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Diese Kasse, welche 138 freiwillige und 134 Pflicht⸗ 5 5 und hat nach Ablauf des ersten Quartals, mit⸗
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Kranken ⸗Unterstützungs⸗Kasse zu Friedberg. Pitglieder zahlt, besteht nunmehr seit Februar dieses
u seit Anfang Mai, ihre statutenmäßigen Verpflichtungen wernommen. Obwohl dieser Zeitraum noch zu kurz ist, un über das ganze Institut ausreichende Erfahrungen zu sammeln, so können wir doch schon sagen, daß es sich für unsere Bevölkerung als ein vortheilhaftes erwiesen at. Mehr als eine Familie wäre ohne ihr Verschulden diesem Sommer wirthschaftlich zurückgekommen, wenn ie Kasse nicht bedeutende Ausgaben für Arzt, Arzenei ind Krankengeld bezahlt hätte. Andere, besonders ärmere Nitglieder, hätten an die öffentliche und Privat-Wohl— bätigkeit erhöhte Ansprüche erheben müssen, wenn unsere jasse nicht für sie eingetreten wäre. Und wenn wir be— jenken, wie die Arbeiter und Gewerbe-Gehülfen während eingetretener Krankheitsfälle ihrer Angehörigen viel sorgen—
eier ihren Verpflichtungen nachkommen konnten und be— 1 Hilfeleistungen von ihren Arbeitgebern nicht in uspruch zu nehmen nöthig hatten, so müssen wir ge— testehen, daß sie auch für die Letzteren von anerkennens—⸗ berthem Vortheil gewesen ist.
Was den Kassen-Bestand betrifft, so können wir zenselben nicht als einen besonders günstigen bezeich—
der Deutschen) entspringend, noch immer ein un— zeitgemäßes Vorurtheil gegen das Aunonciren in den Zeitungen; man hört sogar die Meinung aussprechen, als ob durch Zeitungs- Anzeigen die persönliche Würde des Geschäfts⸗Eigenthümers so— wohl wie diejenige des Geschäfishauses beeinträch— tigt werde. Glücklicherweise ist der Einfluß dieser Ueberlieferung, gleich dem vieler anderen in die Rumpelkammer gehörenden Anschauungen, durch die Thätigkeit jener unternehmenden Geschäfts- firmen lahmgelegt worden, die sich nicht gern durch veraltete Schrullen in ihrer Entwicklung aufhalten lassen wollten. Vergeblich lächelt die alte Kauf— mannsschule, wie sie sich selbst gern nennen hört, über die energische Thatkraft, mit der ihre Nebenbuhler ihnen mehr und mehr über den Kopf wachsen, vergebens suchen sie die Einbußen ihres eigenen Geschäftsbetriebes durch werthlosen Spott wett zu machen. Die Einbildung, das Geschäft lediglich auf Grund des etwa zu Anfang dieses Jahrhun-
en. Immerhin ist es aber erfreulich, daß er bis ützt nicht nur allen mitunter schweren Verpflichtungen gachkommen konnte, sondern auch, wie zuversichtlich zu Pen ist, noch gegen 300 M. als Betriebs-Kapital in as neue Rechnungsjahr mithinüber nehmen wird. In⸗ jessen ist es aber doch sehr zu wünschen, daß mit Ende znes jeden Jahres ein kleines Ersparniß erzielt und Upitalisirt werden kann, um für die Zukunft auch in en ungünstigsten Gesundheits-Verhältnissen den gestellten Inforderungen nachkommen zu können. Auch hat sich in Anderen Orten vielfach die Erfahrung herausgestellt, daß franken⸗Kassen, welche keinen fortlaufenden Zuwachs an ungen Mitgliedern gewinnen, zu einem gewissen Zeit⸗ funkt, wenn der Hauptstamm in höhere Altersklassen ingerückt ist, leistungsunfähig werden. Es ist darum um Bestehen unserer Kasse der fortwährende Zugang e Mitglieder sehr erwünscht und wir möchten ringend alle Arbeitgeber bitten, dafür besorgt zu sein, laß alle ihre Gehülfen, Gesellen u. s. w. ihrer gesetz⸗ lochen Verpflichtung, der Kasse beizutreten, nachkommen. Jußerdem glauben wir aber berechtigt zu sein, die freund— iche Theilnahme aller unserer Mitbürger, welchen das pirthschaftliche Wohl vieler Angehörigen unserer Stadt, tamentlich der Arbeiter und wohl auch der Nothleiden— sen am Herzen liegt, in Anspruch nehmen zu dürfen. Eir müssen gestehen, daß das Umsichgreifen der soeial- demokratischen Bewegung durch wirklich vorhandene ma— brielle und sittliche Nothstände begünstigt wird und daß Jemand vernünftiger Weise behaupten kann, daß nach krlaß des Socialisten⸗Gesetzes alle Gefahren, welche eine naßlose Agitation heraufbeschworen hat, beseitigt seien.
Nelmehr entsteht durch dieses Gesetz für die wohlhabende
Devölkerungsklasse umsomehr die Pflicht, alles zu thun, was geeignet erscheint, die sittliche und materielle Hebung tes Arbeiterstandes herbeizuführen. Dieses Ziel hat
anch unsere Kasse im Auge und so dürfen wir gewiß
nusere Mitbürger auf dieses Unternehmen aufmerksam machen und sie bitten, demselben ihre wohlwollende Theil— ruhme zu schenken.
Das Annoncenwesen sonst und jetzt.
In dem„Panama Star und Herald“ begegnen bir einem namentlich für das geschäftstreibende gublikum bemerkenswerthen Aufsatze, den jenes entralamerikanische Blatt dem„Industrial Supple⸗ gent to the European Mail“ entlehnt hat. Dieser Lufsatz bespricht einige Verschiedenheiten in dem amerikanischen und dem europäischen Geschäfts betriebe und lautet wie folgt:„Wenn britische Faufleute in Bezug auf Thatkraft, Reellität und chrlich⸗biederen Geschäftsbetrieb von ihren aus- härtigen Nebenbuhlern kaum etwas zu lernen
leigenen Mangels an Unternehmungsgeist.
derts erworbenen guten Rufes gegen alle Con- cucrenz siegreich weiterführen zu können, das ablehnende Verhalten gegen die umgestalteten Ver— hältnisse und die vergrößerten Anforderungen der Neuzeit, alles Dies drängt jene weniger energischen Kaufmannshäuser thatsächlich aus dem großen Weltmarkt hinaus, es setzt sie schachmatt, ohne andere Fehler als jene einzigen und größten ihres Freilich schütteln diese Männer der alten Schule die Köpfe über das unbehagliche Spiel, freilich schwören sie immer hartnäckiger, daß sie niemals um eines Haares Breite von den Geschäfts Regeln ihrer klugen und erfolgreichen Vorfahren abweichen würden.„Wir empfehlen uns niemals durch In— serate“, sagen diese Philosophen,„das Annoncen— wesen überlassen wir Geschäftshäusern
Diesen Herren würden wir wie folgt antworten: „Ihre Art, Geschäfte zu betreiben, mag in die Zeit der Postkutsche hineingepaßt haben, sie ist wesentlich unvereinbar mit neueren Grundsätzen und neueren Geschäftssystemen“. Der große Ge— schichtschreiber Macaulay sagt:„Annonciren für die kaufmännische Thätigkeit dasselbe wie der Dampf für die Industrie— nämlich die große, treibende Kraft“. Und darin liegt das große Gebeimniß, weßhalb unsere amerikanischen Vettern allenthalben so viel von sich reden machen. Die schwersten Einwände gegen das Annoneiren werden durch die schwer zu läugnenden Thatsachen großer Aufträge und vermehrter Geschäststhätigkelt bin— weggeräumt. auftritt, so ist es für ihn vom allergrößten Werth, einen Käufer zu finden und wenn Industrielle und Kaufleute sich selbst die Gerechtigkeit angedeihen lassen wollten, durch den Inseratentheil der Zeit- ungen sich und ihre Waaren bekannt zu machen, so würden sich der Consumenten auswärts und daheim noch verhältnißmäßig genug finden.„Wo fehlt's, womit kann ich dienen?“ sollte die be
ständige Frage sein, denn der Gegenleistungen,
der Bedürfnisse und der Arten ihrer Befriedigung gibs so unendlich viele, daß ein wahrhaft ge— schickter und unternehmender Kaufmann betreffs
haben, so mögen sie doch nicht ohne Nutzen einige sgätzenswerthe Winke von amerikanischer Seite iber einige Klugbeitsregeln des Geschäftsbettiebes heheczigen. In England(man kann binzusetzen auch in Deutschland) besteht, vielleicht aus der angeborenen Bescheldenheit der Engländer(und
rathen dürfte.“
gessen ist.
seines Absatzgebietes niemals in Verlegegenheit ge— Die Amerikaner wissen recht gut, wie bald bei unserm raschen Leben etwas ver- Einzelne deutsche Häuser haben es ihnen nachgemacht und da sie noch fortfahren, müssen sie ihre Rechnung dabei finden. Man
von ge⸗ ringerem Rufe und minder bedeutender Stellung.“
ist
Wenn irgend Jemand als Verkäufer;
zahlt auf diese Weise Tausende, um zehnfache Summen in's Geschäft zu ziehen. Ja es gibt Waaren, Artikel, die nur durch die Massen- Insertion möglich geworden und zu halten sind. Das Annonciren ist zu theuer, sagt der Eine oder Andere. Allerdings es ist theurer geworden, wie Alles seit der Milliardenepoche, Lebensmittel, Miethe, Kleidung u. s. w. Denn der Deutsche fragt gewöhnlich erst nach dem Preise und ganz zuletzt nach dem Werthe oder der Qualität der Sache. Ist doch sogar in der Büüthezeit der Submissionen die Idee aufgetaucht, behördliche Inserate auf dem Submissionswege zu vergeben! Selbstverständlich kann ein Blatt, das 100 Abon- nenten zählt, die Inserate viel billiger übernehmen als eins mit 10,000, braucht es doch nur 100 mal weniger Papier und Druck. So kann man denn auch, neben anderen Umständen, dank schleuder- hafter Concurrenz hören, daß diefes oder jenes Blatt viel billiger inserirt. Das erklärt sich durch die geringere Anzahl von Exemplaren, in denen es erscheint. Es muß doch einem Jeden einleuchten, daß eine Annonce, die 10,000 mal abgedruckt wird, nicht blos mehr Arbeit verursacht, sondern auch größeren Werth hat.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 16. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfo. M. 1.— 1.10, Eier 1 Stück 7—8 Pf.
Gießen, 12. Nov. Wochenmarkt. Butter per Pfd.
M. 1.— 1.10 Eier per Stück 7 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben das Paar 65 Pf., Hühner per Stück 90 Pf., Hahnen per Stück 85 Pf., Enten per Stück M. 2. Kartoffeln 100 Kilo M. 5.50—7 50. Weißkraut per 100 M. 4.— 7. Ochsenfleisch 70— 72 Pf. per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 56 62 Pf., Schweinefleisch 58—60 Pf., Kalbfleisch 5660 Pf., Hammelfleisch 5060 Pf., Gänse per Pfd. 40—52 Pf. Frankfurt, 16. Nov.( Marktbericht.) Reichthum in jeder Beziehung ist heute die Marktlosung. Wie noch selten, war solche Zufuhr vorhanden. Weißkraut wurde das Hundert mit 5— 7 M. bezahlt. Rotbkraut das schönste per Stück 10 Pf. Kohlkraut das Stück 5— 10 Pf. Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.50— 7. Ganze Erbsen 20—22 geschälte Erbsen 24 26, Bohnen 26-30, Linsen 24—28 M. per 100 Kilo. Eier haben etwas angezogen, das Hundert M. 5.50—8, letztere ausgesuchte Italiener. Ochsenfleisch per Pfund 7075 Pf., Kuh-, Rind⸗ und Farrenfleisch 50— 60 Pf., Kalbfleisch 58— 70 Pf., Schweinefleisch 70—75 Pf., Hammelfleisch nebst Schaffleisch 40— 68 Pf. Heu war etwas billiger und kostete der Centn. je nach Qual. M. 1.80—3, Stroh M. 1.50—2. Hasen, welche anfänglich hoch gingen, wurden durch plötz— lich auf den Markt gekommene große Quantitäten wieder gedrückt. Während anfänglich M. 3.50 bezahlt wurde, sank der Preis auf M. 3. und schließlich M. 2 80. Hahnen, Prima-Waare M. 0.80—1. Gäͤnse durch die heute stattfindende frischere Witterung etwas theurer als gestern, während man solche gestern zu 40— 50 Pf. per Pfund haben konnte und freudig erhielt, wurden heute im Durchschnitt 60 Pf. bezahlt.
Marburg, 16. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10— 1.20., Eier per Stück 7— 8 Pf., Käse per Stück 10—12 Pf., Zwiebeln per Pfd. 8—10 Pf., junge Hahnen per Stück M. 0.90—1.“ Hühner per Stück M. 0.80—1., Gänse per Stück M. 3.50 5.50. Weiß⸗ kraut per Kopf 4—5 Pf., desgl. 100 Stück M. 2.50—4. Wirsing und Kohlraben 1 Stück 5 Pf, Kohlraben 2—3 Stück 10 Pf. Hasen 1 Stück M. 3.—3 50.
Geld⸗Cours. Frankfurt am 16. November 1878.
20⸗Frankenstücke. M. 16 16—20 Englische Sovereigns.„ 20 35-40 Russische Imperilales„e
Holländische fl. 10-Stücke.„ 16 65.
Dünn: ñĩi!ͤ* 9 55-60 Ducaten al mareo 5 9 61—66 Dollars in Gold, 4 4 17-20
Bekanntmachung.
Die Gemeinde Kloppenheim sucht bis zum 1. Januar lmmenden Jahres einen zuverlässigen Mann als Schweine— Arten und Nachtwächter. Hierauf Reflectirende wollen c unter Vorlegung von Zeugnissen über ihr seitheriges betragen und ihre seltherige Beschäftigung binnen 14 Tagen het unterfertigter Stelle anmelden, woselbst ihnen das Heitere eröffnet werden wird.
Kloppenheim am 14. November 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Kloppenheim.
Klie m.
Aufforderung. 3623 Einwendungen gegen das von Adolph Crispens Eheleute in Lindheim mit der Mehrheit ihrer Gläubiger getroffene, auf unserem Aetuartat zur Einsicht offen
liegende Uebereinkommen sind binnen 14 Tagen vorzu-
bringen und rechtlich zu begründen, als sonst Bestätigung erfolgt. Altenstadt den 11. November 1878. Großherzogliches Landgericht Altenstadt. May, Kösterus, Landrichter.
Cronberger Kastanien, Italienische Maronen Wilhelm Fertsch.
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von neuen Stühlen bei e Jos. Butzbach.
Frledberg.
Bekanntmachung.
3624 Nachdem Jakob Schaub von Ober Erlenbach und dessen Ehefrau Maria Anna, geb. Werner, die Er⸗ klärung bei unterzeichnetem Gerichte abgegeben haben, daß sie ihre eheliche Gütergemeinschaft aufgeben wollen, so wird dies hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Vilbel am 15 November 1878. Großherzogliches Landgericht Vilbel. Jäger, Dr. Schäfer, Landrichter. Landgerichts-Assessor.
Hof⸗ Apotheker Boxberger's
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