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— Utussoff batte vor seiner Abreise von hier einen Ideenaustausch mit Cardinal Nina. Die Nachricht, Buteneff werde Rußland beim Vatikan vertreten, wird anderseitig dementirt. Es hängt Alles von der Aufnahme der letzten Vorschläge des Vatikans in Petersburg ab.— Von den drei zu den Grenzbestimmungs⸗ Arbeiten zwischen Ru: mänien, Bulgarien und Serbien entsendeten italie. nischen Ossizieren Tomagbie, Orero und Gola sind die beiden Ersten, nachdem die Arbeiten für den Winter suspendirt wurden, in Rom eingetroffen. Von dem Oberstlieutenant Gola aber hat man, seitdem er anfangs December Bukarest passirte, keine Nachricht mehr. Der Minister des Arußern hat die eifrigsten Nachsorschungen angtordnet, welche bis jetzt aber ohne jeden Ersolg geblieben sind.—„Fanfulla“ erfäbrt positiv, daß von Ber lin aus die Anregung zu einem Fürsten ⸗Congreß wegen gemeinschaftlichen Vorgebens gegen die Umsturz-Parteien erfolgt sei.— Nach der„Unita Cattolica“ sollen die päpstlichen Deputirten darauf binwirken, daß das italienische Parlament durch Abstimmung die Stadt Rom dem Papst zurückgebe. Dies fei die Friedensbedingung zwischen dem Papst und dem italienischen Königthum.
Türkei. Constantinopel, 7. Januar. Heute findet in Zogai bei Scutari in Folge Auf trags der Pforte eine Conferenz zwischen Hussein Pascha und den montenegrinischen Delegirten behufs übergabe von Podgorizja, Spuz und Zabljak an Montenegro und Räumung der von den Montenegrinern otcupirten albanesischen Küste statt.
— 7. Jan. Die Verhandlungen über den definitiven Friedensvertrag nehmen fortdauernd günstigen Verlauf und wird deren Abschluß nächste Woche erhofft. Die Pforte machte keine Gegen- vorschläge.
Serbien. Belgrad, 7. Jan. Es heißt, daß Rußland auf die bisher in Serbien gelten: den Capitulationen verzichte.— Der Finanzminister beantragte bei der Skupschtina, daß Handel- und Gewerbetreibende ohne Unterschied besteuert würden. — Der Kriegsminister hat in Folge der Weigerung der Skupschtina, das Budget seines Ministeriums vollständig zu votiren, seine Entlassung gegeben.
Rumänien. Bukarest. Ein Consortium einheimischer Capitalisten bewirbt sich um die Pachtung des Tabaksmonopols und stellt bierbei vortheilhastere Bedingungen für die Staatscasse, als diefenigen der bisherigen Regle⸗Gesellschaft.
Griechenland Athen. Die Einwohner von Janina und des gleichnamigen Districts petitionirten bei dem König von Griechenland und bei Waddington um Vereinigung mit Griechenland.
Rußland. Petersburg. Die„Agence russe“ hält die Nachricht, nach welcher der Emir von Afghanistan, welcher die Verwaltung des Landes seinem Sehne übertragen, russischen Boden betreten habe, für richtig. Unrichtig sei hingegen die Meldung, daß der Emir von Truppen be: gleitet sei.
Aegypten. Cairo, 8. Jan. Das amt⸗ liche Journal veröffentlicht einen Bericht Nubar Pascha's, wonach der Khedive und der Minister⸗ rath die Codificirung der administrativen und finanziellen Gesetze wünschen, um der Ungewißheit in der Finanzverwaltung ein Ende zu machen, und daß dieselben vorgeschlagen haben, diese Codisicirung dem Revenuen Enquete Ausschusse anzuvertrauen. Ein Decret des Khedive nimmt diese Vorschläge an und verfügt, daß von einem später zu bestimmenden Datum ab die Erhebung der Steuern nur in Kraft gesetzlicher Bestimmung geschehen soll.
Amerika. New Nork, 6. Januar. Die Baumwoll Fabrik Harmony in Cohoes, welche 3500 Arbeiter beschäftigt, hat seit gestern in Folge der gedrückten Geschäftslage die Arbeitszeit auf die Hälfte herabgesetzt. Dasselbe geschah seitens der Baumwoll Fabrik in Newbury, wo 300 Ar⸗ beiter beschäftigt sind.
werde. Finanz⸗Minister Sherman theilte mit, das Schatzamt verfüge über viel mehr Gold, Silber und Greenbacks als gegenwärtig ersorder⸗ lich sei.
— 9. Jan. Schatzsecretär Sherman hat unter dem Gestrigen weitere 10 Millionen Dollars Bonds einberufen.
Aus Stadt und Land. f
Friedberg. Seitens des hiesigen Mathildenstists wurde das Löser'sche Haus am Mainzertbore käuflich um die Summe von M. 24,000. erworben.
Altenstadti. Den„O. N.“ schreibt man von hier: In voriger Woche hal sich bier eine Genossenschast gebildet, welche die Firma„Spar- und Leihkasse zu Altenstadt(ein gettagene Genossenschast)“ führt und unter gemeinschaftlicher Guandie hiesiger Einwohner zu dem Zwecke gegründet ist, die Miglieder derselden zur Förderung ihres Haus⸗ oder Gewerbstandes aus dieser Kasse, welche von ihnen durch Geldbeiträge unterbalten wird, mit kleineren oder größeren Summen darlebensweise zu unterstützen.
Gießen, 8. Im. In der gestern verhandelten An⸗ klagesache gegen K. Heus von Vilbel wegen Körperver⸗ Utzung erfolgte ein freisprechendes Urtbeil.— 9. Jan. Gestern Vormittag veruttheilte der Schwurgerichtsvof den C. Schäfer von Rainrod wegen Körperverletzung mit tödie lichem Erfolg in eine Gefängnißstrase von vier Jahr und Nachminags den Fr. Scheer von Lauterbach wegen des gleichen Verbrechens in eine Gefängnißstrafe von drei Jahr.
Offen dach. Die Polizei hat ihre Thätigkeit im neuen Jahre mit einem äußerst glücklichen Fang begonnen; es ist chr nämlich geglückt, die Bande zu entdecken, welche seitber auf die frechste Weise in hiesiger Stadt viele Ein. brüche verübte. Durch die von der Polizei gehaltenen Haussuchungen wurde soviel Material gesammelt, daß es möglich war, jetzt schon ein balbes Dutzend der Bande. wobei auch zwei Frauen, hinter Schloß und Riegel bringen zu können. Der Anfübrer derselben, in dessen Wohnung man einen ganzen Bündel Haupischlüssel fand, war dereits vor wenigen Jahren in die biesige katbolische Kirche ein gebrochen und wird auch von außerbalb wegen vieler und großartiger Diebstäble verfolgt. Die Diebe haften ein be⸗ sonderes Augenmerk auf Geld, Beltzeug, Teppiche, Kaffee, Cigarren, Tabak, Gänse, sowie Apfelwein und Bier, welche Getränke sie aus den von ihnen aufgebrochenen Felsenkellern bolten. Bei der Verbastung eines Theils der Bande fand man diese in der Wobnung ihres Hauptes gerade bei einem stugalen Frübstücke beisammen.
Mainz, 8. Jan. In Folge des plötzlichen Umschlags det Wilterung kehren die Wasser des Roeins wieder lang- sam in ihr Bett zurück. Der Brückenpegel zeigte heute Vormutag noch 16 Fuß und bal sich das bereits in die Stoßen gedrungene Wasser wieder verlaufen. Trotz dieses Zurückiretens des Flusses beginnen sich doch erst jetzt die in der Stadt gelegenen Keller mit Grundwasser zu füllen, man ist daher überall mit dem Räumen der Kellergewölbe beschäfugt.
Beerfelden. Eiwas recht Beachtenewerthes auf dem Gebiete des höheren Blödsinnes liefert das hiesige Anzrige⸗ und Amtsblatt in nachstehendem Redactions-Brieskasten: „Briefkasten der Redaction. Anonyme Briessteller wollen gefl. stehende Inserate durch Ihte Persönlichkeit verwechseln.“
Oppenheim, 4. Jan. Gestern Abend wurde ein heesiger Einwohner wegen Verdacht der Wechselfälschung gefänglich eingezogen, dem beuie Nachmittag wegen der— selben Angelegenheit noch ein zweiter folgte.
Der Rechenschafts bericht der Verwaltung der Unterstützungskasse für bedürftige Pfleglinge der Gr. Landes-Irrenanstalt zu Heppenheim pro 1877 ist in den letzten Tagen hier in Friedberg zur Vertheilung gekommen. Er hat sein Bemühen darauf gerichtet, die öffent- liche Aufmerksamkeit immer mehr auf die Geistes⸗ kranken unseres Landes zu lenken und die Lage, in welcher sich dieselben befinden, im Sinne der Satzungen der Kasse fortgesetzt günstiger zu gestalten.
Zu diesem Behuse sucht er durch Anregung einer immer mehr sich ausbreitenden Betheiligung der Privatwohlthätigkeit den aus der Anstalt ent- lassenen bedürftigen Kranken diejenige Unterstützung
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sicher zu stellen, welche ihnen anderswoher nicht in ausreichendem Maaße zu Theil werden kann, und hat er sich weiter die Aufgabe gestellt, durch die Veröffentlichung belehrender Auseinandersetz⸗ ungen die Ausbreitung richtiger Anschauungen über Das zu erzielen, was in Bezug auf Irrsinn und Irrenanstalten in heutiger Zeit überall be⸗ kannt sein sollte. ö
In ersterer Hinsicht wird die erfreuliche That⸗ sache gemeldet, daß im Jahr 1877 die Zahl der jährlichen Geber von 551 auf 1279 gestiegen ist und statt wie früher aus 66 nunmehr aus 126
Washington, 8. Jan. Der gestern ver
sammelte Cabinetsrath drückte seine Genugthuung Vermögen von 8588 M. auf 13496 M. ge- D rr stiegen ist. In letzterer Beziehung fährt der Be⸗ Baarzahlungen, denen die Wiederkeht des Ver-
aus über den Erfolg der Wiederaufnahme der
Orischaften Gaben erflossen sind, sowie daß das
richt auch diesmal fort gegen die bestehenden
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zukämpfen, welche sich einer
unserer Irrenanstalten und der Entwickelung einer auf das Wohl der Kranken gerichteten vereinten Thätigkeit dieser Anstalten und der Bevölkerung des Landes entgegenstellen; er enthalt hierüber recht viel Empfehlenswerthes.
In den nächsten Tagen nun wird mit Einsammeln der Gaben für das Jahr 1878 begonnen werden. Wir begleiten diese Ankündigung mit den Worten des Berichts, daß„Jeder, welcher in die obige Kasse eine Gabe niederlegt, dies thut, weil er Unglückliche unterstützen will, welche ihr Unglück in der weitaus größten Mehrzahl der Fälle nicht verschuldet haben und auf ausreichende Hülse von anderer Seite nicht rechnen können.“
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 8. Jan. Marktbericht. Kartoffeln per 100 Kilo M. 7. Hülsenfrüchte flau; ganze Erbsen 19—23, geschälte Erbsen 20—24 Linsen 1824, Bohnen 22—25. Butter im Großen 1. Qual. 90 Pf., 2. Qual. 80 Pf., im Detail 1. Qual. M. 1., 2. Qual. 90 Pf. Deutsche Eier das Hundert M. 5.50—6., italienische M. 6.—7. Heu und Stroh war gut zugefahren. Je nach Qual. kostete Heu per Ctr. M. 2.— 3.10, Stroh M. 2.— 2.20. Hasen M. 3.50 das Stück. Ochsenfleisch leider immer noch auf der seitberigen Höhe gehalten, 70— 75 Pf., Kuh-, Rinde und Farrenfleisch 54 60 Pf., Kalbfleisch 60 70 Pf., Hammelfleisch 5463 Pf., Schweinefleisch 70-75 Pf.
Mainz, 7. Jan. Weizen flau, eff. hies. 18— 18.50, fremder 1818.50. Roggen ruhig, eff. hies. 15, frem⸗ der 12.60— 15, per März 12.20 bez. u. B., 12. G. Gerste eff. hiesiger 16— 16.40. Auf Lieferung fränk. 17— 17.40. Hafer unverändert 12— 13.25, per März 12.55 B., 12.40 G. Oelsaaten eff. 28.50— 29.50, per Januar 28.60. Rüböl stille, per 50 Kilo netto eff. ohne Faß 30, per Mai 30.15 B., 30 G.
Geld Cours. Frankfurt am 9. Januar 1879. 20· Frankenstücfst e. M. 16 1820 Englische Sovereigns„ 20 38—43 Russische Imperiales„ 16 65—70 Duden 8 9 54-59 Ducaten al mareo 3 9 58—63 Dollars c Geld. 8 4 1720
Huste⸗Nicht 1. von L. H. Pietseh& Co. 15 in Breslau. Honig-Kräuter-Malz- Extrakt und-Carmellen“). Anerkennung. Durch drei⸗ monatlichen Gebrauch Ihres Honig-Kräuter-Malz-Ex⸗ traktes habe ich meinen Bluthusten und Answurf ver⸗ loren. Seit zwei Monaten ist von der schrecklichen Krankheit nichts wiedergekommen de. Polewka, Lehrer in Chmiellowitz bei Oppeln. Jeder Husten kann höͤchst gefährlich werden. Ein vernachlässigter Husten kann der Keim von Uebeln werden, welche in ihrer Entwickelung das Leben bedrohen. Kein Hustender darf deßhalb ganz sorglos sein.
*) Zu haben in Friedberg in der Wetterau bei Herrn Wilh. Bernbeck. 126
Kalender pro 1879.
Familienkalender M.— 50 Pf. Deutscher Reichsbote„— 40„ Lahrer Hinkende Bote„— 40„ Daheimkalender 1 1 Spinnstube 3 Einfiedlerkalender„— 40, Leske's Schreib- und Ge⸗ schäftskalender. Landkaleuder„— 20„
5 durchschossen„— 25„ Vorräthig bei Carl Bindernagel.
N Vorschrift des Universitäts- Professors Dr. Harless, Königlich Geheimer Hofrath in Bonn gefertigte: Stollwerek'sche ZBrust- Bonbons, seit 40 Jahren bewährt, nehmen unter allen ähn- lieben Hausmitteln den ersten Rang ein. Gegen Husten und Heiserkeit gibt es nichts
Besseres.
Vorräthig à 50 Pfennig in versiegelten Paque- ten in den meisten guten Colonialwaaren-Geschäften und Conditoreien sowie Apotheken durch Dépöt- 134
schilder kenntlich.
Winterhandschuhe
trauene und Wiederauflebens des Handels folgen Vorurtheile, gegen Irrthum und Unwissenheit an- und Stauchen äußerst billig bel K. Friedrich. 64
zweckmäßigen Benutzung
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