1879.
Samstag den 10. Mai.
M 55.
Oberhessischer Anzeige
*
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Areisblatt für den Kreis Kriedberg. U
Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.
g. Jie einspaltige Petitzeile wird ber Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.
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dat. 18 8
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e f Deutsches Reich.
t.* Darmstadt.
fun Rußland nach Livadia. Derselbe hat die bul „garische Deputation angewiesen, ihre Abreise vor—
eee Fufig zu verschieben und wird dieselbe nicht vor
* Ferch ser Rückkehr aus Livadia empfangen.
1 ann* Darmstadt. Das Regierungsblatt, Beilage
r. Nan r. 13, enthält:
en bunt 5 1. Bekanntmachung über die zur Ausserligung und — ftledigung von Uedergangsscheinen ermächligten Stellen.
Syru g II. Bekannimachung über die Ergebnisse der Ver— 3 p, Vallung der allgemeinen geistlichen Willwenkasse von 1877. lee III. Bekanntmachung über die Aufbringung des Be—
Krfnisses der Landesbrandversichezunge-Anssalt für 1878 eln Feg, IV. Eekannimachung über die für 1879 zu erheben— — in Umlagen der Stadt Mainz. tamm V. Uebersicht der für 1879 genehmigten Umlagen in n ar. Religtonsgemeinden des Kreis Mainz. 5— VI. Bekanntmachung üder den Sseuerausschlag zur
bezahlung des Gebalis des Rabbinen zu Offen bach für 1879
—* VII. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen l mdet Orden.
del al. VIII. Densinachrichten. Dem evang. Pfarrer Ewald
* don Walldorf wurde die Pfarrstelle zu Wallerßädten, im
i Lekanale Groß ⸗ Gerau übertragen; der Verwalter Dern
Ser, Tiida n dem Landeezuchthause wurde zum Verwalter an dem
ele Nn gesängniß zu Mainz, Schneider aus Meiches zum Ver⸗
lier an dem Landcezuchthause zu Marienschloß, der Nreietauduscher⸗ Ap. Rumpf aus Friedberg wurde zum siftenten bei der Eichungs⸗Inspektion ernannt; ferner muden der Finanz- Asp. Hörner aus Heppenbeim und der Lergeant Adernmann aus Ober Ramfiadt zu Steucrauf⸗
Friedrich.
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gule zu Darmstadt ernannt; dem Schul⸗Amtsasp. Krebs nes Kleestadt wurde eine Lehrerstelle zu Hamm und dem echul⸗Lehrer Fischer zu Ober⸗Saulheim die Schulstelle zu Födesheim übertragen; der prakt. Arzt Vogel aus Nau— im wurce zum Ahfsister zarzie bei der akad. medicinischen Kinik ernannt. IX. Cybarakictertheilung. X. Rußhestanesversetzungen. h Laubach Krug zu Heldendergen, Meyer zu Flensungen,
Die Schullehrer Schaad
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70. Jupvol zu Egelsbach, Jost zu Griedel wurden auf Nach—
dann 1 hen in den Ruhestand versetzt. a
6 XI. Concurienzer öffnung. Zu besetzen ist— provi⸗
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a d isch—: die Stelle eines Landeskultur Ingenicurs mit e mem Gebalt von 3300 M.
XII. Sterbesaälle. Gestorben sind: der ev. Pfarrer eic zu Romrod, der Eymnastal⸗ Lehrer Dr. Diehl zu Forme, dei Ober⸗Consistorial⸗Secretär Jost zu Darmstadt, 1. ur Landrichter Dr. Heyer zu Darmstadt, der Hauptmann 1 Gechield zu Darmftadt, der Hoswagenmeister Schneider
i Darmstadt. a f 0 Darmstadt, 6. Mai. In der heutigen L Sitzung der 2. Kammer der Stände ist auf die vom bg. Schröder eingereichte Interpellation, bete. ie Verhandlungen über den Verkauf der Hessischen dwigsbahn, die folgende Antwort ergangen: ber Berwaltungsrath der Gesellschaft bat unterm Ip. Februar bezüglich der damals gestellten An- tagen erklärt, daß wegen Verkaufs seiner Linien 7%. Verhandlungen zwischen der königl. preußischen Aegierung und dem Verwaltungeratb der Hesseschen ÜUdwigs Eisenbahn nicht geführt worden sind und uicht geführt werden. Auf die jüngst gestellte frage hat der Verwaltungsrath unterm 19. v. M. 5 upiedert, daß wegen Veräußerung einer oder „ niehrerer seiner Eisenbahnlinten an Bayern weder
* 7 7 strisniche noch mündliche Verhandlungen seiner— te stattgesunden baben, noch auch dermalen ge—
. ogen werden. Zwischen der groß herzoglichen ind der königl. baperischen Regierung sind weder
her noch in neutster Zeit Verhandlungen wegen - tisp. Verkaufs und Uebergabe eines Theiles in der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft engehörigen Linien(Aschaffenburg- Darmstadt- Vorms- Bobenheim) von Hessen an Bapern ge—
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ein, der Zeichenlehrer Bender zum Lehrer an der Real-
älterer Civilpensionäre wegen Ausfbesserung ihrer assistenten Grosser in Friedberg, Pathun in Grün—
Modus zu finden, wonach unter Beseitigung auch der im vorigen Landtag bervorgetretenen Bedenken, die Petitionen der älteren Civilpersonen um Auf. besserung ibrer Pensionen in gewissen Grenzen Berücksichtigung finden können. Hierauf wurde die Vorlage Großh. Staats-Regierung, betr. die Penstonsverbältnisse des Directors der Blinden- Anstalt zu Friedberg angenommen, der Gesetzent⸗ wurf die Abänderung des Wildschadens- Gesetzes vom 6. August 1810 an den Ausschuß zurück
gewiesen. Die Berathung über den Etat der Oberrechnungskammer rief eine lebhafte Diskussion hervor. Die Kammer trat im Wesentlichen der Pofition der Regierungsvorlage nicht bet, sondern nahm für die Ober-Rechnungsräthe Gehalte von 4400 bis 6000 durchschnittlich 5200 entsprechend dem Antrage der Hälfte des Ausschusses, für den Präsidenten einen Gehalt von 7500 M. an, nachdem der Antrag des Abg. Muhl auf eine Gechaltsbewilligung von 7000 M. mit 20 gegen 19 Stimmen abgelehnt wurde.— 8. Mai. In der heutigen Sitzung wurden ohne Debatte folgende Beträge genehmigt; für bessere Instandsetzung der Lokalitäten und der Ausstattung der Univerfitäts- klinik, sowie die Erhöhung der Dotation der medicinischen Klinik, betr. einmalig 24,700 M. und pro Jahr 4200 M. mebr; für bauliche Ver änderungen im Provinzialarresthaus Darmstadt 18,300 M., für Errichtung eines Haftlokals nebst Dienerwohnung im Garten des Amtshauses zu Darmstadt 16,390 M. Der Gesetzentwurf, das Notariat in der Provinz Rheinhessen betr., fand, kleine Modifikationen ausgenommen, nach den Anträgen des Ausschusses die Zustimmung der Kammer. Der Gesetzentwurf, die Ausführung des deutschen Gerichtskostengesetzes und der deutschen Gebührenordaung für Gerichtsvollzieber, Zeugen und Sachverständige betr., wurde ohne Debatte mit einigen vom Ausschuß beantragten Modisi— cationen, welchen die Regierung ihre Zustimmung gegeben hatte, angenommen. Hierauf solgte die Berathung über die Recommunikation der ersten Kammer über den Gesetzentwurf die Rechtsver— hältnisse der Richter betr.
— Es wurden der ordentl. Professor in der medic. Fakultät der Landes-Universität, Geheimer Medicinalrath Dr. Seitz, unter Anerkennung seiner Dienste und unter Verleihung des Charakters als „Geheimerath“, der ordentl. Professor in der medic. Fakultät der Landes-Universiät, Dr. Sattler, auf Nachsuchen entlassen, der außerordentl. Prof. an der Universität Straßburg, Dr. Röntgen, zum ordentl. Prof. in der philosophischen Fakultät der Landes-Universität und Direktor des akad. physsk. Kabinete, der außerordentl. Professor an der Uni— versität Königeberg, Dr. von Hippel, zum ordentl. Professor in der medic. Fakultät der Landes Uni- versität und Vorstand der akad. ophthalmologischen stlinik in Gießen, der Kreisassessor Freiherr von Senarclens Grancy in Lauterbach zum Kreis: Assessor in Darmstadt und der Polizei Commissär 1. Kl. Bichmann in Darmstadt zum Kreisassessor in Lauterbach ernannt.
— Postpersonalnachrichten. Ernannt sind: der Postrath Husadel in Darmstadt zum Ober, postrath, der Postseeretär Pfähler in Darmstadt
rt worden.— 7. Mai. Bezüglich der Petitionen] zum Ober-Post- Directions Secretär, die Post- dend; man könne beides gar nicht vergleichen.
gan une herangetreten ist.
Prinz Alexander reist am Pensionen wurde in Gemäßheit des Ausschußantrags berg und Wiegand in Bensheim zu Pestsecretären, Mai auf besonderen Wunsch des Kaisers von beschlossen, dem Ministerium anheimzugeben, einen die Obertelegraphisten Lenninger und Silber in
Darmstadt, Garlin in Mainz, sowit die Tele— graphenassistenten Boschen in Bad-Nauheim, Els— holz in Darmstadt, Harting in Mainz, Helm in Worms und Wenzel in Alzey zu Ober Tele- graphen Assistenten. Angestellt sind: der Post— praktikant Adam in Mainz als Post-Seerctär, die Telegraphen-Assistenten Diemer und Henkel in Darmstadt, sowie der Telegraphenassistent Becker in Worms. Gestorben ist: der Ober-Post Com- missarius Alefeld in Darmstadt.
— Militärdienstnachrichten. Winter, Major a. D., zuletzt Hauptmann und Comp. Chef im
1. Großb. Inf.-Regt. Nr. 115, zur Disposition
gestellt; Dr. Posner, Unter- Arzt der Reserve vom 1. Bat. 2. Großh. Landw. Regts. Nr. 116 zum Assistenzarzt 2. Kl. der Reserve befördert; Ullrich, Garnisons-Bau-Inspektor in Gießen, nach Erfurt versetzt.
Berlin, 6. Mai. Reichstag. v. Varn⸗ büler führt aus, wie Industrie und Landwirth⸗ schaft das Recht hätten, zu verlangen, daß der Reichstag ihren lange geäußerten Wünschen ent gegenkomme. Er rechtfertigt den Tarif namentlich gegen die Ausstellungen Delbrücks und Bambergers. Sonnemann vertritt den Standpunkt Richters. v. Bennigsen: Wir stehen vor einer verantwort- lichen Entscheidung, die mit großer Schnelligkeit Die heutigen Vorlagen geben selbst noch weiter als des Reichskanzlers Schreiben vom Dezember erwarten ließ. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, das Resultat unserer Arbeiten werde mehr heilsam als schädlich für Deutschland sein, da Patriotismus genug im Reichstage herrsche, um erwarten zu lassen, daß es gelingen wird, eine Einigung zu erzielen. Frei— lich darf man nicht nach doctrinären Anschauungen Gesetze machen wollen; man muß sich nach den wechselnden praktischen Bedürfnissen der Zeit richten, wenn man gute wirthschaftliche Gesetze machen will. Jetzt ist es zweifellos, daß für eine Reihe von Jahren an den Abschluß von Verträgen nicht zu denken ist, aber haben wir nicht immer noch durch die vorhandenen Handelsverträge auf geraume Zeit hinaus ganz bedeutende freihändlerische Ermäßig- ungen? Andererseits würden jetzt viele Freihändler etwas darum geben, wenn die Aufhebung der Eisen— zölle nicht erfolgt wäre. Dann hätte die ganze wirthschaftliche Bewegung nie zu der Coalition zwischen Groß- Industriellen und Agrariern, die wir jetzt haben, führen können. Geholfen bat uns unsere freihändlerische Richtung nichts. Der jetzt geplante Tarif ist andererseits kein so extremer Umschwung, wie er vielsach dargestellt wurde. In den Hauptsachen bleiben die jetzt vorgeschlagenen Zollsätze noch weit hinter den Sätzen von 1864 zu- rück. Die im Tarif vorgeschlagenen Schutzzölle können ja da, wo wichtige Export Interessen geschädigt werden, beruntergesetzt werden. Womit soll man denn auch die ganze Einfuhr von Robproducten bezahlen ohne blühende Export- Industrie? Dieses wird allein schon zur Vorsicht mahnen. Die land- wirthschaftlichen Zölle, wie sie der Tarif vorschlägt, sind nicht ungeheuerlich oder verderblich. Die eng— lischen Kornzölle bätten oft 4 bis 5 Mark pro Centner Weizen betragen. Im Verhältniß dazu sei der Satz von 25 Pf. pro Centner verschwin-
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