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vor, so tritt die Verfolgung nur auf Antrag ein. Die folgenden Paragraphen bis§ 23 erhalten nur eine unerhebliche Aenderung.§ 24 wird mit dem abschwächenden Amendement Petri's, die folgenden Paragraphen werden bis§ 35 unver- ändert,§ 36 mit einem unbedentenden Amende · ment und die 58 37—40 unverändert genehmigt.
Es folgt der Beeren- und Pilze⸗Paragraph, wozu
verschiedene Amendements vorliegen. Der Absatz 2 in der Fassung der zweiten Lesung lautet:„Sam;
meln kann nur da, wo dasselbe nicht auf Berech⸗
tigung oder Herkommen beruht, durch Polizeiord- nung oder durch Waldeigenthümer verboten werden. Es liegen verschiedene theils verschärfende, theils abschwächende Amendements vor, darunter ein solches von Winodborst, die Bestimmung betreffend, das Beeren⸗ und Pilsesammeln wie folgt zu fassen: In Beziehung auf die Bestrafung des Sammelns von Kräutern, Beeren und Pilzen wird eine be. sondere gesetzliche Regelung vorbehalten. Miister Dr. Lucius bezeichnet auch dieses Amendement für un annehmbar. Das Amendement Windhorst wird bei itio in partes mit 176 gegen 174 Stimmen angenommen. Die übrigen Paragraphen bis zum Schlusse werden ohne Debatte unverändert ge nehmigt. Hierauf wird das ganze Gesetz mit großer Majorität angenommen.
— Die„Vossische Zeitung“ schreibt: Mit großer Bestimmtheit tritt die Nachricht auf, der Kronprinz werde von Pegli aus die Kronprinzessin nach Rom begleiten, wo ein mehrwöchentlicher Aufenthalt genommen werden solle. Ferner sei als sicher anzunehmen, daß eine Zusammenkunft zwischen dem Kronprinzen und dem Papste stattfinde
Karlsruhe. Die„Badische Landeszeitung“ veröffentlicht den Wortlaut des bischöflichen Er lasses vom 5 Januar 1880. Derselbe besagt: Weihbischof v. Kübel werde zulassen, daß die Candi⸗ daten der Theologie die theologische Fachprüfung unter Anwohnung eines Regierungscommissärs ab- legen und daß eine gewisse Categorie von Geistlichen
Dispens vom Staatsexamen nachsuche. Was den Wunsch der Regierung auf ausdrückliche Zurück-
nahme des Verbotes des Diepensgesuches betreffe, so möchte der Weibbischof in Hinblick auf seine Pflicht und zur Schonung der kirchlichen Autorität,
ebenso im Vertrauen auf die hochherzige Aufassung
der Staatsregierung diese dringend bitten, den be— rührten Wunsch auf sich beruhen zu lassen. Stuttgart. Der Abgeordnetenkammer sind von zwei Seiten Anträge zugegangen, wonach die Regierung ersucht werden soll, im Bundesrathe auf Herabsetzung der Gerichtskosten hinzuwirken. — 31. Jan.
schlossen. Der zweite Landtag wird am nächsten Mittwoch von dem König mit einer Thronrede feierlich eröffnet werden.
Ausland.
Oesterreich⸗-UUngarn. Wien. Die„W. 3.“ veröffentlicht die Ernennung des Grafen Kalnoly zum Bolschafter am russischen Hofe, die Berufung des Gesandten Baron Frankenstein von Dresden nach Kopenbagen und schließlich die Er— nennung des Legationeraths Grafen Wolkenstein zum Gesandten in Dresden.
— Der Budgetausschuß der österreichischen Delegation hat entgegen dem auf Ermäßigung gerichteten Antrage des Resereuten die ursprüngliche (seitens der Regierung geforderte) Ziffer zur Bedeck⸗ ung des Erfordernisses für die Occupationstruppen in Bosnien und der Herzegowina angenommen.
Pest. Die Staats-Einnahmen des vierten Quartals von 1879 betrugen 3,150,045 Gulden weniger, die Ausgaben 3,076,667 fl. mehr, als in dem gleichen Quartale von 1878. Die Ein- nahmen und Ausgaben des Jabres 1879 ergeben
ein factisches Desicit von 28,286 405 fl., was
das präliminirte um rund 1½ Millionen über⸗ steigt. Die Minder Einnahmen des vierten Quar— lals sind durch die vielfachen Ueberschwemmungen, die theilweise Mißernte und den dadurch einge— getretenen Steuerausfall herbeigeführt. Frankreich. Parise, 31. Januar. Die Kammer bat die Beratbung der Zolltarise be— gonnen. Der Minister beantragt Aufrechterhaltung
Der erste ordentliche Landtag in der laufenden Wahlperiode wurde heute ge
8 der gegenwärtigen Tarife als Basis für die zur Erneuerung der Handels-Verträge eingeleiteten Unterhandlungen.
Griechenland. Athen, 31. Jan.
910 wuchtigen Schlag auf den Kopf, daß die Aermste auf 5
der Flucht zu ihrer in der Nähe wohnenden Mutter auf der Straße zusammensank und alsbald ihren Geist aufgab. Durch das Einbringen des Gesetz⸗
Bischofs heim.
ö Das entwurfes über die Ueberbrückung des Rbeins bei Mainz
Cabinet Komunduros verbleibt in seiner bisherigen bei bober Ständekammer veranlaßt, macht sich seit eigen
Zusammensetzung. Dasselbe beabsichtigt bei dem Budget eine Ersparung von 5 Mill. Drachmen. Rußland. Petersburg, 31. Jan. Die Kaiserin von Rußland ist von Cannes heute Nach- mittag abgereist. — Der„Regierungsbote“ meldet: In der Nacht vom 29, auf den 30. Januar, als die
Polizei behufs einer Hausdurchsuchung in dem Haus
Nr. 10 der Sappeurstraße anlangte, fand dieselbe beide Eingänge in der Wohnung Nr. 9 geschlossen. Nachdem die Hauptthür aufgemacht worden war, effönte daraus ein Schuß, welchem alsdann meh— rere weitere Schüsse folgten. Die Polizei betrat nebst Gendarmen die genannte Wohnung und fand
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Sustavs burg und Kostheim geltend.
Tagen in den Orten der Mainspitze eine lebhafte Agitation
zu Gunsten einer siebenden Brücke üder den Main bei Mit löblichem Eifer
haben die Ortsvorstände der betreffenden Gemeinden die Angelegenheit in die Hand genommen und bereits Schritte gethan, diese nicht nur für die naheliegenden Orte, sondern für die ganze Provinz Starkenburg hochwichtige Ueber⸗ brückung, welche schon vor mehr eten Jahren angeregt wurde, zu föc dern.
Mainz. In den nieder gelegenen Straßen unserer Stadi zeigt sich unter der Bevölkerung eine ganz abnorme Zunahme von Krankheiten, besondets Fieberantällen. In manchen Häusern der Schlosser-, Stall oder Heugasse liegen 5—6 klanke Personen. Diese Erscheinung soll mit dem jüngst stangehabten Hochwasser in engster Verbindung stehen.
Bingen, 30. Jan. Nacht hier sesigenellt, jedoch gegen Morgen wieder einen
Das Roeineis hat sich diese
daselbst drei Männer und zwei Frauen vor, welche schmalen Kandel in der Mitte des Fluß deltes gebrochen, fortführen zu schießen, wobei ein Polizeioffizier dacin treidt ganz langsam dünnes schwaches Eie, wesbalb
contusionirt wurde und durch einen Revolverschuß tödtete.
suchung vollzogen, wobei eine Druckpresse und eine
einer der Einwohner sich em neues Schließen wohl noch im Laufe des Tages zu Nach der Ver⸗ erwarten fleht. haftung der genannten Verbrecher wurde die Durch-
Allerlei. Cbemnitz, 30. Jan. Heute Abend ist Neefe's Spin⸗
enorme Masse der soeben abgedruckten Zeitung nerei(chemals Heimann) total niedergebrannt, wodurch „Narodnaja Wolia“, sowie eine Drockschrift, falsche 800 Al beiter brodlos werden.
Petschafte, gefälschte Documente, Gifte und Ex; plostonsstoffe gefunden wurden. Die Untersuchung hat begonnen. Derjenige, welcher den Selbstmord
beging, war ein aus früheren Prozessen bekannter
wichtiger politischer Verbrecher, Namens Deutsch, der seit lange gesucht ward. Die Wohnung, in der die Druckerei aufgefunden wurde, ist im fünften Stock eines großen steinernen Hauses gelegen. Die Bewohner waren unter falschen Namen als Klein- bürger Liszenko nebst Frau und Köchin bekannt und bezogen die Wohnung im August. Der Poli- zeiptistaw Müller und dessen Gebhülfe Effenbach, welche mit Lebensgefahr die Verhaftung vollzogen, sind durch Beförderung im Rang und mit dem Waldimirorden ausgezeichnet worden.
Amerika. Augusta. Sieben fustonstische
Senatoren und 23fusiontistische Repräsentanten haben am 29. d. ihre Sitze in der republikanischen Legis- latur wieder eingenommen. Afrika. Fez. Von bier meldet man über heftige Confliete zwischen Mauren und Juden. Die Mauren griffen die Juden an, tödteten und ver— wundeten mehrere und verbrannten einen 70jährigen Greis lebend. Unter den Verwundeten befinden sich mehrere französische Unterthanen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Es ist im Publikum vielfach die Mei⸗ nung verbreitet, daß den Parteien, wie nach dem bisherigen Proceß verfahren, die Ausfertigung der Erkenntnisse von Amtewegen zugestellt wird. Nach dem neueren Prozeß⸗ verfahren werden indeß die Urtheile vom Gerichte nur und auoschließlich durch Verkündigung den Parteien be— kannt gemacht. Wollen die Parteien aber die Ausfertigung eines Urtheils haben, so müssen sie solches ausdrücklich beantragen. Da durch Unkenniniß der veränderten Sach lage schon vielen Parteien uneinbringliche Nachtheile er⸗ wachsen find, so glauben wir auf das jetzt geltende Ver⸗
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fahren hier besonders aufmerksam machen zu müssen.
Münster. Den in den dreißiger und vierziger Jahren als Schrifisteller bekannten Johannes Luft erlöte am 17. Januar d. J. bei seinem Sohne, dem evang. Pfarrer Luft dahier, der Tod nach langen und schweren Leiden. Er war geboren zu Heubach am 15. Dec. 1798 wurde Lehrer, entsagte aber bald diesem damals so schlecht ge lohnten Beruse um ganz und allein Schrifisteller zu sein, wo urch er freilich, weil völlig miitellos, einen schweren Kampf mit dem Leben einging. Er schtrieb näͤchs ver⸗ einzelten Aufsätzen sechs Bände verschiedenen Inhalte, lyeische Gedichle, Novellen ꝛc. und versuchte sich auch mit einigem Glück in der Mufik. Als Dichter war er im Stile der Ode am glücklichnen. Nach stürmischem Leben erfreute er sich der Ruhe bei seinem Sohne, bis wieder— holte Schlaganfälle den noch starken Mann im 82. Lebens- jahre bewälligten.
Nidda, 30. Jin.
Seit vorgestern vermißte man einen hiesigen Metzgermeister. Gestern Nachmittag fand man ihn als Leiche in der Nidda. Bessungen. straße Nr. 19, sind die Blattern ausgebrochen. Beerfelden, 29. Im.
versetzt.
führende Zwistigkeiten. Gestern gab nun der Erstere der Frau des Letzteren mit einer hölzernen Schüttelgabel einen
In einer hiesigen Familie, Ludwigs
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Konstanz. Der Bodensee macht ernstlich Miene, hinter den übrigen See'n, die ebenfalls seit 1830 nicht mehr über- froren waren, nicht zurückzubleiven, und wenn die Kälte noch einige Zeit forldauert, werden wir das Schauspiel einer Eisdecke über das schwäbische Meer doch noch zu sehen bekommen. Von Bregenz aus ist der See das ganze Ufer enilang über eine halbe Stunde weit hinein gefroren. So weil das Auge reicht, bildet der See eine spiegeiglatle Eis⸗ fläche, auf der sich Hunderte vergnügen; manche Eisläufer wagen sich so weit hinaus, daß sie vom Ufer aus kaum mehr zu seben sind. Am Montag mußte ein Dampfboot, das von Lindau nach Romansborn fahren wollte, wegen des Eises auf halbem Wege wieder umkehren. Das Eis zwischen Lindau und Bregenz ist tragfähig geworden, und macht sich die Jugend der beiden Städte per Schlitischuh gegenseinige Besuche.
Zürich. Seit einigen Tagen ist der Züricher See vollfländia zugefroren, was seii dem 13 Jahrbundert im Ganzen 24 Mal vorgekommen ist und am latzten Sonntag zu einem Volksfest Anlaß gab. Tausende und aber Tausende, berichtet man dem„Bund“, bewegten sich auf der unge⸗ eueren Etefläche. Wie die unabseybare Front eines ge⸗ waitigen Heeres sah sich's vom Lande aus an. Wiribhschaften die Hülle und Fülle.
Paris, 29. Jan. Seil gestern ist die Seine wieder stark mit Treibeis bedeckt und der kleine Arm der Seine zugefroren. Die Schifflahrt ist wieder unterbrochen,
Kopenhagen. Die Pofsdampfschiff wort zwischen Kor⸗ ör und Kiel ist des Enes wegen vorläufig eingestellt. Kopenhagen ist für Dampfschiffe noch offen.
Florenz. Von hier wird dem Journal des De bals geschrieben, daß das Eis auf dem Arno so dick ist, daß Fuß änger und Schlitischuhläufer über den Fluß gehen.
Madrid, 31. Jan. Nechrichlen aus Valencia zu⸗ folge richtete ein befsüger Oikan großen Schaden an. Es werden größere Unfälle zur See befürchtet.
Adriauopel. Hier herrscht furchibarer Nothstand und große Sterblichkeit, insbesondere unter den Flücht⸗ lingen. 15 derselben erlagen an einem Tage dem Hunger. In dem Munde der Leichen fand man Stücke Holz, mit denen die Unglücklichen ihren Hunger zu füllen versucht ballen. Die Hungers voth in Wan und Bajaz'd greift um sich. In Phil ppopel sind 7000 Flüchtlinge versammelt, die Behoͤrden können nur ein Drittel dieser Zahl unter⸗ ftützen. Die Noth in den kleineren Dörfern in der Nach balschaft von Philippopel ist ebenfalls groß.
Handel und Verkehr.
Friebberg, 31. Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 80 90 Pf., Eier per Stück 8 Pf.
Glreßen, 30. Jan. Wochenmarkt. Butter per Pfund M. 0.95—1., Eier per Stück 7—8 Pf., Käse per Stück 4—12 Pf., Tauben das Paar 90 Pf., Hühner per Stück M. 1.20, Hahnen per Stück M. 1.50 Enten per Stück M. 2.30, Kartoffeln per 100 Kilo M. 6.—8.30, Zwiebeln per Centner M. 10.—13., Ochsenfleisch 68 Pf., per Pfd. Kub- und Rindfleisch 48—56 Pf., Kalt fleisch 40- 50 Pf., Hammelfleisch 50—60 Pf., Schweinefleisch 60 Pf., Trut⸗ hahnen per Stück M. 7.50.
Frankfurt, 30. Jan. Marktbericht. Heu- und Strohmarkt. Heu kostete je nach Qual. M. 2.50 3.50,
Strob M 2.—3.20. Eier, 100 Stück neue M 9.— 10.
alte M. 7. Butter 1. Qual. im Großen 90 Pf., 2. Qual. 80 Pf. im Detail 1. Qual. M 1.20, 2. Qual. M. 1. 10. Ochsenfleisch das Pfd. 65—70 Pf., Kuh⸗, Nind⸗ und Farrenfleisch 40—55 P., Kalbfleisch 44—55 Pf, Hammel⸗ fleisch 35 65 Pf., Schweinefleisch 65—70 Pf. Kartoffeln
Eine blutige Frevelthat hat; das Gescheidt 1416 Pf., 100 Kilo M. 7., Weiß kraut die Gemüther in hiesiger Stadt in nicht geringe Erregung das Stück 20—30 Pf., Blumenkohl 50- 90 Pf., Wärsing Ein biesiger Professionist, der mit einem Fabrik 10 15 Pf., Rothkraut 35— 40 Pf., Gelbrüben der Bündel arbeiter ein Häuschen gemeinschaitlich besaß, halle mit 15—20 Wf., Zwiebeln dos Bündel 10 Pf., Meerrettig diesem schon wiederholte, zu gerichtlichen Verhandlungen 12- 20 Pf. 1 Habn M. 1.50—2., 1 Huhn d. 1.50— 2.,
Ente M. 2.50— 3., Welsche M. 5.— 10., Kapaunen M. 2.50— 3., Hasen M. 3.50— 4., Reb das Pfund
Fliegende
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