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1877.
Donnerstag den 25. October.
M 125.
berhessischer Anzeiger.
Die Petitzetle wird mit 11 Pfennig berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Anschaffung des Holzsamens zu den 1878er Culturen in den Communalwaldungen des
Forstes Friedberg.
Friedberg den 20. October 1877.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien der waldbesitzenden Gemeinden.
Wir beauftragen Sie, die für 1878 zu den Waldculturen erforderlichen Eicheln und Bucheln unter Mitwirkung der Großherzoglichen Ober—
förstereien nach Vorschrift anzuschaffen und das Weitere zu veranlassen.
Dr. Bet a dee u.
Generalversammlung des landw. Vereins von Oberhessen.
Die diesjährige ordentliche Generalversammlung des landw. Vereins von Oberhessen soll am Dienstag den 6. November d. J., des Vormittags 11 Uhr, zu Friedberg im Hötel Trapp abgehalten werden.
Gegenstände der Verhandlungen werden sein:
1) Erstattung des statutenmäßigen Rechenschaftsberichtes. 2) Wahl des nächstjährigen Versammlungsortes. 3) Die Frage: Welches sind die Aufgaben der landwirthschastlichen
Körperschaften?
4) Die Frage: Auf welche Weise können die Landwirthe auf eine an— gemessene Regulirung des Preises der landwirthschaftlichen Producte in welchen Mißverbältniß zum Productionswerthe stehen? 5) Die Frage: Empfiehlt sich für Oberhessen die Gründung von Molkerei— genossenschaften und auf welche Weise lassen sich dieselben in's Leben rufen? 6) Die Frage: Worin besteht der hauptsächliche Nutzen der landwirth—
einwirken, namentlich in Zeiten,
eingereicht werden.
die Arbeitslöhne im
schaftlich-chemischen Versuchsstation und warum wird von der Benutzung
derselben in Oberhessen noch kein umfangreicher Gebrauch gemacht? 7) Die Frage: Sollen durch Vermittlung des landwirthschaftlichen Ver-
eins von Oberhessen Saatkartoffeln und etwa namentlich Zwiebel— kartoffeln in Sachsen angekauft werden?
Nach§ 33 der Statuten muß jedes Mitglied des Vereins, welches in der Versammlung einen Vortrag zu halten wünscht, diese Absicht vor Beginn derselben dem Präsidium zu erkennen geben; schriftliche Mittheil⸗ ungen müssen mindestens einige Tage vor der Versammlung bei demselben
Der Unterzeichnete ladet hiermit die Vereinsmitglieder sowie alle Freunde der Landwirthschaft zu dieser Versammlung ergebenst ein. Friedelhausen am 20. Oktober 1877. Der Präfident des landw. Vereins von Oberhessen. A. Freiherr Nordeck zur Rabenau.
Deutsches Reich. Darmstadt.
Et. Leydhecker im Feld Art.- Regt. Nr. 25 zum Hauptmann und Batteriechef im Feld- Art.- Regt.
Regt. Nr. 115 zum Sec.⸗Lt. befördert. Thylmann, Sec.⸗Lt. vom 1. Inf.⸗ Regt. Nr. 115 wurde in das Rheinische Inf Regt. Nr, 30(Garnison Saarlouis) versetzt; Mostz, Port. Fähnrich vom 1. Inf.⸗Regt Nr. 115 zum Sec.
— S. K. H. der Großherzog wird sich den 29. d. M. nach Oberhessen begeben; in Gießen wird ein officieller Empfang vorbereitet. Am Abend desselben Tages trifft der Großherzog in
Militärdienstnachricht. Prem.
„Et. befördert. de schuß zon k, 288,280 B.
laufenden Jahres zeigt ein Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben. Verwendungen sind disponibel 782,956 M., welcher
5 a B u bereit iegend. Alsfeld, wo ebenfalls Empfang stattfindet, ein und Betrag durch den bereits vorliegenden Nachtrags
gedenkt einige Tage dort zu verweilen um der Jagd obzuliegen.
Vice-Präsidenten gewählt; ebenso die sämmtlichen
übrigen Mitglieder des früheren Bureaus.— 23. October. Der Finanzminister legte den Etat
für 1878/79 mit einer Uebersicht über das Finanz— Nr. 16, B t. Fähnrich v 1. Inf.⸗ Ergebniß vom Jahre 1876 vor, welches einen i F Ju dlsponiblen Ueberschuß von 22,179,780 M. ergibt. Zu der Mehr⸗Einnahme hat die Justiz Verwaltung am Meisten, nämlich 7,386,968 M., beigetragen,
dem jedoch große Mehr-Ausgaben gegenüberstehen.
Die Eisenbahn-Verwaltung gewährte einen Ueber— Das erste Semester des
Zu außerordentlichen Etat um 1,300,000 M. zu erhöhen ist. Im
laufenden Jahre bleiben einige Einnahme-Quellen hinter den Anschlägen zurück, doch fehlt nach Ver—
— ueber die Vorlage bezüglich der Civilliste legung des Etats-Jabres bis jetzt noch der genaue
hört man, daß dieselbe an eigentlicher Civilliste,
auf welche der Art. 70 der Verfassungs Urkunde Anwendung leidet, 1,095,288 M.(14,573 M. mehr als bisher) beansprucht. Da jedoch Schul- den des verstorbenen Großherzogs vorliegen, und auch der jetzige Großberzog noch Passiven hat(in Folge des Baues des neuen Palais), so werden zunächst 1,349,818 M., die sich aber in zehn Jahren durch die Schuldentilgung nach und nach dis zur obigen Summe vermindern, gefordert.
Berlin, 21. October. Die Eröffnung des Landtages erfolgte in üblicher Weise im weißen Saale des königlichen Schlosses. Anwesend waren etwa 100 Mitglieder von beiden Häusern des Landtages. Der Herzog v. Ratibor brachte zum Schlusse des Aetes ein dreifaches Hoch auf den Kalser und König aus. Die erste Sitzung des Abgeordneten-Hauses fand um 12½ Uhr unter dem Vorsitze des bisherigen Präsidenten v. Bennigsen statt. Es erfolgte die Berufung der provisorischen Schriftführer und die Verloosung der angemeldeten 233 Mitglieder in die Abtheilungen.— 22. Oct. In der heutigen Sitzung wurde von der Con- ditufrung der Abtheilungen Kenntniß gegeben. Auf Antrag Windthorst's wurde durch Acclamation Bennigsen wiederum zum ersten Präsidenten, Klotz
um ersten und Graf Bethush-Huc zum zweiten
Hinsichtlich der 0 sei zu bemerken, daß am 1. September d. J. für
Maßstab für eine Uebersicht. eine Minder Einnahme zu constatiren bei den Bergwerken von 12,505,488 M. Der Etat pro 1878/79 habe Augesichts der bevorstehenden Er— höhung des Beitrags zu den Matricular-Umlagen einen Contributions-Betrag von 16,268,276 M. einstellen müssen. Mehrbeträge lieferten die Do— mänen und Forsten, die directen und indirecten Steuern und die Lotterie. Einen Ausfall weisen auf die Münz- Verwaltung, ebenso die Berg-, Hütten- und Salinen Verwaltung von zwei Mill. Bei der Eisenbahn-Verwaltung ist ein Mehr von 2½ Mill. Mehr- Ausgaben sind bei den Ministerten des Innern und des Cultus. Die Betriebs Ver- waltungen liefern einen Ueberschuß von 3,323,360 M. Indessen beläuft sich die für das Extra-Ordinarium disponible Summe auf 31,002,221 M., welche ziemlich gleichmäßig auf alle Ressorts vertheilt ist. Die Regierung beschäftigt sich mit einer Vorlage, be⸗ treffend die Aufnahme einer Anleihe für Staats— bauten, welche demnächst mit Motiven erscheinen werde, von dem Etat nicht abhängig sei und deß— halb dessen Berathung nicht aufzuhalten brauche. Verwendung der Eisenbahn Credite
Zwecke 86 Mill. verwendet und noch
Eisenbahn— Auf die nächste
300 Millionen dieponibel seien.
Schon jetzt sei aber
Tagesordnung werden die Entlassungsgesuche der Preußischen Minister gesetzt.
— 22. Oct. In der heutigen Sitzung des Herrenhauses wurde das frühere Präsidium: Herzog v. Ratibor, v. Bernuth und Hasselbach wieder— gewählt.— 23. Oct. Das Herrenhaus nahm eine Mittheilung über die Constituirung mehrerer Commissionen entgegen, stellte zwei kleinere Gesetz— Entwürfe zur einmaligen Schlußberathung und überwies das Feld- und Forstschutz⸗Gesetz der ver— einigten Justiz- und Agrar⸗Commission.
— 23. Oct. Graf Eulenburg hat den ihm angebotenen Urlaub nicht angenommen und ver— harrt auf seiner Entlassung.
Wiesbaden. Die Meldung von dem Aus- bruch der Rinderpest in Langenlonsheim bei Kreuz⸗ nach hat sich als irrthümlich herausgestellt.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 23. Oet. In der heutigen Sitzung des Abgeordneten-Hauses legte der Finanz. Minister das Budget für 1878 vor; darnach stellt sich der Ausgaben-Bedarf um 9½ Mill. fl. geringer, die Einnahmen dagegen um 8 Mill. höher als für 1877; daher beziffert sich das Defieit pro 1878 auf 20⅝ Mill. gegen- über 37/ Mill. im Vorjahre, und stellt sich also die Bilanz des Jahres 1878 um 17¾ü Mill. günstiger. Diese Besserung ist das Resultat ernst— hafter. Anstrengungen zur Herabminderung des Aufwandes und zur Erhöhung der Einnahmen, für welchen Zweck eine eigene Ersparniß-Commission ingesetzt ist. Durch das Inslebentreten der Steuer Reform, so schloß der Finanzüinister, werde hoffentlich schon 1880 das Gleichgewicht im Staate haushalt hergestellt sein. Nach dem Entwurfe des Finanzgesetzes pro 1878 soll das Deficit von 20,200,000 Gulden durch Begebung von Goldrente gedeckt werden.
Schweiz. Bern, 22. Oct. Das Militär- steuer Gesetz ist gestern mit geringer Mehrheit verworsen worden.
Frankreich. Paris. Das Journal„Le Frangais“ bespricht die gegenwärtige Lage Frank—
reich's und hebt hervor, daß Marschall Mae Mahon


