Beilage.
Oberhessischer Anzeiger.
M 30.
Deutsches Reich.
Darmstad t, 5. März. Das Großberzog— liche Regierungsblatt, Beilage Nr. 7 enthält:
I. Bekanntmachung wegen der Außerkurssetzung vet— schiedener Landes⸗Silber⸗ und Kupfermür zen.
II. Bekanntmachung wegen der Benennung der Ober— orftereien Mombach und Wendelsbeim.
III. und IV. Uedersichten der für 1878 genehmigten Amlagen der seraelnischen Religionsgemeinden des Kreises Offendach und der Gemeinden des Kreises Alzey.
V. und VI. Bekanntmachungen, die Erbebung einer Amlage von den zum Friedhof Verbande zu Dalsheim ge—
Zörigen Jeraeliien, und die Umlagen der israeluischen Religionsgemeinde zu Crainseld für 1878 betreffend.
VII. Ordensverleibhungen.
VIII. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen nemder Orden.
IX. Coneurtenzeröffnungen. Erledigt ist: eine Lehrer Stelle an der aweilerten Volkeschule für Mädchen zu Siißen, Gehalt von 1800 bis 3300 M. nebsi Wohnungs- ergütung; die Schulnelle zu Mittel ⸗Seemen, Gehalt 85 M. 71 Pfl. Dem Grafen zu Stolberg-Roßla Orten erg fleht das Präsentationsrecht zu; die Schulstelle zu Dronau, Gehalt 771 M. 43 Pf. Dem Grafen zu Erbach Schönberg sieht das Präsentationerecht zu; die Schulstelle
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u Dudenhofen, Gehalt 700 M.; die Schulstelle zu Ober dainbrunn, Gebalt 685 M. 71 Pf.; die 2. Schulstelle m Wersau, Gehalt 685 M. 71 Pf.; die 1. Schusstelle m Roihenberg, Gehalt 857 M. 15 Pf. Dem Grafen u Erbach Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu; die w. Pfartstelle zu Nieder Moos, Gebalt 2380 M. Das Itäsensatjonstecht stetbzt den Freiherrn Riedesel zu Eisenbach ; die 2. Schulstelle zu Wenings, Gehalt 771 M. 43 Pf. Das Präsenlauonerecht siebt dem Fürsten zu Mendurg nd Büdingen in Birstein zu; die Schulstelle zu Momart, Zehalt 685 M. 70 Pf. Dem Grafen zu Erbach ⸗Fürstenau eht das Präsentationsrecht zu; die 2. Schulstelle zu Steinfurtb, Gebalt 771 M. 43 Pf. X. Sterbefälle. Gestorben sind:
am 1. Febr.
a Andgerichts-Assessor Koch zu Lich; am 13. Febr. der —— Seminarlebrer Klassert zu Bensbeim; am 15. Febr. der Schullehrer Bauer zu Ueberau; am 17. Febr. der ev.
brun„farrer Heß zu Pfungstadt. a 1 Darmstadt, 5. März. Postpersonalnach-
lichten. Angenommen sind als Post- Agenten
kandbriefträger Dohm in Eppelsheim;
ange-
ulbrecht von Hoya nach Darmstadt; ausge
Berlin, 6. März.
hetitionen.
ui Schwanbeim, Gebali 771 M. 43 Pf.; die Schulstelle
sellt sind die Postassistenten Kopp und Schone eilten auf den Lärm herbei und bewo beohm in Offenbach; versetzt ist der Postassistent Arbeiter, sich zurückzuziehen.
en Antrag von Grad und Genossen nach welchem ferenz oder einem Congresse enthalten müsse.
gan der Pariser-Ausstellung zu betheiligen. Der
Kaiser habe die Decrete, welche die Betheiligung
regele, unterschrieben und selber dem französischen
Botschafter in Berlin getheilt.
— Anderweitigen Meldungen gegenüber er— fährt die„Nat.⸗Zig.“, daß der Rücktritt Camp hausen's feststehe. Derselbe führt die Geschäfte nur bis zur Ernennung eines Nachfolgers fort. Es sei deßhalb auch zweifelbaft, ob der Minister noch vor dem Landtage erscheinen und die Vor— lage, betr. die Uebernahme der Nordbahn durch den Staat, einbringen und vertheidigen werde.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Eine Privatdepesche des Frankf. Journals will wissen, die Occupation Bosniens durch bössterreichische Truppen habe begonnen.
— 7. März. Der Kronrath hat endgültig
Einbringung der Credit-Vorlage beschlossen. Der Honved⸗Minister Szende batte beim Kaiser Audienz, um angeblich über die Eventualität der Verwendung der Honveds in Boenten zu referiren. Wie verlautet, ist General Pbilippovits zum Commandanten des Bosnien occupirenden Corps bestimmt. Neuerdings sind Gerüchte von italienischen Umtrieben unter den katholischen Stämmen Nord— Albaniens aufgetaucht. Dergleichen werden hier cifersüchtig beobachtet.
Frankreich. Paris, 5. März. Aus Montceau les- Mines(Saônes et. Loire) wird ge— meldet, daß am Sonntag Morgen daselbst auf dem Platze vor dem Stadthause eine Massen— Kundgebung der Bergleute stattfand. Da die Schreier ihre Hochrufe auf die Strikes nicht ein— stellen wollten, ließ der General Gallifet, der mit Truppen von Dijon gekommen war, auf die Menge
diese Entschließung mit—
die
Der Präfect, der Unter- Präfett und der Maire gen die
— 7. März.„Gaulois“ und„Paris-Journal“,
u der heutigen Sitzung ohne Debatte einige veröffentlichten Briefe ausgesprochenen Ansicht, daß trages stattfinde. Hierauf folgte die Berathung über Frankreich sich jeder Betheilsgung an einer Con-(etwa um Ende März) der Zusammentritt des Diese
Manta ab, überschreitet das Rbodope- Gebirge und folgt dem Flusse Kara-su bis Jenidje am gegälschen Meere, geht westlich von Kavala das Litorale entlang bis zur Mitte von Kavala und Dedeaghatsch, steigt in nördlicher Richtung bis Tschirmen, gebt auf eine Entfernung von 2½ Stunden an Adrianopel vorüber, weiter über Kirk-Kilissa und Lülebourgas in gerader Linie bis Hekimtabiassi am Schwarzen Meert, von hier aus der Küste entlang bis Margalia einschließlich Varna's, und geht sodann in westlicher Richtung bis Rassowa an der Donau. Die Eisenbahn von Salonichl-Witzrowitza und die von Dedeaghatsch und Adrianopel verbleiben der Türkei. Montenegro's Territorium umfoßt Gacko mit seiner Südwest— grenze und die Boyana(die Regelung der Schiff— fahrt auf der Boyana wird späterem Ueberein⸗ kommen vorbehalten). Petel, Zwornick westlich und Senidje und Nisch nördlich von Serbien ge- hören zu dem an Serbien abzutretenden Gebiete.
Rumänien erbält keinen Gebiets-Zuwachs. Die Wahl des Fürsten von Bulgarien erfolgt in
Philippopel oder in Tirnowa unter der Ueber— wachung russischer Commissäre. Soghanli und Mozine bilden die Grenze der in Asien abzutreten- den Gebietstheile. Die abzutretende Dobrudscha umfaßt die Distrikte Tultscha, Küstendsche, Isaktscha, Medschidje und Matschin. Russische und türkische Commissäre regeln die neuen Grenzen innerhalb drei Monaten. Die Kosten der Unterhaltung der türkischen Gefangenen sind binnen sechs Jahren in 18 Theilzahlungen zahlbar. Die Pforte ver— pflichtet sich, in Armenien Reformen einzuführen und die dort ansässigen Bevölkerungen gegen die Ausschreitungen der Kurden und anderer Nomaden unter Aussicht russischer Commissäre zu vertheidigen. — 6. März. Savpfet Pascha hat den Groß⸗ fürsten Nikolaus zum Besuche des Sultans ein-
zer Bürgermeister Jäger in Münzenberg, der Orts- schießen, und wie es heißt, sollen bei dieser Ge. geladen. Sapfet Pascha kehrt heute definitiv nach terichtsmann König III. in Obermörlen und der legenheit fünf Personen verwundet worden sein.
Konstantinopel zurück. General Ignatieff begibt sich am Freitag nach Petersburg zurück.
Rußland. Petersburg, 6. März. Die „Agence Russe“ meldet, daß General Ignatieff mit den türkischen Delegirten etwa in acht Tagen
bieden ist der Postagent Schmalz in Eppelsheim. conservative Journale, bekennen sich zu der in hier eintrefft und sodann der Austausch der Rati- Der Reichstag erledigte einem von der„Republique frangaise“ gestern ficationen und die Publication des Friedens- Ver—
Unverzüglich erfolge alsdann
Congresses. Es bestätige sich, daß der Congreß
der Reichskanzler aufgefordert werden soll, dahin Meinung theilt jedoch die„Agence Havas“ nicht: in Berlin unter der Theilnahme der leitenden
nie den fremden Staats- Angebörigen gestattet
* erlangen.
tonach die Entscheidung über die Verhältnisse der
eazelnen Fall entsprechenden Weise erfolgen und
nerden soll. des Amendement.
iingenommen,
*
duatschen Zoll- Gebiets erstattete dem Bundes rath richt über ihre seche wöchentliche Berathung. as Resultat derselben ist ein Gesetz- Entwurf, reffend die Statistik des auswärtigen Waaren- Urkehrs des deutschen Zoll- Gebiets, und ein Alwurf einer Bekanntmachung über die Statistik es Waaren- Verkehrs.
e Fürst Hohenlohe hat dem französischen a des Aeußern mitgetheilt, daß der deutsche 11
ser die deulschen Künstler ermächtigt hat, sich
u wirken, daß den Optanten der Aufenthalt in sie meint, die Zustimmung der französis llsaß- Lothringen unter den nämlichen Bedingungen zum Congresse werde im Gegentbeil für gewiß erachtet. gierungen hätten bierzu bereits zugestimmt. Die Zu-
chen Regierung
Belgien. Brüssel, 7. März. Der auf
verde, sowie daß die im Alter von 23 bis 27 Antrag der preußischen Regierung wegen ver— Lahren stehenden, durch dringende Familien-Ver- suchter Erpressung durch Verkaufs-Anbietung von weiter: Das Kriegs- Material der bulgarischen lältnisse zur Rückkehr genöthigten Optanten nicht Staats-Documenten am 19. October hier ver- Festungen einschließlich Schumla's und Varna's um activen Militär- Dienste angehalten werden, haftete um die elsaß ⸗lothringische Staats- Angebörigkeitf wurde vom Zucht-Polizeigericht freigesprochen,
ehemalige deutsche Buchhändler Erlecke
Usaß Lothringens stellten bierzu ein Amendement, Berufung eingelegt hat.
Italien. Rom, 6. März. Cardinal Mori—
Dptanten nach gleichmäßigen Rechts ⸗Grundsätzen chini ist zum Camerlengo der Kirche ernannt wor— einer allen Ersordernissen der Billigkeit für den den,
Heute früh ist an die päpstlichen Nuntien as Circular des Cardinals Franchi abgegangen,
Der Papst hat in schwebenden Fragen zu beobachten sein wird, um
— 7. März. Der„Agenzia Stefani“ zu— solge hat Minister Crispi nach dem gestern Abend stattgehabten Ministerrathe seine Entlassung ge— nommen und ist der Minister-Präsident Depretis interimistisch mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Ministerlums des Innern beauftragt.
Türkei. Constantinopel. Nach einer weiteren Meldung wären die genauen Grenzen Bulgariens folgende: Westlich die neue und alte Ost⸗ Grenze von Serbien; dann geht sie von
barten Reformen, Thessalien
Minister tagen werde. Die Berliner und Wiener Re⸗ stimmung der anderen Regierungen werde erwartet.
— Ueber den Friedens- Vertrag hört man
bleibt Eigenthum der Pforte. 50,000 Russen (6 Divisionen Infanterie, 2 Divistonen Cavalerie)
Die autonomistischen Abgeordneten verbleibt aber in Haft, weil die Staalsbehörde besetzen ungefähr zwei Jahre hindurch Bulgarien,
bis die Bildung einer eingeborenen Miliz erfolgt sist, deren Stärke später zwischen Rußland und der Türkei zu vereinbaren ist. Die russischen Occupations Truppen werden auf Kosten des
Landes unterhalten. Rumänien wird autorisirt,
mlhigenfal's hierüber eine Gesetz Vorlage gemacht in welchem er denselben seine Ernennung zum seine Forderungen an Kriegs ⸗Entschädigung direct Grad begründete den Antrag, Nessel Staats Secretär anzeigt. f Nach leb hafter Debatte wurde Gemeinschaft mit Franchi das Verhalten festgestellt, r Antrag der Autonomisten mit großer Majorität welches in den mit den verschiedenen Staaten
zu formuliren. Hinsichtlich Serbiens und Mon- tenegros ist keine Kriegs-Entschädigung stipulirt. Die rückständigen Steuern in Bosnien und der Herzegowina sollen nicht mehr erhoben werden.
— Die Reichs Commission für Reform der wo möglich die Interessen der Kirche zu wahren Die Revenuen dieser Provinz kommen bis zum f 5 415 5 5 3 katisik des auswärtigen Waaren-Verkehrs des und jene Staaten zu versöhnen.
Jahr 1880 den durch die Insurrection Betroffenen zu Gute. Oesterreichische und russische Commissäre sollen etwaige Streitigkeiten und Reclamationen entscheiden. Die Dardanellen sind für die Handels— Schifffahrt frei. Die von der Türkei abgetretene Dobrudscha wird im Austausch für Bessarabien an Rumänien cedirt werden. Die Grenz-Frage zwischen der Türkei und Persten wird ehestens ge— regelt. Bosnien und die Herzegowina erhalten die von der Conferenz in Constantinopel verein— und Epirus eine


