1878.
Dienstag den 5. Februar.
M 16.
Oberhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.
—
Kreisblatt für den Artis Friedberg.
Erschesnt jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
in Erinnerung, daß wir weitere Säumigkeit mit
Betreffend: Die Schulpflicht der Kinder von im Großherzogthum wohnhaften
deuschen Staaten.
Die Großherzogliche Kreis- Schulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Abtheilung für Schulangelegenheiten, Nr. 3 vom 26. Januar 1878
Nachstebendes Ausschreiben Gro zu Nr. 1302 bringen wir hiermit zu Ihrer Ken
Amtlicher Theil.
Betreffend: Den Grenzgang der Feldgeschworenen im Jahr 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzogli
Unsere Verfügung vom 3. September 1877 ist von vielen
Strafen ahnden werden.
ßherzoglichen Ministeriums des Innern, niniß und empfeblen im vorkommenden Falle dessen Beachtung.
Angehoͤrigen anderer
Dr. Braden.
Bürgermeistereien unerledigt geblieben.
Friedberg den 1. Februar 1878.
chen Bürgermeistereien.
Wir bringen dieselbe mit dem Bemerken Dr. Braden.
Friedberg am 31. Januar 1878. Kreises.
Das Großherzogliche Ministerium des Innern, Abtheilung für Schulangelegenheiten, an die Großherzoglichen Kreis-Schulcommissionen.
Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 24. Juni 1876 zu Nr. M. Waldeck und Pyrmont die gleiche Vereinbarung wie
der Regierung der Fürstenthümer
nn
worden ist, daß die dem Groß berzogtbum Hessen angebörenden Kinder, welche ungehörenden Kinder, welche sich im Großherzogtbum Hessen aufhalten zum Besuche der Schule herangezogen werden sollen, sbondern, wo daneben eine sogenannte Sonntags- oder Kinder, welche sich durch ein Zeugniß der zuständigen
zebung ibrer Heimath normirt ist,
vollfändig Genüge geleistet haben, Aufenthalts geltende Gesetz eine größere Ausdehnung des Erfüllung der Schulpflicht wird für die Fürstenthümer Wa
„ nach Maßgabe der im Lande daß diese Nöthigung zum Besuche Fortbildunges beimischen Schulbehörde darüber aue weisen,
obligatorischen Unterrichts vorschreibt. ldeck und Pyrmont dem Lehrer und dem Knorr.
d. J. 8837 benachrichtigen wir Sie, daß nunmthr auch mit mit der Königlich Priußischen Staatsregierung dahin getroffen sich im Königreich Preußen aufhalten, und die dem Königreich Preußen
des Aufenthalts bestehenden Gesetze wie Inländer
der Schule sich nicht nur auf die eigentliche Elementarschule, chule mit obligatorischem Character besteht, auch auf diese sich erstrecke, daß jedoch
daß sie der Schulpflicht, wie sie nach der Gesetz⸗
vom ferneren Schulbesuche zu entbinden seien, auch wenn das am Orte ihres Die Besugniß zur Ausstellung der Zeugnisse über
Ortsschulausseher gemeirsch entlich beigelegt werden. Dr. Wedekind.
—
Deutsches Reich.
Darmstadt. Die Antwort der Regierung zuf die Interpellation des Abgeordneten Büchner, den Diätenbezug der Lebrer aus den Gemeinde- lassen bei Besuch der Bezirks- und Gemeindecon— renzen betreffend, geht wesentlich dahin: Im Hinblick auf Art. 81 des Volksschulgesetzes hielt zie Regierung seither schon die Gemeinden für zerpflichtet, den Lehrern beim Besuche der von zer vorgesezten Behörde augesetzten Conferenzen ungemessene Diäten aus den Gemeindekassen zu zewähren. In Art. 16 des in der Kütze zur Publikation gelangenden neuen Gehaltsgesetzes der
Volksschullehrer sind nun als Kosten, welche von
zen politischen Gemeinden zu hücklich auch„die reglementsmäßig festzusetzenden
tragen sind, aus⸗
pebühren der Volksschullehrer bei Dienstteisen““
dufgeführt, und ist in den Motiven zu diesem
rlikel bemerkt, daß dies geschehen sei, um die
zweifel zu beseitigen, wer die den Lehrern in ichen Fällen(3. B. bei Theilnahme an den getisconserenzen) billiger Weise zu gewährenden daggelder zu zahlen hat. Die fragliche Ange— tzenheit wird mithin jetzt durch Gesetz definitiv geregelt.
dird, nach der neue
— Zur Bestreitung der allgemeinen Bedürf⸗ usse der evangelischen Kirche im Großherzogthum Ru sten Nummer des Regierungs- eingetroffen.
Actien-Gesellschaften zur Einkommen Steuer dies mal die Billigung der Kammer finden wird.
Berlin. Der Bundesrath erhielt einen Entwurf, betreffend die Erssparnisse an den von Frankreich für die deutschen Occupations-Truppen gezahlten Verpflegungs-Geldern. Preußen und
die von Preußen verwalteten Contingente sollen erhalten 19,799,100 M., Sachsen 1,207,200 M.,
Württemberg 1,183,500 M., sämmtliche deutsche Bundesstagten, ausgenommen Bayern, als erste Rate 1,200,000 M., Bayern 3,374,100 M.
Im Ganzen gelangen 26,763 M. an die einzelnen Contingente des Reichsbeeres durch den Kalser manttät unternommen,
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bezeichnet die Meldung verschledener Zeitungen von einem drei Tage dauernden Zusammentreten des großen Ge-
zur Vertheilung.
neralstabs in Kassel als total irtthümlich. Es
handle sich nur um die alljährlich wiederkehrende Conserenz zur Feststellung der sämmtlichen Militär- beabfichtigt.
Fahrpläne. Wie überhaupt nie, wohnt Feldmar— schall Moltke auch in diesem Jahre dieser Con- ferenz nicht an
Ausland.
Oesterreich⸗UUngarn. ßlands Antwor
Wien, 1. Febr. t auf Andrassy's Note ist gestern Sie enthält das Zugeständniß, daß
Hattes, für das laufende Jahr 1878, auf das die Kasanliker Abmachungen nicht früher als end-
Communal- Steuer- Capital der Ange wangelischen Landeskirche ein Beitrag von sennigen auf den Gulden ausgeschlagen. Aurchensteuern werden gleichzeitig mit den Com— unalsteuern der politischen Gemeinden durch den meinde: Einnehmer erhoben.
Aue ssicht genommenen Dispositionen Ende Febr. wenigen, vielleicht nur zwei Sitzungen zu-
mmentreten, in welchen jedenfalls aber die Frage richtet, worin er Erbauung einer Zwelg⸗Bahn von Eberstadt Friedens-Frage erör
ch pfungstadt zur Erledigung gelangt. Die neuen
Fuer und die Kirchen-Gesetze dürften erst in frangaise“ sagt: Nur elne ier späteren Session auf die Tagesordnung ge- zwischen der Türkei und
werden; man ist sehr gespannt, ob die früber den, das ist Alle andern Fragen gehen ganz Europa an.
Princip stets verworfene Heranziehung der 14
hörigen der giltig zu betrachten seien, als bis die Großmächte drei darüber beschlossen hätten. Die den, Novikoff hat gleichzeitig Andrassy mitgetheilt, daß eine ähnliche Erklärung an England abgegangen sei.
— Die erste Kammer wird nach den bis jetzt rufun
Ferner wird zugestan— daß die Abmachungen revistonsfähig seien.
Es wird allseitig angenommen, daß die Be-
— Gerüchtweise verlautet, der Zur habe ein Handschreiben an den österreichischen Kaiser ge— in überaus warmem Tone die tere. g Frankreich. Paris. Die„Rapublique
An
re verletzten. Freiheit der Christen und Mohamedaner der euro— Frage kann direct spälschen Türkel; in Asien bingegen dabe England Rußland geregelt wer- kein Interesse. diejenige der petuntären Entschaͤdigung. Kriegs Entschadigung.
eine Confernz der Bertragsmächte von 1856 muß
sich Rußland mit der Forderung einer Adänderung
dieses Vertrages wenden.
Großbritannien. Im Oberbause antwortete Derby dem Mit— gliede Stratheden, er babe niemals bebauptet, daß die Flotte unter keinen erdenklichen Umständen nach Constantinopel geben dürfe; es könnten Um⸗ stände eintreten, unter denen die Entsendung der Flotte dorthin ein Act der Zweckmäßigkeit wäre und wo sie durchaus nicht den allgemeinen Frieden gefährden, vielmehr, wenn im Interesse der Hu- die Erhaltung des Friedens
London, 31. Jan.
fördern könne.
— 1. Febr. In der beutigen Sitzung des Unterhauses stellt Staats- Secretär Croß das Vorhandensein einer Kriegs Partei im Cabinet in Abrede. Die Credit Forderung sei nicht im Sinne eines allgemeinen Vertrauens Votums Nur Geld werde für den Noth-
fall gesordert. Die Oppositlon möge beweisen,
daß die Regierung ihren Versprechungen untreu geworden oder daß ihre Politik verändert sei. D sel
Opposittons- Reden außerhalb des Hauses en von einem lügenhasten Geiste durchdrungen. Die Opposttion suche den Eindruck zu verbreiten, als gäbe die Regierung der Türkei Hoffnung auf Hülfe Croß nennt die Opposstion Russen-⸗Freunde, modificirt darauf aber diese Acußerung und schließt mit der Erklärung, es sei der Regierung einziges Streben, einen vollstaͤndigen, wirksamen, dauer— haften Frieden herbeizuführen. Bright Ubefür⸗—
le
wortete aus's Ernstlichste den Frieden und be— merkte: Croß habe von dem lügenhaften Geist der Oppositions- Reden gesprochen, g eines Congresses nunmehr wahrscheinlich sei. es mit den Reden von Beaconssield und denen der anderen Minister? Die Kriegführenden seien
aber wie stehe
zur selbstständigen Feststellung des Friedens be— chtigt, so lange sie nicht die Interessen Anderer Das britische Interesse erheische die
Redner befürwortete eine mäßige Rußlands Forderung der
Eröffnung der Dardancllen sei berechtigt. Die


