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Samstag den 11. Januar.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und
Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Areis Friedberg.
Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.
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Amtlicher Theil.
Nach verzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Reichsgesetzblatt des Deutschen Reiches publicirt worden:
Nr. 37.
Handelsvertrag zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn. S.
365.
Deutsches Neich. lichen Verhältnissen überhaupt ausführbar set, er · Darmstadt. Der ordentliche Professor bei klärten sich sämmtliche Mitglieder für die Mög⸗ der juristischen Fakultät der Landes Universität lichkeit einer Besteuerung nach dem Gewicht des Dr. Seuffert wurde auf Nachsuchen entlassen, und Rohtabaks, jedoch mit der Erhebung der Steuer der Fürstlich Hatzfeldt'sche Forstmeister Stötzer zu von dem terminirten inländischen Tabak. Kein Schönfeld zum außerordentlichen Professor und anderes Spstem erhielt die Stimmenmehrheit. zweiten Lehrer der Forstwissenschaft, sowie der!— 8. Jan. Abgeordnetenhaus. Dit fünf Professor Dr. Harnack in Leipzig zum ordentlichen ersten auf der Tagesordnung stehenden Gesetzent⸗ Professor in der evangelisch-theologischen Fakultät würse wurden in dritter Lesung ohne Debatte in Gießen ernannt. genehmigt. Die Vorlagen über die Rheinschiff— — 8. Jan. Heute Nachmittag um 2 Ubr, fahrts⸗ und Elbzoll- Gerichte wurden in erster wurde die Leiche der Gemahlin des Prinzen Beratbung an die Commission für die Justizgtsetze, Heinrich auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt. An Antrag, betreffend die Ablösung der den geist⸗ — Gutem Vernebmen nach erfolgt die Abreise lichen und Schul Instituten zustehenden Real- des Großherzogs nach Osborne nächsten Donnerstag, berechtigungen an die Agrarcommisston überwiesen. Berlin. Die„Nordd. Allg. Zig“ tbeilt Den Gesetzentwurf bezüglich der sächsischen Dom
das für den Landeseisenbahn- Rath entworsent stiste nahm das Haus in zweiter Lesung nach
Regulativ mit. Danach hat der Landeseisenbahn- den Commissions-Beschlüssen an.
Rath die Bestimmung, den Handelsminister als— Die„Prov.⸗Corr.“ schreibt: Zur goldenen regelmäßigen Beirath in der Förderung des Eisen- Hochzeitsfeier des Kaisers und der Kaiserin am bahnwesens zu unterstützen, auf Verlangen des 11. Juni d. J. sind bertits vielfach im Lande
werblichen, wirthschafllichen und socialen Zustände mitwirken wollen.
Ausland.
Oesterreich- Ungarn. Wien. Die „Neue freie Presse“ schreibt: Da die französische Regierung ihre Zollämter angewiesen bat, bei den Provenienzen aus Oesterreich den allgemeinen Zolltarif anzuwenden, so ist die österreichische Regierung genöthigt, das Zollgesetz insofern durch- zuführen, als sie die französischen Provenienenzen mit einem Zuschlag von 10 pCt. zu den Saͤtzen des allgemeinen Zolltarifs belasten wird. Im Handelsministerium finden dierauf bezügliche Be⸗ rathungen statt und dürften die Weisungen an die Zollämter bald erfolgen.
— Das„Vaterland“ veröffentlicht den Text heiner päpstlichen Encyclita, welche die Nothwendig⸗ keit darlegt, der Kirche ihte Freiheit wiederzugeben, damit sie für das allgemeine Wohl wirken könne. Ferner wird mit Rücksicht darauf, daß die Anhänger des Socialismus vorzüglich die
Ministers in wichtigen Eisenbahn- Angelegenheiten, Kundgebungen der Treue und Verehrung in Aus- Handwerker und Arbeiter zu gewinnen suchen, insbesondtre bei Gesetzentwürfen, betreffend das sicht genommen. Nachdem Allerböchsten Orts be- daran gemahnt, daß die unter dem Schutze der Eisenbahnwesen, bei Vorschlägen wegen Aender- kannt gewerden war, daß man in einzelnen Kreisen Religion gegründeten Arbeiter-Verbindungen unter- ungen der Babnpolizei oder des Betriebereglemente, damit umgebe, den Majestäten bei dieser Gelegen-(ftügt werden mögen. oder bezüglich det Zulassung von Ausnahme- beit auch gewöbnliche Geschenke zu bringen, bat Frankreich. Paris, 9. Jan. Die Note oder Differentialtarisen, endlich bei Fusions⸗ und der Kronprinz Gelegenheit genommen, es kundzu- der französischen Regierung an die Regierung von Milbenützunge⸗Verträgen sein Gutachten abzugeben. geben, daß die Majesläten sich dahin geäußert Tunis wurde am 6. Januar übergeben. Die — Gerüchtweise verlautet, die Voruntersuchung haben, wie es ihren Wünschen durchaus wider⸗ zur Ertheilung der Antwort gestellte Frist von wegen des Panzerschiffes„Großer Kurfürst“ sei sprechen würde, wenn von irgend welcher Seite. 48 Stunden läuft beute ab. Man hat Grund geschlossen und stehe die Einsetzung des Kriegs-(Korporationen, Vereinen oder Priwatdersonen) zu der Annahme, daß die verlangte Genugthuung gerichts seitens des Kaisers bevor; das Kriegs- anläßlich der goldenen Hochzeit idnen persönliche bewilligt werden wird, wenngleich noch keinerlei
gericht soll dem dritten Armeccorps entnommen Geschenke dargebracht würden. 8 Lösung der Frage zur offictellen Kenntniß ge— werden. 8 Unterhandlungen zwischen drm Finanz- kommen ist. — Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht einen Ministerium und dem bekannten Consortium be“ Großbritannien. London, 6. Jan.
Erlaß des Handelsministers vom 4. Januar an züglich der Ueberlassung der restlichen 55 Mill. Nach hiesigen Privatnachrichten soll Lord Beacons- die Regierungen und Landrosteien, worin denselben Mark der Eisenbahn Anleihe in Aproc. Consols field an einem hestigen Gichtanfall erkrankt sein, die Resormirung der bestehenden Innungen und sind im Gange und dürsten schon in den nächsten während officiell jede gefährlichere Erkrankung des die Errichtung neuer Innungen innerhalb des Tagen zum definitiven Abschluß gelangen. Lord Beaconssfield energisch in Abrede gestellt wird. Rahmens der Gewerbeordnung anempfohlen wird.— 7. Jan. Der ständige Ausschuß des— 4. Jan. General Stewarts Division ist Als Hauptaufgabe der Innungen wird hierbei deutschen Arbeiter- Congresses hat in seiner letzten in Kobchi, fünf Tagemärsche von Kandahar, bezeichnet, durch rege Betheiligung aller Genossen Sitzung einen Beschluß gefaßt, der für den e Der Commandant der Vorhut be⸗ die gemeinsamen Interessen des ganzen Gewerbes von größter Bedeutung sein dürste. Der Aus richtete, der Gouverntur von Kandahar nehme zu fördern, insbesondere den Gemeinsinn und die schuß hatte nämlich im Laufe der Zeit häufig die eine Position am Tarnekflusse ein. Die Generale Standeschre zu wecken, den gewerblichen Betrieb Beobachtung gemacht, daß gewerbliche und wirth- Stewart und Biddulph haben sich am Taktipul der Innungs-Mitglieder zu unterstützen, die Nutz- schaftliche Vereinigungen, desgleichen viele hervor- concentrirt, um den Vormarsch auf Kandahar barmachung technischer Fortschritte zu ermöglichen, ragende Privalpersonen die Mitgliedschaft beim am 8. Jan. gemeinsam anzutrcten— in Unglücks-, Krankheits- und Todessällen Unter- Congresse ablehnten, weil sie mit dem politischen— 8. Jan. Haäͤuptlinge von Beludschistan stützung zu gewähren, das Lehrlingswesen gemein- Theile des Programms nicht in jedem Punkte boten Dera-Ismall Khan tausend Reitet zum schaftlich zu regeln und zu pflegen, das gewerb: übereinstimmten. Auf Grund dieser Beobachtungen Dienste an. Die britischen Truppen griffen liche Fortbildungswesen zu unterstützen, und ein hat nun der Ausschuß beschlossen, beim naͤchsten[ Marodeure der Sulimankheils an und tödteten besseres Verhältniß zwischen Meistern und Ge- Congresse zu beantragen, die Sätze:„Vollständige siebenzig derselben. Der Verlust der Briten war hülfen herbeizuführen. Gleichberechtigung des Arbeiters mit allen anderen[gering. Diese wichtige Operation dürfte die Ruhe — Nach dem nunmehr vorliegenden Bericht Staalebürgern, daher allgemeines, gleiches und an der Grenze berstellen. Eine Meldung des der Tabaksenquete-Commission erklärte die Com- dirtctes Wahlrecht mit Diäten; gerechte Ver- Majors Cavagnart erwähnt abermals des Gerüchts, misston den Tabakverbrauch einstimmig(mit allen theilung der Steuern, Verkürzung der Militär- daß Jacub Khan sich anschicke, Schir Ali zu 11 Stimmen) für einen geeigneten Gegenstand dienstzeit“ zu streichen, in Anbetracht der gedeih- folgen, da er in Kabul machtlos und die Haupt- hoher Besteuerung und erachtete dieselbe mit einer lichen Wirksamkeit für die Organisatlon diese linge der Ghilzais ihm feindlich seten. neuen Belastung von zwei Mark per Kopf oder Sätze aber schon jetzt außer Kraft zu setzen und Italien. Rom, 8. Januar. Morgen einem Steuerbrutto von 80 bis 85 Millionen[den Schwerpunkt lediglich auf Durchführung der wird hier die Ankunft des rumänischen Kammer- für durchführbar. Die Commission hielt vorläufig praktischen Forderungen des Programms zu ver- Präsidenten Rosetti erwartet, welcher die Mission
mit allen gegen eine Stimme nur eine Steuer von 50 bis 70 Millionen als eine zweckmäßige. Bei der Abstimmung über die Principienfrage, welche Steuerform nach Deutschlands wirthschaft-
legen. Durch diesen Beschluß soll der Congreß haben soll, der italienischen Regierung zu erklären,
seinen politischen Anstrich verlieren und mehr als bisher den neutralen Sammelplatz aller liberalen Elemente bilden, welche an der Hebung der ge—
daß Rumänien bereits alle Bestimmungen des Berliner Vertrages ausgeführt babe, sonach die volle Anerkennung seiner Unabhängigkeit erwarte.


