Ausgabe 
18.12.1879
 
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Donnerstag den 18. Dezember.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Areis Friedberg.

Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.

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Deutsches Reich.

Darmstadt, 16. Dec. Militärdienstnach richten. Hauptm. Cleinow vom Feldart.- Reg. Nr. 25 wurde unter Bef. zum Major in das Niederschl. Feldart. Reg. Nr 53 Hauptm. v Oppen vom Niederschl. Feldart. Reg. in das Großherzogl. Feldart. Reg. Nr. 25 versetzt; Sec.⸗Lieut. Gold- mann vom 2. Infanterie-Regiment Nr. 116 von seinem Commando in Cassel entbunden und an dessen Stelle Prem.⸗Lieut. Hanesse vom 4. Großh. Inf.⸗Reg. Nr 118 commandirt.

Berlin, 14. Dec. Der englische Botschafter in Petersburg, Dufferia, welcher auf der Durch reise hier verweilte, ist beute nach Varzin abge- reist, woselbst er einige Tage verweilen wird, um dann seine Reise nach Petersburg fortzusetzen.

DieKreuzzeitung hört, daß kein that⸗ sächliches Moment zur Annahme berechtigte, die Reichsmilitärverwaltung werde ihren nächstjäbrigen Etat erhöhen. Ein Gleiches gelte von der Reichs marineverwaltung, deren Flottengründungeplan auf Jahre hinaus die Stetigkeit ihres Etats verbürge.

15. Dec. Abgeordnttenbaus. Eingegangen ist ein Gesetzentwurf über die Besteuerung der Wanderlager. Das Haus genehmigt den Ent

wurf des Ausführungsgesetzes zur Gebührenord.

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nung für Rechtsanwälte in dritter Berathung und nimmt den Gesetzentwurf, betreffend das Verfahren

in Auseinandersetzungssachen, in zweiter Berath ung nach den Beschlüssen der Commission en bloc an. Der Nachtragsctat pro 1879/80, der Gesetz- entwurf betreffend die Anlage eines zweiten Ge leises auf der Mosel- und Saarbahn wird nach

Die Polemik habe sich gegen die Commisstons vor- lage gerichtet. Die Existenz harter Bestimmungen dürfe nicht unbedingt zu deren Handhabung führen. Zu dem Gedanken einer provinziellen Regelung könne die Regierung heute eine definitive Stellung nicht nehmen. Eher empfehle sich wohl die generelle

egelung und nur für einzelne Punkte die pro een In der Abstimmung wird der Gesetz⸗ entwurf nach dem Antrage Schorlemer's an die Commission zurückverwiesen.

16. Dec. Der Bundesrath nahm heute mit beträchtlicher Majorität die Vorlage wegen der Abänderung der Artikel 13, 24, 69 und 72 der Verfassung an.

15. Dec. Das Herrenhaus genehmigte die Gesetzentwürse über die Verwerthung der Forst nutzungen in den vormals kurhessischen Staats waldungen und über die Bestreitung der Kosten für die Bedürfnisse der Kirchengemeinden in den Landestheilen des linken Rheinusers.

Straßburg, 16. Dec. Der Landesaus⸗ schuß wurde heute im Rathhaussaale von dem Stalthalter Feldmarschall v. Manteuffel eröffnet. Nach der Eröffnung erfolgte die Vereidigung der anwesenden neuen Mitglieder des Landesausschusses. Der Eid lautete: Ich schwöre Gehorsam der Ver fassung und Treue dem Kaiser. Nach Constituirung der Versammlung wurde Schlumberger mit 37 Summen zum Präsidenten gewählt. Von 56 Mit gliedern des Landesausschusses waren 53 anwesend.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 15. Dee. Das Abgeordnetenhaus nahm das provisorische

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Frankreich. Paris. Das JournalTemps meldet: Präsident Grevy wird die im Januar be ginnende Kammersesston durch eine Botschaft er öffnen. Die Umgestaltung des Ministeriums wird schon vorher erfolgen. Waddington, der schon seit längerer Zeit das Präsidium des Ministerraths niederzulegen wünsche, würde das Portefeuille des Auswärtigen behalten. Grevy würde den Ar beitsminister Freyeinet mit dem Präsidium des Conseils betrauen, da dieser die Politik des Frie⸗ dens und des materiellen Wiederaufblühens reprä- sentire und der Gruppe der republikanischen Linken angeböre, welche von Grevy als Kern der parla⸗ mentarischen Majorität angesehen werde. Frepeinet würde mit seinen Collegen ein gemeinsames Pro⸗ gramm für die nächste Session ausarbeiten.

15. Dec. Die Budgetcommission der De putirtenkammer lehnte sämmtliche vom Senat be schlossene Modisicationen des Budgets ab.

Großbritannien. London. Amtlich wird aus Kalkutta vom 13. d. gemeldet: Der Feind versammelte sich gestern in bedeutender Stärke um Beniskah und Indik. Macpherson behauptete seine Stellung oberhalb von Balahissar, konnte aber den Feind nicht von der Anhöhde vertreiben, wo dessen Stellung sehr stark war und von einer großen Streitmacht gehalten wurde. Baker kehrte zurück und griff heute den Feind nahe bei Beniskah an, vertrieb ihn und nahm schließlich die Anhöhe. 15. Dec. Nach einem Telegramm von General Roberts dauern die Kämpfe ununterbrochen fort. Der Feind ist noch immer mit starken Streitkräften im Vormarsch begriffen. Roberte beschloß, die Höhen oberhalb Kabuls zu verlassen und die Truppen im

kurzer Debatte in zweiter Lesung genehmigt. Es Budgetgesetz an und stimmte dem Vertrage mit Cantonnement bei Sleppar zu concentriren. Die solgt hierauf die zweite Berathung des Feld- und Frankreich hinsichtlich des Armenrechtes zu, ebenso Generale Gough(in Gandamak) und Arbuthnot Forst⸗Polizeigesetzes. Ludwig, welcher sich gegen der provisorischen Handelsconvention mit Frank(in Jellalabad) erhielten Befehl, nach Kabul zu

den Entwurf erklärt, beantragt, Paragraph 1 und damit das ganze Gesetz als nicht oppertun abzu⸗ lehnen, weist auf die provinziellen Verschieden⸗ heiten hin, verlangt, daß die Angelegenheit auf dem Wege der Provinzial Gesetzgebung geregelt werde und betont die Mißstimmung, welche die

Durchführung des Gesetzes hervorrufen werde.

teich. Das Gesetz betreffs Ermächtigung zur Verlängerung des Handelsvertrages mit Deutsch⸗ land wurde nach längerer Debatte unter Ablebn ung des Antrages des Abgeordneten Friedrich Süß (nur zweimonatliche Verlängerung) unverändert angenommen.

16. Dec. Die österreichische Delegation

Der Minister der Landwirthschaft erwiedert: Er- wählte v. Schmerling zum Präsidenten und Wolfrum hebliche Gründe gegen die Opportunität des Ge- zum Vicepräfidenten. Der den Delegationen vor⸗ setzes seien nicht vorgebracht. Der Gesetzentwurf gelegte Voranschlag pro 1880 beziffert das Ge⸗ sei bereits mehrere Male berathen und neuerdings sammterforderniß des Kriegsministeriums nur um

eingebracht, um dem gesetzgeberischen Berürsnisse 45,830 fl. höber ale im Jahre 1879. Das Ge⸗

zu genügen. Eine Reihe don Momenten spreche sammterforderniß für 1880 ist um 5 600,000 fl für die einheitliche gesetzgeberische Regelung. Spetiell höher als das pro 1879, weil die Bedeckungsposten auf dem Gebiete der Forstpolizei sei entschieden aus den Zollgefällsüberschüssen um 5,800,000 fl.

Berathung des Feld- und Forst- Polizeigesetzes.

weiter eingehenden Anträge, sowie der Frage der

tine offene Lücke vorhanden. Der vielgenannte Beeren- und Pilze Paragraph sei bei Berathung des Forfldiebstahlgesctzes der späteren Regelung vorbehalten. 16. Dee. Fortsetzung der zweiten

Vor dem Eintritt in die Generaldiecussion, bei 5. 1, wird der Antrag von Schorlemer- Alst an- gekündigt, dahin gehend, den Entwurf an die Commission zurückzuverweisen behufs Prüfung der

provinziellen Regelung dieser Materie. Minister kucius bedauert, daß die neu hervorgetretenen Gesichtes punkte nicht schon bei der ersten Lesung tufg estellt worden seien und einen Anhalt für die Commisston gegeben hätten. Die Regierung ver- solge keinen andern Zweck als das Ziel: Schutz für die Waldeigentbümer einerseits und Vermeld⸗ ung von Härten andererseits. Die Regierungs- orlage habe auch Härten möglichst vermieden.

geringer veranschlagt erscheinen als 1879. Als außerordentliches Heereserforderniß für die occu pirten Provinzen werden 8 Millionen beansprucht gegen 30 Millionen im Jahre 1879.

Es bestätigt sich, daß der von Rußland beantragte gemeinsame Schritt der Mächte bei der Pforte in der Angelegenheit der Uebergabe von Gusinje an Montenegro seitens des österreichischen

Cabinets abgelehnt wurde. Der Wehrausschuß Fragen. des Abgeordnetenhauses nahm mit 14 gegen 7 Stimmen den Antrag an, den Beschlüssen des

Herrenhauses bezüglich des Wehrgesetzes beizutreten, nachdem vorher die Anträge der Liberalen auf dreijährige bezw. einjährige Dauer der Verlänger⸗ ung des Wehrgesetzes abgelehnt worden waren. Schweiz. Bern, 15. Dee. Der Stände rath ging heute ebenfalls über den Recurs von

marschiren. Die Verbindungen sind nicht unter brochen, doch herrscht Besorgniß, die Agitation werde unter den Stämmen weiter um sich greifen. Die Regierung hat hinreichende Streitkräfte zur Verfügung, um allen Eventualitäten entgegenzu⸗ treten zu können.

15. Dec.Daily Telegraph meldet aus Bombay: ein Regiment sei beordert, unverzüglich nach Birmah abzugehen.

Die Journale sehen die Lage in Afghanistan als eine kritische an, glauben indessen, daß bislang kein Grund zu ernsten Besorgnissen vorhanden sei.

Spanien. Madrid, 15. Dec. Die meisten über die innere Lage von hier aus verbreiteten Nachrichten sind übertrieben oder unrichtig. Nur sechs Generale haben ihre Entlassung erbeten, woraus eine Besorgniß für die Erhaltung der Armeedisciplin um so weniger berzuleiten ist, als keiner dieser Generale ein wirkliches Truppen- Commando hatte, alle vielmehr in Verwaltungs- posten beschästigt waren. Canovas del Castillo und Martinez Campos hatten gestern eine lange Unterredung und einigten sich üder alle wichtigen Bezüglich der Enthaltung der Minorität des Congresses von der Theilnahme an den Sitz- ungen sprach sich Martinez Campos durchaus miß⸗ billigend aus.

Rußland. Petersburg. Im General- Gouvernement Charkow hat der General-Gouver neur Loris Melikoff jeglicher Privatperson die Bereitung und Aufbewahrung sowie den Verkauf aller Explosionsstoffe verboten bei einer Gefängniß⸗ strafe von einem bis vier Monat eventuell Abur

Gehlsen mit großer Majorität zur einfachen Tages- ordnung über.

theilung vor dem Militärgericht.

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