Ausgabe 
12.2.1880
 
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Amerika. New Jork. DieNewpork Times ist zu der Erklärung ermächtigt, daß General Ulpsses Grant eine republikanische Can didatur zur Präfidentschaft acteptiren werde, sobald er von der republikanischen Nationaltonvention als Candidat aufgestellt werde.

Aus Stadt und Land.

H. Friedberg, 11. Febr. Nachdem wir nahezu 3 Monale fefigefroren waren, verlief, vom schönsten Früh⸗ jahrswetter begünstigt, gestern der erste Pferdemarkitag. Die Händler hatten Norddeuische, Dänische und Brabanter Wagenpferde circa 150 Stück zu Markt gebracht!, meist schöne Exemplare und wurden zwich n 6070 Verkäufe abgeschiossen im Preise von M. 900 1250. Trotzdem kürzlich von gewisser Seite gegen das Pierdemarkicom ue und die damit verbundene Lolerie agitirt wurde, hat es sich doch schon viel zu sehr erwiesen, daß unsete ganze Umgegend von der Nothbwendigkeit und Nützlichkeit des Markies zur Genüge überzeugt ist, als daß derartige Ver⸗ leumdungen der Sache schaden könnten. In einer der nächsten Nummern werden wir über den Verlauf der Prämiirung und Versoosung berich en. ü

k. Fauer bach b. Fr. 11. Febr. Gestern Abend brach hier Feuer aus das tasch solche Dimensionen annahm, daß die Friedberger Feuerwehr zu Hülfe eilen mußte. Es brannten 2 Scheuern ab; eine dicht daneben ft bende dritte konnte nur gerettet werden, weil völlige Winostille herrschte. Der eine Eigenthümer hatte seine Vorräthe versichert, der andere nicht.

n. Oberros bach, 9. Febr. Vorgestern passicte hier auf dem Bergwerk ein großes Unglück. Ein Steiger er⸗ weichte Dynamupatronen in warmem Wasser. Nachdem er glaubte, alle herausgenommen zu baben, gab er den Auf⸗ trag, das Wasser eiwas wärmer zu machen. Ein Berg⸗ mann nahm nun einen glübenden Hacken und rührte da⸗ mit das Wasser um. Da jedoch eine Patrone im Wasser liegen geblieben war, so ertönte in diesem Augenblick eine furchtbare Detonation. Tpüren und Fenster wurden zer⸗ trümmert; dem Bergmann wurde die ganze linke Seite enisetz ich verstümmelt. Der Aermste wurde sosort nach Gießen in die Klinik gebracht.

J. Ober mörlen, 10. Febr. Zwei junge Leute von hier haften sich in Friedberg Pigolen gek uft und erlaubten sich auf dem Heimwege zwischen Nauheim und Niedermörlen den schon so ost zu Unglück gefüdrt habenden schlechten Scherz, daß sie auf einander anlegten. Kaum hatte der Eine angelegt und gesagt: soll ich Dich tedischießen?, als auch der Schuß krachte und der Andere, lebensgesährlich in die Bruft geschossen, zusammenstürzte.

Darmfladt, 9. Febr. Ein Recrut, welcher dieser Tage in der Kaserne beim Kartoff lichälen in Folge eines Streites von einem andcten gestoen wurde, ist heute Nacht an den erhaltenen Verletzungen gestorben. Dem ruchlosen Thäter steyt eine schwere Strafe in Aussicht. Der Gessochene ist ein geborener Bad Nauheimer.

thierische Stoffe zu erweichen und aufzulösen und demgemäß steht es außer Zweifel, daß dieselbe im Verdauungsproceß eine wichtige Rolle spielt.

Zusätze zu bedienen, die den Zweck haben, die Schmackhaftigkeit der Speisen zu erhöhen und die Verdaulichkeit derselben zu befördern und welche wir mit dem Namen Gewürze bezeichnen. Sämmtliche Stoffe dieser Art entnehmen wir dem Pflanzenreich, nur einen einzigen, aber auch den wichtigsten und unentbehrlichsten, liefert uns das Mineralreich, es ist unser Koch- oder Küchen⸗ salz, gemeinhin nur Salz, nach seiner chemischen Zusammensetzung salzsaures Natron oder Chlornatrium genannt.

Mit Recht betrachten wir das Salz als eine unentbehrliche Zuthat zu unseren Speisen und da es einen wesentlichen Bestandtheil des Blutes in unserem Körper bildet, so stellt das- selbe nicht nur ein Gewürz, sondern auch ein wirkliches Nahrungsmittel für uns dar; fast unwillkürlich verlangt der Mensch danach und sollte es der gütigen Mutter Natur jemals be- lieben, durch eine katalytische Verschiebung der bestehenden chemischen Verbindungen und Pro- portionen ihm diesen kostbaren Stoff vorenthalten zu wollen, so würde er mit Freuden das ganze Heer der vegetabilischen Gewürze, vom anspruch losen Kümmel unserer deutschen Wiesen bis hinauf

darangeben, um nur dieses Eine wieder zu er⸗ langen; ein derartiges Ereigniß haben wir aber nicht zu befürchten und auf die Zusage, die dem Stammvater Noah Angesichts des Regensbogens gegeben wurde, können wir uns auch bierin verlassen.

Der Magen des menschlichen Körpers enthält

in dem, die Verdauung vermittelnden Magensafte

eine, allerdings nur geringe Quantität einer scharfen Flüssigkeit, welche sich bei näherer chemischer Untersuchung als identisch mit der, in der Wissen⸗ schaft sowohl, als auch im gewerblichen Leben wohlbekannten Salzsäure erwiesen hat. Diese Säure besizt in hohem Grade die Eitenschaft,

Woher entnimmt nun der Magen diese, für seine Funktionen so förderliche Flüssigkeit? Es ist nicht anders anzunehmen, als daß er dieselbe als ge⸗

auch tief in das praktische, gewerbliche Lebe greifender Bedeutung, die dem menschlichen Geist einen tiefen, staunenerregenden Einblick in das wunderbare Gefüge unseres Weltkörpers gestattet, deren nähere Auseinandersetzung aber hier zu weit führen würde und die in ihren Gesammt⸗ resultaten eine eigene Wissenschaft, die Stöchio⸗ metrie, zu deutsch Eiementenmeßkunst, begründet.

Natron ist der abgekürzte Rame für Na⸗ triumoxyd und besteht dasselbe aus Natrium, ein Element aus der Klasse der leichten Metalle, und Sauerstoff, ein einfacher gasförmiger Körper. Für sich allein kommt das Natron in der Natur nicht vor, sondern immer in Verbindung mit anderen Stoffen; man kann es aber auf chemischem Wege herstellen und stellt dasselbe eine weiße, salz⸗ artige, an der Luft leicht zerfließliche Masse dar; es besitzt ebenfalls ätzende Eigenschaft, weshalb es auch den Namen Aetznatron führt. Das Zeichen für Natrium ist Na, das für Sauerstoff O.

Stellen wir nun die beiden Zeichen der Salz säure neben die des Natrons, so ergibt sich CH Na O und hoffe ich, den Leser bereits soweit in die chemische Stenographie eingeweiht zu haben, daß er aus diesen wenigen Zeichen die

zur hochfeinen Vanille der mexikanischen Plantagen, keineswegs lakonischen Worte Chlorwasser⸗

stoffsaures Natriumoxpd zu entziffern vermag.

Die neuere Wissenschaft hat jedoch erwiesen, daß in unserem Kochsalz das Chlor der Salz- säure unmittelbar an das Natrium des Natron gebunden ist. Wo bleibt nun H der Ersteren und O des Letzteren? Sie figuriren Beide in der Verbindung als Wasser, welches aus Wasser⸗ stoff und Sauerstoff besteht und daher die Formel

HO führt. Es stände demnach in unserem Be⸗ lieben, das Kochsalz zu betrachten als: CH Na O Chlorwasserstoffsaures Natriumoxyd (Salzsaures Natron) oder auch als: CI Na T HO

Chlornatrium mit Wasser. Diese Formeln beziehen sich indeß nur auf Salz mit wirklich chemisch gebundenem Wasser, wie es z. B. aus einer gesättigten Lösung bei

schickter Analynker aus deu ihm zugeführten 10 Grad Kälte herauskryftallistrt; in Wirklichkeit

Schbllenbach In große Auftegung wurde dieser Salz ausscheidet, denn dasselbe besteht, wie schon bestebt unser Kochsalz nur aus Nalrium und Eblor

Tage unser sonsi steis fried icher Ort veisetzt, indem ein Eisen⸗ f babnarbeiter ein kleines Kind mißbrauchse und so zurichteie, daß das Aer msie sich gegenwärtig in einem fämmerlichen Zustand befindet. Als man zur Verhaftung des Misse⸗ ibäters schreiten wollie, konnte man dessen noch nicht habbaft werden.

Heu bach, 7. Febr. Am verflossenen Sonntag hatten wir hier eine der nicht mehr ungewöonlichen Musseraffarien. Eine Anzahl 14 16 jäbriger Buben batte sich um ein Häßchen Bler versammell; einer derselben, bereits staik an getrunken, gerieih mi einem Anwesenden, der nicht mit⸗ balten wollte, in Streit und versetze ihm mit seinem Taschenmesser einen Such in den Kopf und einen in den Hals. Wäre das Messer nicht siumpf gewesen, so war es um den Verletzlen gescheben.

Allerlei.

Frankfurt a. M., 9. Febr. Am Freitag ließ sich ein dusar von einem Zuge der Taunusbahn todifahren. Er batte gestohlen und fürchtete die Sitafe.

Ingolstadt. Ueber einen gräßlichen Mord in Hepp berg geb derJ. Zia. nachstebende Darst Uung zu: Die Pflegeeltern der 11jäbrigen Magdalena Ochsenkühn waren in der Nacht vom Samstag zum Sonniag auf einen Ball gegangen, welche Gelegenheit der mit einem Nachschlüssel versehene Mörder benutzt dat, um sich seinem Oplet zu nahen. Das Kind wurde im Bette ermordet und gräßlich zugerichte.. Der Täter, ein döhmischer Arbeiter, der längete Zeit im Ochsenkübn'schen Hause wohnte, jedoch wegen unfiulicher Angriffe auf das Mäd⸗ chen auszieden mußte, sitzt bereits in sichetem Gewahrsam. Man vermuthet, daß auch diesmal dem Morde detarüge Angriffe vorausgegangen find. Ein Raub scheint nich! vorgekommen zu sein.

Conslantinopel, 10. Febr. Am Sonntag hat sich hier ein schrecklicher Unglückefall ereignet. Die Kaserne in Beikas, einer Orischaft am Bosporus, ist eingeflürzt. 200 Soldaten und Offiziere blieben todt, 300 wurden ver⸗ wundet.

Das Salz. Chemisch⸗technologische Skizze von A. Oertel.) Seit den urältesten Zeiten ist der Mensch ge⸗ wöhnt, bei der, wenn auch noch so peimitiven Zubereitung seiner Nahrungsmittel sich gewisser

oben bemerkt, aus Salzsäure und Natron. ö

Was ist Salzsäure und was ist Natron? Betrachten wir diese Stoffe etwas näher; hierbei

wat derselbe verschwunden und ist es aber nicht zu vermeiden, etwas Chemie zu auf unserem Erdkörper; zu Wasser und

fasser Nachsicht schenken, wenn er im Interesse allgemeiner Verständlichkichkeit hier und da eigene Wege einschlägt.

Die reine Salzsäure bildet eine ziemlich wasserhelle, Dämpfe ausstoßende Flüssigkeit, ist ungefähr mal so schwer als Wasser und wirkt

auf thierische und Pflanzenstoffe böchst ätzend; die

zu gewerblichen Zwecken verwandte rohe Salz- säure ist gelblich von Farbe und raucht stärker. Ihrer chemischen Zusammensetzung nach besteht die reine Salzsäure aus Chlor und Wasserstoff, zwei gasförmigen Elementen, d. h. nicht weiter zerlegbaren Grundstoffen, weshalb dieselbe auch den Namen Chlorwasserstoffsäure führt. Bringt man diese zwei Gase in einem, vom Lichte völlig abgeichlossenen Raume zusammen, etwa in eine Glaefliische, so vermischen sich die⸗ selben nur mechanisch miteinander; die chemische Vereinigung erfolgt aber augenblicklich und mit solcher Gewalt, daß das Glasgefäß zerschmettert wird, sobald Letzteres dem Sonnenlicht ausgesetzt wird und das Produkt dieser chemischen Ver⸗ bindung ist Salzsäure. Das chemische Zeichen für Chlor ist CI, das für Wasserstoff H.

Ein jedes der chemischen Elemente führt eine solche abgekürzte Bezeichnung, dieselben haben aber mit den kabbalistischen Zeichen der alten Scheidekünstler Nichts gemein; man kann diese chemische Zeichenschrift recht passend mit der Steno graphie in der Schreibkunst vergleichen; dieselbe erleichtert dem Chemiker das Verständniß und die Uebersicht komplizirter Verbindungen in unglaub-

») Nachdruck verboten.

licher Weise, hat aber außerdem noch einen

anderen Werth von höchster wissenschaftlicher, aber

und führt daher in der Chemie den Ramen Chlor- natrium und die Formel Na Cl.

Das Salz ist einer der meistverbreiteten Stoffe zu Lande,

treiben, doch mögen Fachverständige dem Ver- kann man sagen, findet es sich fertig gebildet und

in ergiebiger Menge, oft sogar in reinem, zum sofortigen Gebrauch geeigaetem Zustande. Das Meerwasser enthält durchschnittlich 5 Prozent Kochsalz; es findet sich als Steinsalz im Innern der Erde in mehr oder minder mächtigen Ablagerungen; das große Salzlager, welches sich von Oberösterreich durch Steiermark, Salzburg und Berchtesgaden erstreckt, das Salzkammergut, die großen Saljzbergwerke bei Wieliezka in Gali⸗ zien, und bei Liverpool in England, das mächtige Salzlager bei Wimpfen am Neckar und das erst in neuester Zeit aufgeschlossene bei Staßfurth in der Provinz Sachsen sind die ausgedehntesten und ergiebigsten in Europa. Steinsalzlager finden sich ferner noch bei Bex in der Schweiz, in Sieben bürgen, Frankreich, Spanien, Sizilien, Peru und Chili. Im astatischen und afrikanischen Hoch; lande finden sich oft ausgedehnte Steppen, deren Boden mit Salz durchdrungen und bedeckt ist, ohne daß andere Erdschichten dasselbe überlagert haben; dieses führt den Namen Steppensalz. Auch salzhaltige Binnenseen sind nicht selten, z. B. in Thüringen, in England, an der Wolga,

am kaspischen Meer, in Südafrika und das be⸗

kannte todte Meer in Palästina, auf welchem der

menschliche Körper wie ein Kork schwimmt, ent⸗

hält ebenfalls, außer anderen Salzen, eine be⸗ trächtliche Menge Kochsalz.

Schon die Vegetation zeigt uns den Salz gehalt eines Stück Erdbodens an; wir finden da im Allgemeinen dieselben Pflanzen, denen wir auch am Strande dee Meeres begegnen; dahin gehbren z. B. der Meer Wegerich, Plantage maritima, die Meerstrands⸗Aster, Aster Tripolium,

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