1878.
Samstag den 18. Mai.
lier
1884
Oberhessischer Anzeiger.
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Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
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Deutsches Reich. Darmstadt, 15. Mai. 65. Sitzung der . Kammer. Nach Verkündigung der neuen Ein— läufe und Erledigung verschiedener Petitionen, olgte die Berathung über den Gesetzentwurf über as Civildiener-Wittweninstitut. Art. 1 wurde zach der Regierungsvorlage mit der vom Aus-
bra
U Aeicdber schuß beantragten Modification, der Art. 2 nach er Regierungsvorlage einstimmig angenommen.
Dre Sodann folgte die Berathung über den Gesetz— der untwurf über die Ausführung des Gerichtsver— assungsgesetzes. Art. J wurde in der Fassung
i Tente, Taler es Aus schußantrages einstimmig, ein hierzu von ĩůĩů—— Deinzerling gestellter Antrag gegen fünf Stimmen ngenommen. Nachdem die Kammer eine zweite
01 eg eesung des Gesctzentwurfs beschlossen hatte, wurde er Art. II nach der Regierunge vorlage, der
Art. III, in der Fassung des Aus schuß Antrags
Jastich i instimmig, der vom Ausschuß beantragte Zusatz—
Artikel IIIa mit 21 Stimmen und der Art. IV lach der Regierungsvorlage einstimmig angenommen. — Militärdienstnachrichten. v. Platen, Haupt— „ gann und Cemp. Chef vom 3. Großh. Inf. * hegt. Nr. 117, wurde in das 8. brandenburg. 9 Inf.-Regt Nr. 64 versetzt; Zentgraf, Prem. ⸗Lt. um 3. Großh. Inf.⸗Regt. Ne. 117, zum Haupt- hann und Comp.⸗Chef, Schroeder, Sec.-Lt. von ems. Regt. zum Prem.-Lt. befördert. . Berlin, 14. Mai. Die Friedens-Aussichten Dunn hae eigen. Der Congreß ist bestem Vernehmen zufolge 2 2 kesichert, Ort und Zeit desselben sind freilich noch Erndte inbestimmt. Bismarck's Zustand ist besser, der- „ eee s nige Gortschakoff's überaus schlimm. ˖— Aus Anlaß der Verlobung der Prinzessin Narie von Prenßen mit dem Prinzen Heinrich der Niederlande und der Prinzessin Luise Margarethe on Preußen mit dem Prinzen Arthur von Groß- 4 Fitannien fand am letzten Sonntag im königlichen e e Palais ein großes Diner statt. Der Kaiser ——,(achte während der Tafel die Mittheilung, daß Laztruct Alte eee den beiden obengenannten Paaren ein
fennig, bei t. Megerle,
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1 4100(heversprechen stattgesunden habe. Die Ver-
Suter 1. Bene. nählung der Prinzessin Luise Margarethe wird,
E N es heißt, 5 Anfange des kommenden Jahres,
ind zwar auf den Wunsch der Mutter des Valtde!. äalgams in London stattfinden.
. 16. Mai. Der Kaiser hat gestern die
ne lückwünsche von Deputationen des Magistrats
9 8 ind der Stadtverordneten von Berlin, Essen und
I Hleslau, sowie der Studirenden der hiesigen
K. jricdti wiversität entgegengenommen. Der Kronprinz ist
„sestern mit seinen jüngeren Kindern über Ostende
e ch England abgereist.
e Ein hiesiger Photograph, welcher eines
a ter auf den Straßen verbreiteten Blätter mit dem
Hilde des Attentäters Hödel gekauft und in dem
1 lde einen Menschen erkannt hatte, der etwa
— Tage vor dem Attentat bei ihm eine Anzahl
1 1. otographien hatte anfertigen lassen, hat vor
— Untersuchungs Richter, nachdem er sich die
otographie des Attentäters hatte zeigen lassen, gende wichlige Erklärungen abgegeben: „fem der ersten Tage dieses Monats kam ein bekannter zu ihm und ließ sich photographiren id bestellte eine Anzahl von Bildern, welche er Fgebluch zur Verthellung an seine Freunde be. Atzen wollte. Bei der Abholung der angefertigten etope habe der Unbekannte ihm gegen- er ausgesprochen, er(der Photograph) solle nur
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für sich noch eine größere Anzahl von Exemplaren und den Uermenyi'schen Autrag zurückzuziehen. Die anfertigen, da er mit seinen Photographien ein Rede des Ministers wurde bei vielen Stellen beifällig gutes Geschäft machen werde. Auch habe der aufgenommen und die Debatte sodann vertagt, Unbekannte im Verlaufe des Gesprächs ihm t.— 14. Mai. Der Finanz Ausschuß des klärt, nach etwa einer Woche werde er todt sein, Unterhauses, welcher gestern die Quoten-⸗Gesetz⸗ aber wie ein electrischer Funke werde es durch die Vorlage berieth, nahm die 30proc. Quote an, ganze Welt gehen. Dieser Unbekannte schene knüpfte aber in dem Bericht die Annahme an die nach dem ihm vorgezeigten Bilde der Attentäter Bedingung, daß die Restitution laut den jüngsten zu sein. Hödel wurde hierauf vorgeführt und Abmachungen der beiden Regierungen geregelt werde. der Photograph constatirte sodann die Identität Großbritannien. London, 16. Mai. seines Unbekannten mit dem Attentäter. Aus Dem„Reuter'schen Bureau“ zufolge entbehrt die Leipzig sind inzwischen hierher Schriststücke des Nachricht von der angeblich ersolgten Einschiffung Hödel, welche von der Leipziger Polizel bei von drei Regimentern in Portsmouth durchaus mehreren Haussuchungen beschlagnahmt worden der Begründung. sind, gelangt, worunter sich Briefe des Attentäters Italien. Rom, 15. Mai. Der Papst befinden, welche die verbrecherische Absicht desselben hat nach dem Beispiele einiger seiner Vorgänger beweisen sollen. eine aus den Cardinälen Bilio, Panebianco, Ausland. Ferrieri, Franchi und Gianelli bestehende Com- Oesterreich⸗-Ungarn. Wien, 14. Mai. misston ernannt, mit der Aufgabe, Notizen über Das österceichische Consulat in Mostar wurde die hervorragenden Geistlichen zu sammeln, welche telegraphisch verständigt, daß österreichische Unter- nach Auswahl zu Bischöfen in Italien ernannt thanen in Folge des Einfalles bosnischer Insurgenten werden können. In dem gegenwärtigen System in Vergovac sich nach Ljubaschki flüchteten und der Ernennung aueländischer Bischöse tritt eine den Schutz des Consuls anriesen. Unter der Be- Neuerung nicht ein.— Der Papst empfing heute völkerung jener Gegend herrscht eine wahre Panik. in feierlicher Audienz den Gesandten des Sultans Der türkische Mutessarif beorderte, von dem Con- Bedros Effendi, welcher eine Ansprache hielt, die sulat benachrichtigt, sofort eine Abtheilung türkischer der Papst erwiederte. Sodann hatte der Gesandte Truppen nach Ljubaschki. beim Papst Privat- Audienz und besuchte den Pest, 14. Mal. Im Unterhause beantragte Staats Secretär Franchi. bei der Debatte über die Bedeckung des Sechzig Türkei. Constantinopel, 14. Mai. Millionen-Credits Uermenyi: Indem das Haus Die Verhandlungen wegen Räumung der Festungen die Credit Vorlage votirt, erklärt es zugleich die Seitens der Türken und gleichzeitigen Rückzuges Politik, welche nicht auf Verhinderung der Macht. der Russen von San Stefano sind, wie dem Ausbreitung Rußlands, sondern auf die Theilung„Tel. Corr. Bur.“ in Wien gemeldet wird, ge⸗— der Türkei abzielt, für schädlich, würde die Occu- scheitert, da der Rückzugsplan des Generals Tot- pation einer türkischen Provinz als die Einleitung leben in Petersburg nicht genehmigt wurde. einer solchen Politik ansehen und demnach miß—— 14. Mai. Das Uebereinkommen wegen billigen. Der Minister-Präsident Tisza betonte eines Vorschusses von 700,000 Pfund ist gestern zunächst, daß der Reichstag nach der Verfassung unterzeichnet worden. Die Regierung zahlt 12 pCt. die Bedeckung nicht verweigern könne, sobald die Zinsen und 2 pCt. Commission. Garsntirt wird der Delegationen die Ausgaben votirten. Dem Be- Vorschuß durch die Zolleinnahmen auf 15 Monate. schluß Antrage Uermenyi's trete er aus focmellen Der russische Botschafter Labanoff ist angekommen. Gründen entgegen. Bezüglich dessen Ausführungen Graf Zichy dinirte heute bei dem Sultan. verweise er auf seine früheren Erklärungen, wo-— 15. Mai. Totleben erklärte, er werde nach Oesterreich-Ungarn weder türkische noch russische, strenge Maßregeln zur Beendigung des Aufstandes sondern nur die in seinem eigenen Interesse ge- im Rhodopegebirge ergreifen, wenn die Bemühungen legene Politik besolgen werde. So viel könne er zu dessen Beschwichtigung erfolglos blieben. In bestimmt sagen, daß Bedingungen, welche mit den Folge der Erhebung der Lazhen sollen die russischen Interessen der Monarchie unvereinbar, im östlichen Posttionen bei Batum bedrückt sein. Der russische Theile der Balkan ⸗Halbinsel ebenso vorhanden Bolschafter Labanoff besuchte die Minister Sadpk seien, wie im westlichen, und daß die Insinuation, und Sapfet Pascha;z morgen wird derselbe dem die Regierung beabsichtige mittelst einer im Westen Sultan seine Creditive überreichen. der Halbinsel zu bewerkstelligenden Parallel Be— Rußland. Petersburg, 14. Mai. Die setzung oder Compensations- Occupation Dem zu-[Russen warfen in der Umgebung von San Stefano zustimmen, was im Osten der Halbinsel geschehenf neue, mit Krupp'schen Geschützen armirte Ver— mag, niemals irgendwie begründet gewesen sei. schanzungen auf. Der heute in San Stefano Betreffs der gestrigen Interpellation Simonyi's unter dem Vorsitze des Generals Totleben abge— bemerkte Tisza: die Regierung sei über die Vor- haltene Kriegsrath beschloß, die Räumung gänge in Rumänien und die dortigen Truppen-Be- Schumlas energisch zu betreiben. Das russische wegungen genau unterrichtet; wenn auch Simonpi's Hauptquartier nimmt den Rückzug über Tschataldja Vorstellungen übertrieben seien, entbehrten dieselben hinaus keineswegs in Aussicht. Mit den In- doch nicht jeder Basis. Daraus könne aber nicht surgenten im Rhodope- Gebirge, welche durch auf eine feindliche Gesinnung gegen Oesterreich] Albanesen namhaft verstärkt wurden, fanden neue geschlossen werden, im Gegentheil hoffe und wünsche Kämpfe statt. Die Thätigkeit der Pacisirungs- die Regierung auch heute, unsere Interessen auf] Commisston ist bis jetzt ohne Resultat geblieben. friedlichem Wege geltend zu machen. Jedenfalls Der Gesundheits-Zustand in Philippopel und aber sei es nothwendig, die Grenzen der Monarchie] Adrianopel hat sich neuerdings verschlimmert. vor feindlichen Ueberraschungen zu sichern. Tisza— Einer Meldung der„Times“ aus Phila- ersuchte schließlich, die Credit Vorlage zu votlren] delphia zusolge haben die Russen von der„Provi—
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