Insurrection geschürt und bei Belalovac auf der Rückreise von Zenitza zum Widerstand ermuntert. Bei Kosna wurden zwei die Straßen inspizirende Sappeurs massakrirt.
Frankreich. Paris, 9. Sept. Eine Versammlung der radicalen Deputirten, welche heute die Vorsälle auf dem socialistischen Congresse besprach, beauftragte Louis Blanc, dem Minister des Innern Marcère ihr Bedauern über die Halt⸗ ung der Behörde gegenüber dem Vereins- und Versammlungs Rechte auszudrücken. Gleichwohl liegt es durchaus nicht im Sinne dieser Deputirten, sich den Doctrinen des Congresses anzuschließen.
— 10. Sept. Gestern fand in Boulogne anläßlich der Feier der Einsenkung des ersten Steines zu dem neuen Hafen ein Bankett statt, an dem sich gegen 400 Personen betheiligten. In Erwiederung auf einen Trinkspruch ließ sich Minister Freyeinet über die Thunlichkeit der Aus- führung großer öffentlicher Arbeiten aus, die zur Befestigung der Republik beitragen würden. Minister Say zollte der französischen Sparsamkeit Lobsprüche, vertrat die Ausgabe der dreiprocen⸗ tigen tilgbaren Rente, und schloß mit den Worten: die öffentlichen Arbeiten werden den Staatshaus⸗ halt nicht schwer belasten, da Nichts ohne Ueber- legung unternommen ist. Um den Erfolg zu sichern bedürfen wir zweier Dinge: des äußeren Friedens und der inneren Stabilität.
Holland. Haag. Das Budget von Niederländisch⸗Indien pro 1879 notirt ein Deficit von 100 Millionen Gulden, welches durch die Kosten der Eisenbahnen und des Krieges in Atschin entstanden ist; dasselbe soll gedeckt werden durch Vorschuß aus dem Schatze, sodann durch eine Anleihe. Die Regierung hat den Kammern einen Gesetz Entwurf, betreffend die Freilassung der Sklaven auf Ternate, vorgelegt.— Der Stand der Kaffee- Ernte wird auf 820,000 Picols geschätzt.
Italien. Rom, 9. Sept. Das Journal „Fanfulla“ widerspricht entschieden der von einigen Blättern gebrachten Nachricht, daß Italien der Pforte gerathen habe, die Convention mit Oester- reich nicht abzuschließen; Italien empfehle im Gegentheil der Pforte, sich den Stipulationen des Berliner Vertrages zu fügen.—„Fanfulla“ er wähnt ferner des Gerüchtes, daß der deutsche Gesandte, v. Radowitz, nach Rom kommen solle, um die Beziehungen zwischen Deutschland und dem Vatican wieder anzuknüpfen.— Nuntius Jacobini wird eine Specialmission zur Regelung der Diffe- renzen mit Rußland betreffs der Kirche in Polen erhalten; derselbe soll Anfangs October nach Rom kommen, um auch Instructionen wegen Einrichtung der katholischen Hierarchie in Bosnien und der Herzegowina entgegenzunehmen.
— 10. Sept. Durch Decret wird für die Provenienzen aus den sämmilichen Häfen der Vereinigten Staaten Quarantäne angeordnet.— Dem„Diritto“ zufolge setzt das Ministerium des Aeußern seine Schritte in Wien und Serajewo fort, um die näheren Umstände des an dem Consul Perrod verübten Mordes zu erfahren. Eine dem Ministerium zugegangene Depesche constatirt, daß der Schauplatz der That nicht Gabela, sondern Zepte war.— Großen Unwillen erregt das Ent- kommen von acht Briganten aus dem Zellenwagen von Palermo während des Transportes zum Schwurgerichte. Die Unterstützung zur Flucht wird der Mafsia zugeschrieben. Dieselbe veran- laßte den Sturz der Pferde. Fünf Briganten wurden wieder ergriffen. Randazzo, Sanpietro, Passafiume, die schlimmsten Räuber Sieciliens, sind entkommen.
Türkei. Constantinopel, 7. Sept. Nachdem es Mehemed Ali Pascha gelungen, eine Bande von Ausständischen, die ihn bei Jakowa umzingeln wollte, zu entgehen, ist derselbe nach Hangar geflohen, hier von Ausständischen umringt und mit 20 Personen seines Gefolges niederge⸗ metzelt worden. Nach amtlichen Berichten wurde Mehemed Ali Pascha in seiner Wohnung zu Ipek mit seiner Estorte, bestehend aus einem Offizier 20 Soldaten, ermordet uad das betreffende
s sodann mit Petroleum in Brand gesteckt. weiteres Telegramm meldet: Auch der
Mutessarif von Ipek, Abdullah Pascha, nebst 10 höheren Beamten wurden niedergemetzelt. — 9. Sept. Die Ermordung Mehemed Ali's
wirkte hier niederschmetternd. Die Pforte beschloß energische militärische Vorkehrungen gegen die alt⸗ serbischen Meuterer. Auch nach Makedonien, wo bedenkliche Anzeichen von Ruhestörungen hervor- treten, sollen Verstärkungen abgehen.— Bisher sind 35,000 Russen abgezogen.
— 10. Sept. Es sind zablreiche Verhaft⸗ ungen, angeblich in Folge einer neuen Verschwör⸗ ung der Anhänger Murad's vorgenommen worden. Die Volksstimmung ist sehr erregt, die Palast-⸗ wache hat Verstärkung erhalten.
Griechenland. Athen, 7. Sept. Nach- dem die Pforte auf die letzte griechische Note blos erwiedert hatte, daß sie die Antwort der Mächte auf ihr Memorandum abwarten müsse, ließ Minister Delyannis heute eine Circulardepesche abgehen, worin die Vermittelung der Mächte nachgesucht wird.
— 10. Sept. Der Gesandte in Constantinopel, Conduriotis, ist angewiesen, die Pforte von der vorgestern geschehenen Absendung des griechischen Rundschreibens an die Großmächte mit dem An- suchen um deren Vermittelung zu verständigen und dabei zu erklären, Griechenland werde nie- mals auf die ihm vom Berliner Congresse zuge⸗ sprochenen Rechte verzichten.
Amerika. New Orleans, 9. Sept. Gestern sind hier 81 Personen gestorben und 223 als neu erkrankt gemeldet. In Memphis wurden gestern 100 Leichen beerdigt; die Zahl der Er- krankten ist auf 3000 gestiegen; unter den ver⸗ storbenen befinden sich acht Aerzte. Die Zustände in Memphis sind über alle Beschreibung traurig; es hat sich daselbst ein Comite gebildet, um den bisher vom Fieber Verschonten das Verlassen der Stadt möglich zu machen. Von Plaquemines (Louistana) wird ebenfalls der Ausbruch des gelben Fiebers gemeldet. In Hickmann ließ das selbe ein wenig nach. Der Verkehr auf den Eisenbahnen und Dampfbooten ist theilweise sus⸗ pendirt. In den von der Epidemie heimgesuchten Bezirken hat der Geschäftsbetrieb vollständig auf- gehört; 90,000 Menschen sind arbeitslos. Es dürfte 1 Millien Dollars erforderlich sein, um nur für die nächsten 50 Tage Lebensmittel für dieselben zu beschaffen.
Aus Stadt und Land.
Friebberg, 6 Sept. Gestern Abend wurde hier, in Franksurt, Worms, Darmstadt, Büdingen und vielen anderen Orten ein hellleuchtendes Meteor bemerkt, das in der Gegend von Alsfeld geplatzt sein soll. Von dorther hört man, daß von Osten nach Westen eine in sehr inten⸗ siven Regenbogenfarben schimmernde Kugel eine weite Himmelsstrecke durchzog, welche einen goldenen Streifen, der mindestens 30 Secunden sichtbar war, hinterließ. Die Kugel senkte sich scheinbar unweit der Stadt und zerplatzte jarbensprühend; das prachtvollste Blau war vorheerschend. Der Streifen verging allmählig schmäler und schwächen werdend und war zuletzt nur noch als dünner Faden sichtbar.
-o- Friedberg, 11. Sept. Die nächsten Sonntag dahier zu eröffnende Gewerbeausstellung schreitet sichtlich ihrer Vollendung entgegen. Die Localitäten sind bis auf das Decoriren hergerichtet, Zuführung und Aufstellung der Ausstellungsobjecte nehmen ungestörten Fortgang und die Räume füllen sich zusehends. Schon nach dem, was wir bis gestern Abend sahen, können wir zuversichtlich sagen, daß kein Vesucher, der offenen Blick und frischen Sinn besitzt, die Ausstellung verlassen wird, ohne wahren Genuß und wesentliche Belehrung aus derselben geschöpft zu haben. Die bereits aufgestellten Gegenstände sind fämmtlich muster⸗ haft gearbeitet und zeichnen sich zum Theil durch neue, glückliche Einfälle, Geschmack, sowie sorgfältige und ge⸗ lungene Ausführung derart aus, daß sie in der größten Ausstellung auffallen würden. Auch die Besitzer von Loosen können sich freudigen Erwartungen hingeben, einmal mit Rücksicht auf die äußerst günstigen Chancen, ferner, weil das Comiis beschlossen hal, nur solche Gegenstände als Gewinne anzukaufen, welche sich durch gute Arbeit aus⸗ zeichnen und von denen anzunehmen ist, daß sie den Meisten nützlich oder genußbringend sind. Wir hoffen nun, daß auch Diejenigen, welche unser Unternehmen bisher nicht billigten, wenigstens anerkennen werden, daß dasselbe von dem Streben nach Förderung der heimischen Gewerbe ⸗ thäligkeit durchdrungen war. Wir erwarten daher, daß unsere seitherigen Wibersacher, da nun die Ausstellung Thatsache geworden, dieselbe auch ihrerseiis nach Kräften fördern werden, woran man erkennen würde, daß di. frühere Gegnerschaft nicht auf persönlicher Gereiztheit, son⸗ dern auf sachlichen Gründen basirte und unsere Widersacher im Gtunde gleiche Ziele mit uns verfolgen. Wir sind überzeugt, daß die Idee, dieses Jahr eine Gewerbeausstell⸗
ung dahier abzuhalten, keine verfehlte war, letztere viel⸗ mehr ein vollberechtigtes, nützliches und zeitgemäßes Unter⸗ nehmen ist. An alle Theilnehmer unserer Gewerbeaus⸗ stellung richten wir schließlich noch die Bitte, dahin zu wirken, daß dieselbe, neben der fachlichen Förderung nicht elwa den Samen der Mißgunst und Zwietracht ausstreuen, vielmehr die Personen, welche in derselben einen Vereinig⸗
mitglieder, Stadt- und Landbewohner, Vornehme und Geringe, mit gegenseitigem, freundschaftlichem Interesse er⸗ fülle und die Ausstellung sich demnach sittlich wie lechnisch als Culturmittel erweise.
Friedberg, 11. Sept. Der gestrige Wahltag ver⸗ lief sehr ruhig, da ein Gegencandidat nicht aufgestellt war; es stimmten nur circa 150 Personen ab. Die zwanzig in Vorschlag gebrachten Candidaten wurden fast einstimmig gewählt.
-i- Nidda. Samstag den 14. September findet in Nidda eine landwirthschaftliche Generalversammlung staßt und hat die Oberhessische Eisenbahndirection mit Rücksicht hierauf beschlossen um 10 Uhr Abends je einen Extrazug von Nidda nach Gießen und Büdingen, unter Festsetzung der gewöhnlichen Fahrpreise, gehen zu lassen. Wir wollen nicht versäumen, unsere Leser hierauf besonders aufmerksam zu machen.
Mainz, 9. Sept. Ein Unwetter, welches sich gestern Abend über unserer ganzen Umgegend entladen, hatte in mehreren Orten Unglücksfälle zur Folge. In Dotzheim und Ickstadt bei Wiesbaden schlug der Blitz ein und ver- ursachte Brände und bei Aßmannshausen hatte unmittelbar nachdem der rechtscheinische Frankfurt-Kölner Schnellzug den Ort passirt, ein Bergrutsch statt. Am Aergsten aber wurde wieder Nieder-Heimbach, in kurzem Zeitraume zum dritten Male, betroffen, indem zwischen genanntem Dorfe und Bacharach ein Wolkenbruch niederfiel und große Ver⸗ heerungen anrichtete; leider sollen auch Menschenleben zu beklagen sein. Der Bahnkötper wurde ganz überschwemmt, so daß der Kölner Zug liegen bleiben mußte. Die von Bingerbrück aus zur Untersuchung des Bahngeleises ent⸗ sendete Maschine konnte nur eine kurze Strecke zurücklegen, indem wegen der Höhe des Wassers ihr die Feuerung ausging.
Allerlei.
Frankfurt, 9. Sept. Gestern Abend um 6 Uhr begann in der Mainebene ein Gewitter, welches sich von Stunde zu Stunde mit ungewöhnlicher Heftigkeit fleigerte und seinen Höbepunkt Monsag Morgen halb drei Uhr erreichte. Der Regen floß in gewaltigen Strömen herab und war häufig mit Hagel untermischt. Von zwei bis halb vier Uhr hing das Unwetter direkt über der Siadt, die Blitzschläge erfolgten in kaum merklichen Intervallen aufeinander. Viele bereits canalisitte Straßen der Neu⸗ stadt waren, wie auch das Inundalions⸗Viertel der Alt⸗ stadt überschwemmt, da die Einflüsse die zuströmenden Wassermassen nicht bewältigen konnten und diese deshalb iheilweise in die Keller sich ergossen. Eingeschlagen hat es in einen Apfelbaum in der Nähe der Feldstraße und an der Hanauer Landstraße, jedoch ohne nennbaren Schaden anzurichten.
Berlin. Soweit sich bis jetzt feststellen ließ, baben sich an der„Wilhelmsspende“ nach einer dieser Tage be⸗ wirkilen vorläufigen Zusammenstellung im gesammien Deui⸗ schen Reiche über 11.300 000 Personen, also mehr als der vierte Theil der ganzen Bevölkerung, betheiligt. Von diesen sind rund 1800,000 Mark gezeichnet und bei⸗ geiragen worden.
Landwirthschaftliches und Gewerbliches.
Das Hufeisen. In London wird gegenwärtig, wie die„Times? in ihrer letzten Nummer berichtet, die Frage sehr lebhaft in Angriff genommen, ob die Pferde in Zu⸗ kunft noch beschlagen werden sollen oder nicht. Nach der Meinung englischer Physiologen erschiene nichts schwerer zu rechtfertigen als der Gebrauch von Hufeisen. Nich nur sei die Sitte, das Eisen mittelst Nägel an dem Hufe zu befestigen, dem letzteren schädlich, sondern auch wahr⸗ scheinlicher Weise, wenn auch nicht evident nachweisbar, die Ursache gar vieler Krankheiten, die an den Hufen und Beinen der Pferde auftreten. Man glaubt bestimmt an⸗ nehmen zu können, daß der nackte Huf sich abhärten und daran gewöhnen würde, selbst auf dem gegenwärtig üblichen harten Pflaster ohne das bisherige„barbarische“ Schutz⸗ mittel zu laufen. Die ersten Versuche in dieser Hinficht werden mit Füllen vorgenommen werden, die noch nie⸗ mals beschlagen gewesen sind. Auf alle Fälle will man den Gebrauch der Hufeisen bei den Reitpferden abschaffen, die eigentlich doch nur leichte Lasten zu tragen haben, bei den Pferden dagegen, welche schwere Fuhrwerke zu ziehen baben, will man, falls die Experimente zeigen, daß der Huf durchaus eines Schutzes bedarf, das Hufeisen durch ein minder schädliches Schutzmittel ersetzen.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 10. Sept. Waizen M. 19.—, Korn M. 14.—16., Gerste M 15.—16., Hafer M. 12.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo— 200 Zollpfund.
Friedberg, 11. Sept. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1 20— 30, Eier 1 Stück 6 Pf., 2 Stück 11 Pf.
Gießen, 10. Sept. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.20— 25, Eier per Stück 5-6 Pf., Tauben das Paar 55 Pf., Hühner per Stück 85 Pf., Hahnen per Stück 60 Pf., Enten per Stück M. 1.40, Kartoffeln 100 Kilo M. 5.50, Ochsenfleisch 70— 72 Pf. per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 5060 Pf., Schweinefleisch 64—68 Pf., Kalb⸗ fleisch 50 60 Pf., Hammelfleisch 6070 Pf.
Frankfurt, 9. Sept. Der heutige Viehmarkt war
gut befahren. Angetrieben waren ca. 380 Ochsen, 200 Kühe
ungspunkt gefunden haben: Aussteller, Besucher und Comité⸗
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