sei bereit, seiner Zeit Entsprechendes einzuleiten. — die gemeinsame Zollconferenz hat ihre Auf- gabe der Vorberathungen bezüglich des Verhaltens der österreichisch ungarischen Vertreter bei den in Berlin einzuleitenden Verhandlungen erledigt. Die Bertreter Oesterreich- Ungarns reisen mit allen Vollmachten ausgerüstet nach Berlin.
Frankreich. Paris, 13. Nov. Das sranzösische Geschwader ist nach einem bis Nauplia gemachten Ausfluge in den Piräus zurückgekehrt und hat die Abfahrt nach Volo und Salonichi bis auf Weiteres verschoben.
— Der Minister des Innern legte dem Staats- rathe Gesetzentwürfe vor über Bestätigung der bürgerlichen Persönlichkeit der Diöcesen und Be— schränkung ihrer Befugnisse bezüglich des kirchlichen Einkommens der kirchlichen Etablissements, haupt sächlich auf die Anlage von Schulen und Wohl- thätigkeits- Anstalten; ferner über die inneren Berhältnisse der Bekenner der Augs burgischen Confession, welche durch neuere gesetzliche Be— stimmungen reorganisirt waren; endlich einen Ge⸗ setzentwurf, wonach die Rechnungslegung über Kircheneinkünfte den Präfecturräthen unterstellt werden soll.
— Das Amtsblatt veröffentlicht ein Decret, durch welches das Verbot der Kartoffel⸗Einsuhr aus Deutschland aufgehoben wird; für Kartoffel, Kraut, Blätter und Stengel bleibt das Verbot bestehen.
— 15. Nov. Gestern arretirte die Polizei ein Individuum, das in die Villa der Kaiserin von Rußland in Cannes eindringen wollte. Auf die Polizeiwache geführt, wurde das Individuum daselbst als ein gewisser Meyer, 25 Jahre alt, aus Petersburg gebürtig, recognoscirt. Ein Porträt und Briefe in russischer Sprache mit der Adresse der Kaiserin und mehrerer hoch- gestellten russischen Persönlichkeiten wurden bei dem
gute Beziehungen mit allen Mächten zu erhalten
und diesen insgesammt Achtung zu erweisen, obne Rücksicht auf ihre Bedeutung Spaniens Interessen im Anslande zu pflegen, die Kräfte des Landes zu sammeln bis zu seiner vollen Reconstituirung und jede Politik der Abenteurer zu fliehen. Italien. Rom. Die Gesundheit des Minister-Präsidenten Cairoli hat sich gebessert. Derselbe präsidirte bereits wieder im Ministerrathe. — Die Nachrichten auswärtiger Vlätter über Veränderungen im Ministerium werden von unter richteter Seite für vollkommen unbegründet er⸗ klärt.— Die„Riforma“ meldet, daß mittelst einer Declaration vom 11. Nov. der Handels ⸗ vertrag zwischen Italien und England bis zum
31: December 1880 verlängert worden ist. Türkei. Constantinopel, 14. Nov. Die Pforte bat um Aufklärung wegen der neuerlichen Abfahrtsordre für die britische Flotte gebeten. Bei der jüngsten Besprechung des Sultans mit Layard erklärte der Sultan, die Pforte habe ihm die so⸗ fortige Einführung von Reformen vorgeschlagen; sein Ansehen würde aber schwer erschüttert, wenn es den Anschein gewinne, als ob er unter dem Drucke Englands handele. f Serbien. Belgrad, 14. Nov. In der Skupschtina erklärte Ristic die Nachricht von einem angeblichen Schutz- und Trutz Bündniß zwischen Serbien, Bulgarien und Montenegro für gänzlich erfunden; es hätten weder Verhandlungen noch Vereinbarungen stattgefunden. ö Rußland. Petersburg. Da die Kaiserin Cannes möglichst bald verlassen will, hat der Zar die Reise dahin aufgegeben, kommt also nicht nach Berlin. — Der lang besprochene Rücktritt des Fürsten
Gorischakoff ist endlich zur Thatsache geworden;
er steht im Begriff, von seinem Posten als Kanzler
Arrestanten vorgefunden, der im Arresthause in Gresse consignirt wurde.
Großbritannien. London, 14. Nov. Gestern fand ein Cabinetsrath statt, Stunden dauerte. Sämmtliche Minister waren zugegen, außer Lord Sandon, welcher sich bei der Königin befindet. Nach dem Cabinetsrath hatte Mussurus Pascha eine Unterredung mit Lord Salisbury.
— Die„Times“ schreibt über die bevorstehende Entsendung der britischen Flotte in die türkischen Gewässer: Die Absi bt der Regierung werde die Sympathie des Landes finden. Es sei nicht un; möglich, daß gewisse türkische Staatsmänner die Allianz mit Rußland der Ausführung von Re⸗ formen vorziehen würden. Rußland dürfte sich jetzt zu solchen Intriguen nicht hergeben; aber wenn dies doch der Fall sein sollte, so müßte
England zu allererst sich von allen Verpflichtungen haltskosten für die türkischen Kriegsgefangenen iheil⸗] Heu kostete je
gegen die Türkei loesagen.
— 15. Nov. Die Nachricht, daß Admiral Hornby angewiesen sei, in vier Tagen ostwärts zu segeln, ist der„Times“ zufolge unbegründet. Ebensowenig habe der Botschafter Layard jemals die ausschließliche Anstellung von Engländern in Klein ⸗Asien gefordert.
— 15. Nov. General Roberts erließ in Kabul eine Proclamation, wodurch Allen, welche den Engländern bei dem Marsch auf Kabul Wider stand leisteten, Amnestie zugesichert wied, wenn sie ihre Waffen ausliefern; keiner Amnestie werden die an dem Angriffe auf das englische Gesandt⸗ schastsgebäude in Kabul Betheiligten theilhaftig; dieselben sollen als Rebellen behandelt werden. Die Nachricht von der Ermordung der eng- lischen Gesandtschaft zu Kabul traf am 13. Sept. in Herat ein und wurde damals von der dortigen Bevö kerung freudig begrüßt. Letztere ist noch heute entschlossen, Herat bis auf den letzten Mann zu vertheidigen. Abu Khan, Gouverneur von Herat, der den Engländern durchaus feindlich ge⸗ sinnt ist, verfügt über 9300 Mann Infanterie.
Spanien. Madrid, 13. Nov. In der heutigen Kammersitzung erwiederte der Minister
der auswärtigen Angelegenheiten auf die gestern von Carvajal gestellte Anfrage, die Vermählung des Königs habe überhaupt keine politische Be- Spaniens äußere Politik bestehe darin, einigte sich die Majorität der Versammlung hinsichtlich
deutung.
des russischen Reiches zurückzutreten. Das aus ·
wärtige Amt wird von de Giers geleitet werden,
bis der Nachfolger des Fürsten ernannt ist. welcher zwei
— Die Nachricht verschiedener Blätter, daß die englische Regierung ihren Botschafter in Peters burg beauftragt habe, dem kaiserlichen Cabinet einen Entwurf für einen Modus vivendi in Be · treff Afghanistans vorzulegen, ist der„Agence 1 55 zufolge unbegründet. Lord Dufferin sei zur Zeit gar nicht in Petersburg anwesend.
D die„Agence Russe“ bezeichnet die Zeit ungsmeldung, daß der türkische Kriegs minister Osman Pascha sich nach Livadia begeben habe, um über einen Allianzvertrag zu unterhandeln, als unbegründet und bemerkt weiter, es liege offenbar eine Verwechselung mit dem Brigadegeneral Osman vor, weicher sich nach Petersburg begebe, um an Commissionsberathungen wegen Regelung der Unter⸗
zunehmen.
3 15. Nov. Aus Tschikislar wird gemeldet: General Tergukassoff befindet sich hier. General Gartschin ist erkrankt und begibt sich nach Tiflis. Unter den Truppen ist der Skorbut ausgebrochen. Kirgisenkibitken sowie ein Theil des Winterpro- viantes sind eingetroffen.
Aus Stadt und Land.
[Butzbach, 13. Nov. Heute wurde Bäckermeister Christopy Heil auf die Dauer von 9 Jahren zum Beige geordneten der Stadt Butzbach gewävlt.
W. Hungen. Am 11. ds. Mis. trat dahier, wie bereits gemeldet, zum ersten Male das Comiz6 für Er⸗ vauung einer Sckundärbahn von der„Mücke“ nach Fried ⸗ berg, resp. Nieder⸗Wöllstadt zusammen. Den ersten Gegen⸗ land der Verhandlungen bilbeie die Beratbung, der an die Regierung, sowie die beiden Kammern zu richtenden Eingaben, die im Entwurse vorlagen. Nach eingehender Besprechung wurden die Entwürfe angenommen und der Vorsitzende des Comiisé's, Graf zu Solms-Laubach, beauf⸗ tragt, die Eingaben an die beireffenden Adressen abgehen zu lassen. Dieselben gipfeln in dem Ersuchen an die Regierung:„dem Antrage von Rabenau's Folge geben
„und danach möglich bald einen Gesetzentwurf wegen;
„Erbauung und Subventionirung von Sekundärbahnen „im Großherzogthum den beiden Kammern vorlegen zu „wollen“ und gleichzeitig in demjenigen an beide Kammern nicht nur genanntem Anirage Folge geben, sondern auch - peclell die Regierung um alsbaldige Ausarbeitung und „Votclage eines bezüglichen Gefetzentwurfes ersuchen zu „wollen.“ Bevor dann weiter in die Besprechung wegen Aufbringung der erforderlichen Mittel eingetreten wurde,
Hierauf drückte ihr Mann,
der vorzuschlagenden Bahnri von der Slatlon„Mücke“ ausgehend— unter mz iichst fändiger Benutzung der Staats und besseren Bieinal⸗ Straßen die Orte Flensungen, Stock aufen, Freienseen, Laubach, Rupperis burg mit Friedrichsbütte, Villingen, Hungen, Inheiden, Ulpbe, Berstadt, Echzell⸗Gettenau, Bingenbeim, Reichelsbeim, Dorn⸗Assenbeim, Ossenbeim, Fauerbach berühren und in Friedberg in die Main⸗Weser⸗ Bahn einmünden solle, letzteres jedoch unter der Voraus⸗ setzung, daß eine solche Einmündung nicht zu schwierig und kofspielig sich geßalte. Die Minorität der Bersamm⸗ lung prach sich im Interesse der größeren Verkehrs dabin
aus, daß man von Reichelsheim nach Assenheim und von
da nach Nieder⸗Wöllflad! bauen solle da von Asseuheim, als Station der Friedberg-Hanauer⸗Bahn, Friedberg leicht zu erreichen sei, wäbrend für den von weiter ber kommen den, nach Frankfurt sich richtenden Verkehr eine Berührung von Friedberg unnzibig und auch nicht dienlich sei. Hier⸗ auf wurde weiter deschsossen, daß zur Aufbringung der zu den Vorarbeiten nöibigen Summen, nachdem der Betrag derselben festgestell! sei, die direct und indirect betbeiligten Gemeinden aufgefordert werden sollen. Schließlich gab die Versammlung ibrem Bedauern über die erfolgte Ab⸗ lehnung des Verkaufs des hessischen Anteils an der Main⸗ Weserbahn Ausdruck, weil dieselbe der Meinung war, daß mit der Verkaufssumme dem Lande die Mittel gebosen ge⸗ wesen wären, die Ausführung des namentlich für Over⸗ dessen notwendigen Sekundätbahn⸗Netzes zu unterstützen, wobei man von der Ansicht ausging, daß die dem Ober⸗ hessischen Verkebrsbedürfniß wegen ihrer falschen Richiung
wenig enisprechenden beiden Oberhessischen Bahnen nur
durch Einfügung eines zweckmäßigen Sekundärb ron Netzes, und mit diesem verbunden, nutzbarer gemacht werden könnten. Man faßte dabei die Erbauung einer Sekundär⸗ bahn von Alsfeld nach Hersfeld, einer solchen von Schlitz nach Salzichtirf, ferner einer solchen von Gedern nach Stockheim, von Schotten über Nidda nach Stock eim unter Milvemitzung der Oderhefs. Bahn und dann von S ock · heim über Altenstad! nach Assenheim in's Auge.
Allerlei.
München. In der Nähe von Bernreuth wurde vor einigen Tagen eine Jagd abgehallen, nach welcher sich die Herren Schützen mii dem sogenannien Mützenschießen be⸗ ustigten. Die Frau des Lebrers rief nun, als so viele Schüsse umsonst fi len:„Jor trefft nicht einmal mich!“ in der Meinung, sein Gewehr sei schon abgeschossen, auf die Richsung einer Frau ab und das Unglück war gescheben; die Beklagenswerihe siützte schwer gelroffen zu Boden.
Madrid, 15. Nov. Nach hier eingegangenen Nach⸗ richten haben auf den canarischen Inseln bedeulende Ueber⸗ schwemmungen flatigesunden, wodurch sehr be nächtlicher Schaden verursacht ist.
Handel und Verkehr.
Frledberg, 15. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1, Eier per Stück 8 Pf.
Gießen, 15. Nov. Wochenmarkt. Butter per Pfund M. 0.95— 1.5, Eier per Stück 7 8 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben das Paar 65—80 Pf. Hübner per Stück 65 85 Pf., Hahnen per Stuck 65— 90 Pf., Enten per Stück M. 1 50, Gänse ver Pfund 40 52 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.40— 6.60, Weißkraut, 100 Stück M. 4.—6. Zwiebeln per Centner M. 8. Ochsengeisch 70 Pi. per Pfund, Kut und Ninvsteisch 50 56 Pf., Kalrfleisch 50 54 Pf., Hammelfleisch 50 bis 66 Pf., Schweinefleisch 60 Pf., Truthahnen per Stück M. 5.—6.
Frankfurt, 15 Nov. Heu⸗ und Strohmarkt. nach Qual. M. 2.50— 3.40, Strob M. 2.30— 2.80. Eier das Hundert M. 6.40 8.20, Butter im Großen 1. Qual. 90 Pf., 2. Qual. 80 Pf., im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.10. Ganze Erbsen M 2832, geschälte Erbsen M. 30—36, Bohnen M 24—28 Linsen M. 34—50. Ochsenfleisch da Pfund 6570 Pi, Kubfl isch 60 Pf., Nindfleisch 50 Pf, Kalbe fleisch 48—55 Pf., Hammelfleisch und Schaffleisch 45 bis 65 Pf., Schweinefleisch 65— 70 Pf Rosenkartoff In 100 Kilo 8— 9 M., Kartoffeln 6— 8 M., Weißkraut 100 Stück 6 10 M., Gerauet Kraut 10—12 M., Blumen- kohl das Stück 20—70 Pf, Wirsing 6—12 Pf., Rotp⸗ kraut 10— 20 Pf. Schwazwurzel das Pfund 25 Pf., Gelbe Rüben das Bund 10 13 Pf. Zwiebeln 50 Kilo M. 6 50—7. Ein Hahn 70—1.30 M., ein Huhn M. 1. bis 1 60, eine Ente M. 1.50—2 40 eine Gans M. 5—8, eine Taube 40—50 Pf., Feldhuhn das Stück M. 1 50 bis 90 ein Hase M. 3— 3 50, Kapaunen M. 23.50, Welsche M. 5—9, Reh das Pfund 60 70 Pf.
Mainz, 14. Nov. Marktpreise. Kartoffeln 100 Kilo M. 7.— 7.50, Stroh 50 Kiio M. 1.80 2 Heu 50 Kilo M. 2.60—2 80 ½ Hundert Eler M. 1.40—1.60, Butter 1 Pfund 80— 90 Pf, Butter in Parthien 1 Pfund 70— 75 Pf. Ein Huhn M. 1.40 1 50, ein Hahn M. 1.20— 1.50, eine Ente M. 1.80— 2. eine Gans M. 5—6., ein Hase M. 3.40—3.70, Weißkraut 1 Stück 56 Pf., Rothkraut 15 20 Pf., Wirsing 3— 4 Pf., Blumenkohl 20—30 Pf., Meerretiig 1 Stück 12— 18 Pf., Handkäse 1 Stuck 6—8 Pf., Zwiebeln 2 Kilo 1820 Pf. — Viehmarkt. Ochsen 1. Qual. M 68, 2 Qual. M. 60. Kühe 1. Qual. M. 56. 2. Quil M 46— 50. Alles per 50 Kilo. Kälber wurden bezahlt mit 5660 Pf. per ½ͤ Kilo und Schweine mit 4758 Pf., per 1 Kilo lebend Gewicht.
Marburg, 15. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.— 1.10. Eier per Stück 7—8 Pf., Käse per Stück 8—10 Pf. Zwiebeln per Pfd. 8 Pf. Tauben
chtung dahin, daß dieselbe
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