Ausgabe 
2.11.1880
 
Einzelbild herunterladen

Unter Zustimmung des Kreisausschusses des Kreises Friedberg wird mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und

der Justiz vom 23. October 1880 zu Nr. 22301 bestimmt: oder außerhalb der Ortschaften transportirt, muß,

Dam⸗ oder Rehwild in die Ortschaften einbringt,

§. 1. Jeder, welcher Roth⸗, insofern er nicht in Diensten des Jagdberechtigte einer glaubhaften Bescheinigung des Letzteren

§. 2. Die im F§. 1 erwähnte

Feldschutz verpflichteten Personen auf Verlangen §. 3. Auf dem Transport der genannt

Verkehrsanstalten findet diese

entsprechender Haft gestraft. Gleiche Strafe tri

Wildes jedoch erst nach Ablauf von drei Tagen seit der Ausstellung desselben bewirkt,

0 oder dessen Jagdaufsehers versehen sein, welchem das Wild stammt und der Tag der Uebergabe genannt sind. Bescheinigung muß den Polizei-,

Vorschrift keine Anwendung. §. 4. Zuwiderhandlungen gegen die in den§§. 1 und 2

Polizei- Verordnung.

u steht und dies auf Erfordern nachweist, oder

vorgezeigt werden. en Wildgattungen

ertheilten Vorschriften

fft denjenigen, welcher zwar den

Unmöglichkeit des früheren Transports nachgewiesen würde.

Friedberg den 29. October 1880.

Betreffend: Maßregeln gegen die Wilderei.

Das Großherzogliche Kreisamt

Wir machen Sie auf das unterm Heutigen im Kreisblatt publicirte Reglement ru

dem Polizeipersonal strengste Ueberwachung der

Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des F. 3 Absatz 2 des

Friedberg an die Großherzoglichen

Handhabung desselben einzuschärfen.

worin der Name

vorgeschriebenen Transportschein besitzt, wenn nicht durch eine besondere Bescheinigung die

insofern dieser selbst nicht anwesend ist, mit des Transportanten, der Bezirk aus

Steuer- und Octroibeamten, sowie allen auf den Forst-, Jagd- und durch die Eisenbahnen und die Post und durch die Beamten der genannten werden mit Geldbuße von 5 bis 30 Mark oder

den Transport des

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

Friedberg den 29. October 1880. Bürgermeistereien des Kreises.

bricirten Betreffs aufmerksam und empfehlen Ihnen,

Dr. Braden.

Freizügigkeitsgesetzes: Ehrgott Hermann Geißler aus Stadtbach bei Halle.

Die auf Martini l. J. fällig werdenden Erb⸗

Bekanntmachung. und Zeitpachtgelder, Holzgelder ꝛc.,

dienerbesoldungen und die von denselden noch schuldigen Vergütungen für Holzsamen und Formularpapier sind an

an das unterzeichnete Rentamt längstens bis zum 25. d

ersucht, dieß im Interesse ihrer Ortsangehörigen durch di Friedberg den 1. November 1880.

e Schelle bekannt machen zu lassen.

zu bezahlen, gegenfalls das Beitreibungsverfahren eintritt.

sowie die von den Gemeinden noch nicht berichtigten Beiträge zu den Forst

den fest gesetzten Zahltagen Dienstags und Donnerstags Die Großherzoglichen Bürgermeistereien werden

Großherzogliches Rentamt Friedberg. Stoltz.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Oberforstdirector Bose wurde auf Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste in den Ruhestand versetzt; der Ober Förster Wilbrand in Viernheim wurde zum vortragenden Rath bei dem Ministerium mit dem AmtstitelOberforstrath ernannt.

Berlin, 29. Oct. Abgeordnetenhaus. Präsidenten-Wahl. v. Rauchhaupt beantragt Wiederwählung des vorigen Präsidiums durch Acclamation, Gneist widerspricht im Namen der Nationalliberalen. Es erfolgt daher die Wahl durch Zettel. 22 weiße. v. Köller erhält 276 und nimmt dankend an. Zu Vicepräsidenten werden ge⸗ wählt: v. Benda mit 267 und Stengel mit' 170 Stimmen. v. Benda und Stengel nehmen die Wahl dankend an.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. Die An⸗ wesenheit des französischen und englischen Bot schafters in Pest hängt angeblich zusammen mit der Festsetzung der Modalitäten über die Rück⸗ berufung der Flotten, welche Angelegenheit, dem B. Tagebl. zufolge, sowohl Frankreich als England bald beendigt sehen mochten.

Pest, 29. October. Der Ausschuß der ungarischen Delegation berieth über das Budget

des Auswärtigen. Minister von Haymerle beantwortete mehrere während der General debatte gestellte Anfragen. Die griechische

Frage betreffend, schickte der Minister die Be merkung voraus, daß in der Action der Mächte gegenüber den noch schwebenden orientalischen Fragen überhaupt ein etwas langsameres Tempo eintreten dürfte. Augenblicklich sei diese Frage nicht actuell und bindende Erklärungen über das weitere Vorgehen in derselben unzweckmäßig. Hinsichtlich der serbischen und der Donaufrage wiederholte der Minister die im Ausschusse der österreichischen Delegation gegebenen Erklärungen, indem er bezüglich der Donaufrage noch hinzu fügte, daß in letzter Zeit diese Angelegenheit sich zum Besseren gewendet habe. Hoffentlich werde auch Rumänien besserer Einsicht Raum geben; wenn Jemand durch den österreichischen Einfluß zu gewinnen habe, so sei dies sicherlich Rumänien. Die Ansicht, daß Oesterreichs Machtstellung im Orient sich verschlechtert habe, könne er(Hay merle) schlechterdings nicht zugeben; es werde sich vielmehr das Gegentheil zeigen, wenn ein⸗ mal der entscheidende Moment eintreteu sollte. Ihm sei nicht bekannt, daß die Pforte Truppen nach Ostrumelien senden wollte und daran ge

325 werden abgegeben, darunter machung

hindert worden wäre. Der Minister erklärte auf's Bestimmteste, daß er den Bestand der Türkei innerhalb der vom Berliner Vertrage bezeichneten Grenze aufrichtig wünsche und daß er auch an die Möglichkeit dieses Bestandes glaube, wenn nur die Pforte für die Verwirk⸗

lichung dieses Glaubens das Erforderliche thun wolle.

Der Ausschuß der ungarischen das Budget des Kriegsmini titelweise das ordentliche der Posten für Beritten der Hauptleute wurde gestrichen. Außerdem wurden die Titel, betreffend die Verbesserung der Mannschaftssubsistenz bis zur Berichterstattung des Subcomites in der Schwebe gelassen. Von dem außerordentlichen Erforderniß wurden die ersten vier Titel mit geringeren Ab strichen votirt, der Posten wegen Beschaffung von Küstengeschützen für Pola in der Schwebe gelassen.

Frankreich. Paris. Der Ministerrath beschloß, General Charette anläßlich einer Rede bei dem Legitimisten-Bankett in Roche-sur-Bon wegen Aufreizung zum Bürgerkrieg gerichtlich zu verfolgen.

Das Executivcomite für den Panama Canal hat sich gebildet und ist, demPariser B. B. zufolge, zusammengesetzt aus dem Credit foncier frangais, der Sociéts générale, dem Credit industriel, der Suez Compagnie und der von Seligman freres geleiteten amerikanischen Gruppe. Gouverneur Christophle ist Präsident.

29. Oct. Heute erfolgte die Ausführung der Decrete gegen die Capuziner in Perpignan und Marseille.

30. Oct. Wegen gröblicher Insultirung des französischen Viceconsuls in Varna beauf tragte der französische Botschafter Tissot den AvisodampferBetrel sofort nach Varna ab zudampfen.

30. Oct. Die Märzdecrete sind heute auch gegen die Franziskaner in Rennes und Avignon ausgeführt worden. Die Ausführung hat in Avignon große Aufregung hervorgerufen. In Marseille kam es zu einem Handgemenge zwischen den Anhängern der Kapuziner und den

30. Oct. Delegation für steriums bewilligte Heereserforderniß; nur

den Letzteren feindlich gesinnten Gruppen. Die Aufregung nimmt allmählich ab. Großbritannien. London, 29. Oct.

Nachrichten aus Kapstadt zufolge ist der Pondo stamm im Ostgriqualande im Aufstande; mehrere obrigkeitliche Personen sind ermordet. Die

genommen. Im Basutolande fanden mehrere Gefechte statt.

Italien. Rom. Der Finanzminister unter⸗ breitete seinen Collegen einen Gesetzentwurf be treffend den Finanzplan zur Abschaffung des Zwangscurses.

Türkei. Constantinopel. DerAgence Havas zufolge hätte der Sultan Derwisch Pascha zum Generalcommissar mit Vollmacht zur Uebergabe Dulcignos ernannt. Eine De⸗ pesche der Agence aus Ragusa besagt ebenfalls, Riza Pascha sei seines Postens enthoben und durch Derwisch Pascha ersetzt. Montenegro. Cettinje, 29. Oct. Riza Pascha verständigte den montenegrinischen Woi⸗ woden Popovic, er müsse die Wiederau' zahme der Verhandlungen vertagen, bis er neue In strutionen aus Constantinopel erhalten habe. 7000 Montenegriner concentriren sich neuerlich bei Jütorman, anscheinend in der Absicht gegen Dulcigno vorzurücken.

Griechenland. Athen, 29. Oct. Minister⸗ Präsident Kummunduros gab in der Kammer eine Auseinandersetzung, wonach Griechenland sich bereit halten muͤsse, die Beschlüsse der Maͤchte allein auszuführen.

Rußland. Petersburg, 30. Oct. Loris⸗ Melikoff ist heute wieder hier eingetroffen.

Persien. Teheran, 29. Oct. Gerüchten aus Tabris zufolge ist Urumiah von Kurden unter Führung des Scheiks Abdullah genommen. Von Abbott, dem britischen Consul in Urumiah, ist keine Nachricht eingegangen. Die telegraphisch, Verbindung mit Khoi ist seit 3 Tagen unter⸗ brochen. Dreitausend schlecht bewaffnete Mann schaften sind zur Vertheidigung von Tabris aufgeboten.

Aus Stadt und Land.

C. T. Friedberg. Vierzehn Personen auf 3 Rettungsfahrten gerettet: so meldet der letzte Bericht der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger von Bremen am 28. Oct. Die Rettungen geschahen am 14 und 21. Oct.; ob und wie viele Menschen aus Seegefahr: in der Nähe unserer Küsten bei den letzten Stürmen(28. und 29. Oct.) durch die Stationen der Gesellschaft ge rettet worden sind, bleibt abzuwarten. Jeder Menschen⸗ freund lasse sich die Förderung der erwähnten Gesellschaft: angelegen sein, er spende einen Beitrag den Sammel⸗ booten oder(was noch besser ist) er werde Mitglied (Jahres-Beitrag M. 1.50) Carl Trapp, Vertreter der Gesellschaft in Friedberg, nimmt Neu-Anmeldungen mit Vergnügen entgegen.

b. Laubach. Am 27. Oct. fand in Darmstadt die Zu⸗ sammenkunft einer Commission statt, die bezüglich der ver⸗ schiedenen Secundärbahn-Projekte gehört werden sollte. Diese Commission machte sich dahin schlüssig, dem Antrag

Colonialtruppeu haben das Dorf Lethorodi ein

des Kammerxath Weber von Laubach Folge zu geben, die