Ausgabe 
27.10.1877
 
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noscirungen wurde Prinz Sergius Leuchtenberg durch eine Kugel in die Stirn getödtet.

DiePresse meldet aus Tiflis: Die Russen haben am 19. d. Pennek besetzt.

Aus Stadt und Land.

r. Friedberg, 25. Oct. Gestern tagte dahier in der Burgkirche die Decanalssynode des evang. Decanates Friedberg. Der Rechenschaftsbericht des Decanatsausschusses hob als die auch in religiöser Hinsicht bemerkenswertheste Thatsache des abgelaufenen Jahres das offene Auftreten der Socialdemokcatie im hiesigen Bezirke hervor, wolche dermalen gerade das Landvolk zum Haupigegenstand ihrer Agitation gemacht zu haben scheine. Es wurde hervor⸗ gehoben, daß der Socialismus nur die nalürliche Frucht der im Mittelstande bereits stark verbreiteten religionslosen Weltansicht des Materialismus sei, weshalb er auch durch die Aufdeckung seiner volkswirthschaftlichen Irrthümer allein nicht mit Erfolg bekämpft werden könne. Haupigegenstand der Verhandlung war die Sonntagsseier, über welche Pfarrer Müller von Nieder⸗Rosbach einen gediegenen Vortrag er- stattete. Erfreulich war die von mehreren Seiten gemachte Mittheilung, daß von der Regierung neuerdings den Be⸗ hörden die strenge Handhabung der bestebenden Sonntags- gesetze zur Pflicht gemacht worden sei. Man beschloß, auf vorkommende Gesetzes verletzungen ein wachsames Auge zu haben, gleichzeitig aber auch durch Belehrung und Maßh⸗ nung in den Gemeinden auf Hebung des Sinnes für Sonntagsheiligung hinzuwirken. Von einer Seite wurde darauf aufmerksam gemacht, daß das gesetzliche Verbot, die Wirthshäuser während der Gottesdienststunden offen zu halten, vielsach dadurch umgangen werde, daß die Wirlhe sich das Patent für Gastwirthschaft erwüklen; von einer anderen Seite wurde auf den Mißstand hin⸗ gewiesen, daß der Frankfurter Viehmarkt Montags statt⸗ findet, was an jedem Sonntag zu zahlreichen Störungen durch Viehhändel, Viehlransporte ꝛc. Anlaß gebe. Man beschloß an geeigneter Stelle auf Abhülfe hinzuwirken. Nachdrücklich wurde auch die Pflicht der Arbeitgeber, Dienstherrschaften ꝛc. hervorgehoben, den Lehrlingen, Dienst⸗ boten, Taglöhnern und sonstigen in Abhängigkeit von ihnen stehenden Personen den Sonntag nicht zu verküm⸗ mern. Schließlich wurde auf Anregung von Pfarrer

Meyer von Friedberg beschlossen, eine Erhebung darüber zu veranstalten, welche kirchlichen Mittel im Decanate vor⸗ handen seien oder zu erlangen wären, die sich zu einem Unternehmen zur Rettung verwahrloster Kinder oder einem ähnlichen Zweck im Interesse der siulichen Volkswohlfahrt verwenden ließen. Bei der zuletzt vorgenommenen Neu⸗ wahl des Decanatsausschusses wurden gewählt: als Mit⸗ glieder des Ausschusses die Herren Professor Dr. Köhler (Stellvertreter des Decans), Bürgermeister Schutt⸗Nau⸗ heim, J. Wießler-Butzbach, Seminarlehrer Wahl-Friedberg, als Ersatznänner die Herren Pfarrer Baur⸗Friedberg und Bürgermeister Schmid-Reichelsheim.

Friedberg, 23. Oct. Gestern und heute wurde hier der dritte Fohlen- und Pferde⸗ Markt abgehalten. Von weiter Ferne selbst war Waare zu Markt gebracht und zeichnete sich solche theilweise durch vorzügliche Qualität aus. Es waren etwa 350 Stück Saugfohlen, bis jährige Fohlen aufgelrieben, und etwa 150 Pferde, darunter recht brauchbare Arbeitspferde. In Sauafohlen war das Geschäft schleppend, besser gingen jährige Fohlen. Drückende Geldverhälinisse scheinen auswärtige Käufer wenig auf den Markt geführt zu haben, dagegen haben die Landwirthe aus unserer gesegneten Gegend gut gekauft. Auf dem gleichzeitig abgehaltenen Faselmarkt waren circa 80 Stück aufgetrieben, darunter, nach Aus⸗ sage Sachverständiger, vorzügliche Exemplare. Ein leistungs fähiger Handelsmann brachte sogar Bullen aus der Schweiz direct zu Markt. Viele Gemeinden aus der Umgegend deckten hier ihren Bedarf. Die besten hier gezogenen Bullen wurden Seitens des landwirtbschaftlichen Vereins prämiirt.

Allerlei.

Mäuchen, 25. Oct. Exzbischof Gregor ist gestern Abend gestorben.

Mexico. Nach einer Mittheilung derLiberté wurden am 20. August l. J. in Mexsco, und zwar in der Ortschaft Iacobo, sechs Personen wegen Zauberei lebendig verbrannt.

Herzliche Bitte!

Es wohnt in hiesiger Gemeinde eine arme Familie,

war und keine anstrengenden Arbeiten verrichten konnt Lebensunterhalt zu verdienen.

verstorben und hinterläßt seine Frau mit fünf kleinen Kindern, wovon das älteße erst 10 Jahre, das jüngste kaum 7 Wochen alt ist. Durch die Pflege und Beauf⸗ sichtigung dieser Kinder, iusbesondere des letzlen ist die Mutter vorläufig nicht in der Lage, ihrem geringen Tag⸗ lohn ganz ungehindert nachgehen zu können; zudem steht der Winter vor der Thür und müssen die Armen wirklich Noth leiden, wenn sich nicht hülfreiche Herzen und Hände öffnen und die valerlose Familie mit milden Gaben unterstützen. Die Unterzeichneten richten darum an edle Menschenfreunde die ergebenste Bitte, dieser nothleidenden

gern bereit, milde Gaben für dieselbe in Empfang zu nehmen. Desgleichen wird die verehrliche Redaction dieses Blattes gebeten, solche Gaben entgegen zu nehmen und an uns zu übersenden.

Staden den 23. October 1877.

Schmidt, Pfarrverwalter. Dauch, Bürgermeister.

Handel und Verkehr.

Mainz, 24. Oct. Producten⸗Markt. Waizen per Nov. M. 22.60. Korn per Nov. M. 15.40. Hafer per Nov. M. 15.45. Rübzl per Oct. M. 40.25.

Geld Cours. Frankfurt am 25. Oetober 1877.

20 Frankenstücke Mk. 16 2327 Englische Sovereigns. 20 3641 Russische Imperiales 16 6974 Holländische fl. 10⸗ Stücke 16 65 G. Daten, 2 Duegten al wars 9 65-70 Dollars in Gold. 3 417-20

Landwirthschaftliches. 3306 Wir verfehlen nicht unsere verehrlichen Leser auf die heutige Beilage mit Abbildungen landwirthschaftlicher

die sich durch Fleiß und Sparsamkeit seither redlich ernährte. Da der Vater, Peter Beck, ein ordentlicher, braver ne seit längeren Jahren schon in hohem Grade brustleidend

Maschinen und Geräthe der Firma Ph. Mayufarth und Comp. in Frankfurt a. M. besonders auf⸗ merksam zu machen.

Pfünder-Versteigerung zu Friedberg.

3109 Dienstag den 30. October l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in hiesigem Rathhause die bis zu diesem Termine die Verfallzeit erreicht habenden, noch nicht aus⸗ gelösten, noch renovirten Pfänder, der hiesigen Pfand⸗ und Leihanstalt gehörend, bestehend in Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Taschenuhren, Herren- und Frauenkleidern, Weißzeug, Bettzeug u. s. w. öffentlich an den Meist⸗ bietenden versteigert werden. 5 b

Gleichzeitig bemerken wir, daß die Auslösung und Renovation der Pfänder an den hierzu bestimmten Tagen erfolgen kann und daß das Pfandhaus vom 27. October bis zum Schlusse der Versteigerung geschlossen bleibt. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises Friedberg werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung auf ortsübliche Weise zur Kenntniß ihrer Gemeinde⸗ angehörigen zu bringen.

Friedberg den 4. Oktober 1877.

Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Foue ar.

Bekanntmachung.

Dütenfabrikant Heinrich Stöppler von Friedberg hat seine Ueberschuldung angezeigt. Es werden die Schuldner desselben aufgefordert, ihre Schulden bei Meidung doppelter Zahlung nicht an Heinrich Stöppler, sondern an den provisorischen Masseeurator Hoftaxator Schwarz zu entrichten.

Friedberg den 23. October 1877. Großherzogliches Landgericht Friedberg.

Pi st or.

Sausverkauf.

3322 Samstag den 3. November d. J., Nachmittags 2 Uhr, soll das bei Beienheim, auf dem ehemaligen Dorheimer Bergwerk stehende geräumige, zum größten Theil von Eichenholz erbaute Dampfmaschinenhaus auf den Abbruch bei Wirth Stein zu Beienheim öffentlich verkauft werden. Wegen Besichtigung desselben wolle man sich an den Großh. Obersteiger auf dem in der Nähe gelegenen Großh. Braunkohlenbergwerk Ludwigs⸗ hoffnung bei Beienheim wenden. Bad-⸗Nauheim am 24. October 1877. Großherzogliches Salinen⸗ und Bergamt Ba-Nauheim. Jäger.

Aepfel, Zwetschen und Runkelrüben

in größeren Quantitäten kauft zu jeder Zeit Heinrich Wörner, 3289 Obsthändler nächst dem Bahnhofe.

Laubsägholz,

841 sehr schöne Tafeln, hat zu verkaufen Bad⸗ Nauheim. Ph. Kappes, Schreiner.

3300

Auf den Abbruch

sollen Montag den 19. October d. J., Nachmittags 1 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden: a. Die Gebäulichkeiten der sog. Schmelzmühle oberhalb Ockstadt, bestehend in Wohnhaus l(einstöckig, Um⸗ fangswände von Bruchsteinen), 19,2 M. lang und 9,10 M. breit; Scheuer mit Stall(von Holz und Russensteinfachwerk), 12,3 M. lang und 50 M. breit; Schweinstall(von Holz und Russensteinfach werk), 42 M. lang und 3,7 M. breit;

b. die Oelmühle und das Triebwerk und die ganze Einrichtung der Mahl⸗ mühle daselbst nebst Wasserkändeln und verschiedenen zum Mühlbetriebe erforderlichen Utensilien.

Das Eichenholz von dem Mühlwerke und Kändeln ist noch sehr gesund und theilweise auch für Glaser brauchbar.

Ockstadt den 18. Oetober 1877.

Freiherrlich v. Franckenstein'sches Rentamt. 3244 Rabenstein..

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Bekanntmachung.

3325 Montag den 29. Oetober, Vormittags 11 Uhr, soll auf dem hiesigen Rathhause das Fahren von 30 Kubik⸗ meter Schichtenpflastersteinen und von 30 Kubikm. Unter⸗ haltungssteinen auf die Vieinalwege aus dem städtischen Steinbruch in der Töpfenkaute an die Wenigstnehmenden iu Accord gegeben werden. Friedberg den 25. Oetober 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. one

Bei vorheriger Bestellung liefere ich in Fuhren von mindestens 25 Centner ab Bahnhof Nauheim: Ia. melirte Kohle à Centner 80 Pf., Ia. Würfelkohle à 86 Ia. Stückkohle A 8 90 Coaks à Heetoliter 96 Pfd. 100 Pf. Fuhrlohn nach Friedberg 12 Pf. Gas⸗-Austalt Bad⸗Nauheim:

2461 W. Meyer.

Auszug aus dem in Untersuchungssachen gegen Peter Beringer von Darmstadt, verheirathet, evangelisch, 35 Jahre alt, wegen Beleidigung, in öffentlicher Sitzung des Großh. Hofgerichts der Provinz Oberhessen als Strafgericht zweiter Instanz vom 7. September 1877 erlassenen Urtheil: ꝛc. ꝛc. wird auf die stattgehabte Verhandlung und Berathung in der Erwägung nach Ansicht der Art. 448. 322 der St.⸗Pr.⸗Ord. zu Recht erkannt, daß der Appellation des Beschuldigten insoweit stattzugeben, als demselben statt der ausgesprochenen Haftstrafe eine Geld

rücken in den Oberh. Anzeiger mit der Frist von vier⸗ zehn Tagen zuzusprechen, im Uebrigen aber die Appellation zu verwerfen, das angefochtene Erkenntniß zu bestätigen und Appellant auch in die Kosten dieser Instanz zu ver⸗ urtheilen sei.

Gießen den 7. September 1877.

Unterzeichnet auf der Unterschrift: Hahn. Kormeßer. Dr. Stammler. Dr. v. Grollmann. Werner.

Für die Richtigkeit des Auszuges: Reuning, Gerichts- Aceessist.

Auszug aus dem Urtheil Großherzoglichen Landgerichts Friedberg vom 10. Juni 1877.

Wird hiermit zu Recht erkannt, daß Peter Beringer aus Darmstadt, Generalagent der Lebensverficherungs GesellschaftKosmos, 35 Jahre alt, evangelisch, ver⸗ heirathet, wegen öffentlicher Beleidigung des Eduard Hirsch in Friedberg, begangen in der CTarl Walter⸗ schen Gastwirthschaft daselbst, in eine Haftstrafe von 4 Tagen und in die Kosten der Untersuchung zu verurtheilen und dem Ankläger die Befugniß zuzusprechen sei, den entscheidenden Theil des Urtheils zweimal im Oberh. Anzeiger auf Kosten des Beschuldigten bekannt zu machen.

V W

N. 5 Friedberg den 10. Juni 1877.

Großherzogliches Landgericht Friedberg. Folleni us.

strafe von 30 Mark zuzuerkennen und dabei dem Ankläger die Befugniß der Veröffentlichung mit einmaligem Ein⸗

Apotheken-! bpotheken- Bitter, Schutzmarke Nr. 99. Flasche à Mark 0.70, 17 R550 Bittere Magenkräuter, per Packet mit Ge- brauchsanweisung 50 Pfennig. Maiwein-Syrup aus frischem Gebirgswald-

11 Flaschen Maiwein von feinstem Geschmack. Pro Flasche Mark 2.50.

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Frau Hoflief. Windecker in Friedberg. Ph. J. Weiss in Nauheim. 1909

Blauer Vitriol,

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in den Baumschulen von Lang 8 Weinel. Niederlage von Obstbäumen bei 0 Baumwärter Michel, Groß⸗Karben.

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so suchte er als Schweinhirte und Nachtwächter seinen ö Nun ist berselbe gestern infolge einer Lungenentzündung in einem Alter von 37 Jahren

Familie in Liebe gedenken zu wollen und erklären sich

meister. Eine Flasche mit 10 Flaschen Wein geben

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