Samstag den 25. Mai. N 62.
Oberhes
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
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sischer Anzeiger.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg. g
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Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Jakob Morschel V. und Heinrich Scheibel VII. von Ober-Mörlen sind als Feldschützen für diese Gemarkung ernannt und
Der Feldschütze Wilhelm Schott von Ober-Eschbach ist auf den Jagdschutz für die Gemarkung Ober-Eschbach ernannt und
Deutsches Reich. Darmstadt, 22. Mai. In der heutigen gebeimen Sitzung der zweiten Kammer wurde die
Civilliste des Großherzogs mit 1,096,288 M. in namentlicher Abstimmung mit 29 gegen 20 Stimmen bewilligt. Gegen den Majoritäts Antrag haben gestimmt: Allmann, Büchner, Dittmar, Ellenberger, Fal, Frank, Kugler, List, Martin, Matty, Osann, Pfannstiel, Racke, Schmalbach, Schröder, Stefan „Osthofen), Sturmfels, Wadsack, Weprauch, Wolz. Für die Verwilligung stimmten: v. Buri, Conradi, Dumont, Edinger, Görz, Heidenreich, Heinzerling, Hieschhorn, Hofmann, Jockel, Jost(Allertsbofen), Jost(Erbach), Keller, Königer, Küchler, Maurer, Möllinger, Oechsner, v. Rabenau, Scriba, Stefan (Heßloch), Theobald, Usinger, Weber, v. Wedekind (Darmstadt), v. Wedekind(Hiltersllingen), Weiilh,
Aber:
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aunwollene
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jacken K. Friedrich.
. d Vagein Butzbach und die übrigen Orte nach Friedberg zu verweisen. Weith stellte hierzu den Antrag auf Belassung des Gerichtssitzes in Nauheim und
eventueller Zutheilung einiger anderen Orte zu diesem Bezirk. Die Kammer trat dem Ausschuß—
Sitzung der 2. Kammer wurde in der Berathung Aber die Bildung der Bezirke der Amtsgerichte fort— Zefahren und zunächst die Beibehaltung des Amts- gerichts Lich abgelehnt, der Ausschußantrag da gegen mit 24 Stimmen angenommen. Bezüglich
dert Dienstbach.
7 antrag mit 25 gegen 14 Stimmen bei, womit enen der Antrag Weith als erledigt erscheint. Alten- 1 Dal. Lünniß 2 stadt betreffend halte der Ausschuß beantragt, kein
i Amtsgericht zu errichten, sondern sämmtliche Orte gach Büdingen, Friedberg und Ortenberg zu ver- weisen, welchem Antrage die Kammer mit 21 Stimmen beitrat. Ebenso wurde das Ersuchen des Aus schusses, Wölfersheim anstatt dem Amts- gericht Butzbach dem Amtsgericht Friedberg zuzu- heilen, einstimmig angenommen. Bezüglich Herb— stein's war ven Seiten des Ausschusses beantragt worden, einen weiteren Gerichtsbezirk mit dem Sitze zu Freiensteinau zu errichten, welcher An— srag abgelehnt wurde. Dagegen fand der Antrag,
Amtsgerichte Ortenberg zuzuweisen, einstimmige Annahme. Dem Gesuche der Gemeinde Reichels- 1 eim um Errichtung cints Gerichtssitzes daselbst vurde keine Folge gegeben. e Militärdiensinachrichten. von Rotsmann, Unteroff. vom 1. Gr. Inf. Regt. Nr. 115, von Starck, Unteroff. vom 2. Gr. Drag.⸗Regt. Nr. 24, Wernigk, Unteroff, vom Gr. Feld Art. Regt. Nr. 25 zu Portpetfähnrichs befördert.
1 L Eckstein, Sec. Lt. ee der Lartw.-Inf. des 1. Bats. 4. Londw.⸗Regts. Ni. 67, in die Kategorie der Res.-Off, zurück⸗
2 versetzt und dem 2. Gr. Inf. Regt. Nr. 116 wieder—
+ zugetheilt. Dettweller, Vicefeldw. vom 1. Bat.
Landw. Regts. Nr. 116, zum Sec. Lt. der Reserve, Staudinger, Viceselkw. vom 1. Bat. 14 Lan w. Regts. Nr. 117, zum Sec. Lt. der NMeserve des 4. Inf.⸗Regis. Nr. 118 befördert.
— Berlin. Per Kaiser begibt sich voraussicht—
lich in der zwelten Woche des Juni nach Ems.
Welker und Wolfskehl.— 23. Mai. In der heutigen
Nauheims hatte der Ausschuß beantragt, dort kein Amtsgericht zu errichten, vielmehr Steinfurth nach
Ober-Meckstadt statt dem Amtsgerichte Nidda dem
D
— 21. Mai. Reichstag.(Schluß.) Die demokratischen Abgeordneten die Erklärung, daß GerichtekostenGesetze werden, nach kurzer Dis- ste ce mit ihrer Würde für unvereinbar halten, cussion in dritter Lesung en-bloe angenommen. an der Diecussion des Gesetzentwurses theilzunehmen, Es folgt hierauf die dritte Beratbung der Tabaks sich aber an der Abstimmung betheiligen werden. Enquete Vorlage und wird§ 59 mit geringer Nach Liebknecht ergriffen noch das Wort: Jörg, Majorität,§. 2(die Aufbringung der Kosten de- Bethusp- Hut, v. Bennigsen, Minister Eulenburg, treffend) mit 141 gegen 123 Stimmen genehmigt. v. Helldorf und Richter. Nach der eine Stunde Ferner werden in dritter Lesung der Auslieserungs- dauernden Rede des Letzteren vertagte sich das Vertrag mit Spanien, die Vorlagen betr. die Haus auf morgen.
Uebernahme der bisher aus dem Landessonds ge- Die Rinderpest in Polen ist nunmehr zahlten Pensionen auf das Reich und die Revision auch in Radziwie(Kreis Gostynia) und in der Servis- Tarise ohne Debatte angenommen. Wladislawowo(Kreis Galwarpa) erloschen. Der Die dritte Berathung der Gewerbegerichts Vorlage Reiche kanzler hat an den Bundesrath eine Zu—
beginnt bei dem an die Commission zurückge- schrift wegen dauernder Verbesserung der Be— wiesenen§. 8(die Wahl des Vorsitzenden). wachung an der österreichischen und russischen Die Commission hat sich über einen Beschluß nicht Grenze zur Verhütung der Einschleppung der
zu einigen vermocht. Minister Hoffmann erklärt Rinderpest gerichtet. das Gesetz bei der Auftechterbaltung des Beschlusses— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ erfährt von der zweiten Lesung zu H 8 für unannehmbar. Ein competenter Seite, der Kaiser habe schon vorige Commisstons- Antrag Gensel's wird abgelehnt, der Woche erklärt, auf das Entlassungs-Gesuch des Beschluß der zweiten Lesung beibehalten. Präsident Ministers Falk nicht eingehen zu können. An v. Forckenbeck erkläct hiernach den Gesetzentwurff diese Ablehnung hätten sich aber weitere Er— für gescheitert, weßhalb die Weiterberathung fort- örterungen geknüpft, so daß die entscheidende fällt. Die Novelle zur Gewerbe-Ordnung wird Wendung noch ausstehe. in der Gesammtabstimmung angenommen. Zu Frankfurt. Die Handels-Kammer hat eine zwei Berichten der Reichsschulden-Commisston Eingabe an den Reichstag beschlossen, welche in wird Decharge ertbeilt.— 23. Mai. In der sehr entschiedener Form Aussetzung der Berathung heutigen Sitzung des Reichstags wurde die Rechts-[des Gesitz Entwurfs über die Versälschung von Anwalts- Ordnung durch Abstimmung über den Lebensmitteln ꝛc. fordert.
en Gesetzentwurf genehmigt. Es folgte nun— nene rr 10 Ausland.
mehr die erste Berathung der Vorlage über die
Ausschreitungen der Social- Demokratie. Minister Oe sterreich⸗Ungarn. Wien. Die Nach- Hoffmann vertrat den Entwurf in nachstebenden] richt, daß. Feldmarschall v. Manteuffel der Ueber— Ausführungen: Jeder denkende Staatsmann arbeite bringer eines eigenhändigen Schreibens Kaisers seit Jahren der von inneren Feinden drohenden Wilhelm an den Kalser Franz Joseph gewesen Gefahr entgegen; bislang sei jeder legislatorische sei, ist vollständig unbegründet. Manteuffel hat Versuch, ihr zu begegnen, im Reichstage mißlungen. sich in Wien nicht aufgehalten, ist vielmehr direct Die Frevelthat vom 11. Mai lege den verbündeten nach Gastein weitergereist.
Regierungen die Pflicht auf, ihrer Verantwortung— 23. Mai. Die„Wiener Abendpost“ legt getreu, auf's Neue der Gefahr entgegenzutreten. den aufrührerischen Vorgängen in Constantinepel „Wir verlangen kein Vertrauensvotum vom Reichs-[großes Gewicht bei. Der„Pester Lloyd“ tag; wir halten dieses Mittel gegen die Gefahr meldet: Andrassy erhielt aus Berlin ausführliche für geboten. Lehnen Sie das Gesetz ab, so hat Mittheilungen über Schuwaloff's Mission. Danach der Bundesrath seine Schuldigkeit gethan; nicht ist der Congreß kaum mehr zweisfelhaft.
ihn, nicht die verbündeten Regierungen trifft die Pest. Oesterreich ließ in Petersburg bestimmt Schuld und Verantwortlichkeit weiterer Folgen, son- erklaren, daß es den Anschluß Antivari's an dern den Reichstag. Den Gedanken der Social- Montenegro nicht zulasse. Demzufolge will Mon- Demokratie wird weder ein Aus nahmegesetz, noch ein tenegro den Anspruch auf Antivari aufgeben und Gesetz überhaupt beseitigen können, das ist zurächst dafür Spizza verlangen.
Aufgabe der Kirche; im Weiteren muß die Schule Frankreich. Paris, 21. Mai. Der helfen, andere geistige Mittel müssen eingreifen. hier tagende Post- Congreß hat den Entwurf des Aber dies hilft nichts, wenn der Staat nicht seine Postvertrags(in der in unserer vorigen Nummer Schuldigkeit thut, der Ausbreitung der Social- unter„Handel und Verkehr“ gebrachten Form) Demokratie entgegenzutreten. Gegenüber der Aus- genehmigt.
nutzung des Vereins- und Versammlungs-Recht“ Großbritannien. London. Der„Stan⸗ muß der Staat auftreten. Der Zeitpunkt des dard“ erfährt, es sei jetzt wirklich als wahrschein⸗ Einschreitens ist ein ungünstiger, weil er an den lich, daß der Congreß in der ersten Haͤlfte des Schluß einer langen anstrengenden Session fällt Juni zusammentreten werde. Zufolge des unge und weil der leitende Staatsmann durch Krankheit regelten Standes der Angelegenheiten in Constan- tinopel werde das britische Geschwader wahr-
verhindert ist, anwesend zu sein. Die verbündeten 5 Regierungen halten den von ihnen betretenen Weg scheinlich nach den Prinzen-Inseln überstedeln. — 22. Mai. Der Kronprinz des deutschen
für den richtigsten und zweckmäßigsten, um augen- blicklich der dringendsten Gefahr zu begegnen.“ Reiches besuchte gesters Lord Beaconesield und Liebknecht verlas im Namen sämmtlicher social- wohnte Abends mit der Kronprinzessin dem Hof-


