Ausgabe 
13.4.1878
 
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1878.

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Samstag den 13. April.

2 45.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

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Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

per Woche und zwar Dienstags,

Erscheint dreimal 2 und Samstags.

Donnerstag

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Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf. 9 0 Bar 1 1. 7* 2 7 Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nich

Jahres⸗Conto bei uns haben), welchen der Betragen

bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

icht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Deutsches Reich. Darmstadt. Der Oberförster der vorh. Ober- örsterei Steinbrückerteich, Freiherr Schenck zu Schweinsberg, wurde temporär in den Ruhestand bersetzt; der Oberförster der vorhinigen Ober- r ötsterei Koberstadt, von Werner, wurde nach Kranichstein versetztz; der Buchhalter bei der Hauptflaatskasse, Weygand wurde in den Ruhe- fand versetzt; der Hauptistaatskasse- Kalkulator 2. Classt Poseiner wurde zum Kalkulator 1. Classe, der Finanzaspirant Petry aus Darmstadt zum Kalku- ator 2. Classe bei der Hauptstaatskasse ernannt. Militärdienstnachrichten. Kritzler, Hauptm. im 4. Inf.⸗Regt. Nr. 118 wurde zum Major desördert. Prem. Lt. Fölsing vom Inf. Nr. 118 wird unter Beförderung zum Haupt. mann und Comp.-⸗Chef in das Inf.-Regt. Nr 52 versetzt. Sec. Lt. Ackermann vom Inf. Regt. Nr. 118 wird zum Prem.⸗Et. befördert. mann Mache vom Inf. Regt. Nr. Tomp-Chef in das Juf.-Regt. Prem.-LEt. Keim wird in das sersetzt. Prem.-Lt. örderung zum überzähligen Hauptmann in die ilteste Prem. Lieutenantsstelle des Inf. Regts. Nr. 118 versetzt. g Wie das Central-Organ der Socialdemo- raten Deulschlands,der Vorwärts, mittheilt, drabsichtigen die Socialdemokraten in Hessen bei den im Laufe dieses Sommers stattfindenden Zandtags- Wahlen eigene Candidaten aufzustellen, während sich dieselben bei der letzten Wahl vor echs Jahren, unter Protest gegen den Modus der indiretten Wahlen, gänzlich ferne hielten. Demnächst sell in dieser Angelegenheit hier ein Declegirten Tag der Sotialdemokraten in Hessen stalfinden, welcher über die Haltung dieser Partei u Peinbung, bei den Landtagswahlen endgültig entscheiden wird. 1 Berlin, 9. April.(Reichstag. Schluß.) Das Haus berieth schließlich den Antrag Hirsch's auf Abänderung des Hastgesetzes durch die Aus dehnung desselben auf alle mit Gefahr für Leben und Gesund heit verbundenen Gewerbebetriebe, und durch anderweitige Regelung der Beweislast zum Zwecke des wirksamen Schutzes der Beschädigten. Die Sitzung wird auf morgen vertagt. 10. April. In der heutigen Sitzung wurde der Antrag Hirsch's dei fortgesetzter Berathung an die Gewerbe-Ord⸗ nungs Commission überwiesen. Es folgte nun die weile Berathung des Nachtrags⸗Etats. Bezüglich des Postens des Unter⸗Staats-Secretärs für die Finanz- Verwaltung(Reichs- Schahamt) erklärte

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77 Minister Hofmann: Der Geschäftsbereich der a⸗Kusst 14415 obersten Reichs Finanzbehörde werde umfassen: 9 das gesammte Etat-, Cassen- und Rechnungs⸗

5 vesen, die Vorbereitung der Gesetzgebung hinsicht. 12 bean lich aller auf die Etat- Angelegenheiten bezüglichen

Gegenstände, die Sorge für die Rechnungslegung, die Stellung des Oberrechnunghoses zu den Reichs- behörden, dessen Befugnisse, überhaupt das Reichs; Elatrecht in grundsätzlicher Bedeutung; 2) die Reichsschuldenverwaltung, also die Regelung von Reiche anltihen, die Aus gabe von Cassenanweisungen, die Berzinsung und Tilgung von Reichs Papiergeld; 3) das Münzwesen; 4) das Zoll- und Steuerwesen, sedoch mit der Einschränkung, daß in handels. solitischen Angelegenheiten die Mitwirkung des Reichs kanzler-Amts oder des künftigen Reichs- Ver-

1 wallungsamts hinzutritt. Nach kurzer Debatte 117. burden sämmtliche Titel des Relchssinanzamtes be 7

willigt. Von den weiteren Titeln des Nachtrag.

Etats wurde die Forderung für den Neubau des Missions⸗Hauses in Tokio abgelehnt, dagegen die Vergütung an die Stadt Leipzig für bauliche Einrichtung des Reichs- Gerichts-Gebäudes be- willigt. Hierauf erledigte das Haus die Prüfung einer Wahl und lehnte den Antrag auf strafge⸗ richtliche Verfolgung des Reichstags- Abgeordneten

von Ludwig wegen Beleidigung des Reichstags ab.

Die dritte Lesung der allgemeinen Rechnung über den Reichs haushalt von 1873 wurde ohne Debatte beendigt, der Gesetzentwurf, betr. die Abänderung

Regt. Bezüglich des Antrages, betreffend die Heran⸗ lungen bezüglich

ziehung der Militär-Personen zu Communal- Ab-

gaben, wurde beschlossen, die zweite Berathung im Plenum vorzunehmen. 11. April. Der

Haupt- Reichstag beschäftigte sich heute mit der dritten resultirende Lage in Erwägung. 114 wird als Lesung des Etats und des dazu gehörigen Gesetz- des Conseils soll sich der Nr. 118 versetzt. Entwursee, betreffend die Aufnahme einer Anleihe gezeigt haben. Inf. Regt. Nr. 16 für die Zwecke der Post⸗ und Telegraphen- sowie nach Constantiropel

der Marine- Verwaltung. In der Special-Dis-

resp. gestrichenen Ans

Collegienbaus in Straßburg, behufs Beibülse zur bis Bujukdere. wissenschaftlichen Erforschung Central-Afrikas und ist den nussischen Offizieren das Betreten von Constantinopel verboten.

für das Missionshaus in Tokio wurden wieder- hergestellt.

10. April. DerNational-3tg. zufolge hat sich Fürst Bismarck bei dem gestrigen parla mentarischen Diner entschieden und entrüstet über den Erfinder und die Erfindung der ihm fälschlich zugeschriebenen Absicht, den Reichstag aufzulbsen, ausgesprochen und bemerkt, das wäre absolut der verkehrteste Weg, den er gehen könne.

Der Kaiser hat mit der Stellvertretung des Reichskanzlers im Bereich der Justiz-Ver waltung von Elsaß⸗Lothringen den Staatssetretär Friedberg, in allen übrigen Zweigen der Landes- Verwaltung von Elsaß- Lothringen den Unter staats⸗Secretär Herzog beauftragt.

11. April. Bratiano hatte gestern Nach- mittag abermals eine längere Unterredung mit dem Fürsten Bismarck und reiste Abends nach Wien ab. Die Abreise des Kaisers nach Wiesbaden ist, soweit bis jetzt bestimmt, auf den 29. April sest-

gesetzt. Ausland. Großbritannien. London, 10. April. Unterhaus. Northceote dementirt sehr energisch,

daß das Rundschreiben Salisbury's den Krieg beschleunigen sollte. Die Regierung sei durch ihre Stellung gezwungen, die Möglichkeit des Krieges anzuerkennen; aber sie weise die Behauptung zu rück, daß sie dem Kriege zutresbe. England habe den Congreß nicht abgelehnt, sondern nur verlangt, daß der Gesammt-Vertrag und Nichts als der Vertrag dem Congreß vorgelegt werde. Dieser Ansicht pflichteten Frankreich und andere Mächte bei. Die Regierung habe nicht im Gcringsten den Wunsch, Rußland zu demüthigen. Wichtige britische Interessen seien durch die Frage berührt. Die Regierung glaube die weiseste Politik zum Schutze der britischen Interessen und zur Erhaltung des Friedens eingeschlagen zu haben. Die Regierung kenne ihre Pflicht. Sollte die Nothwendigkeit eintreten, so werde sie vor der Erfüllung derselben

nicht zurückschrecken. Die Adresse an die Königin wurde einstimmig angenommen.

Daily Telegraph meldet: Weitere sieben englische Schiffe haben die Dardanellen passirt. Die russischen Allianz-Versuche sind in Constan tinopel gescheitert.

Spanien. Madrid, 9. Apel. Die Budget-Commission des Congressee hat das Capitel, betreffend die allgemeine Staatsschuld, genehmigt und beantragt, 9 Millionen Pesetas auch ferner zur Amortisatson zu verwenden.

Türkei. Constantinopel, 9. April.

des Reichs⸗Wahl-Gesetzes und Wahl-Reglements, Zwischen dem Großfürsten Nikolaus und Sapfet an die Wabl⸗ Prüfungs⸗ Commission verwiesen. Pascha finden fortwährend sehr lebhaf

te Verhand- der Haltung der Türkei bei einem eventuellen englisch- russichen Conflicte statt. 10. April. Der Ministerrath zog heute aus dem Rundschreiben Lord Salisbury's Die Mehrheit englischen Politik günstig Der Großfürst Nikolaus ist zurückgekehrt. Weitere Nachrichten besagen: Die Pforte ist entschlossen,

die

cussion wurden die dauernden Ausgaben gemäß im Fall eines englisch- russischen Krieges weder den Beschlüssen der zweiten Lesung genehmigt. den Engländern noch den Russen den Zutritt zu Die bei der zweiten Lesung dees Etats gekürzten Constantincpel und dem Bosporus zu gestatten. ätze für das Universitäts⸗] Die Türken besestigen ihre Vertheidigungs Linie

Durch russischen Armee- Befehl

Rumänien. Bukarest, 9. April. Der russische diplomatische Agent in Bukarest, Baron

Stuart, hatte gestern dem Fürsten Karl persönlich

und außerdem der rumänischen Regierung Eröff- nungen gemacht, die dem Wesen und Charakter nach mit der drohenden Sprache Gortschakoff's gegenüber dem rumänischen Agenten in Petersburg, Ghika, consorm waren. Fürst Karl und die Regierung waren über die Drobungen um so indignirter, als die gegenwärtige ausgedehnte Dislocirung der rumänischen Armee von Turn- stverin bis Galatz dieselbe bei einem eventuellen Handstreiche oder Entwaffnungs⸗Versuche exponirter erscheinen läßt.

9. April. Die Kammer votirte das Kriegs- Budget. Das diesjährige Contingent wird aus 18,000 Mann bestehen.

DerPol. Corr. geht von hier die Mittheilung zu, daß russische Regimenter als Vor- trab des siebenten und elsten Corps von Rustschuk nach Giurgewo vorzurücken begannen, um die Linie Giurgewo-Bukarest zu besetzen. Die ru- mänische Regierung negirt den unzweiselhasten Be- ginn der Occupation aus Besorgniß die Gemütber einzuschüchtern. Nach der Rückkehr Bratiano's stebt die Bildung eines neuen Cabinets unter Joan Ghika in Aussicht.

Rußland. Petersburg. Das Peters⸗ burger Cabinet sandte am 7. d. ein Promemorta an die Mächte, worin die Einwendungen Lord Salisburv's Punkt für Punkt mit großer Maͤßig⸗ ung beantwortet werden. Beigelegt ist ein kurzes Begleiischreiben, welches das Londoner Cabinet auffordert, Vorschläge zu formultren.

Aus Stadt und Land. Friedberg. Der biesige Seminarist Trinkaus(aus Brensbach), welcher mit einem Freunde am 7. April eine Fuß our auf den Melibocus machte, wurde auf dem Rücwege vom Schlage gerührt. Die jungen Leute,

welche während des ganzen Tages nur wenig genossen