und fordert schließlich die Wähler auf, dem Appell des Marschall⸗Präsidenten zu entsprechen. Belgien. Brüssel, 23. Sepl. Der Strike in Borinage nimmt einen ruhigen Verlauf. Westlich von Mons wurde die Arbeit gestern theilweise wieder aufgenommen.
Holland. Haag, 24. Sept. Das den Generalstaaten vorgelegte Budget pro 1878 beziffert die Ausgaben auf 121 Millionen, die Einnahmen auf 113⅜ Millionen fl. Das Desicit ist durch die Ausgaben für den Krieg in Atschin entstanden, welcher 1876 26½, Mill. erforderte und im laufenden Jahre voraussichtlich eben so große Kosten machen wird, falls die Lage auf Sumatra nicht eine Verminderung der Streitkräfte gestatten sollte. Der Finanzminister erklärte in der Kammer: das Deficit könne durch Ausgabe von Schatz scheinen gedeckt werden; dasselbe sei die Folge von vorübergehenden Umständen, sowie der Auf- wendungen für öffentliche Bauten und für das Landesvertheidigungssystem; im Uebrigen sei die Finanzlage nicht ungünstig.
Spanien. Madrid. Admiral Pavia ist zum Marine-Minister an Stelle Autequera's er- nannt worden.
Türkei. Constantinopel, 22. Sept. Bis heute Nacht ist keinerlei officielle Depesche über den von den Zeitungen gemeldeten angeblichen Sieg Mehemed Ali Pascha's veröffentlicht; der Kampf dauert noch fort.
— Ein Telegramm Mehemed Ali's vom Freitag, 21. d., bestätigt seinen Voxmarsch in der Richtung auf Bjela. Gleichzeitig meldet er, daß seine Truppen sich den Verschanzungen der Russen näherten und daß sich um zwei Uhr Nachmittags ein Kampf entwickelte, der mit Einbruch der Nacht aufhörte.
— Nachrichten aus Plewna vom 20. d. zu⸗
folge soll Osman Pascha den täglichen Angriffen der Russen fortgesetzt Widerstand bieten. Zwölf russische Bataillone griffen am Dienstag die be— festigte Stellung der Türken an, wurden jedoch unter großen Verlusten zurückgewiesen. Chefket Pascha telegraphirt vom 24.: Von Hakki Pascha, welcher in Karadagh zur Deckung der Rückzugslinie steht, wird gemeldet, daß die Division Ifzi Pascha's in der Stärke von 20 Bataillonen Infanterie, einem Regiment Cavalerie und 2 Batterien mit einem Proviant⸗ Zug in Plewna eingetroffen sei. Die Arbeiten zur Wiederherstellung des Telegraphen schreiten rasch fort. Ein Telegramm Suleiman Pascha's meldet vom 23.: 2 Compagnien Infanterie und 200 Tscherkessen sind recognoscirend bis zwei Stunden von Gabrowa vorgedrungen und haben mehrere Dörser an der Jantra nach Vextreibung der Russen niedergebrannt. Die Türken fahren fort, das Bombardement auf die russischen Be⸗ festigungen im Schipka Paß zu unterhalten; die Russen erwiedern dasselbe nicht, Auf den Vor⸗ posten ertönt ununterbrochen das Gewehr ⸗Feuer. Ibrahim Pascha meldet aus Philippopel vom 23. Sept.: Da ausständische Bulgaren sich in dem Kloster Tourriau festsetzten, sich bei Carlova auch Kosaken zeigten, so sandte ich 11 Compag⸗ nien und drei Schwadronen zur Recognoscirung aus. Die Aufständischen wurden aus Tourriau vertrieben und bis Osmasoupou verfolgt.
Rußland. Petersburg. Aus Gorni⸗ Studen wird amtlich gemeldet: Der Angriff der Türken auf Tscherkowna am 21. d. wurde gänz⸗ lich abgewiesen. Am 22. d. erfolgte keine Wie derholung des Angriffs, vielmehr zogen sich die Türken zurück. Das russische Cavalerie Corps, welches auf dem Wege von Plewna nach Sofia aufgestellt ist, hat zwei Recognoscirungen ausge- führt, um die Stärke der aus Sofia heranrücken⸗ den türkischen Entsatztruppen zu erkunden. Am 20. d. zog Flügel- Adjutant Graf Stackelberg mit seiner Abtheilung nach Rachita und vernichte kurz vor diesem Dorfe drei türkische Escadrons, zog sich jedoch, als er hinter den letzteren Infanterie wahrnahm, wieder zurück“ Am 21. d. entdeckte Oberst Tutolmin, nachdem derselbe türkische Ba⸗ taillone zurückgeworfen hatte, bei Teminn 10 Ba- taillone mit Artillerie in verschanzter Stellung
nebst 2 Cavalerie⸗ Regimentern. Tutolmin hielt den Vormarsch der Türken durch Artillerie Feuer auf und bezog mit seinen Truppen eine beobachtende Stellung.
— Aus Gorni⸗ Studen, 22. Septbr., wird amtlich gemeldet: Gestern Vormittag 11 Uhr er⸗ neuerten die Türken das seit ihrer Niederlage vom 17. d. eingestellte Bombardement des Nikolaiberges hei Schipka; gegenwärtig feuern dieselben aus vierzehn Mörsern, zuweilen in Salven. Gestern gegen 1 Uhr Nachmittags wurde General Tatischeff in seinen Positionen bei Tscherkowa von den Türken angegriffen; auf dem rechten Flügel zurückgewiesen, erneuerten dieselben den Angriff auf dem linken Flügel, später auch im Centrum, wurden aber allenthalben zurückgeschlagen. Der Kampf endigte erst in der Nacht. Tatischeff's Colonne behauptete ihre Positionen. Für heute wird die Erneuerung des Angriffs erwartet.
— 23. September. Gestern überschritt die 3. Jufanterie- Division(aus Polen), 13,000 Mann stark, die Donau. Eine andere Armee— Abtheilung rückt von hier zur Verstärkung nach Plewna ab.
— 24. Septbr. Ueber die Kämpfe an der Jantra meldet der„Daily Telegraph“ von türkischer Seite aus Schirkowa vom 21. d.: Die wieder- holten Angriffe der Türken sind mißlungen in Folge ungenügender Unterstützung. Die Russen waren numerisch überlegen und haben ihre Po- sitionen behauptet. Die türkischen Verluste sind sehr bedeutend. Ein baldiger Wiederangriff wird erwartet.
— 20. September. Heute griffen irreguläre türkische Reiter die russischen Pikets bei Gulidische an, wurden aber zurückgewiesen. Am Nachmittag erneuerten die Türken den Angriff bei Chaltalu mit Cavalerie und Infanterie und wurden wie- derum zurückgewiesen. Hierauf versuchten die Türken bei Tocharuhtschi den rechten Flügel Ter- gukassoff's zurückzudrängen, wurden aber gezwungen, sich mit großen Verlusten zurückzuziehen.
— Aus Taschkent meldet man: Der von dem verstorbenen Emir und von dem Volke zum Herrscher von Kaschgar erwählte und vor den Anschlägen des Usurpators Beg-Kuli-Beg in unser Gebiet geflüchtete neue Emir von Kaschgar Chakim⸗Chan⸗ Tjura bittet um russische Hilfe und erklärt sich bereit, die Oberherrschaft Rußlands über Kaschgar anzuerkennen. General Kolpakowskij ist ange- wiesen worden, mit demselben in nähere bezügliche Besprechungen zu treten.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Obgleich wir bereits in unserer Nr. 96 vom 18. August auf die Gefährlichkeit der weißen Verdecke der Kinderwagen aufmerksam machten, so scheint doch den Erfolgen nach zu urtheilen im Allgemeinen der Sache nicht die Bedeutung beigemessen zu werden, die ihr eigentlich gebührt. Wir wiederholen deßhalb hier jenen Artikel: Es ist im Laufe dieses Sommers schon von verschiedenen Seilen darauf aufmerksam gemacht worden, daß die aus sogenanniem„amerikanischem Ledertuch“ angefertigten Ver— decke der Kinderwägelchen, ihres Bleigehaltes wegen, für die Kinder zu einer ernsten Gefahr werden können. Das kaiserliche Gesundheitsamt hat daher Veranlassung genom— men, verschiedene Proben solchen Ledertuchs nochmals chemisch untersuchen zu lassen, wobei sich ergab, daß die— selben sämmtlich erhebliche Mengen, eine sogar 42,7 Procent Blei enthielten. Wenn man bedenkt, daß viele Kinder den größten Theil der ersten Lebenszeit in diesen, zu⸗ gleich als Wiegen gebrauchten Wagen zubringen, deren Verdeckung im Sommer den zersetzenden Einflüssen der heißen Sonnenstrahlen und des Regens, im Winter der strahlenden Osenwärme ausgesetzt ist, und dabei durch das Auf⸗ und Zuklappen einer häufigen Knickung und Reibung unterworfen wird, so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die in solchen Wagen befindlichen Kinder der Gefahr reichlicher Einathmung bleihaltigen Staubes und somit also einer Bleivergiftung in hohem Grade ausgesetz: sind, wozu noch die Gefahr kommt, daß dieselben auch, durch etwaiges Saugen oder Kauen an den Falten des nieder— geklapplen Verdecks Bleitheile in sich einführen. Es muß daher von dem Gebrauch von Kinderwagen, welche Ver— decke von amerikanischem Ledertuch tragen, nachdrücklich gewarnt werden. i
Vilbel, 23. Sept. Gestern Abend entspann sich im hiesigen Wald zwischen zwei in demselben patrouilltrenden Gendarmen und zwei Wilddjeben ein Kampf auf Tod und Leden, Die beiden Exsteren wurden der Eine an der rechten Hand durch einen Schuß schwer verwundet, während der Andere leichte Wunden im Gesicht davontrug. Die Thäler, zwei Bornheimer, wurden heute Morgen verhaftelz einer
derselben ist ebenfalls bedeutend verwundet.
Allerlei.
Karlsruhe, 21. Sept. Der in der unmittelbaren Umgebung des Kaisers hier weilende und in elnem Prival⸗ hause einquartirte Feld-Marschall v. Manteuffel ißt beute früh in einer Weise erkrankt, daß der ihn behandelnde Leib⸗ arzt des Kaisers einen dreimaligen Besuch beim Patienten für nötbig erachtete.
Stuttgart, 25. Sept. Der„Schwäbische Merkur“ meldet, daß der berühmte Kliniker Geh. Rath Professor Wunderlich, ein geborener Württemberger, heute in Leipzig verstorben sei.
Bremen, 25. Sept. Nach einem der geographischen Gesellschaft zugegangenen Telegramm ist der Dampfer „Frazer“, welcher am 24. Juli von Bremerbafen aus mit Waaren nach der Mündung des Jenissei(Sibirien) xpedirt worden war und drei Wochen lang, bis zum 14. September, am Jenissei verweilte, gestern nach Ham⸗ merfest glücklich zurückgekehrt. f
Stralsund. Fürst Putbus auf der Insel Rügen, einer der größten Majoraisbesitzer in Preußen, hat sich vor seinen Gläubigern nach Italien geflüchtet. Nachdem er ungeheure Summen auf seine Güter aufgenommen, aing er auch große Wechselschulden ein, die sich auf vier Millionen Mark belaufen sollen. Die Wucherzinsen waren bis zu 40 Proc. angeschwollen. Der Fürst hat sich zuerst durch die verunglückte Gründung der Nordbahn hinein⸗ geritten und wurde damals durch Laskers Kammerrede denuncirt, leugnete j doch seine Betheiligung. Jetzt stellt es sich beraus, daß er bei verschiedenen Gründungen be⸗ theiligt war. Er arbeitete theilweise mit fremdem Gelde und ritt sich auf diese Art immer tieser hinein.
Paris, 23. Sept. Der Astronom Leverrier, Director der Sternwarte, ist heute Vormittag gestorben.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 26. Sept. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.10—20. Eier per Stück 7—8 Pf.
Friedberg, 26. Sept. Waizen M. 22.50. Korn M. 17.50. Gerste M. 16.50. Hafer M. Alle Preise versteben sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Gießen, 25. Sept. Wochenmarkt. Butter per Pfund M. 1.10—15. Eier per Stück 6 Pf. Tauben das Paar 50 Pf. Hübner per Stück 70 Pf. Hahnen per Stück 60 Pf. Kartoffeln, 100 Kilo, M. 6.60.
Frankfurt, 24. September. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren: 480 Ochsen, 150 Kühe und Rinder, 180 Kälber und 320 Hämmel. Die Preise stellten sich per Centner Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 72—75., 2. Qual. M. 65-68. Kübe und Rinder 1. Qual. M. 60 65., 2. Qual. M. 54 56. Kälber 1. Qual. M. 72— 75., 2. Qual. M. 63-65. Hämmel 1. Qual. M. 56—58., 2. Qual. M. 48-51. Schweine das Pfund 6570 Pf.
Frankfurt, 24. Sept. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 N. 42., Nr. 2 M. 38., Nr. 3 M. 34., Nr. 4 M. 30., Nr. 5 M. 24. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 25., do. II.(Berliner Marke) M. 21. Weizen ab Bahnbof hier M. 23—24., ab unserer Umgegend M. 22— 23. fremder je nach Qual. M. 23 25.50. Korn M. 1718.50. Gerste M. 18—24. Hafer M. 13- 17.. Koblsamen M. 36-37. Erbsen M. 21—24., Wicken M. 17.—., Linsen M. 21—30. Nüböl M. 83.—. Die Preise ver⸗ stehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht— 100 Kilo.
Mainz, 24. Sept. Producten⸗Markt. Waizen per Nov. M. 22 80. Korn per Nov. M. 15 50. Hafer per Nov. M. 15 10. Rüböl per Oct. M. 39.20.
Auszug aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg.
Getraut: Maximilian Friedr. Otto Henkel, Mechanikus, und Mathilde Elisabetha Katharina Klein aus Friedberg. a
Geboren:
18. Sept.
6. Sept. Dem Bäcker Joseph Sebastian Schürger eine Tochter. E Dem Schuhmacher Joh. Hemmer Zwillinge (Töchter). a 12.„ Dem Handarbeiter Wilh. Weber eine Tochter. 12 Eine uneheliche Tochter, 15. Dem Schuhmacher Adolf Schmidt eine Tochter. e Dem Handelsmann Moses Eckstein ein Sohn. 16. Dem Fabrikaufseher Adam Schaaf eine Tochter. 19.„ Dem Eisenbahnbedienst. Jacob Brack ein Sohn. Gestorben: 15. Johanna Backes, Töchterchen des Kaufmanns
. Ludwig Backes, 3 Monate alt,
D. Frankfurt a. M., 25. September. Die Baisse schreitet rapid vorwärts. Neue Motive für die sprung⸗ weise nach Unten gehende Bewegung der Course liegen j doch nicht vor. Die stark überladene Haussespekulation jährt soct, sich zu degagiren, wozu sie durch die Vertheuer⸗ ung des Geldes veranlaßt wird. Bei Eröffnung des heutigen Böcsenverkebrs war die Tendenz noch schwankend und unenischieden, bis nach Börsenmitte auf mafteres Berlin die Course rasch abwärts gingen und eine eni⸗ schiedene Flauheit bei erregtiem Geschäft eintrat. Der letzte Ausweis der deutschen Reichsbank würde nichts weniger als günstig beurtheilt und“ wird eine neue Disconto⸗ Erhöhung für wahrscheinlich gebalten. Creditactien bes wegten sich zwischen 179¼½—181¼ 176177 und 176. Staatsbabnaclien zwischen 225/öu 228/223—224½ und 224 /. Lombarden notirien 62. Von ausländischen Jonde gaben österr. Goldrenle 8/4%, Silberrente 8/0%,
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