Ausgabe 
24.7.1879
 
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für Moltke während seines Urlaubs

1879.

Donnerstag den 24. Juli.

N 86.

Oberhessischer Anzeige

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Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei grö ö ö it! ö f f 4 g g f. net, größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Fonts bel uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets pes Post nachgenommen. g

Für die Monate August und September kann auf denOberhessischen Anzeiger bei der Verlags-Expedition mit 67 Pf., bei den Poststellen mit 1 Mark abonnirt werden.

Bekanntmachung.

Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen.

Ditjenigen jungen Leute, welche auf Grund

Berechtigung zum einjäbrig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden

hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung

den Vorschristen mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach un vollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden.

1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Groß herzogthum Hessen gestellunge pflichtig ist, d. b. seinen dauernden Aufenthaltsort hat.

2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar der 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen

des Jahres nachgtesucht werden, in welchem

Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis Jahres zu erbringen.

3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat(nicht Briespapier) zu verwenden.

Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere

f 40 Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; b. ein Einwilligungs⸗Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung

ihrer Schulzeugnisse die g

der Gesuche zu beachten Schulzeugniß.

unterhalten zu können,

Meldende das derselben gleichgestellten

sich

zum 1. April desselben[zur Ersatzordnung(I.

Adresse angegeben wird.

über Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Freiwilligen während einer ein-

in dem Einwilligungs⸗ in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes

jährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; c. ein Unbescholtenheits zeugniß, welches für Zöglinge von höberen Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizceiobrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d. das Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b.: daß

Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes,

nicht fehlen darf. Zu pos. d.: daß die Schul-

zeupnisse, mit Ausnahme der Reifczeugnisse für die Universität und die

Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der

Gymnasien und Realschulen I. Ordnung, sämmtlich nach dem Schema 17

Tbeil der Wehrordnung vom 28. September 1875

Regierungsblalt Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen.

Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der§§. 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatzordnung verwiesen.

Darmstadt im Dezember 1878.

Großherzogliche Prüfungs Commission für einjährig Freiwillige.

Der Vorsitzende: Spamer.

Deutsches Reich. Darmstadt. Der Oberfeuerwerker Irle aus Eifa wurde zum Hauptsteueramts-Assistent 2. Kl. in Mainz ernannt. 6 Berlin. DieN. A. Z. schreibt: Von Nachrichten über eine bevorstehende Reise des päpstlichen Nuntius Masella nach Kissingen ist in unterrichteten Kreisen hier absolut Nichts bekannt. Im Gegentheil nimmt man Münchener Nachrichten zufolge an, daß Masella dieses Jahr nicht nach »Kissingen geht und daß derselbe seinen Urlaub in

Italien verbringt.

Wie dieKöln. Ztg. wissen will, wäre Das theilweise bestätigte Urtheil des Kriegsgerichtes in Sachen desGroßer Kurfürst dem Com- mandeur des Gardecorps als Gerichtsherrn zuge⸗ gangen. Der Kaiser hätte das Erkenntniß gegen den Hauptangeklagten, das auf längere Festungs⸗ haft laute, ebenso die Freisprechung des Capitäns Kuehne und des Capitän-Lieutenants Klausa be- stätigt, dagegen das freisprechende Erkenntniß hin sichtlich des Capitäns Grafen Monts verworfen und über Monts ein drittes Kriegsgericht ange. ordnet. n ichten liegt nicht vor.

Man kündigt als sicher Stosch's Rücktritt nach den Herbstmanövern an und seine Ersetzung durch Voigts⸗Rhetz. Vom Kriegsministerium wird ein Adlatus ge⸗ sucht, da der bisherige Adlatus, Graf Wartens leben, Commandant von Berlin geworden ist. E

sind vorgeschlagen Brigade General Verdy du

Vernois in Straßburg und Bronsart von Schellen Torf in Potsdam. Bei den zur Zeit im Ministerium des Innern staltfindenden Conferenzen soll auch die

Frage der Reform der Städte- und Landgemeinde Dednungen in erneute Erwägung genommen werden.

Dem Landtage soll in der bevorstehenden Session eine Vorlage wegen Ergänzung des Ge tzes vom 18. März 1868, betressend die Er- ichtung öffentlicher Schlachthäuser, vorgelegt wer- en. Dieses Gesetz enthält eine bedenkliche Lücke,

insofern dasselbe den Gemeinden nur eine Haud babe gibt, anzuordnen, daß das in den öffentlichen Schlachthäusern geschlachtete Vieh einer santtäts- polizeilichen Controle unterworfen wird. Das auswärts des Stadtkreises geschlachtete Fleisch unterliegt aber keiner vorgängigen Controle; eine bezügliche Bestimmung soll nunmehr dem Gesetze eingesügt werden.

Paderborn. zufolge ist der frühere Bischof von Paderborn, Konrad Martin, am 16. d. M. im Auslande an der Bronchitis gestorben.

München. Der Finanzausschuß der Abge ordnetenkammer hat die Regierungsvorlage betreffs Conversion der Eisenbahnanlehen unverändert an- genommen.

Mainau, 21. Juli.

Der Kaiser verläßt

heute Vormittag Schloß Mainau, begibt sich per

Dampfschiff zum Besuch des Königs und der Königin von Württemberg nach Friedrichshafen und von da nach halbstündigem Aufenthalt nach Lindau, von wo aus die Reise des Kaisers ihr Ziel heute in Rosenheim findet. Der Großherzog

Eine officielle Bestätigung dieser Nach- und die Großherzogin von Baden begleiten den! Versailles, 21. Juli. Kaiser nach Lindau.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 21. Juli. Gestern fand unter dem Vorsitze des Kaisers ein gemeinsamer Ministerrath statt zur Berathung von

Szapary, Stremayr, de Pretis und der von Böhmen zurückgekehrte Graf Taaffe theilnahmen. DieW. M. R. sagt: Insolange nicht

fesigestellt ist, daß die czechischen Abgeordneten im

Reichsrathe erscheinen und dort ihre Anliegen

änderung im Ministerium nicht zu gewärtigen.

Der Reichsrath soll Mitte September zusammen- DieTimes meldet:

treten. Bis dahin werden die aus der Situation

sich ergebenden Modsficationen des Cabinets auch vollzogen sein.

Dem hiesigenVolksblatt

Wort bilden, auf drei sestzusetzen. für Depeschen wurden auf englisch, französisch,

Frankreich. Paris, 20. Juli. Die par- lamentarische Gruppe desAppel au peuple beschloß gestern, daß Prinz Jerome das Haupt der Familie Napoleon geworden und daß das Princip desAppel au peuple aufrecht zu er halten sei. Diese Berathung hat übrigens die Zerwürfnisse innerhalb der Partei nicht endgültig beigelegt. Rouher zieht sich ganz von der Politik zurück und Cassagnac weigert sich in aller Form, einem Führer zu folgen, binter dem sich noch kürzlich erst die Gegner des Kaiserthums schützend verbargen. Den bonapartistischen Blättern fängt es an, schlicht zu gehen. DerOrdre soll dem- nächst an den Meistbietenden verkauft werden und derPetit Corporal beruft seine Actionäre zu sammen, damit diese über die Fortführung des Blattes Beschluß fassen.

Bei einer Audienz, welche der Präsident Grevy am Sonnabend dem General Bourbaki ge währte, versicherte Letzterer, ohne seine Symphatlen für die Kaiserin Eugenie zu verbergen, daß er der gegenwärtigen Regierung Frankreichs durchaus er geben sei.

Die Deputirten⸗ kammer genehmigte das Marinebudget und begann die Berathung des Gesetzentwurfes, betreffend die Verlängerung der Geltung der Handelsverträge. Auf Begehren der Regierung wurde die Dring lichkeit erklärt. Holland. Putte und

Haag. Van de

6 Eisenbahn- Angelegenheiten, an welchem Tisza, Cremers übernahmen den Auftrag, ein neues Cabinet

zu bilden, nur unter der Bedingung vorheriger Berathung mit ihren politischen Freunden. Von einer heute zu diesem Zweck gehaltenen Versamm lung liberaler Deputirter, wurde in Folge hervor

getretener Meinungsverschiedenheiten noch kein defini

geltend machen wollen, insolange ist eine Ver- tiver Beschluß gefaßt.

Großbritannien. London, 22. Juli. Die Telegraphen Conserenz beschloß gestern die Zahl der Ziffern, welche ein Die Sprachen