Ausgabe 
22.5.1879
 
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jedoch auf Wunsch Schmin's seinen Antcag zusück, als der Antag auf Uebergeng zur Tagesordnung gestellt wurde. Ein weiterer Gegenstand der Tagesordnung betraf die Angelegengeiten des Lehrer-⸗Wüsen- Stifts. Diese Anstalt ist ein Kind des Landeslehrer-Vereins, bat aber eine besondere Verwaltung und gesonderte Kass. Nur der Vorsitzende beider Vereine ist eine Person, d. b. der

* 12. 8 9 N 21 N 4.*

nelten sich die anwesenden Lebrer, Seminarlebrer, Reallebrer, Stadischullehrer, der Kreisschul⸗Inspektor, andere Beamten, Addokazen und viele Bürger der Stadt in dem Steinhäußer'schen Gartensaale zu einer gemüth⸗ lichen Zusammenkunft. Buchhändler Scriba begrüßte die Gäste Namens der Stadt, Seminarlehrer Wahl Seminat⸗Diteklor Schäser war zum Leidwesen Aller ducch Unwoblsein am Erscheinen verbindert im Auftrag der Seminarlebrer und der Stadischullehrer. Der neue Ob mann dankte für den würdigen und angenehmen Empfang im Namen des Vereins und brachte seiner Vaterstadt ein dreimaliges Hoch. Die Toaste und Ansprachen waren zahlreich, sehr erbeiternd und wechselten mit Musik und Gesängen ad. Die Krone des Abends gebührt Seminar lehrer Wabl, der in gemütblichen und erheiternden An sprachen nich zu erschöͤpfeu war. Auch Kreisschul⸗Inspeklor Schmidt brachte in einer warmen Ansprache dem Verein seine Sympatbie dar. Alle Anwesenden begaben sich ver⸗ gnügt und munter in später Stunde zur Ruhe. Der zweite Tag, an dem die General-Versammlung des Ver⸗ ens abgehalten wurde, führte den anwesenden Lehrern eine bedeutende Zahl zu. Um 11½ Uor eröffnete der neue Obmann die Versammlung und begrüßte die er schienenen Mitglieder und Gäste. Ju einer kurzen An⸗ sprache präcisirte et die Aufgabe des Vereins und ent wickelte sein Programm. Dann wurde durch den Schrift führer das Prolokoll der Delegirten⸗Versammlung und der von derselben sesigestellte Jahresbericht verlesen. Hierauf verlas der Vorsitzende ein Telegramm der Alsfelder Collegen, also lautend:Die Collegen von Alsfeld, durch Schul- prüfung zurückgehalten, entbieten der Lehrer Versammlung wren Gruß. Ehe ein weiterer Gegenstand der Tages- ordnung verhandelt wurde, beantragte sder Odmann, unserem all verehrten Großberzog ein Telegramem zu senden und ihn aller tceuesten

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det ehrsurchtsdollsten und Anhänglichkeit Seitens des Landeslehrer-Vereins zu versichern. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Hietauf sellte

ein Miiglied den Antrag, den seitherigen Obmann Schmitt zum Ehren⸗Obmaun zu ernennen. Der Autragsteller zog

J weilige Obmann des Landeslehrer-Vereins ist Präsiden! des Verwaltungstalbs des Lebrer⸗Waisen Stifts. Auf Grund cieser Bestimmung übernahm daher der neue Obmann die Leitung der General Versammlung des Lehrer Waisen⸗Suifis. Der Rechenscchaftsbericht ergibt, daß das Vermögen des Susts 7185 M. und der Kasssbestand 151 M. vet ägt. Hoffentlich wird die noch junge Anstalt durch die Thäligkeit der Lehrer und die milden Herzen der Vorstände der Sparkzssen unseres Landes bald in den Stand gesetzt sein, den armen Lehrer⸗Waisen mit volleren Händen als seither geben zu können. Hierauf wurde

Gymnastallehrer Scherer zu Gießen das Wort ertheilt über das Thema:dat die moderne Volksschule in in⸗ tellectueller Hinsicht den Forderungen der Zeit zu viel

nachgegeben und dadurch das erziehlich: Moment zu sebr

den Hintergrund gedrängt? Der Redner sprach über eine Stunde. Die Spitze seines Vortrags war gegen eine Flugschrift des Pfarrers Strack in Großen Linden! gerichtet, wescher der neuen Volksschule den schweren Vor⸗ wurf der Vernachläfsigung des erziehlichen Princips macht. Die Sprache des Redners war gewählt und sein, Polemik scharf. Hoffentlich wird der Vortrag entweder als Flug schrist oder als Artikel in dem Schulboten gedruckt werden. Der Redner fand reichen Beifall und es wurde ihm durch den Obmann der Dank der Versammlung ausgesprochen. Ein weiterer Gegenstand der Tagesordnung waren An-

iräge des Bezirkevereins Gießen, welche sich gegen die Ver unglimpfungen, welche dieDeuische Reichspost über unser hessisches Schulgesetz und dessen Ausführungen in mehreren Arukeln gebracht hat, energisch aussprachen. Die er⸗ wähnten Resolutionen wurden mit einigen Abänderungen von der Versammlung angenommen. Der letzte Gegen stand der Tageserdnung war ein Vortrag des Oberlebrers Funk in Bessungen über das Thema:Der Zeichenunter richt in der Volksschule, und die Slellung des Publi⸗ kums diesem Unterricht gegenüber. Da der Zeichen unterricht durch die neue Gesetz gebung in unserem engeren Bafeclande für die Volksschule obligatorisch geworden ist, so war es seht zweckmäßig, die Ansichten eines Mannes zu hörten, dem eine reiche Erfahrung über diesen Gegen stand zu Gebote steht. Reicher Beifall und der Dank der Versammlung waren auch Funk's Lohn und wir hoffen, daß auch dieser Vortrag den Lehrern bekannt wird, die verhindert waren, in Friedberg zu erscheinen. Der Ob mann schloß die Versammlung mil dem Wunsche und der Hoffnung,daß dieselbe reichliche und dauernde Früchte tragen möge. Ein einfaches Mahl, mit Musik und Toasten gewüzt, hielt den größten Theil der Versammlung noch längere Zeit vereinigt. Während des Essens lief folgende lelegraphische Antwort des Großherzogs ein:Ich spreche Ihren Mitgliedern für die mir übermittelten Aus- drücke bon Anhänglichkeit und Loyalität meinen besten Dank aus. Ludwig. Nach Schuß des Mahles be- sichligte der Theil der Lehrer, welcher nicht genöthigt war abzuceisen, unter Führung des Seminarlehrers Wahl die Seminargebäude, weiche in letzterer Zeit sehr vermehrt und praklscher eingerichtet worden sind. Am Abend des zweitlen Tages sammelten sich die noch zurückgebliebenen

Lehrer und viele Bürger Friedbergs abermals in dem Sieinhäußer'schen Saale. Auch dieser Abend war ge müthlich, genußreich und sehr beiter. Wir sind der sesten Ansicht, daß die Versammlungen in Friedberg, so

wohl die ernsten an beiden Tagen, als die heiteren an den Abenden allen Anwesenden stels eine liebevolle Erinnerung bleiben werden. Hoffentlich werden die Gesinnungen, welche die Friedberger den hessischen Lehrern entgegen gebracht haben, Aehnliches erwecken in den Herzen aller Bewohner uusetes Landes.

S. Verein gegen Bettelei.

Am 10. Ma fand die General-Versammlung des Vereins gegen Bettelet n statt, war aber so schwach besucht daß nicht einmal der ganze Vorstand anwesend wer. Cs muß das seht bedauert werden und ist uns ein Be

weis, daß die Mitglieder nicht mehr das Interesse an der Sache haden, wie ehedem. Der Friedberger Verein

war det n erste derartige Verein, wenn es ader so sortgeht, dann dürfte auch der erste sein, der wieder eingeht. Das Vermögen hat sich ahermals um 350 Mk. gemindert. Das geht aber auch ganz mit rechten Dingen zu. Vom 1. Jan. bis Ende Nov. 1878 wurden nicht weniger als 3292 Durchreisende untezstützt. Wenn aber der Verein wegen Mangel an Muteln seine Thälgkeit einstellen muß, und das muß er, wenn nicht neue Glieder mit nambaften Beiträgen eintreten, wer soll dann die 3292 unterstützen? E aweder der Stadtsäckel muß es ihun, und dann kommt nes auf den Communalseuerzettel, oder wit werden mit Bettlern so überflurhet, daß wir im eigenen Hause nicht mehr sicher sind. Erst am letzten Sonntage be gegneten wir zwei total beitunkenen Strolchen, denen ein großes, breites Handtuch entfiel, während sie sich auf der Straße kurz vor Ober⸗Wöllstadt im Kothe wälzten. Der Eine raffte es auf and verbarg es unter seinen Lumpen, denn Kleider waren das nicht mehr, so gut er konnte, und taummelte weiter, während der Andere sich im Schmutze herumkugelte. Die Polizei thut ihre Schuldigkeit, denn nicht weniger als 329 wurden zur Besttrasung dem Getichte vorgeführt, was nicht nur dem Gerichte viel

Arbeit macht, sondern auch den Start viel Geld kostef. Wurden diese 329 fur je mit einem Tage Arrest besltraft, so halte der Staat an 700 Mark Unkoßen, die j densille doch nicht den erwünschten Erfolg hauen. Wir wüßten freilich ein besssres Mittel aber kes darf nicht angewendet werden. Aus dem Gesagten geht zur Genüge hervor wie wichtig es ist, daß Jeder dem Vekein beittete und dann, daß Niemand Geld verabteiche. Kommt ein wirklich Hungriger und man will ihm etwa einen Teller Suppe geben, so dürfte das nicht gegen die Grundsätze des Vereins sein, denn mehr wie satt essen kann sich Keiner. Auch Brod gebe man nicht, denn wenn ein solcher

Strolch die Taschen voll bat, dann verkauft er es doch, und die Hunde oder Schweine werden damit gemäßet. Also noch einmal sei es gesagt: Mitglied des Vereins

werden, und kein Geld den B dem Vereine belfen.

itlern geben, das kann

Handel und Verkehr.

Friedberg, 20. Mai. Waizen M. 21.., Korn M. 15.17., Gerste M 14.15., Hafer M. 15. 16. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfund.

Frledberg, 21. Mai. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1 20 1.25, Eier per Stück 5 Pf., 2 Stück 9 Pf⸗ Gießen, 20. Mu. Wochenmarkt. Butter per Pfd. 95 Pf. bis 1 M., Eier per Stück 4 und Pf., [Käse per Stück 59 Pf., Tauben das Paar 80 Pf., Hühner per Stück M. 1.40, Hahnen per Stück M. 2.,

Enten, per Stück 2.50, Kartoffeln per 100 Kilo M. 7.70.8, Zwiebeln per Centner N. 25, Ochsenfleisch 70 Pf. per Pfon, ctub⸗ und Rindfleisch 56 60 Pf.,

[Hammelfleisch 64- 70 Pf, Schweinefleisch 5860 Pf., Kalbfleisch 4448 Pf. Grünberg, 17

Mai. Auf heutigem Wochenmarkt

kostete der Centner Waizen M. 10.50, Korn M. 8.80. Gerste M 9.37, Hafer M. 7. Erbsen M 11.05, Wicken M. 8., Samen M. 12 20, Kartoffeln M. 3.55

Frankfurt, 19. Mai. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ea, 380 Ochsen, 210 Kübe und Rinder, 220 Kälber und 280 Hämmel. Die Preise

stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 64 66., 2. Qual. [M. 60. 62., Kühe 1. Qual. M. 60. 62. 2. Qual. M. 56.58, Kälber 1. Qua. M. 58.60, 2. Qual. [M. 52.54., Hämmel 1. Qual. M. 60. 62., 2. Qual. M. 50.52. per 100 Pfund Fleischgewicht. Für ber

stellten sich bis zum Schluß die Preise erheblich billiger, als am Anfang., 1. Qual. wurde mit 5354 Pf., ver⸗ kauft, 2. Qual. 4548 Pf., Das Kal bfleisch schlägt morgen 5 Pf.

Frankfurt, 19 Mai. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 38., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 22 Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 22.50,

do. 1.(Berliner Marke) M. 20.5021., do. 2.(Berliner Marke) M. 15.50 16.50, Waizen, eff hiesiger ab Bahnbof hier, M. 22. 22 25., ab unserer Umgegend M. 21.75 22.,

do. fremder je nach Qual. M. 20 50 22.50, Roggen je nach Qual. M. 13.25 15.75 Gerste M. 17.18., Hafer M. 14. 15. Koblsamen M. 28.29., Erbsen M. 19. 27,

Wicken M M. 19.50, Noggenkleie M. 10, Waizenkleie, grobe und feine, M. 8. 9., Rüböl, detail, M. 68 Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.

Geld⸗Couts. Frankfurt am 20. Mai. 1879.

20 Frankenstücke. M. 16 2024 Englische Sovereigns. 20 35 40 Russische Imperiales re Dr 3. 9 54-59 Ducaten al marco 9 9 5762 Dollars in Gold 1 4 2124

Bekanntmachung.

Freitag den 23. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, soll die fangend, sollen im Pohl-⸗Gönser Gemeindewald, Distrikt 9

städtische Begrasung im Stadtschreibereigraben an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg den 20. Mal 1879 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg.

1808 CCC Holz-Versteigerung. 1795 Donnerstag den 29. Mai 1879, Vormittags 10 Uhr,

sollen im Gemeindewald zu Heldenbergen 70 Eichen- Bau⸗ und Werkholz Stämme von 30 bis 56 Centimeter Durch⸗ messer und 5 bis 15 Meter Länge versteigert werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird Zahlungs frist bis 1. September l. J. gestattet. Heldenbergen den 19. Mai 1879. Großherzogliche Bürgermeisterei Heldenbergen. Löhner.

Holz⸗Versteigerung. 1902 Montag den 26. Mat d. J. wird im Gemeinde, wald Ober⸗Rosbach, Distrikt Hohe Burg, nachstehendes Holz öffentlich meistbietend versteigert: 7230 Wellen Eichen⸗Reiserholz(Durchforstung), 990 Kiefern 1 1200 Gebund Ginstern. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr an der hölzernen Brücke hinter dem Salzbetg. Ober⸗ Rosbach am 19. Mai 1879. Großherzogliche Bürgermeisterel Ober-Ros bach. Blecher.

Holz-Versteigerung.

1) Montag den 26. Mai, Vormittags 9 Uhr an⸗

Oberbauwald und Haide, nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden:

4 Eichenstämme, 0,35 Kubikmeter haltend,

ö 10 ö

Nadelstämme, 1,59 1 0 16 Eichenstangen, 0,75 1 93 Nadelstangen, 5,33 5 5 256 Stück Reisstangen, 2,95 1

16 Naummeter Nadel-Knüppelholz, 13 1 Stockholz, 1710 Buchen Reisholzwellen, ö 100 Birken 5 4050 Nadel- 1 1650 Eichen- 5 50 Aspen⸗ 1 Die Zusammenkunft ist an der Haide.

2) Dienstag den 27. Mai, Vormittags 10 Uhr an fangend, im Distrikt Bodenhardt: 9 Raummeter Nadel⸗Knuüppelholz, 8 1 Stockholz, 800 Buchen-Retsholzwellen, 350 Eichen 625 Nadel- 400 Aspen⸗ 7 Die Zusammenkunft ist im genannten Distrikt. Pohl⸗Göns den 19. Mai 1879. Großherzogliche Bürgermeisterei Pohl⸗Göns. Seis.

1788

472 8 Militär- u. halbs. Hand- Glacchandschule, schuhe bei K. Friedrich.

1** or Foy HOPolzversteigerung.

1790 Dienstag den 27. Mai d. J., Vormittags um Uhr, sollen im Rodheimer Gemeindewald, in dem Distrikte Jungenbuchen, folgende Holzsortimente oͤffent⸗

lich meistbietend versteigert werden:

8 Raummeter Buchen⸗Scheitholz,

157 7 Prügelholz, 29 1 Eichen 8 39 5 Nadel- 5 50 5 Buchen⸗Stockholz, 6 1 Eichen 5 1 4 Nadel 3680 Stück Buchen Wellen, 2500 Eichen- 3250 Nadel*

Die Zusammenkunft ist auf der Waldbahn an den drei Eichen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird Zahlungs- frist bis 1 September d. I. gestattet. Rodheim v. d. H. den 19. Mai 1879. Großherzogliche Bürgermeisterei Rodheim v. d. H. J. B. d. B.; Wehrheim, Beigeordneter.

Kapital⸗Gesuch.

1793 Die Gemeinde Niedec-Voͤrlen beabsichtigt Kapital von 34000 Wark aufzunehmen.

ein

Lusttragende wollen sich bei unterzeichneter Stelle melden. a Nieder⸗ Mörlen den 19. Mai 1879

Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder ⸗Moͤrlen. Me b 8.

9

14. 16, Linsen M. 17.36., Bohnen, weiße,