Ausgabe 
4.6.1878
 
Einzelbild herunterladen

8 ů

ling bekannt, daß er soelal-demokratischen Tendenzen duldige, daß er auch wiederholt hier soclaldemo: kratischen Versammlungen beigewohnt und daß er schon seit 8 Tagen die Absicht gehabt habe, den Kaiser zu erschießen, weil er es für das Staats. wobl ersprießlich gehalten, das Staatsoberhaupf zu beseitigen. Ein Gerücht, daß Nobiling ein Beamter des landw. Mintsteriums sei, ist durch Re⸗ cognition widerlegt, dagegen bestätigt es sich, daß der Attentäter social-demokratische Versammlungen und Vereine besucht hat. Als der Kaiser getroffen war, setzte sich der mit ihm fahrende Leibjäger zu ihm in den Wagen und führte ihn in's Palais zurück, wo er sofort zu Bett gebracht wurde. Bei dem Attentate sind zwei Schrotschüsse abgefeuert worden. Gegen 30 Schrotkörner sind in Gesicht, Kopf, beide Arme und Rücken eingedrungen. Keine der Wunden deutet auf unmittelbare Lebensgefahr. Der Kaiser leidet an hestigen Schmerzen, hat aber das Bewußtsein keinen Augenblick verloren. Das Allgemeinbefinden hat sich inzwischen wieder in er- freulicher Weise gehoben. Der Kaiser hat gegen Abend geschlafen, Wasser, Bouillon und Wein verlangt und mit den Aerzten in gewohnter Leut seligkeit gesprochen. In der Stadt herrscht eine ungeheure Aufregung und Entrüstung. Aus allen Stadttheilen strömte und strömt es massenweise nach den Linden. Gestern Abend 7 Uhr fand noch eine außerordentliche Sitzung des Staats- Ministeriums statt. Der deutsche Kronprinz reiste

von London gestern Abend natürlich sofort mit

dem Postzuge ab. Auch erwartet man das baldige Eintreffen der Kaiserin und des Reichskanzlers. Darmstadt. Die erste Kammer wird am 12. Juni zur Erledigung des ihr vorliegenden sehr umfangreichen Materials zusammentreten.

Militär nachrichten. Keller, Garnison⸗Ver- reit, auf eventuelle Fragen sofort zu antworten. waltungs- Inspector in Darmstadt wurde nach In Folge dessen interpellitte Csernatong den Minister,

von Folkestone in 16 Faden Wasser. Mit scharsem Glase sieht man einen Theil des Mastes. Der deutsche Kronprinz und der deutsche Botschafter Graf Münster begaben sich auf die Nachricht des Zusammenstoßes der deutschen Panzerschiffe sosort mitlelst Extrazugs nach Dover. Der sofort auf den Schauplatz des Unglücks geeilte Admiral Batsch telegraphirte heute aus Portsmouth:König Wilhelm undPreußen in Portsmouth ange kommen; hoffeKönig Wilhelm Mittags zu docken; beabsichtige, die geretteten Mannschaften morgen mitPreußen nach Wilhelmhaven zu schicken. Auf dem Geschwader befanden sich auch vier Offenbacher: nämlich Grein und Schäfer an Bord desKönig Wilhelm, Rummel an Bord desKurfürsten und Gössel an Bord des AvisoFalke.

31. Mai. Zwischen England und Ruß- land ist eine Einigung jetzt erzielt. Der Congreß wird Mitte Juni in Berlin unter Bismarck's Vorsitz zusammentreten und auf demselben soll die Regelung der österreichischen Forderungen erfolgen.

31. Mai. Der Schah von Persien trifft Sonnabend Nacht hier ein und beabsichtigt Mon- tag nach Paris weiter zu reisen.

1. Juni. DerReichs-Anzeiger publicirt die Ernennung des Votschafters Grafen zu Stol. berg-Wernigerode zum Staatsminister und Vice; Präsidenten des Staats Ministeriums. Dem Vernehmen nach kehrt der Chef der Admiralität, General Stosch, in Folge des Schiffs- Unglücks- falles aus seinem Urlaube hierher zurück.

Ausland.

Oesterreich⸗-Ungarn. Wien, 31. Mai. In der gestrigen Sitzung des Ausschusses der ungarischen Delegation erklärte sich Andrassy be

Minoritäts Referats, also nach der Regierungs- Vorlage, in namentlicher Abstimmung mit 165 gegen 122 Stimmen an und genehmigte sodann das ganze Quoten-Gesetz. Hiermit ist einer der wesentlichsten Ausgleichs- Punkte im Sinne der jüngsten Vereinbarungen der beiderseitigen Regier⸗ ungen erledigt.

1. Juni. In der ungarlschen Delegation wurde eine Regierungs-Vorlage eingebracht, wo- nach die Regierung einen Extra Credit von 570,000 fl. für die Unterslützung der bosnischen Flüchtlinge pro Mai und Juni 1878 beansprucht. Der Voranschlag der Kriegsmarine wurde nach einem kleinen Abstrich mit 9,696,264 fl. ge- nehmigt. Eine lebhaftere Debatte verursachte nur die für dieses Jahr angesprochene Summe von 175,000 fl. zum Bau eines Citadellschiffes. Der Antrag auf Streichung dieses Postens wurde mit 40 gegen 9 Stimmen abgelehnt.

Großbritannien. London, 31. Mal. Eine Extraausgabe desGlobe sagt: Er habe guten Grund zu glauben, das Zusammentreten des Congresses sei endgültig beschlossen, die eng⸗ lische und russische Regierung sei zum Einvernehmen gelangt über solgende Punkte, welche der Ent⸗ scheidung des Congresses unterworfen werden: 1) Herstellung zweier bulgarischen Provinzen, eine nördlich vom Balkan unter einem Fürsten, eine andere südliche, die das ägälsche Meer nicht be rührt, mit einem christlichen Gouverneur und einer den englischen Colonien ähnlichen Regierung. Der Congreß bestimmt den Namen der letzteren. 2) Die türkischen Truppen räumen letztere Pro vinz und kehren nicht zurück. 3) England be⸗ dauert, aber tritt nicht entgegen der Retrocession Bessarabiens. 4) England behält sich das Recht im Congresse vor, die internationalen Abmachungen

Königsberg, Löffler, Garnison-Verwaltungs-In ob die Einberufung des Congresses für den 11. Juni

spector in Berlin, nach Darmstadt versetzt. Berlin, 1. Juni. kommt eine Schreckenskunde. Das zweitgrößte Schiff

den Vorfall von London aus:Bei klarem Wetter, ruhiger See und mäßigem Winde passirten gestern

ungefähr Meilen von Folkestone. selben,König Wilbelm undGroßer Kurfürst,

am Lande ihr Befremden äußerten. Ungefähr 10 Minuten vor 10 Uhr sah man plötzlich einen Dampfer untergehen. Das Unglück ereignete sich folgendermaßen: derGroße Kurfürst änderte entweder in Ausführung der Manövers oder um dem Segelschiff voran auszuweichen, seinen Cours derartig, daß er gerade vor das Vordertheil des König Wilhelm kam, welcher denKurfürst rammte und ihm die Seite einstieß. DerGroße Kurfürst stürzte kopfüber und sank nach nur 4 Minuten. Als derGroße Kurfürst sank, fand eine Explosion statt, da das Wasser in Ofen und Kessel eindrang. Es ist viel Schaden verursacht worden. Eine Anzahl Folkestoner Fischerboote waren in unmittelbarer Nähe und leisteten gute Dienste im Auffischen der Mann- schaft, ebenso der DampferAlbert Edward. Ein Hafen Dampfer ging auch bald darauf zum Schauplatz; die Frage dessen Capitäns, ob Hülfe nöthig sei, wurde dankend abgelehnt.König Wilhelms Vordertheil schien voll Wasser zu sein, da es stark nach vorwärts herabsank. Dessen Mannschaft war damit beschäftigt, die Segel unter Vordertheil zu kringen, um den Leck zu stopfen. Um helb 1 Uhr war diese Operation beendet, und beide Dampfer setzten ihren Cours nach Portsmouth fort. Die englische Admiralität hatte sofort telegraphirt, daß dort ein eigenes Dock vorbereitet werde, und daß jede Hülfe geleistet würde. Amtlichen Nachrichten zufolge sind von der Bemannung desGroßen Kurfürst 271 Per- sonen ertrunken, 250 Mann und 23 Offiziere mit dem Capitän gerettet. Bis jetzt sind keine Leichen geborgen; viele Mannschaften wurden durch die Kessel⸗Explosion in die Luft gesprengt. DerKurfürst liegt ungefähr 3 bis 4 Meilen

definitiv gesichert und ob Andrassy von dem Er⸗ Von der englischen Küste folge der neuesten Verhandlungen zwischen England unserer Marine, derGroße Kurfürst ist gestern folgendermaßen: Seitens Deutschlands, mit 271 Seeleuten gesunken. Man telegraphirt über die intervenirende Rolle übernahm, insofern

und Rußland unterrichtet sei. Andrassh erwiederte

welches es zwischen Rußland und England die unmittelbare

Berständigung zu Stande brachte, wurde zuerst Morgen um Uhr drei deutsche Panzerschiffe in Wien über den Zwei der- den Andrassy antwortete, er stehe vom 11. Juni an schienen so nahe beisammen, daß die Zuschauer

zweckmäßigsten Zeitpunkt für des Congressee

angefragt.

Zusammentritt zur Verfügung. Diese Antwort wurde deutscher seits den anderen Mächten mitgetheilt; eine positive Festsetzung fand jedoch nicht statt. Wenn auch der Tag noch nicht bestimmt, so sei doch gegründete Aussicht vorhanden, daß der Congreß in kurzer Zeit zusammentreten werde. Von den statigehabten englisch-russischen Verhandlungen sei ihm Nichts bekannt. Er habe aber den Eindruck, daß zwischen England und Rußland kein solches Uebereinkommen zu Stande gekommen sei, welches die Interessen Oesterreich Ungarns irgendwie schädigen könnte. Eine Frage Apponnih's beantwortend, bemerkte Andrassy ferner: Die Intervention Deutschlands bestand darin, daß dasselbe vor dem Zusammen⸗ tritt des Congresses es für nöthig hielt, zwischen den bei Constantinopel angehäuften englischen und russischen Streitkräften gewisse Grenzen zu ziehen. Deutschland machte diesbezüglich durchaus keinen Vorschlag, erwirkte aber, daß die interessirten beiden Mächte mit einander in unmittelbare Be⸗ rührung traten.

Die Mitiheilung desGlobe über das englisch⸗russische Compromiß wird derPresse in ihrer Wesenheit und den meisten Details als richtig bezeichnet. Die Stipulationen enthielten keine Bestimmung betreffs Serbiens und Montenegro's, so daß dies Oesterreich überlassen bleibe. Es verlautet, Bismarck mache bedeutende Anstrengungen, die österreichisch- russischen Differenzen vor Beginn des Congresses mindestens in der Hauptsache aus zugleichen. Die englisch⸗russischen Verhandlungen bieten noch erhebliche Schwierigkeiten. Die Ent⸗ scheidung wird ehestens in der Mitte der künftigen Woche erwartet.

1. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm

betreffs der Donau zu discutiren. 5) England betrachtet den Besitz Batums nicht als Recht fertigung zu feindlichem Einschreiten. Rußland verspricht, die Grenze in Asien nicht weiter vor zurücken. 6) Rußland tritt auf Englands Er⸗ suchen Bajazid an die Türkei ab, letztere tritt aber dafür die Provinz Katour an Persien ab. 7) Rußland verspricht, die Geldentschädigung nicht mittelst Gebiets zu decken, noch sich in Englands Ansprüche als Gläubiger der Tückei zu mischen, Der Congreß wird die Zahlungsfrage discutsren. 8) Der Congreß trifft Vorkehrungen, Epirus, Thessalien und andere griechische Provinzen zu reorganistren. 9) Rußland erklärt sich einver- standen, daß hinsichtlich der Durchfahrt durch die Dardanellen und den Bosporus der status quo bleibe. 10) England schlägt dem Congresse vor, daß Europa Bulgarien reorganisirt, und wird die Oeeu⸗ pation Bulgariens durch Rußland und den Durch- marsch der Truppen durch Rumänien discutiren.

Italien. Rom. Die amtliche Zeitung veröffentlicht ein königliches Dekret, betreffend die Einführung des neuen Zolltarifs, welcher für die Waaren jener Länder zur Anwendung gelangen wird, mit welchen keine Handelsverträge bestehen, die eine andere Behandlung vorschreiben. Der

Zolltarif tritt mit dem 1. Juni 1878 in Kraft.

Der italienisch-belgische Handels-Vertrag ist bis 30. Juni 1878 verlängert worden. 31. Mai. Der in der heutigen Sitzung

der Deputirten⸗Kammer vom Präsidenten vorgelegte

Gesetzentwurf betreffend die Verlängerung des Zolltarifs und die Hinausschiebung der Ratisieation des Handels Vertrages mit Frankreich bis zum 1. Juli wurde angenommen. Der Senat haß

Handelsvertrags mit Frankreich, angenommen. Türkei. Constantinopel.Standard

berichtet von hier: Vor dem Zusammenkritt des

Congresses werde die englische Flotte sich in die

nopel zurückziehen. 31. Mai.

missäre Wassa Essendi und Samik Pascha sind unverrichteter Sache nach Constantinopel zurück⸗

heute den Paragraph 2 des Quoten Gesetzes, betreffend die Restitutionen, in der Fassung des

gekehrt. Die Häupter der aufständischen Pomaken erklärten, den Kampf fortsetzen zu wellen.

gleichfalls den Gesetz- Entwurf, betreffend den Zoll⸗ tarif und die Aufschiebung der Ratification dez

Besika⸗Bai, die russische Armee sich nach Adria-

Die nach dem Rhodopegebirge behufs Pacification entsendeten türkischen Com

ban

nehmen 1 Uu pon uelens 00 bereiten! Nußle 1 J belden de! füchtt Lat Da ullben d sallil, 0 Shuwaleff ln fein.

2

* 105 ˖ Naddel

aut M 0 ace wohl a0

Wlt wit Af Jai Schuwalt Olof kn S bn Malta Sanden Jay auf Ir ße = lars Tino I. 8 longabt ei lab selzet Hehlen ve e 5 e gerilten. 8 Kirchen 400 Kinde wo eine El Würgermeif Wotlen ben Makers und

en dem wa

Ia) Mik el in huge eh Simuel agent wude

0 meistbie 0 Griedbe

Assentz

Habst

185 0

1

2

1