Ausgabe 
18.3.1879
 
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die Hüftanschwellung zeigt nichts Ungewöhnliches; der Schlaf war mitunter unterbrochen, im Ganzen jedoch genügend. Auf der gestrigen Soiree er · schien der Kaiser nicht. Heute Mittag 1 Uhr ertheilte der Kaiser dem preußischen Gesandten

in Darmstadt, Fürsten Lynar, Audienz. 15. März. Der Kaiser hat den gestrigen Tag in gewohnter Thätigkeit hingebracht und die

Nacht recht gut geschlafen. Der Husten hat gänzlich, die Schmerzen an der rechten Seite haben beinahe ganz aufgebört; die Anschwellung der Hüfte zeigt keine wesentliche Veränderung.

13. März. Reichstag.(Schluß.) Beim Etat des Reichseisenbahnamts erörtert Richter (Hagen) das Project der einheitlichen Regelung der Eisenbahntarife; er stehe demselben nicht principiell entgegen, aber es komme auf den In⸗ halt an: solle das Project die Verwirklichung des Reichseisenbahn-Projectes anbahnen, so würde er dasselbe ganz entschieden verwerfen. Commissär Körte hält die Ausführungen Richter's für durch- aus verfrüht, da es sich um eine Vorlage handele, welche noch nicht in die Oeffentlichkeit gelangt, auch nicht dafür bestimmt sei. Der Reichskanzler habe allerdings beim Bundesrath beantragt, daß ein Gesetzentwurf wegen Regelung des Güter- tarifwesens ausgearbeitet werde, der Antrag habe indeß der Beschlußfassung noch nicht unterlegen. Mirbach spricht gegen Richter's Ausführungen, speciell gegen Differentialtarife. Günther(Sachsen) schließt sich den Darlegungen des Vorredners an. v. Kardorff wendet sich gleichfalls gegen Richter. Der Etat des Reiche-Eisenbahnamts wird sodann genehmigt. Bei dem Etat des Reichskanzleramts für Elsaß Lothringen führt Winterer Klage über die Zunahme der Verbrechen der Unstttlichkeit und Trunksucht in Elsaß Lothringen, wofür er die Polizei mit verantwortlich machen will. Unter- staatssecretär Herzog wies die Grundlosigkeit des erhobenen Vorwurfs nach. Der Etat wurde ge nehmigt, ebenso ohne Debatte der Etat des Rech- nungshofes und nach kurzer Debatte auch der

lassen.

einen Gesetzentwurf gegen den Wucher ein, welcher am 1. Oct. 1879 in Kraft treten soll.

Ausland.

Oesterreich⸗UUngarn. Wien, 14. März. DieN. Fr. Pr. meldet: Der Wiener Bank- verein beabsichtigt nur eine Dividende von 5 pCt. zu vertheilen und einen Theil des Gewinnes zur Consolidirung zurückzubehalten. Morgen treffen die deutschen Aussichtsräthe bier ein, um die Dividende endgültig zu bestimmen.

Pest, 14. März. Die ungarische Delegation nahm heute die Ausschuß-Anträge, betreffend den Nachtrags-Credit für das Ministerium des Aus:

und 1879 nebst den beantragten Reselutionen an.

16. März. Der Kaiser begibt sich heute über Temesvar nach Szegedin; in Temes var wird ein Aufenthalt von zwei Stunden gemacht, um das Lager der Flüchtlinge zu besuchen. Alsdann

erfolgt die Weiterfahrt nach Szegedin. Am Dienstag kehrt der Kaiser nach Pest zurück. Frankreich. Paris. Das Aatsblatt

meldet: Nach einem am 12. März in Sidnetz aufgegebenen Telegramm des Gouverneurs von Neu Caledonien ist das Land in vollständigem Friedenszustand, nachdem die letzten aufständischen Tribus sich unterworfen haben.

Der von dem Unterrichtsminister Ferry ausgearbeitete Gesetzentwurf über den höheren Unterricht ist heute in der Kammer eingebracht worden. Durch denselben werden die Bestimm ungen des Gesetzes von 1875, welche die gemischte Juiy zur Folge hatten, aufgehoben. Künftighin müssen die Eleven der freien Unterrichts Austalten ihre Prüfungen vor Staats Facultäten einschreiben Die freien Unterrichts- Anstalten können keine Universitäts- oder Facultäts⸗Titel mehr an⸗ nehmen. Kein Mitglied einer religiösen, nicht an- erkannten Gesellschaft kann in Frankreich Unter- richt ertheilen.

Versailles, 13. März. Deputirtenkammer. Lenglé(Bonapartist) beantragt die Ernennung

Etat des allgemeinen Pensionsfonds. 15.* Commission zur Untersuchung über die Vor- ö

Die internationale Convention bezüglich der Ab-

gänge, welche den Markt der Staatspapiere in

wehrmaßregeln gegen die Pest wird in dritter[der Zeit vom 22. bis 27. Februar beeinflußten,

Berathung ohne Debatte genehmigt. rathung des Gesetzes über den Schutz der Vögel befürwortet Fürst Hohenlohe-Langenburg zweite Lesung im Plenum, welche das Haus beschließt. Bei den Positionen Zölle und Verbrauchssteuern erörtert Richter(Hagen) das gegenwärtige Zoll- system, welches mehr schutzzöllnerisch sei als frei⸗ händlerisch. Redner untersucht die Ursachen des Darniederliegens der Industrie, verweist auf die Gründungen, die Ueberproduction, die Wirkungen der Bessemer Stahlfabrikation und meint, ohne das bestehende schutzzöllnerische System würde die Calamität weniger intensiv sich gestaltet haben. Die Nothlage der Eisenindustrie hänge nicht mit der Aufhebung der Eisenzölle zusammen. Die Anschauung der industriellen Kreise über das Programm des Reichskanzlers habe sich schon sehr geändert. Das ganze Programm würde aussichts⸗

Bei Be- und verlangt die Dringlichkeit für diesen Antrag,

welche jedoch mit 322 gegen 134 Stimmen ab- gelehnt wird. Baudry(Legitimist) beantragt die Vorfrage bezüglich Brisson's Bericht über die Versetzung der Mai-Minister in Anklagestand. Dieser Antrag wird verworfen. Nach längerer Debatte wird sodann die Versetzung der Mai Minister in Aaklagestand mit 338 gegen 167 Stimmen abgelehnt; die Rechte stimmt nebst dem linken Centrum und der gemäßigten Linken mit der Majorität. Rameau(Linke) beantragt eine motivirte Tagesordnung, welche einen scharfen Tadel gegen die Mal-Minister ausspricht. Clémenceau beantragt einfache Tagesordnung, diese wird mit 225 gegen 187 Stimmen verworfen. Die mo⸗ tivirte Tagesordnung Rameau mit 240 gegen 154 Stimmen angenommen.

14. März. Das JournalLe Francais

los sein, wenn man nicht die Landwirthe dafür interessirt hätte.

meldet, daß die Minister vom 16. Mai und

Redner kommt schließlich auf 23. November durch eine zu veröffenslichende Note

die Briefe des Reichskanzlers an Landwirthe zu gegen den Brandmarkungsbeschluß der Kammer zu sprechen und meint, dieselben seien ein schlimmerer protestiren beabsichtigen. General Berthaut, Kriegs Appell an den Egoismus, als die Arbeiterbriefe minister in dem Cabinet vom 16. Mai 1878,

Lassalle's. von Kardorff behauplet Richter, das Programm des Reichskanzlers ge⸗ winne nicht nur in industciellen Kreisen, sondern

gegenüber seither Comm andeur des 18. Armeecorps, hat in

letzterer Eigenschaft seine Entlassung gegeben. Der Senat nahm den Gesetzentwuef an, wodurch

im ganzen Lande fortwährend neue Anhänger. die Eingangszölle für gewisse ausländische Artikel

Er würde der Vertheuerung von Nahrungsmitteln nicht zustimmen, wenn man nicht dem Volke ein Aequivalent durch die Erweiterung des Arbeits- marktes böte. Sonnemann führt aus, daß die Lage der Webereien und Spinnereien in Frank reich trotz der Schutzzölle keine günstige sei. Sonnemann bekämpft die schutzzöllnerischen Be strebungen und betont, daß die Schutzzölle eine Vermehrung des Papiergeldes und Repressalien des Auslandes nach sich ziehen würden. Richter (Meißen) erklärt sich gegen Getreidezölle und für Aufhebung der Differentialtarife, von Unruh gegen Schutzzölle. Die conservativen Reichstagsabge⸗ ordneten(von Kleist⸗Retzow u. Gen.) brachten

festgesetzt werden.

Großbritannien. London, 13. März. Unterhaus. Unter⸗Staats⸗Secretär Bourke macht folgende Mittheilung: Verschiedene englische Firmen in Manchester und Liverpool verschifften vorige Woche in Cardiff an Bord des französischen DampfersArgus 850 Gewehre und 5000 Pfd. Schießpulver nach Mozambique. Die portugiesische Regierung ist durch die englische hiervon benach richtigt, auch sind Maßregeln getroffen, um zu verhindern, daß die Ladung in die Hände der Zulus falle.

der britische Botschafter in Rom, Paget, informirte das italienische Cabinet vertraulich über

wärtigen und den Occupations-Credit pro 1878

die Instructionen, welche der neue britische Bot- C 1 schafter in Petersburg, Dufferin, von seiner Re⸗ gierung mit Rücksicht auf die letzten diplomatischen

Kundgebungen Rußlands erhielt. Danach wäre derselbe beauftragt, bezüglich der russischerseits her⸗ vorgehobenen Bedenken die Nothwendigkeit strenger Aufrechterhaltung aller Bestimmungen des Berliner Vertrages zu betonen. England sei überzeugt, daß die Schwierigkeiten betreffs Ostrumeliens theils vermöge Energie, theils vermöge Klugheit und Mäßigung von Seiten der türkischen Regier⸗ ung zu überwinden sein werden. Dufferin sei beauftragt, entschieden zu erklären, daß die Be⸗ stimmungen des Friedens von San Stefano unter keinenlei Vorwand, auch nicht unter dem, die Wünsche eines Volksstammes zu befriedigen, wie- deraufleben dürften.

Morning Post zufolge kehrt der Bot⸗ schafter Layard am 1. Mai auf seinen Posten nach Constantinopel zurück.Daily News melden aus Rangoon vom 14. d. Es verlautet als wahrscheinlich, daß ein Ultimatum an den König von Birma gesandt worden. An der Grenze

werden Truppen concentrirt.

Türkei. Constantinopel, 14. März. Die Abfahrt der britischen Flotte ist bis zur nächsten Woche verschoben. Der Sultan lud den Admiral Hornby und die andern höberen britischen Flottenofsiziere zum Galadiner ein.

Griechenland. Athen, 15. März. Der Minister Delyannis hat ebenfalls neue Instructionen an die griechischen Grenzregulirungs Commissarien gesandt. Der Abbruch der Verhandlungen dürfte unmittebar bevorstehen.

Rußland. Petersburg. Sämmtliche russischen Truppen, welche noch in Rumänien can⸗ toniren, erhielten Befehl, in den allernächsten Tagen nach Rußland abzumarschiren.

Aus Stadt und Land.

Gernsheim, 14. März. Gestern Morgen fand ein bei Erfelden stalionicter Bahnwärter in der Näbe des Bahndammes ein Säckchen, in welchem sich die Leichen zweier neugeborenen Kinder vorfanden. Das eine Kind scheint lodt zur Welt gekommen zu sein, während sich bei dem anderen Spuren einer gewaltsamen Tödtung zeigen. Der Verdacht der Thälerschaft ruht auf einer etwa 50 Jahre alten Frau aus Crumstadt, deren Mann bereits seit längerer Zeit abwesend ist.

Alzey, 13. März. Heute Morgen entgleiste in der Stauon Armsheim der erste Personenzug, welcher von Mainz via Alzey fährt. Die Maschine, Packwagen, sowie zwei Personenwagen sperrten die Geleise, weßhalb die nachfolgenden Personenzüge größere Verspärung erlitten. Glücklicherweise sind die Passagiere mit dem bloßen Schrecken davongekommen.

Allerlei.

Bornheim, 14. März. Ein Bursche, welcher häufig an spileptischen Anfällen leidet, kam gestern in eine hiesige Wohnung, wo er häufig verkehrte, während der Abwesen⸗ heit des Maunes. Daselbst ergriff er ein auf dem Tische liegendes offenes Taschenmesser und eilte der Frau, welche eben im Begriffe war, in der Küche etwas herzurich ten, nach, riß sie zu Boden, und brachte ihr sechs Stiche in den Kopf und zwei in die Hände bei. Auf den schreck⸗ lichen Hülferuf der Frau ließ er, als Leute nahten, von seinem Opfer ab. Er wurde verhastet.

Wiesbaden, 12. März. In der vergangenen Nacht haben sich hier ein in der Stiflstraße Nr. 15 wobnender pensionirter Offizier und dessen Ebefrau durch Gift das Leben genommen. Zerrüttete Vermögensverhältnisse haben zu diesem traurigen Ende geführt.

Würzburg, 14. März. Unteroffizier Pude, ange⸗ klagt des militärischen Vergehens des Amtsmißbrauchs durch Körperverletzung mit folgendem Tode des Studiosus Sicken, ist heute vom Militärbezirksgerichte freigesprochen worden.

Teplitz 14. März. Die gegenwärtig in dem Quellen⸗ schacht zuströmenden Thermalwasser sind hinreichend, alle Badeanstalten mit Thermalwasser zu versehen. Das Wasserquantum ist um ein Driitbeil größer als die Wasser⸗ menge sämmtlicher vorber versiegter Thermalquellen zu⸗ sammen. Das Wasser fließt keistallgell.

Szegedin, 13. März. Von bier wird von zu⸗ nehmendem Elend gemeldet. Da die Rettungsschiffe viel⸗ fach auf Trümmer stoßen, so wird die Rettung oft un⸗ möglich gemacht. Die Fluth ist noch fortwährend im Steigen; die gegenwärtig noch 600 Quadratmeter be⸗ tragende wassersteie Fläche wird immer kleiner. In Folge Umkippens eines Reitungsboles sind 7 Frauen ertrunken. Bei Eintritt der Katastrophe ertranken 15 Honvede und 20 Soldaten. Die Staatsbahn beförderte gestern unent⸗ geltlich 10,000 Menschen. Es wüthet ein heftiger Sturm. Die Uederschwemmungefluth ist 12 Fuß höher als das Nivean der Theiß. 14. März. Der furchtbare Sturm

wüthet heute immer noch und macht die Rettung fast unmöglich. Die directe telegraphische Verbindung mit Pest

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