Ausgabe 
9.10.1880
 
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kraft beraubt seien. Das JournalParlement schlägt vor, Montenegro einen Thell der Herze gowina zu überlassen und Oesterreich zu gestatten, von Novibazar und Prestina Besitz zu ergreifen.

Großbritannien. London.Times undDaily News bezeichnen die Note der Pforte als eine Beleidigung Europas.Daily News glaubt, Gladstone werde durch die Großsprechereien der Pforte sich nicht beirren lassen. Wenn sich England zurückziehe, würde Rußland weiter vorgehen. Das Resultat hier von könne nur die Demüthigung Englands und die Verwirrung Europas sein.

6. Oct. Aus Kapstadt wird gemeldet: Die britischen Truppen, welche zur Unterstützung der von den Basutos umringten Engländer aus gesandt waren, kamen in Mohales Hock an, wo sie den Feind angriffen und alsbald schlugen. Der Verlust der britischen Truppen war un bedeutend.

Türkei. Constantinopel, 7. Oct. Ueber die vorgestern den fremden Botschaftern über⸗ reichte Note der Pforte ist hier folgende Version, welche im Uebrigen mit der gestern mitgetheilten Note übereinstimmt, verbreitet: Die Pforte verflichtet sich, die griechische Frage in 100 Tagen, die armenischen Fragen in 4 Monaten, zu lösen. Das Arrangement hehufs der Wiederaufnahme der Zinszahlung soll sich auf die Kriegskosten Eutschädigung für Rußland und die schwebende Schuld beziehen.

Serbien. Belgrad, 6. Oct. Der Fuͤrst von Bulgarien ist hier eingetroffen, am Landungs platze von dem Fuͤrst von Serbien, den Mini stern und der Bevölkerung sympathisch begrüßt.

Montenegro. Cettinje, 6. Oct. Die europäische Flotte ankert nunmehr theils in der Bucht von Teodo, theils längs der Küste von Bianca bis Gionovich. Der Erbprinz von Montenegro, Danilo, ist heute in Cattaro ein getroffen. Zwischen den Mächten finden zur Zeit lebhafte Verhandlungen statt über die der Pforte in Wort und That zu ertheilende Ant wort auf deren letzte Note. Die dadurch ent stehende Pause dürfte mehrere Tage dauern.

Rußland. Petersburg. Die russische Nihili stin Wjera Sassulitsch soll der neusten Version nach als Redactionsmitglied der Pyat'schenCom mune in Paris aufgetaucht sein.

Aus Stadt und Land.

r. Bad-⸗Nauheim, 8. Oet. Gestern wurde auf einem Kartoffelacker am Johannisberg eine alte verrostete achtpfündige Kanonenkugel ausgegraben, die möglicherweise noch aus der Beschießung des Berges im 30jährigen Krieg herstammt.

F. Wölfersheim. Am letzten Sonntag war unser Dorf in großer Aufregung. Das zweijährige Söhnchen eines hiesigen Bergmanns, das noch am Abend vor dem Hause gespielt hatte, war auf einmal verschwunden. Nach dem noch in später Abendstunde das ganze Dorf aufge boten worden war, machte sich Alles mit Laternen auf die Suche. Endlich gelang es dem Chr. Lind von hier um ½11 Uhr Nachts das halb erstarrte und wimmernde Kind, etwa eine ¼ Stunde vom Dorfe entfernt aufzu

finden und seinen verzweifelnden Eltern zurückzubringen.

Die Mutter wurde vor Freude ohnmächtig und die Eltern konnten der helfenden und opferwilligen hiesigen Ein⸗ wohnerschaft nicht genug danken.

Wörrstadt, 5. Oet. Gestern wurde auf der Chaussee zwischen hier und Spiesheim ein Frauenzimmer von einem Stromer angepackt und ihm von demselben ein Betrag von 250 Mark abgenommen. Es gelang noch am Tage der That den Kerl zu verhaften.

Offenbach, 4. Oct. Bisher waren alle Nach⸗ forschungen der Polizei nach dem Mörder der Frau Gamberg von Heusenstamm nutzlos und scheint der rohe Geselle die polnische Grenze erreicht und sich dem Arm der Gerechtigkeit entzogen zu haben.

Mainz, 6. Oct. Bei einem biesigen Goldarbeiter wurde gestern ein junger Mann abgefaßt als er einen kost⸗ baren Brillanten versilbern wollte. Nach seiner Verhaftung ergab sich, daß er noch für ca. 15,000 Mark solcher Werthsachen bei sich führte, welche er insgesammt in Wiesbaden seinem Herrn gestohlen hatte. Der Dieb wurde dorthin ausgeliefert.

Oppenheim, 6. Oet. Hier wurde gestern Abend kurz vor 9 Uhr ein Erdstoß verspürt.

Allerlei.

B. Frankfurt, 4. Oct. Der Ausschuß des Ver⸗ bandes mittelrhein. Bildungsvereine beschloß in seiner gestrigen Quartalversammlung eine Aufforderung an alle Diejenigen zu erlassen, welche ihn bisher mit Vorträgen unterstützt haben und solche Männer, welche geeignet wären, Vorträge zu halten, um in allen Ver⸗ einen des Verbandes Vorträge veranstalten zu können. Die kleinen Vereine, namentlich auf dem Lande, haben nicht die Mittel, um Vortragende entsprechend zu hono⸗ riren, die meisten Vorträge müssen deßhalb von wohl wollenden Männern gratis(höchstens gegen Ersatz der Reisekosten) gehalten werden. Es sollen vorher, um kostspielige Vorträge, namentlich solche mit Versuchen und Apparaten, zu ermöglichen, andere Vereine und Nichtmit⸗ glieder zugezogen werden. Ein Bedürfniß dazu hat sich schon bei den Gewerbevereinen gezeigt, die zu viele Vorträge rein gewerblicher oder technischer Natur veranstalten, welche nicht immer alle Mitglieder interessiren; viele dieser Vereine haben sich deßhalb den Bildungsvereinen angeschlossen und erst kürzlich haben die Gewerbevereine der Pfalz beschlossen, der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung beizutreten. Auch zur Aufstellung des aus 9 sehr lehrreichen Abtheilungen bestehenden Volks: museums der Gesellschaft für Verbreitung von Volks- bildung soll dieser Modus gewählt werden, da die Mittel des Verbandes sehr beschränkt sind. Es wäre zu wünschen, daß mehrere gebildete Männer diesem Wunsche des Ver⸗ bandes entsprächen und sich überhaupt für die so wich tigen Ziele der Bildungsvereine, denen wir bereits eine Menge von Fortbildungsschulen, Volksbibliotheken u. s. w. verdanken, mehr interessirten. Für die Errichtung von Bibliotheken und das vom Verbande angeschaffte Sciop ticon bestehen zwei besondere Ausschüsse, denen von der Jahresversammlung je M. 100. zur Anschaffung neuer Bücher und Bilder bewilligt wurde. Schenkungen aus Nachlässen und überflüssigen Büchervorräthen sind sehr erwünscht.

Marburg, 4. Oet. Gestern entleibte sich durch Er drosseln mittelst eines an den Stollen einer Bettstelle be festigten Strickes in einem hiesigen Gasthaus ein unbe⸗ kannter Fremder. Derselbe war vorgestern hier einge⸗ troffen, hatte sich gestern Nachmittag auf sein Zimmer begeben und als er sich bis zum späten Abend nicht sehen ließ, auch auf Rufen und Klopfen nicht antwortete, wurde die Thür gewaltsam geöffnet und fand man ihn in fast ganz liegender Stellung vor dem Bette bereits erstarrt. Bei Durchsuchung seiner Effeeten fand man Nichts, was auf seinen Namen, Stand oder Heimath hin wies, wohl aber mit Blut befleckt ein Tuch und einen Schirm, sowie einen Dolch, der bis ans Heft Blutspuren zeigte, so daß anzunehmen ist, ein begangenes Verbrechen babe den Selbstmörder zu seiner letzten That geführt. Eine Gasthausrechnung von vor 14 Tagen aus Fulda fand sich bei ihm vor und etwa 500 M. Geld. Sein

Koffer ist mit verschiedenen Expeditionszetteln aus dem Harz beklebt. Posen, 4. Oct. Sonnabend bisher unermittelte Weise Feuer aus. Zwei darin be⸗ findliche Lokomotiven sind vollständig verglüht, sowie 38,000 Ctr. Kohlen und mehrere Tausend Schwellen ver⸗ brannt. London, 4. Oct. Ein schreckliches Unglück ereignete sich gestern in Manchester in der römisch⸗katholischen Kirche des heiligen Aloysius. Während die aus 400 bis 500 Personen bestehende Gemeinde den oberen Raum des Ge bäudes verließ, wo soeben die dritte Messe beendigt worden, brach einer der Querbalken, die von einer Mauer zur anderen reichen, zusammen und 80 bis 100 Personen stürzten in das unten gelegene Schulzimmer, eine Hoͤhe von nahezu 20 Fuß herab. Eine Frau blieb auf der Stelle todt und 20 andere Personen, von denen 5 bis 6 Beinbrüche erlitten hatten, mußten nach dem Hospital geschafft werden.

Verloosung.

Oesterreichische Credit 100 fl.⸗Loose vom Jahre 1858. Ziehung am 1. Oktober 1880. Aus⸗ zahlung am 1. April 1881. Außer den bereits mitge⸗ theilten Hauptpreisen wurden noch folgende Treffer ge zogen: Serie 2506 Nr. 52 89 je 5000 fl. S. 2506 Nr. 22, S. 3669 Nr. 67 je 3000 fl. S. 1396 Nr. 51, S. 1840 Nr. 77 je 1500 fl. S. 1840 Nr. 15, S. 3669 Nr. 13, 48, 63, S. 3987 Nr. 6, 90, S. 4023 Nr 7 je 1000 fl. S. 35 Nr. 4, 11, 33, 71, S. 1396 Nr. 5, 35, 60, 84, 97, S. 1479 Nr. 17, 27, 30, 34, 63, 68, 96, S. 1840 Nr. 30, 86, S. 2506 Nr. 40, 53, 79, 95, S. 3669 Nr. 30, 61, 73, 92, S. 3987 Nr. 15, 41, 51, 61, 67, 91, S. 4023 Nr. 86, 99 je 400 fl.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 6. Oktober. Marktbericht. Heu kostete je nach Qualität M. 23, Stroh M. 2, Butter im Großen 1. Qual. M. 1, 2 Qual. M. 0.90, im Detail 1. Qual. M. 1.2025, 2. Qual. M. 1.10, Ochsenfleisch 65-70 Pf., Kuhfleisch 45 60 Pf., Rindfleisch 4550 Pf., Kalbfleisch 45 55 Pf., Hammelfleisch 40 65 Pf., Schweinefleisch 7080 Pf., Blumenkohl 2050 Pf., Wirsing 10 15 Pf., Kohlrabi 68 Pf. das Stück, Weißkraut 1020 Pf., gelbe Rüben das Bund 10-20 Pf., Rothkraut 1520 Pf., Romainsalat 30 Pf., Endivien salat 10 Pf., Huhn M. 1.70 2, Hahn 1.30 1.80, Ente M. 2 2.20, Taube 50 Pf., Gans M. 56, Hase M. 3.504., Feldhuhn M. 1 1.50, Rehbock dat Pfund 7580 Pf.

Geld⸗Cours. Frankfurt am 7. Oktober 1880.

20 ⸗Frankenstückee M. 16 1115 do. n f Englische Sovereignssssz. 20 2934 Russische Imperiales. 16 7075 Ducaten.. i n eee al marco Dollars in Gold 420

Kirchliche Anzeigen für Friedberg Evangelische Gemeinde. 20. Sonntag nach Trinit. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½ Uhr: Herr Pfarrer Köhler. Nachmittags Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Baur.

Ratholische Gemeinde. 21. Sonntag nach Pfingsten. Samstag um 5 Uhr: Beicht. Sonntag 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Herr Dr. Weckerld von Alzey.

2 Uhr: Andacht.

Bekanntmachung.

Betreffend: Den Concurs über das Vermögen des ver storbenen Medieinalraths Dr. Karl August Erhardt zu Bad-Nauheim.

Bei der demnächst durch den Verwalter der rubrieirten Coneursmasse vorzunehmenden Vertheilung ist ein unter nicht bevorzugte Gläubiger zu vertbeilender Kassebestand von M. 2860.96 vorhanden. Der Gesammtbetrag der bei der Vertheilung zu berücksichtigenden unbevorzugten Forderungen ist M. 3134.80. Das Verzeichniß der Forderungen, welche bei der Vertheilung zu berücksichtigen sind, liegt auf der Gerichtsschreiberei Großherzoglichen Amtsgerichts Bad⸗-Nauheim zur Einsicht der Betheiligten offen. Einwendungen dagegen sind binnen einer Aus schlußfrist von zwei Wochen vorzubringen.

Bad Nauheim den 7. October 1880. a Der Coneursverwalter 3409 Christoph Lentz.

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