Ausgabe 
23.12.1879
 
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bezüglich der erforderlichen Mittel zu stellen. Die Regitrung wird nach Wiederaufnahme der Arbeiten dem Hause detaillirte Vorschläge über die zu ge⸗ währenden Mittel machen. Bislang hat die Regier⸗ ung in weiterem Umfang der Provinzialverwaltung, den Kreisen und Communen Gelder zur Linderung des Nothstandes, ferner zu Bauten von Vicinal- wegen, Chausseen ꝛc. überwiesen, ferner jede nur denkbare Erleichterung für Transport von Lebens- mitteln ꝛc. zugestanden. Es solle und werde Alles gescheben, der Noth entgegenzuarbeiten. Alle Vorkehrungen find getroffen, um dem Um: sichgreifen von Krankheiten durch sofortige An- wendung aller gebotenen Mittel vorzubeugen. Der Gesetzentwurf, betreffend das Verfahren in Auseinandersetzungssachen wird in dritter Lesung ohne Debatte genebmigt, desgleichen der Nach- tragsetat pro 1879 80 Nach Erledigung einiger kleinen Rechnungsvorlagen folgt die erste Berath ung des Gesetzentwurfs, betreffend Abänderung des Fischerei-Gesetzes. Der Entwurf geht an die Agrar- Commission.

Der Unfall des Prinzen Wilhelm ist un- erheblich. Die volle Heilung der verletzten Knie⸗ scheibe, die er sich beim Tanz durch einen Fall ausrenkte, wird schon vor Neujahr erwartet.

Die Nachricht, wonach Oesterreich die deutschen Propositionen abgelehnt und einen Meist- begünstigungsvertrag auf 6 Monate vorgeschlagen haben soll, wird von bestunterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet. Der Deutsch Italienische Handels- und Schifffahrts Vertrag ist auf 1 Jahr, bis Ende 1880, der Deutsch Schweizerische Han- dels vertrag vorläufig auf 6 Monate, bis Ende Juni 1880 verlängert.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 20. Dee. Nachdem das Herrenhaus auf seinem Beschlusse in Belreff des Wehrgesetzes einstimmig beharrte, wurden in der beiden Häusern Ausgleichs- Commis⸗ sionen gewählt, welche in einer Conferenz mit allen gegen eine Stimme beschlossen, die Annahme des § 2 des Webrgesetzes vorzuschlagen. Das Präsidium der Conferenz führte Schmerling. Das Abgeordneten haus nahm daraufhin heute nach längerer Debatte das Wehrgesetz in der von der Regierung vor- geschlagenen Fassung mit Zweidrittel-Major'tät an. Es stimmten von 328 Abgeordneten für das Wehrgesetz 223, dagegen 105. Das Herrenhaus nahm den Bericht der Ausgleichs- Commission, nachdem das Abgeordnetenhaus mittlerweile das Wehrgesetz angenommen, einfach zur Kenntniß.

Frankreich. Paris, 18. Dec. Die Depu- tirtenkammer hat den Antrag Perin's, betreffend die Ernennung einer Untersuchungs Commission über das Disciplinar- und Strafsystem in Neu- caledonien angenommen.

20 Dec. Der Senat verwarf mit 141 gegen 129 Stimmen das Amendement Batbie, welches die Wiederherstellung der Gehälter der Erzbischöse und Bischöfe bezweckte und nahm das Budget im Ganzen mit den Buogetposten an, wie die Kammer der Depulirten sie beschlossen hat. Waddington verlas hierauf ein Decret, welches die Session der Kammern schließt.

Alle Journale bestätigen, daß das Cabinet insgesammt seine Entlassung geben und daß Freycinct mit der Bildung eines neuen Cabinets beauftragt wird. Die Minister werden sich morgen bei Waddington versammelm.

Großbritannien. London. Meldung aus Kalkutta. General Gough u ist am 17. Dee. von Jagdallak aufgebrochen und marschirt auf Kabul. Die Verbindung mit Gough ist am 18. Dec. bergestellt worden. Die dortigen Stämme leisten keinen ernstlichen Widerstand.

Spanien. Madrid, 19. Dec. Die Kammern vertagen sich nach der Abstimmung des Senates über das Gesetz in Betreff der Abschaffung der Sklaverei. Der Minister des Innern erklärte auf eine Interpellation, den Kammermitgliedern der Minorität sei keine Beleidigung zugefügt worden. Dieselben hätten besser gethan in die Kammer zu kommen und dort das Verfahren der Regierung zur Sprache zu bringen, als der Vertretung der Nation den Rücken za kehren

Rußland. Petersburg. Amtlicher Be⸗ richt aus Cannes vom 18. December. In der Nacht zum 16. December empfand die Kaiserin auf der rechten Brustseite von Entzündung der Aungenhant hertührende stechende Schmerzen. Seit dem 17. December hörte die Entwickelung der Pleuritis auf. Der allgemeine Gesundheitezustand ist fortdauernd besorgnißerregend.

DasJourn. de St. Petersbourg meldet: Alle Mächte haben bei der Porte lebhafte Vor stellungen gemacht, damit die Stipulationen des Berliner Vertrages hinsichtlich Gussinjes und Plawas nicht länger ein todter Buchstabe bleiben.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 19. Dec. Heute Morgen versuchte ein Unteroffisler von der 8 Compagnie sich in der Kaser ne zu erschußen. Die unfere Parihie des Gesichts ist durch den Schuß zerrissen, doch scheint die Wunde nicht lbensgesäbr⸗ lich zu sein. Der Unteroffizier sollte heute Vormutag wegen verschiedener Dienstwiötigkenen vom Retimenis⸗ Auditeur vernommen werden.

Mainz, 21. Dec. In Folge der strengen Kälte, lowie der durch den flarken Schneefall hervorgerufenen Unebenheilen der Geleise gehören die Radreifbeüche an dem Eisenvahn-Fabrmateriale gegenwärtig nicht zur Selien⸗ heit. Auch die H ssische Ludwigsbahn ißt von dleser Cala⸗ mnät nicht verschont geblieben; denn nach einer zuver⸗ lässigen Mutheilung sind im Lauie der letzten Tage nicht weniger als vier solcher Brüche von Bandagen und zwar aueschließtich an Locomoliven constatirt worden. Glück⸗ licherweise wurden die einzelnen Fälle sofort von dem be treffenden Personal wahrgenommen und verursachten da⸗ durch, einige Verspälungen der Züge abgerechnet, keinerlei Unfall. Die andauernde Kälie bringt eine abnorme Sterblichkeit unter den Vögeln, besonders den Tauben hervor. Heute Vormittag wurde auf der kurzen Streck. vom Holzibor bis ans Fischthor auf dem Babnkö pe nicht weniger als sieben erfrorene Tauben aufgefunden. Die Tyiere sind völlig erstarrt aus der Luft berabgefallen.

Worms, 18. Dec. Bierbrauer Bertram dahler traf heute Morgen in seinem Hof einen vor Kälte halberstart⸗ ten Fischreiber an; er brachte den Vogel ein pracht⸗ volles Exemplar in die warme Stube, deren Luft dem Toier gut zu bekommen scheint. Gravnälisch schreitet es mitunter auf den Wirthslischen umher und schau sich das bierttrinkende Publikum an.

Allerlei.

Frankfurt, 19. Dec. Vorgestern Abend sprang zwischen Langen und Egelsbach an dem Tender 0 Eisenbahnzugs, in dem der von der Jagd des Landgrafen Friedrich Wloclm nach seiner R sidenz heimkehrende Gloß⸗ berzog von Hessen saß, ein Reif. Der Schaden, welcher leicht ein großes Ungtück es war ein Schnellzug bäule berbeiführen können, wurde rechtzeinng durch den Locomotivführer enid eckt. Hülfe wurde von Darmstadt qurirt und nach fündiger Rast war die Bahn frei. Derselbe Unfall trug sich unter denselben Umfständen, ohne daß weiterer Schaden enistanden, beim ersten Zug zu.

Frankfurt, 20 Dec. Heuie aing der Main bei hiesiger Stadt bet einer Kälte von 5 Grad und einem W sserstand von Fuß zu nachdem er in Folge des Gefrierens des Reins dei Mainz nach und nach bis Glies beim zulief. Gestern war er schon einmal im Sull⸗ stand, doch das steigende Wasser hob die schwache Decke und schob ste bis zum Grindbrunnen vorwä ts, wo sie an das Griesheimer Eisseld anlief und stehen blieb. Unter- halb der Eisenbahnbrücke ist er bereits passterbar. ö ö Frankfurt, 20. Dec. In Folge der Kälte sind auf der Bebraer Bahn verschiedene Stahlschienen geborsten und N konnte gestern ein Zug nicht eber abgelassen werden, als bis die Aus wechselung erfolgt war. Frankfurt. Unter der AusschriftHerrn Hochstift, Buchhandlung⸗Allemagne kam von Pau is dieser Tage ein ö Brief hier an und ward richtig im Goethehause, großer Hirschgraben 23 abgegeben. Er betraf eine Buchhändler Reclame.

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M. 1.1.50, Haonchen das Stück 6080 Pf, Hühner

Westheim(Pfalz), 17. Dec. Der hiesige Oeconom Albrecht hatte gestern re das scsten Glüc, f im Gemeindewalde Wesibeim. einen Wolf von 38 Pfund zu erlegen. Es ist außer dem erlegten noch ein zweiter 4 Wolf im hiesigen Walde gesehen worden 5

Würzburg, 18. Dec. Heute Morgen 8 Uhr sand im Hose der Landgerichte Frohnveste im Beisein der Ge⸗ 1 richtscommission, ferner von Urtundspersonen, Vertretern 7 der Presse Aerzten. Gensdermen, die Hinrichtung des

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Mörders Kaspar Holleber flat. Holleber starb, wie be⸗ richtei wird, reuig und gefaßt.

Passau, 15. Dec. Die Eisdecke, welche sich über die Donau oberhalb Passau gebildet bat, isl heute schon so massig und slark, daß z. B. bei Heining bereis die* schwersten Fuhrwerke auf derselben von einem Ufer zum andern fahren. 1

Rom. Der Schneefall ist in ganz Italien fortwährend E. ein ungeveuerer. In Napel dauerte derselbe drei Tage 17 und sämmtliche Eisenbahnzüge erlitien Unterbrechungen; 75 dei Benevento schneue ein Zug ein. In Rom fällt seit 0 dem 2. December kein Schnee mehr, dafür friert es seit⸗ 1 dem fortwährend. In Venedig beginnen die Launen sich 11 vollständig mii Eis zu überziehen, wie es seil 1864 nicht 1 moht der Fall war. In Mailand sind mehrere Menschen eiftoven, in Florenz eine Schuowache. Auf vielen Feldern in Ober, und Millelitalien erreicht der Schnee eine Höhe von 40 Centime ier.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 20. Dee. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1. 1.20, Eier per Stück 8 Pf.

Oteßen, 20. Dec. Wochenmarkt. Butter per Pfund M. 0.95 1.25, Eier per Stück 79 Pf., Käse per Stück 49 Pf., Tauben das Paar 65 Pf., Hühner per Stück M. 0.80 1.10, Hahnen per Stück. 0. 701.10, Enten per Stuck Pe. 1.60, Gänse per Pfd. 5586 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 6., Weißkraut 100 Stück m 6-8, Zwiebeln per Centner M. 8., Ochsenfleisch 68 Pf. per Pfund, Kuh und Rindfleisch 55 86 Pf., Kalb⸗ fleisch 4550 Pf., Hammelfleisch 50 60 Pf., Schweine⸗ fleisch 60 Pf.

Gießen. Der am 16. d. M. abgehaltene Viehmarkt war in Folge der kalten Witterung nicht stark befahren, Aufgetrieben waren 200 Stück Nindvieh. Es stellten sich die Preise denen vom letzten Markte gleich. Nächster Markt Dienstag den 20. Januar 1880. N

Frankfurt, 20 Dec. Heu und Strohmarkt. Heu. kostete der Centner je nach Qualität M. 2.504., Stroh 0 M. 2.503. Butter im Großen 1. Qualnäat M. 1.10, 2. Qualität M. 1., im Detail 1. Qualität M. 1.25, zwerte M 1.151.20 Gier das Hundert M. 6.8.80, Ochsenfleisch das Pfund 65-70 Pf. Kuhfleisch 5060 bf., Kalbfleisch 48 55 Pf., Hammelfleisch!o 65 Pf., Schweine! fleisch 6570 Pf, Gans das Pl d. durchschnittlich 70 Pf., 1 Hahn 90 Pf. bis M. 1.50, Huhn M. 1.2., Taube 4550 Pf., Ente. M. 2.50. Weißkraut 1012 Pf., 1 Rothkraut 15 20 Pf., Weißrüben 20 Stück 3035 Pf.

Mainz, 20. Dec. Marktpreise. Kartoffeln 100 Kilo M. 89., Stroh 50 Kiio M 2. 2.20 Heu 50 Kilo M. 2.60 2.90 ½ Hundert Eier M. 1.50 1.70, Butter 1 Pfund M. 0.95 1.5. Butler in Partien 1 Pfund 80 bis 85 Pf., 1 Hahn M. 1 50 1.70 1 Huhn M. 1.30 bis 1.50, 1 Ente M. 2.303, 1 Gans M. 5.6,, ein Hase d.. 3.50 3 80 Weßkiaut 1 Stüc 68 Pf., Rolhkraut 15 20 Pf., Wiustag 4 5 Pf., Meerretlig 1 St. 1015 Pf., Handkäse 1 Stück 68 Pf., Zwiebeln 2 Kilo 1820 PI. Viehmarkt. Ochsen 1. Qual. M 665, 2 Qual. M. 60, Kühe 1. Qual. M. 56., 2. Qu l. M 4359. Aues per 50 Kilo. Für Kälber wurde bezahlt 4555 Pf. und für Schweine 47 56 Pf. per ½ Kilo lebend Gewicht.

Marburg, 20. Dec. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.901 10, Eier per Stück 78 Pf., Käse per Stück 810 Pf. Zwiebeln per Pfand 1214 Pf. Tauben das Paar 50 70 Pf., Hahnen per Stück

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das Stück u. 0.80 1, Enten das Stück W. 1.40 1.70, Kohlrabi 2 Stück 10 Pf., Hasen per Stück M. 350-4, Gänse per Stück m. 3 7 Rothe Rüben 35 Stück: 10 Pf., Kohl 34 St. 10 Pf., Nüsse 100 St. 2530 Pf.

Geld Cours. Frankfurt am 20. December 1879.

20 Frankenstücke M. 16 1115 do. 1%% ee Englische Sovereigns. 20 25-30 Russische Imperlales 16 6768 2 Duschen, 9 5560 8 al mare 9 5863 5 Dollars in Gold 4 1723 8

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Grdenkel der bögtl im Schnee

Versteigerung.

Mittwoch den 31. Dezember, Vormittags 11 uhr, soll die Hofraithe des verstorbenen Jacob Brückmann in der sogenannten Untergasse auf dem Rathhause zu Okarben öffentlich meistbietend zum Drittenmale versteigert werden.

Okarben den 6. Dezember 1879.

4216 Groh, Vormund.

Uuterjacken& Unterhosen. eker.

Prima ausgelassenes

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per Pfund 50 Pfennig, ö

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n der Kirchenkasse zu Södel sind 400 Mark gegen hypothekarische Sicherheit auszuleihen. J. Naab, Kirchenrechner.

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Wilh. Fertsch.

Haselnüsse, Wallnüsse Wilh. Gernbeck.

Eine Wohnung von 5 bis 6 Zimmern wird per 22. Februar 1880 zu

miethen gesucht. Nähere Auskunft ertheilt Louis Winheim. 4206

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