Ausgabe 
3.7.1879
 
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selven Blatte zufolge, auf einem Irrthum. ist, daß, wie auch der Finanzminister Hobrecht in

gestern gleichfalls ihre Entlassung. Hobrecht schied aus dem Ministerium wegen Beibehaltung der Matrikular-Umlagen und Mißbelligkeiten in Eisen bahnfragen. Bismarck unter handelt mit Udo Stolberg wegen des Ministeriums der Laudwirth- schaft, sowie mit dem Präsidenten v. Sepdewitz wegen des Finanzportefeuilles.

Die Nachricht, daß die Regierung in der Zolltarif-Commission des Reichstages für den An- trag v. Franckenstein gestimmt habe, beruht, dem- Wahr

der Tarif- Commission, ausdrücklich hervorgehoben hat, die verbündeten Regierungen noch keine Stellung zu dem Antrage Franckenstein genommen haben, somit eine Erklärung über denselben regier ungsseitig nicht abgegeben werden konnte.

30. Juni. Das Centrum beschloß in der Fractionssitzung einstimmig, für die Tabaksteuer (85 M. Zoll auf ausländischen und 45 M. auf innländischen) zu stimmen, dagegen unter Verwerf ung des Antrages Buhl die zweijährige gänzliche Befreiung des inländischen Tabaks von der Steuer zu votiren, ferner den Petroleumzoll von 6 auf 4 M. herabzusetzen. Das Centrum verhandelt über die Beschlüsse mit den anderen Fractionen der Majorität.

Ausland.

Frankreich. Paris, 30. Juni. Heute Vormittag hatte die Partei des Appel au peuple eine Zusammenkunft in Rouher's Wohnung. Das Testament des Prinzen Napoleon nebst den dazu gebörigen Codicillen wurde verlesen. Irgend ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Ferdinand Barrot und Murat wurden beauftragt, sich zum Prinzen Jerome zu verfügen und ihm von dem Testament Mittheilung zu machen. Rouher lehnte diese Mission ab mit der Erklärung, er sei seit dem Tode des Prinzen Napoleon unwiderruflich ent⸗ schlossen, sich mit activer Politik nicht mehr zu befassen.

1. Juli. Das JournalGaulois veröffent- licht den Text des Testaments des Prinzen Louis Napoleon; dasselbe enthält die bereits bekannten Bestimmungen und endigt mit einem Codicill, welches den älteren Sohn des Prinzen Napoleon als Denjenigen bezeichnet, welcher das Werk Napoleons I. und Napoleon III. forsetzen soll.

Versailles, 30. Juni. Die Deputirten- kammer beschloß, den Gesetzentwurf, betr. die Frei- heit des Unterrichtes als dringenden zu behandeln. Nachdem die Deputirterkammer die Dringlichkeit votirt hat, wird zur definitiven Annahme des Gesetz Entwurfs eine einzige Lesung genügen. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde die von Mitchell eingebrachte Gegenvorlage der bonapar⸗ tistischen Partei verworfen. Sodann wurde das vom ehemaligen Uaterrichts- Minister Bardoux (lines Centrum) beantragte Gegenproject, wonach dem Staate die Verleihung der Grade zu re stituiren, den geistlichen Congregationen aber die die Freiheit des Unterrichts unter Controle des Staates zu belassen wäre, mit 350 gegen 176 Stimmen abgelehnt.

Großbritannien. Chislehurst, 30. Juni. Im Zustand der Kaiserin Eugenie ist keine be⸗

merkenswerthe Aenderung eingetreten; die Nacht verlief unruhig. a 5 Italien. Rom, 30. Juni. Der Fürst von Bulgarien sprach dem König und der Regier⸗ ung seinen Dank aus für den Einfluß welchen Italien bei seiner Erhebung zum Fürstenthron ausgeübt und erklärte ferner, daß er den Berliner Vertrag gewissenhaft beobachten werde. Der Fürst ist heute nach Beindist abgereist, um sich daselbst auf einem russischen Kriegeschiffe nach Constantinopel einzuschiffen. Ver König hat dem Fürsten das Großkreuz des Mauritius und Lazarus Ordens verliehen. Der Fürst von Bulgacten hatte sich heute Früh in den Vatikan begeben, wo er eine lange Besprechung mit dem Papste hatte. Die Fanfulla erwähnt, daß der Fürst von Bul⸗ garsien auf den Rath des deutschen Raisers und des Kalsers von Rußland dem Papste seinen Besuch abgestattet habe, um damit seinen Ent

eine

Besoldung anläßlich der Wahlen von Deputirten

garien zu wahren. Der Fürst habe dem Papste Versicherung in diesem Sinne gegeben. Er wird in Folge Uebereinkommens mit der türkischen Regierung nur einige Stunden in Con- stantinopel verbleiben. Die türkische Regierung würde vorgezogen haben, wenn der Fürst an Bord eines italienischen anstatt eines russischen Schiffes nach Constantinopel gekommen wäre. Diese Thatsache, sagtFanfulla, hat vielleicht Veranlassung zu den Gerüchten gegeben, daß der Sultan abgelehnt habe, den Fürsten zu empfangen. 30. Juni. Die Deputirten-Kammer be- endigte heute Vormittag die Berathung des Ge- setzentwurfs, betr. Eisenbahnbauten und genehmigte die gesammte Vorlage mit 257 gegen 96 Stimmen.

Türkei. Constantinopel, 30. Juni. Der Fürst von Bulgarien wird nächsten Freitag hier erwartet. Mahmud Nedim Pascha ist unerwartet auf Besehl des Sultans bier eingetroffen, ohne daß Großvezir Khereddin davon Kenntniß er halten batte.

Die Botschafter Englands und Frankreichs protestirten gemeinsam bei der Pforte gegen die Aufhebung des Fermans von 1873. In Folge dieses Prosestes wird der Rücktritt des Großvezirs Khereddin Pascha als für bevorstehend betrachtet. Mahmud Nedim Pascha wurde vom Sultan per sönlich nach Constantinopel berufen. Die Stimmung ist in der Hauptstadt dieserhalb eine sehr gedrückte. Serbien. Belgrad, 30. Juni. General Alimpic und der Großindustrielle Bschetecka find als Delegirte zu den Verhandlungen über die Eisenbahnconvention nach Wien abgereist. In Folge andauernder Dürre in ganz Serbien wird eine arge Mißernte besorgt.

Aegypten. Cairo, 29. Juni. Gaudard Bey ist zum Cabinetschef des Khedive ernannt worden. Alexandrien, 30. Juni. Der ehemalige Khedive Ismail Pascha mit den Prinzen Hussein und Hassan ist heute auf einer Nacht nach Neapel abgereist; bei der Abfahrt gaben die französischen und englischen Schiffe Salven ab.

Amerika. Washington, 29. Juni. Der Senat hat eine Bill angenommen, wodurch jede

verboten wird. Das Repräsentanten- Haus ge nehmigte den Vertrag mit Mexiko behufs Ver- hinderung von Grenzunruhen.

29. Juni. Die Einkünfte aus den directen Steuern der Unionsstaaten in dem mit dem 30. Juni ablaufenden Finanzjahre übersteigen 113 Mil- lionen Dollars.

30. Juni. Präsident Hayes legte sein Veto ein gegen die Bill, welche die Besoldung der Marschalls und Deputy-Marschalls, Beamte, denen die Ueberwachung der Wahlen obliegt, ver- bietet. Das Repräsentantenhaus stimmte deshalb von Neuem über die Bill ab, jedoch gelang es der demokratischen Partei nicht, die Zweidrittel Majorität zu erzielen, welche nothwendig ist, um das Veto des Präsidenten zu beseitigen. Die Bill ist daher jetzt definitiv abgelehnt.

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 2 Juli. Gestern Abend stürzte ein Maäurerlebrling von Obermörlen von einem Gerüste au einem Bau am Fauerbacherthore und brach beide Beine. Er wurde in's Spital geschafft.

B. Steinfurtb. Zu der nächslen Freitag, Samstag und Sonntag in Frankfurt! statifindenden Rosenausstellung liefert die rühmlichst bekannte biefige Firma Gebrüder Schultheis ein Bouquet, wie es nur von einem solch aus. gedehnten Geschäft beschafft werden kann. Dasselbe hat einen Durchmesser von etwa Meier und ißt zusammen gesetzt aus mehr als 10,000 Rosen von einer und derselben Sorte, die von etwa 14,000 Stöcken ausgewählt sind.

J. Ortenberg, 30. Juni. In dem benachbarten Selters hat heute Nacht eine Person, angeblich von Offen⸗ bach, ihr Zlähriges Kind in die Niddet geworfen. Das arme Würmchen lauchte wieder auf und konnte sich an einen Stein kammern, wo es 3 Stunden späler halb er- arrt von Mähern gesunden wurde. Die Rabenmutter wurde heute in Stockheim, als sie mit der Eisenbahn weiter zeisen wollte, verhaftet und hierber gebracht.

z. Butzbach, 1. Juli. Es durchläuft ein Gerücht die Stadt von einem im Rockenberger Felde verübten Raubmorde,. Eine Frau von Rockenberg sei mit dem Frühzuge hier angekommen und habe nach Hause gehen wollen. Mit ihr sei ein Mann ausgestiegen, der ihr vor

schluß zu bekunden, die Religionsfreiheit in Bul,

Die Gensbarmerie streise nach allen Richtungen, um bes Thäters habhaft zu werden.

g. Vilbel, 2. Juli. Als gestern der erste Omnibuszug in Eschersheim eintraf und an der Haltestelle hielt, fland die ganze Gemeinde zur Begrüßung bereit. Das Zugpersonal wurde mit 15 Flaschen Wein regalirt, der Schullehrer hielt eine Rede und die Schulkinder sangen. Die sämmtlichen Schulkinder und die balbe Gemeinde hatte Billete nach Franksurt genommen. Nachmittags erfolgte die gemeinschaftliche Rückfahrt und Abends fand Festball flatt, zu dem Alles eingeladen war, was nur halbwegs wie einEisenbahner aussab.

Gießen, 30. Juni. Heute Nacht schoß ein junger Kaufmann, der von 2 anderen jungen Leuten geneckt wurde, einen der Letzteren mit einem Revolver in Arm und Bein. Der Verwundete wurde in die Klinik verbracht, der Thäter verhaftet.

Mainz, 30. Juni. Seit einigen Tagen haben wir hier wahre Unglücks tage. Am Freitag stürzte eine biesige Frau zum Fenster binaus, an demselben Tage erbängte sich eine bier wohnende Witwe, am Samfag erschoß sich in derNeuen Anlage eine bis jetzt unbekannte Persön⸗ lichkeit, an demselben Tage hängte sich in unserer Nachvar gemeinde L. ein wohlhabender Bauersmann, gestern eritank im Rhein ein Arbeiter der Nassuuischen Eisenbahn, glrich⸗ zeitig wurde ein Soldas, der sich ertränkt hatte, aus dem Hafen gezogen, heuie Nacht wurde der Bahnwärter Jacob Braunbach an einem Eisenbahnübergang in der Ryhein⸗ straße von dem nach Cöln gehenden Nachtzuge erfaßt und lodigefahren.

Mainz, 28. Juni. Auf telegraphische Requisition bin wurde gestern Abend in einem biesigen Gasthaule ein eben zugeteister Bäcker geselle mit seiner Geliebten verhastet, der dringend im Verdacht steht, einen an den Eheleuten Glaser in Würzburg dieset Tage verübten Raubmord voll⸗ führt zu baben. Unter austeichender Bedeckung wurde das Pärchen beule Vormiitag bereits der Staalsbebörde in Würzburg überliefert.

Allerlei. Frankfurt, 30. Juni. Heute Nachmittag ereignete sich auf der Breitengasse bei dem Abbruch des am Eck der Laingstraße befindlichen Hauses ein bedauerliches Unglück. Eine Brandmauer stürzte nach innen, stalt wie exwartet war, nach außen, und begrub drei Arbeuer. Zwei derselben wurden ziemlich schwer verletzt ins Hospital geschaff!.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 2. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd 0 951 M., Eier per Stück 6 Pf., 2 Stück 11 Pf.

Friedberg, 2. Juli. Waizen M. 20, Koin W. 15.16., Gerste M 14.15., Hafer M. 15. 16. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.

Grünberg, 28 Juni. Auf heutigem Wochenmarkt kostete det Centner Walzen M. 10.27, Korn M. 8.42 Gerste M. 8., Hafer M. 7.25, Erbsen M. 10, Samen. W. 13, Kartoffeln M. 4 18.

Gießen, 1. Juli. Wochenmarkt Butter per Pfd. 8090 Pf., Eier per Stück und 5 Pf., Käse per Stück 48 Pf., Tauben das Paar 75 Pf., Hühner per Stück M. 1.25, alte Habnen per Stück M. 1.30. jun sse Hahnen per Stück 90 Pf., Enten per Stück M 150, Kartoffeln per 100 Kilo M. J., Ochsenfleisch 70 Pf ver Pfd., Kub⸗ und Rindfleisch 56 60 Pf., Hammelfleisch, 6070 Pf. Schweinefleisch 56 60 Pf., Kalbfleisch 4650 Pf., Kirschen perpfd. 2025 Pf.

Frankfurt, 30. Juni. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ea. 400 Ochsen, 230 Kühe, Rinder, 230 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 66 68., 2. Qual. M. 58 62., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 59 60., 2. Qual. M. 5456, Kälber 1. Qual. M. 52 54, 2. Qual. M. 4648., Hämmel 1. Qual. W. 55- 60., 2. Qual. M. 50.52., Schweine wurden in letzter Woche ca. 900 eingeführt, und wurde das Pfund mit 54 Pf. bezahlt.

Frankfurt, 30 Juni. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 31. Nr. 4 M. 27., Nr. 5 M. 21. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 21.50, do. 1.(Berliner Marke) M. 19.5020., do. 2.(Berliner Marke) M. 14.50 15.50, Walzen, eff. hiesiger ab Bahahof hier, M. 21., ab unserer Umgegend M. 20.2550, do. fremder je nach Qual. M. 19.50 21., Roggen je nach Qual. M. 1315.25., Gerste M. 16 50 17.50, Hafer M. 13.75 15.25, Kohllamen M. 26., Erbsen M. 19 bis 27., Wicken M. 1416., Linsen M. 1736., Bohnen, weiße, M. 19.50, Rüböl, detail, M. 62 Die Preise verstehen fich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.

Geld Cours.

Frankfurt am 1. Juli 1879. 20 Frankenstücke M. 16 17 P. 21 P.

Englische Sovereigns 20 3641 Russische Imperkales 16 7074 Ducaten 9 8 9 54-59 Ducaten al mareo 0 9 57-62 Dollars in Gold. 3 4 1821

Für die Linde neben der St. Georgskapelle gingen weiter ein: Kreierath Dr. Braden 2 M., Fiau Jusuzrath Schmidt von Mainz 2 M., A. Söllner ll. 60 Uf.

Um weitere Gaven bittet Die Expedetton.

Sofort gesucht

Mädchen. Wo? sagt die Expeditton

ein ordentliches

ausgeeilt sei und ste späler erschlagen und beraubt habe.

des Anzeigers 2280