Ausgabe 
30.6.1877
 
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1 1877.

Die Petttzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

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Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

die Voß Left bezogen

buchen de Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatt ist zu publiciren:

Boten. Nr. 33. Sub 1. Bekanntmachung, den zwischen Hessen und Preußen abgeschlossenen Staatsvertrag wegen Herstellung von Eisenbahn⸗Verbindungen zwischen Ftank⸗ urt a. M. und der Riedbahn, sowie zwischen Babenhausen und Hanau betreffend. Friedberg den 27. Juni 1877. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. sen Dr Braden.

1 a Betreffend: Die Mathilden⸗Stisiung im Kreise Friedberg.

zatt findenden. 5 75 3 An die Großherzoglichen Bürgermeistereien. 3 Wir ersuchen Sie, diejenigen Ihrer Ortsangehörigen, welchen Pfleglinge unserer Stiftung anvertraut sind, zu benachrichtigen, daß unser

Donnerstag den 4. Juli d. J. auszahlen wird. Friedberg den 27. Juni 1877.

fung

in 1877.

Ver⸗

Bekanntmachung.

Rechner, Herr Stadtrechner Vogt dahier, die Pflegegelder für das 1. Semester 1877 nur nach Beibringung der vorschristsmäßigen Bescheinigungen

Für die Verwaltungs Commission: N

Es wird hiermit zur Kenntniß gebracht, daß in Folge Verfügung des Königlichen Kriegs-Ministeriums vom 5. Mai er. die III. Bezirks- Compagnie des Landwehr-Bataillons Friedberg, welche seitber in Vilbel stationirt war, vom 30. Juni er. an ihren Sitz in Friedberg hat.

18 Friedberg den 29. Juni 1877. Großherzogliches Bezirks Commando Friedberg. Jar ge r. waltungstath: Dukla. Deutsches Reich. auch eine Ablehnung nicht stattfinden konnte. 27. Juni. Lord Russel reiste heute 22 Darmstadt. Seine Königliche Hoheit der Der Minister-Präsident wiederholt die Erklärung Morgen von Dover nach Berlin ab.

Großherzog haben Allergnädigst geruht: Den

Rreisarzt Dr. Stubenrauch zu Fürth zum Kreis-

arzte des Kreisgesundheitsamtes Schotten zu er nennen und den Obersten von Küchler interimistisch mit der Verwaltung des Hofmarschall- Amts zu betrauen.

1 Morgen findet in allen Kirchen Hessens ein Trauer Gottesdienst wegen des Ablebens des Großherzogs Ludwig's III. statt.

28. Juni. Heute früh trat der Gesetz- gebungs Ausschuß der ersten Kammer zusammen,

um wiederholt über das vom Plenum an den Ausschuß zurückverwiesene Gesetz, betr. die Gehalte der Volksschullehrer, insbesondere die von dem Grafen Solms Laubach und Dom ⸗Capitular Moufang dazu gestellten Anträge zu berathen.

Berlin. DieProv.⸗Corr. knüpft an die rod. Mittheilung des Beschlusses des französischen Senats in Betreff, der Auflösung der Kammer die Be

Jann,

chen

merkung: Die weitere Entscheidung ist nun in die Hendl, Hand des französischen Volkes gelegt, eine Ent bie scheidung, wie sie von gleich großer und weit ang, b tragender Bedeutung seit den Wahlen zur National-

Versammlung von Bordeaux nicht stattfand.

Die Post schreibt: Der Zweck einer Reise des Präsidenten des Reichskanzler-Amts, Hofmann, nach Kissingen wäre die definitive Feststellung der Instructionen für die diesseitigen Bevollmächtigten zur Fortführung der Verhandlungen des Han- dels⸗Vertrags mit Oesterreich gewesen, mit welcher sich der unlängst stattgehabte Ministerrath be

schäftigt habe.

. Wilhelms hafen, 26. Juni. Das deutsche Geschwader ist heute von Malta nach Port-⸗Said abgesegelt.

Ems, 27. Juni. Der französische Botschafter in Berlin, Vicomte de Gontaut-Biron, ist zum mehrwöchigen Kurgebrauch gestern Abend hier eingetroffen.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 28. Juni. Haus der Abgeordneten. Fürst Auersperg be⸗ antwortet die Interpellation Hofer und Genossen und erklärt, daß weder eine Anregung Seitens Deutschlands zum Abschlusse eines Schutz- und Trutz Bündnisses mit Oesterreich ausgegangen, noch überhaupt Aehnliches erfolgt sei, demnach

der Regierung vom 4. Mai bei Gelegenheit der Beantwortung der Interpellation Giskra. Die Regierung sieht auch heute noch keinen Grund, aus ihrer Neutralität in irgend einer Richtung herauszutreten. Sollten indessen Ereignisse ein⸗ treten, welche eine Verstärkung unserer Truppen an den Grenzen der Monarchie als nothwendig erscheinen lassen, so bebält sich die Regierung vor, nicht in Widerspruch mit ihren früheren Erklär- ungen, sondern in Ausführung derselben, auch innerhalb der Grenzen der Neutralität jene Maß- regeln vorzukehren, welche der Schatz unserer unmittelbaren Interessen an den Grenzen der Monarchie erheischt. Der Umstand, daß die Regierung diese Maßregeln bisher als unnöthig erachtete und mit Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse auch in diesem Augenblicke noch zu entbehren vermag, verbürgt, daß sie dieselben

wird, als die Nothwendigkeit erfordert, nicht mehr und nicht weniger.

Der rumänische Minister Cogalniceanu wird demnächst hier eintreffen.

Frankreich. Paris, 26. Juni. Die Gerüchte von einem Minister-Wechsel oder einer Modification in der Zusammensetzung des jetzigen Cabinets werden von derAgence Havas in formellster Weise für unbegründet erklärt.

Belgien. Brüssel, 26. Juni. Minister Malou zieht den Beichtstuhl Paragraphen des Wahl-Reform⸗Gesetzes nebst den in der Repräsen- tanten-Kammer vom Justiz⸗Minister früher abge gegebenen Erklärungen zu Gunsten der Straf- losigkeit der Geistlichen, die das Wahl⸗Geheimniß verletzen, zurück. Unter diesen Bedingungen wird die Linke den Gesetzentwurf annehmen.

27. Juni. Der Senat nahm den Gesetz Entwurf, betreffend die Bewilligung eines Credits für das Kriegs-Departement zur Fortführung der Befestigungs- Arbeiten an der unteren Schelde, einstimmig an.

Großbritannien. London, 26. Juni. DerStandard tritt den Meldungen der Blätter über die außerordentliche Credit Forderung der Regierung entgegen und behauptet, die Regierung erblicke noch keine Nothwendigkeit, einen außer

ordentlichen Credit zu beanspruchen,

weder vorzeitig noch in größerem Maße ergreifen

Italien. Rom, 26. Juni. Der deutsche Botschafter v. Keudell ist hier eingetroffen.

Türkei. Constantinopel, 26. Juni. Die Session der Kammer wird neuerdings ver- längert werden.Bassiret meldet: Einer der Commandanten der in Montenegro operirenden Truppen werde zum Gouverneur von Montenegro ernannt. Die Pforte notificirte den Botschaftern in Constantinopel, daß, nachdem in der Sudabai (Creta) Torpedos gelegt wurden, der Hafen ⸗Ein⸗ gang nächtlicherweile allen Schiffen untersagt sei.

26. Juni. Prinz Hassan von Aegypten ist nach Varna abgereist. Der Sultan begibt sich dem Vernehmen nach Ende der Woche nach Adrianopel, um die dortigen Fortificationen zu besichtigen. Die Session der Kammer ist um 14 Tage verlängert. Zwischen Kalafat und Widdin fand gestern ein Geschützkampf statt. Der Einmarsch der Türken in Cettinje steht unmittelbar bevor. Von Mukhtar Pascha sind keine neueren Meldungen eingetroffen.

27. Juni. Die Kammer hat den Antrag, daß ein Theil des umlaufenden Papiergeldes ein- gezogen, dagegen der Zehent um die Hälfte erhöht und den Beamten der Gehalt von zwei Monaten zurückbehalten werden solle, verworfen.

Die Türken lagern zwischen Spuz und Podgoritza, die vereinigten Montenegriner hinter Orjaluka bei Kumani.

Montenegro. Cettinje. 27. Juni. Mehemed Ali griff die Montenegriner an der Moraischa an, welcher Angriff zurückgewiesen wurde. Die Türken wurden geschlagen, bis jen seits Kolatschin von den Montenegrinern verfolgt und erlitten bedeutende Verluste.

Serbien. Belgrad. Der montenegrinische Senator Maschan Verbica, während des letzten Krieges Attaché im Generalstab, ist hier ange kommen. Belimor-Rodich, Militär- Attachs in Montenegro, geht in besonderer Mission nach Cettinje. Türkische Deserteure plündern christ liche Dörfer in Bosnien.

27. Juni. Aufrufe eines panslavistischen Comite's versprechen Serbien die Unabhängigkeit gleich Rumänien. Die Serben müßten sich vor bereiten, um im gegebenen Momet energisch in die Action einzutreten. Morgen wird die