhandeln. Rußland. Petersburg.
Meeres bestimmt sind.— Wie es heißt, nach dem Mittel⸗
und augenblicklich bereits segelfertig ist. Dublin, 9. Oct. Ein Erlaß der Regierung
eine Verstärkung der in China, v. Bützow, nach St. Petersburg, er⸗ folge nicht aus pessimistischen Gründen, welche die Zeitungen vielfach angäben, sondern bezwecke durch eine mündliche Rücksprache mit dem chine⸗ sischen Gesandten, die geeigneten Mittel ausfindig zu machen, um die Differenzen zwischen beiden Reichen beizulegen.
Amerika. New-YVork. Dem„Panama Star Herald“ vom 25. Sept. zufolge haben die i Chilenen das nördlich von Lima belegene Chim. bote besetzt. Dasselbe Journal dementirt die unlängst veröffentliche Meldung, daß Callao von den Chilenen bombadirt und die Stadt Illapel durch ein Erdbeben zerstört worden sei.
Aus Stadt und Land.
r. Fauerbach b. Fr. In dem Garten des Konr. Horn hier ist eine Kürbis von 51 Pfund gewachsen. Mainz, 8. Oet. Ein hiesiger Küfermeister, der sich gestern einer Operation unterziehen wollte und deßhalb von dem Arzte chloroformirt ward, wachte nicht mehr auf. Ob der Tod durch eben die Chloroformirung oder durch die Folge jener Krankheit eintrat, ist bis jetzt noch unaufgeklärt.
Rhein⸗Dürkheim. Der in Folge des Brandun⸗ glückes am 2. Sept. gesunkene Dampfer„Pfalz Nr. 2“ ist nun vollständig gehoben. Das Innere des ausge⸗ brannten Schiffes ist total versandet, so daß die Leiche des muthmaßlich in den Maschinenräumen verbrannten Heizers bis jetzt nicht aufgefunden werden konnte. Doch ist es gelungen, unter den Brandruinen der Cajüte das in denselben aufbewahrte Geld, allerdings in geschmol⸗ zenem Zustande, aufzufinden. Nur eine 50-Markrolle ist soweit erhalten, daß man die einzelnen aneinander— geschmolzenen Geldstücke unterscheiden kann, das übrige Gold und Silber ist in unförmlichen Figuren aneinander geballt.
Italien. Rom, 6. Oct. Der„Italie“ vom Papste empfangen werden. Der Papst forderte den Staatssecretär Cardinal Nina auf, nach Rom zurückzukehren und der Begeg⸗ nung beizuwohnen. — 8. Oct. Der türkische Gesandte Turkan Bei wurde nach Constantinopel berufen; es heißt, er werde mit einer besonderen Mission betraut werden. — 8. Oct.„Diritto“ zufolge hatten die Mächte die Absicht, die auf die Türkei bezüg— lichen Fragen eine nach der anderen zu beant— worten. Da aber die Pforte die montenegrinische, griechische und armenische Frage zusammen be— handelte, so fänden sie sich veranlaßt, ein Gleiches zu thun, um die gleichzeitige Lösung aller Fragen zu erreichen. Als wahrscheinliche Fälle würden angesehen: Abberufung des gesammten diploma⸗ tischen Corps aus Konstantinopel, Entsendung einer internationalen Flotte nach Konstantinopel. Ferner gelte es für wahrscheinlich, daß die Mächte die Türkei verhindern würden, Munition und Soldaten nach den der Pforte noch unterworfenen griechischen Provinzen zu senden. Im Uebrigen will„Diritto“ wissen, England erkenne die Noth— wendigkeit, praktische Vorschläge zu formuliren, welche das Einverständniß der Mächte aufrecht— zuerhalten vermöchten. — 9. Oct. Die„V. Ztg.“ meldet aus Rom, daß an Stelle des verstorbenen bayrischen Ge— sandten v. Bibra der bisherige Geschäftsträger in Berlin, v. Rudhart, in Aussicht genommen sei. Zugleich meldet der„Corr.“, daß Cardinal Jacobini, der bisherige Runtius in Wien, gegen Ende des Monats nach Rom zurückkehre und auf seinem gegenwärtigen Posten durch Vanutelli, den früheren päpstlichen Nuntius in Brüssel, ersetzt werde. Cardinal Jacobini wird das Staatssecretariat übernehmen, dessen jetziger In— haber, Cardinal Nina, schon seit einiger Zeit leidend ist und sich mit dem Papste schon lange nicht mehr in rechter Harmonie befindet. — 10. Oct. Der König von Griechenland besuchte gestern Cairoli. Montenegro. Cettinje, 9. Oct. Die vereinigte europäische Flotte verläßt Cattaro, um Smyrna zu blockiren.— Auf Anrathen der Machte wird Montenegros Armee auf Kriegsfuß gesezt. Sämmtliche in Montenegro sich auf— haltenden beurlaubten russische Offiziere erhielten Befehl, sofort nach Rußland zurückzukehren. Stäabsangeiger“: Der Unfall fand in Felge der rut —. 9. Oct. f Meldungen der„Ag. Hav.“ losen 5—.— einer Fahrschiene statt. Weber Reisende aus Cattaro: Riza Pascha hat am 8. Oct. alle noch Fahrpersonal erlitten nennenswerthe Beschädigungen, regulären Truppen aus dem District Dulcignof dagegen wurde das Material des Zuges bedeutend ben zurückgezogen. Man glaubt, er wolle die Mon⸗sschädigt. Die Maschine stürzte von dem Bahnkörper tenegriner auf die Weise zum Angriff veranlassen, 1 N Oct um sich selbst mit den Albanesen zu verbinden, igen a
5 esen zu g ,ein vom gestrigen Tage aus Breslau datirtes Privat welche unter dem Befehle Nassuff Sowtich's die] Telegramm der„Post“. Danach hat Mittwoch Nach Mazurahöhen besetzt halten. Aus Scutari: In
mittag in Graf Renards Grube„Dembowogura“ be Montenegro wohnende und dort Handel treibende Kattowitz ein Durchbruch flüsstger Gesch be dae christliche Albanesen wurden ausgewiesen und
funden, wobei 54 Bergleute verschüttet wurden, fuͤn? gezwungen, ihre Waaren mit bedeutenden Ver⸗
wurden gerettet, 49 sind wahrscheinlich erstickt. lusten zu verkaufen. Die montenegrinische Regier—
Wien, 7. Oet. In einem hiesigen Hotel garni wurd: ein Geldbriefträger, der einen Geldbrief brachte, vor ung nahm das aus dem Verkaufe erzielte Geld in Beschlag.
einem Passagier vergiftet. Dieser ergriff sodann die Flucht, — 9. Oct.„Clas Cernagora“, officielles
ohne die Geldbriefe geraubt zu haben. Verloosungen. Orc Montene eröff f Frankfurt ⸗ Hanauer 4½ pt. Eisenbahr Organ von Pontelegro verosfgalabt einen nter Prberttäts-Obligakkenen ven 1854. Zehn gegen die Türkei und Riza Pascha, worin er- vom 21. Sept. 1880.— Heimzahlung am 1. Jan. 1889. klärt wird: Montenegro habe keineswegs gedacht] At 4. Nr, 63 83 125 d 88 212 84 99 321 40 u fl. 1000, nachzugeben; es sei bereit, die Herausforderung Türke 0 1 9 1*
der Türkei anzunehmen. Der Artikel bedauert, Vormals Naussauisches 45 Gl. Staats ⸗Ar, daß die Signatarmächte des Berliner Vertrages leben vom Jahre 1859. Ziehung vom 4. Sept. 1880
Allerlei.
Hanau, 8. Oet. Das Befinden des Postdireetors Lins dahier wird als sehr zufriedenf end bezeichnet, und die Aerzte hoffen, das Leben des alten, biedern, allgemein geachteten Beamten zu erhalten.
München Das Centralcomite des deutschen Schüßen⸗ bundes beschloß, das 7. deutsche Bundesschießen in der Woche vom 24. bis 31. Juli 1881 auf der hiesigen Theresienwiese abzuhalten. Zur Theilnahme an den Sitzungen sind Fabrieius und Best in Frankfurt a. MW eingeladen. f Braunschweig. Der Hausknecht eines hiesigen Kaufmanns bestahl seinen Brodherrn um eine geringe Summe; da er sich später wieder gut machte, schrieb der Herr ihm nach Jahresfrist beim Dienstabgang„ehrlich“ ins Buch, woraufhin er bald bei einem anderen Kauf mann in Dienst kam. Nicht lange, so ergriff er jedoch die Gelegenheit, seinem neuen Prinzipal eine größere Summe zu stehlen; nachdem er sie vergeudet, kam es: ans Licht, sein früherer Prinzipal wurde auf Ersatz ver⸗ ö klagt und mußte die ganze Summe— 2000 M. zahlen! Man hüte sich daher vor Ausstellung unrichtiger Zeugnisse-
Berlin, 9. Oct. Ueber einen heute Nacht um 12 Uhr unweit Spandau stattgehabten Eisenbahnunfall auf der Lehrter Bahn meldet der Betriebsdirector Kling dem
Eine entsetzliche Kunde bring
Lit C. Nr. 81 100 53 69 91 260 75 82 368 86 2 fl. 251.
verschoben, weil derselbe noch 50 Tonnen Kriegs—
Lit. B. Nr. 5 31 145 79 96 215 26 36 à fl. 50ʃ die Pforte nicht zur vollständigen Ausführung] A. Rückzahlbar am 1. Januar 1881. Lit. A. Nr.
Die„Ag. russe“ 5 bemerkt, die Rückkehr des russischen Gesandten 3
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