Ausgabe 
6.7.1878
 
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SN n die Wähler Oberhessens!

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Ne 2 da 2203 Der Reichstag ist aufgelösl. Die neuen Wahlen werden in den nächsten Wochen stattfinden

8 eur 110 und dem deutschen Volke ist damit eine ernste Entscheidung vorgelegt.

. 1. 100 Die nächste Veraalassung zur Auflösung des Reichstags ist das Verhalten der liberalen Mehr⸗

ad. Sens heit, welche der Regierung ihre Unterstützung zur Unterdrückung der gefährlichen und immer mächtiger 1 10 er id anschwellen den Umsturzpartei nicht in ausreichendem Maße gewährt hat.

-. Saen Unsere Zustände sind in vieler Beziehung höchst bedenkenerregend. In erschreckender Weise

Wösesch ist in den letzten Zeiten offenbar geworden, bis zu welchen Greueln die Umsturzpartei fortzuschreiten . 4 M kein Bedenken trägt, und leider zeigt sich in weitesten Kreisen eine Verwilderung und Rohheit, die 41 N. 81 alle ordnungsliebenden Bürger mit Entsetzen erfüllt. Alle Bande der Zucht, der Ordnung, der Lan 0 N, Treue sind gelockert; die Verachtung des Heiligen ist vielfach zur Sitte geworden, Dazu nimmt

Wie die Notb und Verarmung immer größere Aus dehnung an. Der ganze Bestand unserer staatlichen . Wan und gesellschaftlichen Ordnung ist bedroht.So kann es nicht fortgehen das ist die

5 11 90 Ueberzeugung aller Wohlgesinnten.

1 Sete, Woher, so müssen wir fragen, kommt diese Verwilderung, diese Auflösung aller Ordnung, ö 8 Lan diese Verbitterung und Zerklüftung, diese Verarmung, trotz des Milliardensegens und dies riesen⸗ 10 Nie hafte Anwachsen der Socialdemokratie, die uns mit Mord und Blut bedroht? Welches ist die

Arsache dieser erschreckenden Erscheinungen? U IticdbWer Wind säet, wird Sturmernten. In diesem Worte liegt die Erklärung unserer Lage. * 8 lg. ö Die unsere Zeit beherrschende Richtung, der Liberalismus, ist es, dem wir einen großen Theil der Schuld an unseren so sehr bedenklichen Zuständen aufbürden müssen. Man hat den ebendigen Gott und Sein ewiges Wort verlassen; der Menschengeist und der Menschenwille allein

oll herrschen und fübren. Der alte, treue, religiöse Sinn unseres deutschen Volkes ist tief

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Berwaltu zeschädigt. Bewährte Ordnungen hat der Liberalismus umgestürzt, statt dieselben fortzubilden den Der N eränderten Zeitverhältnissen gemäß. Durch die Gewerbefreiheit ist der selbständige Handwerkerstand vxignehbr und mehr berabgekommen. Die einseitige Begünstigung des Großkapitals und der Industrie

at die Landwirthschaft geschädigt. Die Gesetze über die Freizügigkeit, den Unterstützungswohnsitz, die Uufhebung aller Ehebeschränkungen ꝛc. haben den Gemeinden tiefe Wunden geschlagen und eine Menge von Vagabunden und Strolchen herangezogen und so der Socialdemokratie ein stets bereites deer zugeführt. Die Wucher und Aktienfkreiheit gibt das Volk der Ausbeutung gewissenloser Renschen preis. Alle neuen Ordnungen und Einrichtungen erweisen sich als sehr kostspielig und ermehren die Steuerlast von Jahr zu Jahr. Die schrankenlose Freiheit, die man dem Einzelnen währt, und die allzumattherzige Uebung der Strafgewalt gegen Verbrecher und Vagabunden führt ur größten Ungerechtigkeit gegen die Gemeinden, wie gegen die ganze Gesellschaft. Frennung der Schule von dem Einfluß der Kirche fördert eine einseitige Verstandesbildung; die efere religiböse Gründung und den Ernst der Erziehung vermissen wir schmerzlich. Dazu kommt r unselige Culturkampf, der die Gemüther verbittert und die Einheit und Kraft des neu erstandenen gulschen Reiches lähmt.

Dieß ist mit wenigen Strichen ein Bild unserer Zustände.

Hülfe thut uns noth. Auf den betretenen Bahnen eilen wir dem Verderben tutgegen. Der Führung des herrschenden Liberalismus darf sich unser Volk

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nicht serner anvertrauen. Jeder Einzelne trägt an seinem Theile die Verantwortung, wenn nir auf den eingeschlagenen Wegen verharrend zu Grunde gehen. Die conservative Partei bessens ist sich ihrer Verpflichtung wohl bewußt und will es nicht versäumen, auch in Hessen unser Volk an die drohenden Gefahren zu erinnern und zur mannhasten Erhebung aufzurufen. Jetzt i die Gelegenheit geboten, neue und bessere Wege zu betreten und einen Anfang mit der Abstellung 3 der angedeuteten Schäden zu machen. * Der Culturkampf, der unsere evangelische Kirche so tief geschädigt hat und die Gemüther unserer katholischen Mitbürger so tief erbittert, muß endlich aufhören. Es muß zu einem Friedens- soluß und zu gerechter Ausgleichung kommen. Die Gesetze über Freizügigkeit, Ge werbefreiheit, Unterstützungswohnsitz, Wucher- und Aktienfreiheit ic. bedürfen ener gründlichen Umgestaltung. Unsere Zoll- und Steuergesetzgebung muß geändert verten, so daß die nothwendigen Bedürfnisse mehr auf dem Wege der indirekten Besteuerung öschafft und zugleich den Gewerben und der Landwirthschaft ein ausreichender Schutz gewährt wird. E zie Gemeinden und Corporationen bedürfen der treuen Pflege und des Schutzes gegenüber der schrankenlosen Freiheit der Einzelnen. Die Schulen müssen die religiöse erziehung wieder mehr in den Mittelpunkt stellen. Unser ganzes Volksleben muß gehoben, der Abele dale Stun für die ewigen Güter, die Gottessurcht, der Glaube, Treue und Zucht eee Rüssen neu belebt und gepflegt werden. Dazu gilt es, die Reichs- Regierung zu stärken, dich sie der Umsturzpartei mit Erfolg entgegentreten und zugleich eine innerliche Heilung und hesserung anbahnen kann.

Die uns gestellte Aufgabe ist groß und ernst, aber wir sind entschlossen, das Unsere zur Hung derselben zu thun und geben uns der Hoffnung hin, daß mit Gottes Hülfe allmählig wieder ere Zustände in unserem Volks- und Staatsleben geschaffen werden. 5 Wir empfehlen darum den Wählern, nur solche Männer für den Reichstag zu wählen, die i Willen und die Begabung haben, in dem ö ö f die gesunde Umgestaltung unserer socialen Zustände anzubahnen und die Reichs-Regierun Mstrebungen zum Schutz der Gesellschaft kräftig zu unterstützen.

Als solche Männer schlagen wir den Wählern Oberhessens folgende vor: 1. Für den Wahlkreis Alsfeld-Lauterbach-Schotten:

e. Erl. den Grafen Friedrich zu Solms-Laubach.

2. Für den Wahlkreis Gießen-Grünberg-Nidda:

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Nöüà;.sͤHerrn Gutsbesitzer Zimmer in Winnerod. . been 3. Für den Wahlkreis Frieden inne nemgel; eee errn Hofger.⸗Advocaten Curtman zu Friedberg. 1 K 1 Wenn diese Männer als unsere Vertreter in den Reichstag gewählt werden, dann können wir 6( b ß sein, daß sie unter dem Banner unsers Kaisers die Reichs Regierung in ihrem Kampf gegen 0 ben U zerstörenden Mächte unserer Zeit treu unterstützen, und so an ihrem Theil dazu mitwirken werden, , barten en laß mit Gottes Hülfe wieder bessere Zeiten für unser liebes Vaterland kommen. e Der Ausschuß der conservativen Partei in Oberhessen. 1 1 pen 0 dri 1 4 1 5

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8 2 201 Todes-Anzeige. 8 Heute Vormittag 11 Uhr entschlief nach langem, zuletzt schwerem Leiden im 64. Lebensjahre unser guter Gatte, Vater und Großvater . Ferdinand Friedrich Fertsch,

Großh. evang. Deean, Pfarrer und Kreis- Schul 8 Commissar. Diese schmerzliche Nachricht Verwandten und Freunden widmend, bitten wir um slille Theilnahme 8 Kaichen am 4. Juli 1878.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet Sonntag den 7. Juli, chmittags 2 Uhr, statt. 2208

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2217 Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung unserer lieben Frau und Mutter, Schwieger und Großmutter Maria Margaretha Merz, sagen wir unsern innigsten Dank. g Nieder-Florstadt am 3. Juli 1878. Die tranernden Hinterbliebenen. In deren Namen: R 8 Heinrich Christian Merz.