Ausgabe 
6.11.1879
 
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Philippopel, 3. Nov. Aleko Pascha bat die ostrumelische Provinzial-Versammlung mit einer Rede eröffnet, worin er auf das nunmehr her⸗ gestellte sreundschaftliche Verhältniß zwischen der christlichen und mohamedanischen Bevölkerung, sowse auf das Elend der Bevölkerung und den schlechten Stand des Budgets hinwies und sich jeder An- spielung auf politische Angelegenheiten enthielt. Der Alterspräsident der Versammlung ist der katbolische Bischof Renualdi, zum Präsidenten dürfte Resakoff gewählt werden.

Montenegro. Cettinje. Die Mon: tenegriner unter Miljanow sind in Kula Pepich eingedrungen. Dieselben rückten nach Einnahme von Kula Velika weiter vor und warfen die alba nesischen Abtheilungen über Brezowitza hinaus zurück.

Bulgarien. Sofia, 2 Nov. Die Thron⸗ rede, mit welcher der Fürst heute die Kammer eröffnete, erwähnt seiner Reise zum Zar-Befreier, um für alle Bulgarien erwiesenen Wohlthaten zu danken; ferner seiner Reise an die Höfe der übrigen Großmächte, wobei er die Ueberzeugung gewonnen habe, daß Bulgarien die Sympatbie Europas ge: nieße, und daß es nun von den Bulgaren ab- hänge, daß die Wünsche fich verwirklichen, die man für den friedlichen Fortschritt Bulgariens hege. Der Fürst dankt für den ihm bei seiner Rückkunft von der jüngsten Reise durch das Land gewordenen enthusiastischen Empfang. Er habe dei dieser Reise die Bedürfnisse des Volkes kennen gelernt, welche der beständige Gegenstand seiner Fürsorge sein würden. Die gefahrvolle Situation an der Grenze bei Beginn seiner Regierung habe sich Dank der rechtzeitig ergriffenen Maßregeln geklärt. Trotz aller Schwierigkeiten babe die neue Regierung 17 organisatorische Vorlagen an die Kammer ausgearbeitet, darunter solche über die Verwaltung der Gensdarmerie, der Telegraphen-, Post- und eine Kirchenverwaltung auf Basis der einheitlichen bulgarischen Kirche, über das Münz- wesen, das Bergwesen, den Schutz der Waldungen, die Grundsteuer, directe Abgaben, über die Presse, die Gerichtsorganisation, das Institut der Friedens richter, den Cassationshof. Das Reglement über den öffentlichen Unterricht bedürfe einer Aenderung. Ein besonderer Gesetzentwurf schlage die Bildung einer Rechtsschule vor. Die Armee erheische die weiteste Ausdehnung der obligatorischen Dienst⸗ pflicht und bedürfe der Vervollkommnung in der Kriegekunst, der Einbürgerung der Principien der Ordnung und Diseiplin, damit sie eine Stütze des Staates und eine Schule für die ganze Nation werde. Varna, Rustschuk und Tirnowa der Belagerungs- Zustand verhängt werden müssen. Die

schrift zum Jahresbudget ergebe, daß trotz mancher

künftig aufzuschließenden Quellen des Reichthums die jetzige Finanzlage doch keine beneidenswerthe sei. Der Fürst rechnet auf den Patriotismus und den gesunden Sinn der Deputirten und fordert dieselben auf, Zeit zu verlieren, vielmeht möglichst rasch das Budget und die übrigen Gesetzvorlagen zu er⸗ ledigen. Die Rede wurde sehr beifällig aufge⸗ nommen und der Fürst enthusiastisch begrüßt.

Rumänien. Bukarest. In Bestätigung des Gerüchtes von der Demission Bratiano's meldetRomanul: In dem Ministerrath vom 2. November sprach Bratiano, aufgebracht durch die vielen Hindernisse, gegen welche er seit so langer Zeit angekämpft, den Wunsch aus, sich zurück: zuziehen; jedoch der Fürst und sämmtliche Minister bestanden auf seinem Verbleiben, da kein Grund für ihn bestehe, sein Amt niederzulegen.

Rußland. Kiew, 4. Nov. Das Kriegs- gericht verurtheilte heute neun politische Verbrecher: Krzanoweky zum Tode durch den Strang, Schirkan und Kasalschzowsky zu zehn Jahren Zwangsarbeit, Turowitsch zu sechs Jahren Zwangsarbeit, Wol- janeky und Stopansky zu vier Jahren Zwangs- arbeit, Orlowsky zu einem Monat Arrest und Hunadsi und Owitzky zu sieben Tagen Arrest, Sopansky erhielt eine Strafmilderung in Gefäng⸗ nißhaft in Aussicht gestellt.

Wegen des Räuberunwesens habe über Wetter dauert noch fort; jedoch sinkt der Wasserstand des

Denk

nicht in unfruchtbaren Discusstonen

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Unser seitheriger Bürgermeister hat, dem Drängen seiner Verwandten nachgebend, seines hohen Allers wegen sein Amt niedergelegt. Die Neuwahl, sowie die Ersatzwahl für die verslorbenen Gemeinderäthe soll schon in den nächsten Wochen erfolgen.

1 Friedberg. Das erste Concert des Gießener Concert⸗Vereins, welches Sonntag den 9. Novbr. 5 Uhr Nachmittags im Clubsaale statifindet, wird als größere Orchesterwerke die Ouvertüren zu Leonore(Nr. 3. C- dur) von Beethoven und zu Anakreon von Cherubini, sowie die 4. Symphonie von Niels W. Gade bringen. Als Solistin i Adele Asmann von Berliu(Alt) für dieses Concert ewonnen.

Armsheim, 1. Nov. Gestern Abend fuhr auf hiesiger Station der von Alzey kommende Güterzug beim Zurück stoßen dem bereits von Bingen eingetroffenen Güterzuge n die Flanken, wodurch 5 Güterwagen entgleisten und stark beschädigt worden sind. Außerdem wurden noch mehrere Wagen leicht beschädigt. Heute ist man mit dem Wegschaffen der Wagen und dem Fahrbarmachen des Ge⸗ leises beschäftigt. Glücklicherweise ist vom Personal Nie⸗ mand verletzt worden.

Allerlei.

Limburg, a. d. L. Am 25. October wurden in das hiesige Landgerichtsgefängniß zwei des Mordes dringend verdächtige Individuen aus Holzhausen im Kreise Wetzlar gebracht. Es sind Vater und Sohn, beide ihres Hand⸗ werks Strohdecker. Der Ermordete ist der allgemein ge achtete Fötster Schneider aus Holzhausen, welcher die Feldzüge von 186471 mitgemacht und eine Wittwe mit sieben Kindern binterläßt. Der Ermordete hatte am 25. d. M. als Zeuge vor dem Amtsgericht in Wetzlar gestanden, und es ist Grund vorhanden, anzunehmen, daß ie Mordthat mit diesem Zeugniß im Zusammenhang steht, weshalb sich denn der Verdacht sofort auf die beiden Verhafteten lenkte. Die schreckliche That wurde am 19. d. M. Abends spät in der Nähe bes Fleckens Lenn verübt. Ein Fuhrmann aus Lenn, der an demselben Abend noch spät heimfuhr, hörte nämlich in der Nähe des Ortes ein klägliches Wimmern, glaubte aber, Lahnfischer wollten ihn soppen, wie schon oft geschehen war. Als aber derfelbe des andern Morgens wieder an der Stelle vor beifuhr, hielt er an, durchsuchte die Gegend und fand den Förster Schneider todt in einer Wasserlache, worauf er sofort An⸗ zeige machte.

Coblenz, 3. Nov. Ein Unglück kommt selten allein; das können auch die Einwohner des Ortes Traben an der Mosel sagen. Nicht nur, daß ihnen, wie ja fast allen Winzern im heurigen Jahre, die Weinernte total miß⸗ rathen ist, in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag hat auch ein Brand 64 Häuser in Asche gelegt. Wenn auch die Gebäulichkeiten durchweg versichert sind, so ist doch der Ver⸗ lust, der die Abgebrannlen trifft, ein sehr harter, da, wie in den meisten der kleinen Moselortschaften, so auch hier nur ein Theil des Mobiliars versichert ist. Schleunige Hilse thut unbedingt Roth.

H. Düsseldorf. Auf Grund eigener Anschauung kann ich Ihnen mittheilen, daß Gutsbesitzer Kürten am Grafenberg noch im Besitze seines Silbergewinnes ist. Die Diebe, die inzwischen bereits ermittelt sind und hinter Schloß und Riegel sitzen, haben nur den Weinkeller besucht und etwa 50 Flaschen Wein entwendet.

Madrid, 2. November. Valencia und Barcelona ist wiederhergestellt.

Die Verbindung zwischen Das schlech te

Ebro meeklich.

Der Magen als Lastthier.

0 Von allen vernachlässigten, mißbrauchten und überangestrengten Organen des Körpers hat man in der Regel mit deu Magen am wenigsten Mit- leid, und bürdet ihm die härteste Arbeit auf. Wenn wir bedächten, welche Menge der verschieden-

artigsten Speisen und Getränke man ihm oft genug aufladet, so würden wir uns nicht darüber wundern, wenn er zuweilen Strike macht, oder wenn er unter der Last, die man ihm so erbarmungslos auferlegt, schließlich zusammenbricht. Man verlangt von ihm, daß er Fleisch verdaue, das so hart ist, wie Sohlenleder, Fleisch, das halb faul ist, Fleisch, von dem sich eine Katze mit Verachtung abwenden würde. Man denke nur, was man ihm bei den sogenannten Diners Alles zumuthet: drei- oder viererlei Fleisch, Fische, Mehlspeisen mit Mandeln und Rosinen, dazu dreierlei Weine und den ver⸗ schiedenartigen Nachtisch. Oder wie häufig werden ihm in anderen Kreisen Braten, Salat, zäher Schinken, harter Käse u. s. w. an einem einzigen Abend aufgeladen und dazu noch 23 oder mehr Liter Bier, das oft nur halb vergohren und mit allerlei schädlichen Stoffen versetzt ist! Sollte man nicht mitunter meinen, der menschliche Magen sei mit den Eigenschaften eines Straußenmagens ausgestattet? Ein englischer Arzt sagt mit Recht: Ich glaube, daß fast jede Krankheit des mensch⸗

ich einen modischen Arzt den Puls seiner Kranken gebeimnißvoll untersuchen sehe, möchte ich ihm immer zurufen: Sagen sie doch dem armen Herrn, er habe zu viel gegessen, zu viel getrunken, zu viel geraucht, sich nicht genug Bewegung gemacht. Der menschlische Körper ist nicht unvollkommen geschaffen. Wir selbst sind es, die ihn so gemacht haben. Es gibt in der ganzen Schöpfung keinen so überbürdeten Esel, als unsern Magen. Nachdem wir vorstehend kurz angedeutet, auf welche Weise der menschliche Magen oft mißbraucht und mißhandelt wird, wollen wir einige Bemerkungen über die natürlichen Folgen dieser Mißhandlung beifügen. Wenn man ein Pferd übertreibt, was kann man Anderes erwarten, als daß es lahm wird? Wenn man die Augen längere Zeit über- anstrengt, darf man sich wundern, wenn sie zuletzt den Dienst versagen? zu viel zumuthet, was läßt sich Anderes erwarten als Unverdaulichkeit(Indigestion)? Die Unver- daulichkeit ist ein vielgestaltetes Leiden, das in jedem Lebensalter auftreten kann, indem keine Körperkonstitution zu zart, keine zu kräftig ist, als daß sie ganz davon verschont bliebe. Die Er⸗ scheinungen können in Heftigkeit von einem mäßi⸗ gen Leibweh, das in einigen Stunden von selbst wieder vergeht, bis zu einer schrecklichen Kolik, verbunden mit Krämpfen, Diarrhöe und tödtlichen Ohnmachten wechseln. Der Gegenstand ist des- halb sehr verschiedenartig und ein weites Feld umfassend. Wir können uns aber hier nur mit einigen der häufigsten Formen der Unverdaulich⸗ keit beschäftigen. Wir wollen mit der gewöhn⸗ lichen Magenschwäche(Dyepepsie) beginnen, zu der auch beigezählt werden muß, wenn, wie in den meisten Fällen, der zweite Magen, der Zwölf. fingerdarm, ebenfalls in Mitleiden gezogen ist. Die Erscheinungen sind verschieden. Bald ist es ein Gefühl von Völle und Schwere in der Magen- grube, bald ein empfindlicher Schmerz zwischen den Schultern, als ob man mit einem schweren Stein auf den Rücken geschlagen worden wäre, denn mit dem Schmerz ist zugleich Beschwerde beim Athmen und zuweilen Ohnmachtsanwand- lung verbunden. Auch Uebelkeit ist zugegen und die Zunge verschiedenfarbig belegt, oft mehr oder weniger trocken. Der Patient leidet auch an heftigen Blähungen, welche großes Uabehagen und Schmerzen verursachen und zu dem sogenann- tenWindkrampf, einer Art von Kolik, Anlaß geben, die eine Folge der durch die übermäßige Gährung der Speisen herbeigeführten Ausdehnung der Eingeweide ist. Eine andere Erscheinung der Indigestion ist das Sodbrennen, wobei eine scharfe Flüssigkeit vom Magen aufsteigt, plötzlich den Mund füllend, und zuweilen selbst von Ex brechen gefolgt. Es ist dies eine deutliche War- nung für die an Verdauungsschwäche Leidenden, mit dem Essen vorsichtig zu sein. Außer Blähungs- beschwerden und Sodbrennen hat der Patient sehr oft auch mit Kopfweh zu kämpfen, einem dumpfen Schmerz in der Stirne, der schlimmer des Morgens und nach dem Essen, besser bei Bewegung in freier Luft ist. Es ist eine Art von Schmerz, der den Kranken übellaunig und niedergeschlagen macht. Ferner vernehmen wir auch, daß der Patient an Herzklopfen leidet, welches gewöhnlich eine Stunde nach dem Essen eintritt, wenn die Verdauung nicht gehörig vor sich geht. Das Herz, in Mitleiden gezogen, ist zuweilen so heftig ergriffen, daß selbst Bewußt⸗ losigkeit und Ohnmacht eintritt. Diese beunruhigen⸗ den Erscheinungen lassen sich gewöhnlich auf eine Speise zurückführen, die dem Magen des Leidenden nicht zusagt. In Begleitung solcher Unverdaulich⸗ keit tritt dann gewöhnlich auch Stuhlverstopfung ein, ein Uebel, das von den Patienten mit so wenig wirklichem Grund meist so sehr gefürchtet wird und das die Aerzte durch Abführmittel zu beheben suchen, wodurch das ursprüngliche Leiden nur verschlimmert wird. Die Verstopfung ist nichts, als ein Symptom der Verdauungsschwäche. Sie verschwindet von selbst, wenn diese gehoben ist, oft schon früher durch Anwendung einsachet Mittel. Eine weit bedenklichere Begleiterin der Un-

lichen Körpers in der einen oder anderen Weise mit dem Magen in Verbindung steht und wenn

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verdaulichkeit als die Verstopsung ist die Diarrhö,

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