Eine baldige Mediation wird allseitig bezweifelt — Bei einer gestern stattgehabten Illumination in Kaschau hat der Pöbel den Generalen und Offizieren die Fenster eingeworfen; Militär schritt ein und stellte die Ordnung wieder her.— Aus Preußen kommende Pontons⸗ Transporte nach Rumänien passirten Krakau. i Salzburg, 20. Sept. Graf Andrassy, von dem Fürsten Bismarck und seinen Söhnen an den Bahnhof geleitet, ist um 2 Uhr nach Wien ab⸗ gereist. Der Abschied war ungemein herzlich. Frankreich. Paris, 21. Sept. Die „République frangaise“ veröffentlicht eine Art Manifest, welches von einer Anzahl ehemaliger republikanischer Deputirter aus Paris und den Departements an die Franzosen gerichtet ist. Dasselbe stellt sich als eine gründliche Widerlegung des bezüglich der Wahlen erlassenen Manisestes des Marschall⸗Präsidenten dar, welches Punkt für Punkt kritisch beleuchtet wird. Gestern und heute haben Berathungen der hier anwesenden Vertreter der vereinigten Linken stattgefunden; doch wurde noch keine Einigung über eine Kundgebung zur Erwiederung auf das Manifest des Marschall⸗ Präsidenten erzielt, da es sehr schwierig ist, das betreffende Document so abzufassen, daß es zu⸗ gleich von den Ultraradicalen und dem linken Centrum unterzeichnet werden kann.— Der Marschall⸗ Präsident ist nach seinem Schlosse Forst abgereist. — 22. Sept. Das heutige Amtsblatt ver- öffentlicht die Decrete wegen Berufung der Wähler Collegien zur Wahl der Deputirten auf den 14. October, und wegen Zusammentretens des Senats und der Deputirtenkammer am 7. Nov. zu einer außerordentlichen Session. — 22. Sept. Proceß Gambetta. Das Ge- richt hat den von dem Vertheidiger Allou erhobenen
Einwand der Incompetenz abgelehnt und das frühere Urtheil aufrechterhalten. Belgien. Mons, 21. Sept. Im District
Borinage ist ein Strike der Kohlengruben-Arbeiter ausgebrochen; um ernsten Ruhestörungen vorzu- beugen, sind Truppen und Gendarmerie nach den betreffenden Ortschaften abgesendet worden.
Italien. Rom, 21. Sept. In dem heute abgehaltenen Consistorium wurde Cardinal Pecei zum Camerlengo ernannt: außerdem wurde die Ernennung mehrer italienischer und ausländischer Bischöfe verkündigt.
Türkei. Constantinopel, 21. Septbr. Seit zwei Tagen finden heftige Kämpfe bei Cairjcöj zwischen den Truppen des Zarewiisch und Mehemed Ali's statt, ohne daß es zu einer Entscheidung gekommen wäre. Bjela soll in russischen Händen geblieben sein; dagegen verlautet, wenn gleich aus unverbürgter Quelle, daß das russische Hauptquar⸗
tier nach Sistowa verlegt worden sei. Gleichzeitig machte die Hauptmacht Osman Pascha's am 20. einen nächtlichen Angriff auf die Griwitza Redoute, wurde aber unter schweren
und 21. d.
Verlusten zurückgewiesen. Serbien. Belgrad, 21. Septbr.
der Grenze sind nur acht Bataillone zurückgeblieben
Die Anhänger von Karageorgewitsch haben Tausende von gegen den Fürsten Milan gerichteten Procla-
mationen verbreitet.
— Eine Deputation hiesiger Kaufleute ver⸗ langte von der Regierung die Verlängerung des
Moratoriums, wurde aber abschläglich beschieden.
Montenegro. Cettinje. Bei dem zu⸗ nehmenden Mangel“ an Lebensmitteln, der bereits in vier Nahien Menschenleben gekostet hat, sind die slavischen Comites in Rußland um Zusendung von Getreide und Geld ersucht worden. Seit dem 18. d. M. sind außer den bereits vorher genommenen noch mehrere andere türkische Block- häuser im und am Duga⸗Paß in die Hände der Montenegriner gefallen, nachdem den capitulirenden Besatzungen derselben freier Abzug nach Stolatz bewilligt war. Den türkischen Familien von Bilek wurde dies gleichfalls gewährt.
— 21. Sept. Die Montenegriner haben die Forts Noschdren und Slostaz im Duga⸗Paß er⸗
Die Milizen sind in ihre Heimathorte entlassen; an
Rumänien. Bukarest, 20. September. Heute sind Grenadiere und Dragoner der russischen Garde hier durchgezogen. In der Hauptkirche hat heute unter Anwesenheit der Fürstin von Rumänien, des Fürsten Gortschakoff und anderer russischer Würdenträger ein Trauer Gottes dienst für die gefallenen Krieger stattgefunden.
— 21. Sept. Die Verluste der Rumänen bei einem erfolglosen Angriff, den dieselben am 18. d. von Grivitza aus auf die große türkische Central ⸗ Redoute vor Plewna machten, betrug gegen 400 Todte und Verwundete. Die kürkischen Redouten der Stadt Plewna werden durch die unaufbörliche Beschießung sichtlich erheblich be. schädigt. Gestern batte die rumänische Cavalerie einen Zusammenstoß mit den Tscherkessen, wobei letztere in die Flucht geschlagen wurden und eine Fahne einbüßten.
— der Minister des Auswärtigen, Cogalni⸗ ceanu, richtete an die auswärtigen Mächte ein Circular, in welchem er mittheilt, daß Osman Pascha Baschibozuk⸗ Banden organisirt habe, die mit Beilen bewaffnet seien, um die verwundeten Rumänen zu ermorden. Das rumänische Amts- blatt veröffentlicht hierüber Details und zählt die Namen der Ermordeten auf, mit dem Hinzufügen, daß die Türken die Rumänen hinderten, ihre Todten zu beerdigen und die Transporte von Verwundeten durch Schießen auf die Sanitäts- beamten störten.
Griechenland. Athen. Das ganze jetzige Cabinet verbleibt nach dem Ableben von Kanaris im Amte. Die Ernennung des Conseils-Präsi- denten wird in Kurzem erfolgen.— Nachrichten aus Larissa zufolge, wurde eine Anzahl Baschi⸗ Bozuks, die einen Angriff auf das dortige griechische Consulat machten, unter Anwendung von Gewalt zurückgewiesen. Der Consul erhob Protest. Rußland. Petersburg. Außer dem fortdauernden Bombardement der türkischen Po- sitionen, welches von den Türken nur schwach erwiedert wird, ist es in den letzten Tagen bei Plewna auch zu anderweitigen Actionen gekommen; seit dem 17. d. haben verschiedene Artilleriegefechte stattgefunden; ferner wurden in der Nacht vom 17. zum 18. d. von größeren türkischen Colonnen mehrere Ausfälle gegen die Grivitza-Redoute ge- macht, welche jedoch unter bedeutenden Verlusten der Türken zurückgeschlagen wurden.
— 19. Sept. Die russisch-rumänische Armee occupirt eine von Grivitza rechts nach Tatschenitza reichende Linie. Bei Grisitza drangen die Ru⸗ mänen mittelst Sappen bis auf 250 Nards zu der zweiten Redoute; d
iese wird wahrscheinlich in
General Tergukassoff's Truppen zu eröffnen mit der Absicht, in das flache Land herunterzusteigen. Am 19. September, Nachmittags 3 Uhr, unter⸗ nahm der Feind einen Angriff auf Chalsalne und Werchnije Tsaruchtschi. Nach einem zweistündigen Artillerie- und Gewehrfeuer wurde der Angriff durch die Regimenter Bakin, Taman und Stawropol allenthalben zurückgeschlagen.
Amerika. Washington. Die Republi⸗ kaner von Maryland haben in einer Resolution ihr vollständiges Vertrauen zu der Politik des Präsidenten Hayes kundgegeben. Dieser hat in den Städten des Südens die wärmste Aufnahme seitens aller Parteien gefunden und die Einladung, Georgia zu besuchen, angenommen.
Aus Stadt und Land. Marienschloß. Außer den Soldaten ist auch eine Anzahl Sträflinge erkrankt. Aerzte und Professoren von Gießen sind theils zur Hülfeleistung, theils zur Untersuchung des- Falles hierher geeilt. Darmstad't, 21. Sept. Heute Mittag starb nach längerem Leiden der frühere Buchdruckerei⸗Besitzer und Mit⸗Eigenthümer der„Neuen Hessischen Volksblätter“ Rudolf Fendt, bekannt durch seine Theilnahme an den Bewegungen der Jahre 1848 und 1849. Seine Krankheit hinderte ihn schon sast zwe Jahre, journalistisch thätig zu sein.
Allerlei.
München. Der Congreß der Aerzte und Naturforscher wählte Kassel zum nächsten Ort der Versammlung. Zum Vorstand wurde Geheimeralh Stilling gewählt. Leipzig. Die biesige Polizei erließ dieser Tage folgende Verordnung;§ 1 Allen Personen, welche schleppende oder den Boden streifende Kleidungsstücke tragen, ist das Betreten des Trottoirs, der Spazier- und Fußwege im Bezirk der Stadt Leipzig bei einer Strafe von 5-50 Mark verboten.§ 2. Die Schutzleute haben Zuwiderhandelnde zur Fesistellung des Thalbestandes sofort auf die Polizei⸗ wache abzufübren. Die Namen der Bestraften werden am Ende jeder Woche durch das„Leipz. Tagebl.“ veröffeni⸗ licht. Möchte diese, den Zorn der„Modedämchen“, aber nicht den einer vernüftigen deuischen Frau, herausfordernde Maßfegel nicht vereinzelt bleiben.
Bremen. Hier ist seit dem 1. September bei Geld⸗ strafe bis zu 150 Mark verboten, Kinder in Kinderwagen,
unterzubringen, deren Verdeck⸗Anstrich mehr als zwei Procent Blei enthält. Bremen. Am 16. September, 11½ Uhr Vor⸗
mittags, kam von Neuwerk ein Telegramm, daß ein Schiff auf Witlsand gestrandet sei. Das verunglückte Schiff war der Deutsche Dampfer„Adler“, mit Holz von der Ostsee nach Wilbelmshafen bestimmt. Der Dampfer war bereits am 16. September, Morgens 8 Uhr, bei starkem N.⸗W. Sturm gestrandet; die Brandung war sofort über das Schiff gestürzt und hatte alles auf dem Verdeck Befindliche sowie auch die Böte mit fort gerissen, während es der Besatzung nur mit genauer Nolb gelungen war, sich in die Masten zu flüchten. Mit eintretender Ebbe hatte die Besatzung auf Deck kommen können, doch nichts Genießbares mehr im Schiffe vorgesunden. Bei der zweiten Fluth hatie die Besatzung trotz der Befürchtung, daß die Masten über Bord schlagen würden, abermals Schutz in denselben gesucht, und die ganze lange Nacht bei dem furchtbaren Unwelter darin ohne Nahrung zugebracht. Zu rechter
einigen Tagen fallen. Weiter links von Grivitza steht General Krüdener, dessen Corps seit der Schlacht vom 11. Sept. durch Zotoff's Abiheilung verstärkt wurde. Das vierte Corps, welches an Zahl sehr bedeutend redueirt ist, steht auf der äußersten Linken, ebenso Fürst Imeretinsky mit der 2. Diviston, der 4. Schützen- Brigade und den Trümmern vom Corps Skobeleff's. Letzterer hatte am 11. und 12. d. über 60 pCt. an Leuten verloren. Die Russen feuern beständig aus mehr kaum erwiedern. türkischer Seite sei knapp. Die Russen sind längs der ganzen Linie stark verschanzt, eine starke Feld⸗ Redoute ist oberhalb Radichevo aufgeworfen. russische Armee zählt einschließlich der Verstärkungen 50,000 Mann, die türkische wird auf 60,000 bis 80,000 Mann nebst 140 Geschützen geschätzt.
— 20. September. Die russisch rumänischen Batterien sind bis auf eine Werst vor Plewna vorgeschoben. Plewna ist thatsächlich cernirt. Alle Communicationen befinden sich in den Händen der Russen. Die Nachrichten Osman Pascha's wer- den auf Schleichwegen befördert. Vor Ende Sept. soll ein neuer Sturm- Angriff stattfinden. Sämmtsiche Garde⸗Truppen werden dorthin dirigirt.
— Officiell wird vom Kaukasus aus Karajal vom 21. d. gemeldet: Anfangs September begann Ismail Pascha auf dem Bergrücken und den Ab- hängen gegenüber Chalfalne und Chochschabor
obert und dabei 160 Gefangene gemacht; der Duga Paß ist nunmehr vollständig frei von Türkeu.
Batterien zu errichten und aus denselben ein übrigens keinen Schaden anrichtendes Feuer gegen
als 320 Kanonen auf die türkischen Werke, welche Es heißt, die Munition auf
Die
Zeit traf das Rettungsboot ein, denn die Schiffbrüchigen waren bereits so ermattet, daß sie sich nicht lange mehr hätten festhalten können. Nachdem die sämmtlichen Schiff⸗ brüchigen— 12 an der Zahl— gerettet waren, erreichte Nachmiltags um 5 Uhr das Festland. Der
man erst Kpitän des verunglückten Dampfers sprach sich sehr lobend nehmen der Duhner
über das kaltblütige und besonnene Be
Rettungsmannschaft aus. Po sen. Der Prälat Kozmian von hier, bekannt als Führer der polnischen Ultramontanen, ist am 19. d. M. zu Venedig gestorben. Airola, 18. Sept. Bei einem hier ausgebrochenen Brande sind 150 Häuser sammt der Kirche abgebrannt, die Gasthöfe sind gerettet. 2000 Menschen sind obdachlos. Die schweizerische gemeinnützige Gesellschaft, welche in Luzern versammelt ist, organisirte soforlige allgemeine Hülfe. Neapel, 16. Sept. Gestern und vorgestern Abends war der Gipfel des Vesuvs von dem Widerscheine des im Innern des Kraters wüfhenden Feuers erleuchtet. Professor Palmieri, der bekannte Vesuv⸗Beobachier, theilte aus diesem Anlasse dem Neapeler„Pungolo“ das nachstehende Bulletin über die gegenwärtige Thätigkeit des Berges mit: „Die innere Eruption des Vesuvs ist eiwas belebter. Kleine Laven laufen im Krater um.“
Simmenthaler Zuchtvieh. (Eingesandt).
Nachdem schon seit mehreren nthaler Zuchtvieh
0 N
Einfuhr von
Friedberg. Jahren eine Einfuhr von Simme aus verschiedenen Gründen in biesigem Bezirke unterblieben, machte sich doch in den letzten Jahren das Bedürfniß der Blutauffrischung sehr fühlbar und wurde deshalb Ende August l. J. durch das Präsidium des lauvwirtbschaftlichen hiesigen Bezirks- vereins ein Aufruf erlassen und zu Bestellungen von Simmenthaler Zuchtvieh aufgefordert. Hierauf
zu Land! ung Opfer


