Ausstellung von 1878 doch ihre Vorgängerin er. reiche, wenn nicht gar übertreffe. Der Marschall danke Gott, der dem Lande zu seinem Troste friedlichen Ruhm gab.„So konte Frankreich zeigen, wie viel sieben Jahre der Sammlung und Arbeit vermochten, um schreckliche Unfälle wieder gut machen. Die Solidität seines Credites, die Reichhaltigkeit seiner Hülfsquellen und die ruhige Haltung der Bevölkerung legen Zeugniß ab für die Organisation des Landes, welche Fruchtbarkeit und Dauer verspricht.“
Großbritannien. London. Einem Tele gramm aus Simla, 21 d., zufolge soll der Krieg mit Afghanistan nunmehr unvermeidlich sein. Die Antwort des Emirs an den Vice-König besage: Macht was Ihr wollt, das Ende steht in Gottes Hand. Die Antwort des Emirs ist der Regier⸗ ung nach London telegraphirt. Die Antwort der Regierung über das nunmehr einzuschlagende Ver- fahren wird bis zum 23. d. erwartet.
Spanien. Madrid, 21. Oct. Pi Margal, ebemaliger Chef der Executiv- Gewalt, wurde unter der Anklage der Theilnahme an republikanischen Umtrieben verhaftet.
Italien. Rom, 20. Oct. Die Demission der Minister Corti, Bruzzo und Brocchetti ist nach den„D. M. Bl.“ vom Könige angenommen worden.
— 21, Oct. Ministerpräsident Caitoli hatte heute in Monza eine zweistündige Conferenz mit dem König und kehrte darauf hieher zurück. Einige Blätter vermuthen, Cairoli werde das Ministerium des Auswärtigen, General Dozza das Kriegs, Admiral Acton das Marine Ministerium über“ nehmen.
Türkei. Constantinopel, 21. October. Ein zwischen Achmed Mukhtar Pascha und den Delegirten der Kretensischen National-Versammlung endlich vereinbartes Uebereinkommen ist gestern der Sanction des Sultans unterbreitet worden. Layard empfahl dem Sultan die Genehmigung der Con- vention bezüglich Kreta's. Hinsichtlich der in der
asiatischen Türkei einzuführenden Reformen entstand
eine abermalige Verzögerung, da der Sultan den betreffenden Entwurf zurückgab und weitere Er⸗ läuterungen forderte.
— 21. Oct. Backer Pascha erhielt auf seinen Bericht an den Sultan über die Besichtigung der Vertheidigungs Linien von Tschataldja den Auf
trag, die Werke zu vervollständigen und hiezu
eventuell 40,000 Mann zu verwenden.
Serbien. Belgrad. In Folge einer Aufforderung Rußlands hat Fürst Milan die unverzügliche Räumung ber von den serbischen Truppen besetzten, zu Neubulgarien gehörenden Ortschaften angeordnet.
Rumänien. Bukarest, 20. Oct. Bei dem heute staltgefundenen sestlichen Einzuge der Truppen hielten der Minister Rosetti und der Bürgermeister an den Fürsten Bewillkommnungs⸗ Ansprachen. In seiner Danksagung äußerte der Fürst: er empfange die schönste Belohnung für die Armee, welche durch ihre Tapferkeit in Bul⸗ garien ihrem Vaterlande die Achtung und Werth⸗ schätzung Europa's erworben habe. Der Fürst, welcher seit seiner Thronbesteigung der militärischen Organisation Rumäniens seine unaufhörliche Sorge gewidmet, war der Gegenstand vielfacher Ovationen. Die Truppen führten 6 türkische Fahnen und 50 türkische Geschütze als Trophäen mit sich.
Amerika NewYork. Die Madrider „Epoca“ meldet aus Tanger, daß daselbst der Vertreter der Vereinigten Staaten von Nord- Amerika von Marokkanern öffentlich beschimpft worden, letztere aber unbestraft seien.
Aus Stadt und Land.
Hungen. Auf der hiesigen Brückenwage wurden bis zum 18, d. nabezu 8000 Centner Zweischen verwogen.
Gießen. Die Erweiterung unseres Bahnbofs wird in der nächsten Finanz-Periode bedeutende Mittel in An- spruch nehmen. Diese Ausgaben sind unabwendbar, obwohl die Rentabilität der Main⸗Weser⸗Bahn fortwährend sinkt.
Langen, 21. October. Den„Hess. Volsbl.“ schreibt man: Eine enisetzliche Kunde durchfliegt unser Städtchen. Die Ehefrau des Großh. Landgerichis-Assessors Amendt besand sich im Wochenbett und wurde der günstige Ver- lauf desselben durch einen vorige Woche in der Nähe der Wohnung ausgebrochenen Brand derart geslöct, daß nach
binweisen müssen.
Joh. Schneider II., wegen Versuchs der Brandstiftung mit zwei Jahren Zuchthaus bestraft; der wegen Anstiftung zu diesem Verbrechen angeklagte Wirth N. Huber III. indeß
in die hier eingerissene siitliche Verwilderung.
Mainz, 21. Oct. Aus einem berüchtigten Hause in der Münstergasse wurde gestern Morgen die Leiche eines jungen Mannes von etwa 25 Jahren, dessen Identilät noch nicht fesigestellt werden konnte, in das Rochushospital verbracht. Derselbe war sein gekleidet und von kräftiger Statur. Bei Durchsuchung der Kleidungsstücke fand sich eine Baarschaft von 20 Pf. vor. Auch ergab sich hierbei, daß alle Kennzeichen, die zur Ermittelung der Personalien des Unglücklichen hätten dienen können, beseitigt waren.
zeichnet gewesen, ausgelöscht. Die Obduttion der Leiche ergab Vergiftung durch Cyankali und scheint ein Selbst— mord vorzuliegen.
Worms, 20. October. Mit dem Courierzuge traf gestern Nachmitiag eine Dame hier ein, welcher bei Em— pfangnabme ihres Koffers die unangenehme Ueberraschung
einigen Tagen die Aerzte nicht nur die Hoffnung einer Rellung gänzlich aufgaben, sondern der Unglücklichen nur noch eine sehr kurze Lebensfrist prognosticirten. Dieselbe durch matte Londoner Nolirungen etwas erschültlert. Auch lag in den surchtbarsten Schmerzen und soll ihren darob wurden neue Fallissemenis aus England gemeldet. Gegen verzweifelten Mann, mit dem sie in glücklichster Ehe lebte, Abend erfuhren die Course eine weitere Abschwächußg. um eine rasche Erlösung angefleht bavden. Dieser habe Heute lag ebensalls eine verstimmende Meldung vor, die jene Schmerzen nicht länger mit anseben können, eine nach den gestrigen Nachrichten über die afghanische Au Schußwaffe ergriffen und seiner Ebefrau eine Kugel durch gelegenheit nicht erwartet wurde. Die Anwort bes Emitg die Schläse gejagt. Die Leiche der Dahingeschiedenen wurde von Afgbanistau an den Vicekönig soll nämlich nicht zu, bereits verflossenen Sonntag zu Darmstadt beerdigt, während friedenstellend und der Krieg daher unvermeidlich seig, Landgerichts ⸗Assessor Amendt in seiner Wohnung in vor⸗ Man eröffnete daraufhin in matter Haltung, die sich erf läusiger Haft gehalten wird. An dem Vorfall selbst istk im Laufe des Verkebis auf bisseres London wieder fesler natürlich nichts zu verheimlichen, die Sache befindet sich gestaltete. in den Händen der Justiz, doch dürste vor vorurtheiligen schienen in London keinen bemerkenswertheren Eindruck Schlußfolgerungen sehr zu warnen sein. Es sollen An- gemacht zu haben. Das Geschäft war still. Creditacssen, zeichen von einem geistigen Gestöctsein des bedauerns- gestern Abend 1925/8, bewegten sich zwischen 191¾ bis werthen Ehemannes vorliegen, auf welche dessen tabelloses 192%— 191¾— 192 und 1915/8. Vorleben und die ganze Natur seiner That an sich schon sgestern Abend 216½ gingen nahe 216½ um.
freigesprochen. Die Verhandlung bot einen tiesen Einblick 205 Frankenftücke
Tendenz der gestrigen Mitlagsbörse wurde gegen Schluß
Die ungünstigen Nachrichten aus Ostindien
Staatsbahnacisen, 0 Am Markt für österr. Bahnen fand der Haupiverkehr in Galizlern
Gernsheim. Unser Städtchen ist wegen seiner statt, welche bei reger Nachfrage ca. 1½ fl. stiegen. Andere häufigen Brände, die offenbar meist das Werk absichtlicher Bahnen sest. Raab⸗Grazer besser. Alsöld matter. Oesterr. Brandstiftung sind, zu einer traurigen Berühmtheit gelangt. Prioriläten ruhig. Loose still. Von ausländischen Staats- Alle Versuche der Justiz, einen Brandßister zur Strafe fonds Oesterr. Renten etwas matter. Russen von 1877 zu zieben, waren bisher erfolglos; doch jetzt wurde von dem schwächer. Ungarische Fonds unverändert. Banken flag; Schwurgericht ein übel berüchtigter hiesiger Einwohner, nirend. Von Wechseln Wien billiger. Privatdisconto 4%,
Geld⸗Cours. Frankfurt am 22. October 1878.
183 M. 16 20 196. Englische So vereins 20 40—45
L Russische Imperiales 4„ 16 67—72 Holländische fl. 10⸗Stücke.„ 16 650 Dueaten 5 1 9 57—62 Ducaten al marco 1735 7 9 62—67 Dollars in Gold. 0 4 17—20
Die Lebensversicherung in Deutschland. Vor Kurzem brachten wir eine aus einer all⸗
So waren die Buchslaben, mit denen das Taschentuch ge— jährlich erscheinenden ausführlichen statistischen Ar⸗
beit über„Zustand und Fortschritt der deutschen Lebensversicherungs-Gesellschasten“ entlehnten Notiz, in der wir besonders der Größe des Geschäfts der bedeutendsten Anstalten gedachten.
Da indessen das Publikum nicht nur auf die
bereitet wurde, daß der Koffer auf dem Wege von Baden— Größe eines Instituts, sondern auch auf seine
Baden hierber gewaltsam geöffnet worden und daraus die Schmucksachen, besonders ein Brillantring, eine goldene Uhekette ꝛc. gestohlen waren. Sofort angestellte Recherchen haben bis jetzt zu keinem Resultaie geführt.
Allerlei. ö Oberursel, 21. Oct. Gestern brannten an der Schreibes'schen Mühle zwischen Stierstadt und Oberursel zwei Scheunen und das Wohnhaus nieder. Das Feuer oll durch ein erst vierjähriges Kind, das in einer Scheune mit Streichhölzchen gespielt, enistanden sein. Das Kind wurde aus der an der Mühle vordeifließenden Urselbach durch einen Mann herausgezogen; wie es in das Wasser gekommen, darüber geben allerlei Gerüchte. Frankfurt. Aus dem Thierbestande, welcher sich bei der nubischen Karawane befand, sind für unseren zoologischen Garten erworben und demselben von einem Freunde des Justituts zum Geschenk gemacht worden! drei Giraffen, ein Paar Dromedare, verschiedene Schafe, und Ziegen, sowie ein Paar Strauße. Die Dromedare ollen mit geeigneien Sätteln versehen und von den Kindern geritten werden. Genua, 21. Oci. Von einer Sendung Werthpapiere, welche seitens der Filiale der Nationalbank in Ancona nach Genua übermittelt wurde, sind 2¼ Millionen Lire unterschlagen worden. Drei Beamte sind verhaftel; die Untersuchung ist im Gange.
Handel und Verkehr. Friedberg, 23. Oet. Waizen M. 18.—, Korn M. 14.— 16„ Gerste M. 15.—17., Hafer M. 12.— 14. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo— 200 Zollpfund. Friedberg, 23. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 80—90 Pf., Eier per Stück 8 Pf., 2 Stück 15 Pf. Gießen, 22. Oet. Wochenmarkt 7580 Pf., Eier per Stück 7 Pf., Käse per Stück 5 bis
Hammelfleisch 60—66 Pf. Frankfurt, 21. Oet.
400 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1 Qual.
1. Qual. M. 62.64. 2. Qual. M. 56.— 58. Frankfurt, 21 Oet.
M. 18.25 18.50, do. fremder je nach Qual. M. 19.— 20.50
lich per 200 Pfo. Zollgewicht— 100 Kilo.
finanzielle Lage und zwar auf letztere in erster Linie sein Augenmerk richtet, so unker⸗ lassen wir nicht, auch in Bezug hierauf etwas Naheres mitzutheilen.
Am Schlusse des Jahres 1877 betrugen bei den deutschen Lebens versicherungs-Anstalten die rechnungsmäßigen Deckungsmittel(Reservefonds) im Ganzen Mark 307,712.49 9., gegenüber einem Versicherungsbestand von M. 2329, 168,878, im Procentsatz also 13(für je M. 100. Ber⸗ sicherungssumme waren durchschnittlich M. 13,21 Deckungsmittel vorhanden).
Hieran hatten die sieben größten Anstalten folgenden Antheil:
Berlinische(von 1836) mit 19,25 Procent.
Gothaer(„ 1827)„ 18,9 17 Lübecker(„ 1828)„ 1572„ Concordia(„ 1853)„ 14, 50 Stuttgarter(, 1854)„ 13,60„ Leipziger(, 1830)„ 13,0 1 Germania(, 1857)„ 12788 5
Gemeinnütziger Vorschlag.
beachtenswerlhen„gemeinnützigen Vorschlag“:„In der jetzigen Zeit, da so viele Hände zur Unthäligkeit genöthigt sind, so manche brave Arbeiter sich nach Beschäftigung sehnen, um sich und ihre Familien vor Noth und Ver⸗
Butter per Pfd. armung zu schützen, ist es dringend geboten, auf Mitlel
zu sinnen, um den ehrlichen Broderwerb nach Kräsien zu
9 Pf., Tauben das Paar 60 Pf., Hühner per Stück fördern und Denjenigen, welche gern arbeiten, Gelegen? 80 Pf., Hahnen per Stück 65 Pf., Enten per Stück heit zu lohnender Tyäligkeit zu geben. Hierzu dürste sich M. 1.60, Kartoffeln 100 Kilo M. 6., Ochsenfleisch vesonders empfehlen, daß die Gemeinden und Corporalionen, 70—72 Pf. per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 52—60 Pf., diese Zeit der billigen Arbeit benutzen, um Wege zu bauen
Schweinefleisch 62— 64 Pf., Kalbfleisch 56— 60 Pf., und die vorhandenen in guten Stand zu setzen, mit Bü
men zu bepflanzen, Bäche und Wasserläufe zu reguliren,
Der heutige Viehmarkt war] Brücken zu bauen, Oeden und Haiden urbar zu machen ziemlich bei hohen Preisen befahren. Angetrieben waren und zu bepflanzen u. dergl. Es gibt wohl kaum Nine circa 380 Ochsen, 160 Kühe und Rinder, 200 Kälber und Gemeinde, wo nicht solche und ähnliche Arbeiten nöbig
und lohnend sind. Leider unterbleiben sie häufig, weil
M. 70.—72., 2. Qual. M. 66.—68., Kühe und Rinder die Bauern eher zwanzig Mark an Gespann und Geschirr 1. Qual. M. 60.- 62., 2. Qual. M. 54.—56., Kälber verderben, ehe sie eine Mark zu Verbesserung der Wege 1. Qual. M. 62.—64, 2. Qual. M. 58.—60., Hämmel unlegen.
Diese maugelhafte Einsicht muß durch die Ju: lelligenz der Vorgesetzten überwunden werden. Selbst wo
Fruchtbericht. Mehl Nr. 11 das Jahtesbudget der Gemeinden zur Deckung der nöthigen M. 39., Nr. 2 M. 35., Nr. 3 M. 31., Nr. 4 M. 27.,] Auslagen nicht ausreich,, dürfte sich eine Anleihe zur Be⸗ Nr. 5 M. 21. Noggenmehl%(Berliner Marke) M. 21.,schaffung der erforderlichen Auslagen empfehlen. D in do. II.(Berliner Marke) M. 18. Walzen, effeetiv hie elreklen Vorthelle, welche durch solche Arbeiten erdelt siger ab Bahnhof hier M. 19.50, ab unserer Umgegend] werden, werden die Auslagen mit Zinsen lohnen. Es
ist anerkannt, daß der Zustand der Wege und Verkehis⸗
Roggen je nach Qual. M. 13.—16. Gerste M. 13.—18.50.] mittel, das Verschwinden von Oeden und unbenußten Hafer M. 12.— 13.50. Kohlsamen M. 28.—29. Erbsen Flächen den Maßstab für Intelligenz und Wohlsiand eiues M. 19.— 23. Wicken M. 15.— 16. Linsen M. 17.—23. Landes bilden, daß in dieser Beziehung England, Frank- Rüböl, detall, M. 70. Die Preise verstehen sich sämmt⸗ teich, Holland und Belgien dem Gebiele des deulschen
[Reiches weil voraus geeilt sind, und sich der Vortheile
D. Frankfurt a. M., 22. October 1878. Die sesse
In der„Köln. Zeitung“ lesen wir folgenden, sebr
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