Ausgabe 
11.3.1880
 
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Seelen

in Gemeinden von 2000 bis 10,000 f vierteljäbrlich 50 M., in Gemeinden von mehr 1 als 10,000 Seelen 75 M. vierteljährlich be tragen. Als Kleinverkäufer von geistigen Ge⸗ 1 tränken ist anzusehen, wer Wein, Bier, Meth, a Brayntwein und Liqueur unter 15 Liter über die Straße verkauft. 704 DerNordd. 70 ein Erlaß des Reichskanzlers über die Schreib; weise im Reichsdienst folgenden Wortlaut: Zur Vermeidung von Mißverständnissen und zur Er⸗ haltung der in der dienstlichen Correspondenz nothwendigen Einbeit der Schreibweise ersuche ich 1 Ew. ic. darauf zu halten, daß im Reichsdienste 170 an der Rechtschreibung, wie sie bisher in der übereinstimmenden Praxis üblich ist, so lange fest⸗ 5 gehalten werde, bis im Wege der Reichsgesetz⸗ 1 gebung oder einstimmiger amtlicher Vereinbarung Nei eine Abänderung herbeigeführt sein wird. Will⸗ i kürliche Abweichungen von der bisher im amt⸗ 75 lichen Verkehr allgemein üblichen und von den 1. jetzigen Beamten auf den Schulen übereinstimmend erlernten Rechischreibung sind dienstlich zu unter- sagen und nöthigenfalls durch steigende Ordnungs- strafen zu verhindern. Nachdem hierdurch das einseitige Vorgehen Puttkamers in so scharser Weise verurtheilt ist, dürfte Letzterem kaum etwas Anderes übrig bleiben, als zurückzutreten.

0 Kiel. Die Marineverwaltung hat sich end; lich von der Erfolglosigkeit der Hebungsversuche, welche mit dem bei Folkestone versunkenenGroßer Kurfürst von Leutner mit so viel Zuversicht in Angriff genommen wurden, überzeugt und ist von dem Abkommen zurückgetreten. Nach neuesten Ermittelungen ist das Wrack noch 2 Meter tiefer in den weichen Meeressand eingesunken, kann also auch in keiner Weise mehr der Schifffahrt hinderlich

Allg. Ztg. zufolge hat

soll zukünftig ein Torpedoboot baben. Das Budget sei ein Friedensbudget, er hoffe aber, die Flotte sei allen Eventualitäten gewachsen.

Italien. Rom, 7. März. Die Kammer der Deputirten beschloß nach lebhafter Debatte, das Budget des Aeußern sosort nach dem soeben

in der Berathung befindlichen Budgets der öffent.

lichen Arbeiten, und darauf das Kriegsbudget und das Budget für militärische Maßnahmen zu berathen. Cairoli erklärte, die Regierunß wünsche schleunige Berathung aller Budgets, habe jedoch Nichts dagegen einzuwenden, wenn das Budget des Aeußern zuerst verhandelt werde. Die Kam-; mer beschloß, einen Antrag Morelli's, betreffend die Ehescheidung, in Erwägung zu ziehen. Der Justiz⸗Minister hatte erklärt, das Ministerium acceplire im Principe den Antrag, behalte sich aber einige Aenderungen vor. Der Handels- Minister brachte eine Vorlage wegen Italiens Be theiligung an der Berliner Fischereiausstellung ein.

Türkei. Constantinopel, 9. März. Said Pascha hat dem Sultan zum Zwecke der Herabminderung des Deficits von 5 auf 3 Mill. Piaster Finanzvorschläge unterbreitet, wodurch

namentlich die Beamtengehalte beschränkt werden.

Said Pascha knüpfte an die Genehmigung dieser Vorschläge sein Verbleiben im Amte. Die Ent⸗ scheidung des Sultans ist unbekannt. Derselbe ist abgeneigt, Said Pascha zu entlassen. Rumänien. Bukarest, 7. März. Ministerpräsident Bratiano wird in den nächsten Tagen wegen der Angelegenheit der rumänischen Eisenbahnen selbst nach Berlin teisen. Das Finanzministerium übernimmt Campineanu. Rußland. Petersburg. DerReg. Bote veröffentlicht ein kaiserliches Rescript an den Großfürsten Konstantin, welches seiner der

sein und einen Vorwand bieten, die Wegschaffung zu fordern. Somit wird das Unglücksschiff endlich Ruhe in seinem nassen Grabe finden, mit ihm mehr als 200 tapfere deutsche Seeleute.

Ausland.

1 Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 7. März. 1 Wie dasOesterr. Corr.-Bur. vernimmt, hat sich Kronprinz Rudolf mit der Prinzessin Stephanie ven Belgien verlobt.

Eine im Abgeordnetenhause eingebrachte Vorlage des Finanzministers verlangt die Ermäch tigung zur Ausgabe von Goldrente von nominell 20 Millionen Gulden. Eine Banquiergruppe offe rirte dem Finanzminister behufs Deckung des Deficits die Emission amortisirbarer Rente nach Art der französischen.

Belgien. Vrüssel, 9. März. Repräsen; tantenkammer. Bei der Berathung des Budgets des Aus wärtigen wurde ein Antrag auf Bei⸗ behaltung der belgischen Gesandtschaft beim Vatican mit 97 gegen 8 Stimmen angenommen.

Frankreich. Paris.Temps meldet: Orloff wird dewnächst auf Urlaub nach Peters- burg gehen, eine Reise, die schon seit dem Februar beabsichtigt, aber durch die Hartmann'sche An- gelegenbeit verzögert war. Orloff wird im Laufe des April, nachdem der Kaiser von Rußland nach Livad ia abgereist sein wird, hierher zurückkehren.

9. März. Im Senat wurde endlich die Debatte über den Art. 7 des Ferry'schen Unter- richtsgesetzes beendigt. Der Art. 7 des Gesetzes über den höheren Unterricht wurde mit 148 gegen 129 Stimmen bei 277 abgegebenen St. verworfen.

Großbritannien. London, 8. März. Im Unteroause erklärte Northeote, im Oberhause Beaconsfield, sobald Northeote das Budget ein- gebracht und andere nothwendige Arrangements statigebabt, erfolge die Auflösung des Parlaments. Die dritte Lesung der irischen Nothstandsbill wurde angenommen.

9. März Unterhaus. Der erste Lord der Admiralität, Smith, legt das Marinebudget vor und erläutert dasselbe: das 43. Tons-Hinter- ladergeschütz solle demnächst Versuchen unterworfen werdeh. Der Bau von 3 neuen Panzerschiffen

richtung und Tdürmen. Ferner sei der Bau von 3 ungepanzerten Kreuzern mit 16 Knoten Ge⸗ schwindigkeit beabsichtigt. Jedes Schiff erster Klasse

sei beabsichtigt, davon eines mit Barbettenein

russischen Flotte erwiesenen Dienstleistungen voll Anerkennung gedenkt.

DieAgence russe bezeichnet die Ent⸗ scheidung der französischen Regierung über den Fall Hartmann als bedauerlich und schwerwiegend (grave), behält sich aber eine weitere Würdig⸗ ung derselben bis zum Vorliegen näherer Details vor.

Amerika. Washington, 7. März. Die Specialkommission des Repräsentantenhauses zur Prüfung des Entwurfes, betreffend den Bau des interoceanischen Canals von Panama, hat be⸗ schlossen, einen Bericht an das Repräsentantenhaus zu richten, welcher die Annahme einer gemeinschaft- lichen Resolution beider Kammern empfiehlt, wo; nach die Monroe Doktrin aufrechterhalten wird. Es wäre die Leitung und Controle des Verkehrs durch den Isthmus den Unionestaaten zu unter- stellen, und diese hätten jeden Versuch einer europäi schen Macht, ein Protectorat in einem unabhängigen amerikanischen Staate herzustellen, als dem Frieden und der Sicherheit des Landes gefährlich zu be⸗ trachten. Der Präsident der Vereinigten Staaten soll aufgefordert werden, Maßregeln zu ergreifen, um jeden, obiger Erklärung zuwiderlaufenden Vertrag aufzuheben. Lesseps hatte am Sonn: abend eine Unterredung mit dem Präsidenten Hayes und erklärte demselben, es werde nicht da

des Auslandes zu stellen. beeinträchtigt.

Lesseps' nicht politischen Zwecken dienen solle.

8. März. Hayes an den Senat erklärt, Vereinigten Staaten bezüglich des Panama⸗ bestehe in Ausübung der Controle über den durch die nordamerikanische Union.

Macht oder Combination europäischer überlassen.

Scan Franzisco, 7. März. ung

chincsischen Arbeiter, Truppen nach San Franzisco.

Die Waffendepots werden bewacht.

Allerlei. Braunfels, 7. März. Heute Nacht ist der Fürst

verschieden.

Regensburg. Der Markt Donaustauf ist am 4. März

gebäude. Der Brand enistand in einem der ersten Häuser, in der Richtung von Regensburg her, einem Brauhause; in berselben Richtung wehte ein orkanartiger Sturm, welcher alle Löschungsversuche vereitelte. An beweglicher Habe konnte nur wenig gereitet werden, was doppelt schwer sällt, weil unt ein Paar Personen gegen Mobiliarfeuer⸗ schaden versichert waren und der Ort nicht wohlbabend ist. Leider sollen auch mehrere 900 Petsonen sind abdachelos. Von dem fürstlichen Sch osse stehen nur noch die Umfassungsmauern; die Stallgebäude, die Reiischule ꝛc. sind zerflörtz das Raih; haus liegt in Asche, mit demselben die sämmilichen Ak ien und vorhandenen Werthpapiere.

Paris, 7. März. Heute Nacht verzebrte eine mit außerordentlicher Gewalt wüthende Feuersbrunst die großen, in der Rue d'Hauteville gelegenen Remisen der Messageries Nationales und der QOrleans-Bayn⸗Gesellschaft. Die 150 Pferde in den Stallungen konnten glücklich gerettet werden; aber das gesammie Fuhrwerksmaterial wurde ein Raub der Flammen. Der Schaden wird auf mehtere Millionen geschätzt.

E. Friedbe

rg, 8. März. Am vorigen Samstag

ran gedacht, den Panamacanal unter die Controle Die Interessen der Union würden durch den Canal in keiner Weise Präsident Hayes erwiederte, er freue sich, zu erfahren, daß das Unternehmen

Eine Botschaft des Präsidenten die Politik der Canals 3202 3245 3251 3334 3470 3592 3660 3666 3697 3731 Canal 3825 3828 Die Vereinigten Staaten könnten diese Controle keiner europäischen Mächte 5380 5453

Die Regier- 6471 6551 sandte, in Folge von Agitationen gegen die 7617 7822

Abend fand in dem Saale derDrei Schwerter die 16. ordentliche Generalversammlung des hiesigen Vor⸗ schuß⸗ und Credit⸗ Vereins statt, die ziemlich zahlreich besucht war. Nach Eröffnung der Versammlung und Verlesung des vorigjährigen Protokolles machte der Vor⸗ sitzende, Herr Carl Seriba, einige allgemeine Mittheilungen über die neuerliche Entwickelung des deutschen Genossen⸗ schaftswesens, welche er, obwohl die Creditgewährung gegen die Vorjahre eine nicht unbedeutende Beschränkung erfahren hatte, als eine durchaus erfreuliche bezeichnete. Auf die Tagesordnung übergehend erstattete Herr E. Ermus den Bericht des Vorstandes über die Geschäftsresultate des abgelaufenen Jahres. Da die Ergebnisse in diesem Blatte bereits dekaillirt bekannt gemacht wurden, be⸗ schränken wir uns hier auf Mittheilung einiger Hauptzahlen. Der Gesammtumschlag betrug 1879 M. 15,449,688., M. 1,079,639. weniger als im Jahre vorher. Der Umsatz im Conto⸗Corrent-Geschäft M. 5,689,876., im Vorschuß⸗Geschäft auf Wechsel und Werthpapiere M. 3,134,737.. An Spareinlagen gingen M. 1,047,843. ein und M. 931,614. aus. Der An⸗ und Verkauf von Werthpapieren gegen Proviston hatte die Höhe von M. 1,154,808. erreicht. Nach Abzug der Unkosten blieb ein Reingewinn von M. 19,318.91, zu dem noch ein Gewinn ⸗Ueberschuß aus dem Jahre 1878 von M. 13,123.9 kommt, so daß die Generalversammlung über M. 32,442. zu verfügen hatte. Nachdem dem Vorstand Decharge ertheilt worden war, entspann sich über den Hauptgegenstand der Tagesordnung, die Ver⸗ wendung des Gewinnes, eine längere lebhafte Debatte, deren Ergebniß war, daß Anträge: die Abschreibungen auf die Immobilien und Mobilien des Vereins zu kürzen, dagegen die Dividende zu erhöhen, abgelehnt wurden, der Vorschlag des Vorstandes, auf die Stamm⸗Antheile von M. 107,772. eine Dividende von 8 PCt. zu ver⸗ theilen, dagegen Annahme fand. Dem Verein für Volks⸗ bildung wurde, wie in früheren Jahren, ein Beitrag von M. 200. bewilligt, eine seitens des Vorstandes den Nothleidenden in Oberschlesien gemachte Unterstützung von M. 50. wurde von der Versammlung nachträglich genehmigt. Der Vorsitzende theilte mit, daß die schon im vorigen Jahre beschlossene, aus verschiedenen Ur⸗ sachen aber verschobene Revision der Statuten in der Kürze erfolgen würde, wobei eine Erhöhung der Stamm⸗ Antheile, sowie eine Bestimmung aufzunehmen beab⸗ sichtigt werde, daß ein gewisser Prozentsatz des Rein⸗ gewinnes zu gemeinnützigen und Bildungszwecken verwendet werden könne. Bei der Ergänzungswahl des Ausschusses wurden die Herren W. Bernbeck, G. Hieronimus, C. Häberle und K. Groß gewählt.

Verloosungen. Karlsruhe, 28. Febr. Ziehung der Badischen 35 fl.-Loose von 1845. Gezogene Serien. 195 349 488 501 560 589 669 721 744 764 803 891 959 962 979 1028 1116 1177 1200 1247 1258 1357 1396 1421 1446 1457 1491 1512 1536 1542 1591 1602 1672 1674 1709 1724 1752 1781 1975 2007 2128 2187 2149 2162 2195 2200 2257 2313 2314 2325 2326 2488 2530 2539 2569 2591 2670 2709 2888 2895 2939 2941 3010 3078 3192

3856 3890 3895 3907 3972 4005 4056 4112 4139 4150 4174 4178 4205 4221 4272 4399 4423 4486 4550 4553 5111 5156 5162 5179 5247 5254 5272 5288 5347 5354 5474 5659 5688 5696 5706 5783 5871 5897 5915 5927 5930 5998 6152 6251 6321 6331 6353 6369 7039 7068 7288 7336 7397 7471 7515 7599 7901 7952.

[Nassauer 25 fl.⸗Loose von 1837. Ziehung

am 1. Febr. 1880. Heimzablung am 1. Maf 1880,

6872 6068

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Aus Stadt und Land. [Mainz, 9. März. gestern am bellen Tage eine gestickte Decke weg entwendet, ohne daß es bis jetzt gelang, Dieb zu ermitteln.

Aus der St. Iznazkirche wurde 400 fl. N von dem Allar à 100 fl

à 2000 fl. Nr. 79174 5 1000 fl. 1. 15630 59476 8 200 fl. Nr. 31206 8917 Nr. 1337 2131 3346 14512 19473 204%

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4680 4733 4776 4804 4832 4899 4917 4940

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Ernst zu Solms Braunfels in Folge eines Schlaganfalls

von einem furchtbaren Brandungtück beimgesucht worden. Es sind abgebrannt 141 Wobnbäuser ungerechnet die Neben

Menschenleben zu beklagen sein.

Nr 25737 3 20000 fl. Nr. 56753 à 4000 fl. Nr. 40571 Nr. 9417 69713

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