Ausgabe 
24.2.1877
 
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21. Febr. Der Senat hat die gegen die Wahlstimmen des Staates Nevada erhobenen Ein⸗ wendungen zurückgewiesen. Seitens der Finanz- Commission des Senates wird die Emission von neuen vierprocentigen Obligationen beantragt.

Aus Stadt und Land. Ilbenstadt. Am 10. Febr. seierten wir bier ein schönes und erbebendes Fest. Es galt dem 25 jährigen Amtsjubiläum unseres braven Bürger meistlers Zwier, der in dieser langen Zeit seinem Amte mit gewissenhaster Treue vorstand. Es balte sich zu diesem Zwecke ein Comité gebildet, welches seine Einladungen nach allen Seilen hin erließ. Der Einladung leisteten in freund- licher Weise seine vorgesetzten Bebörden und die Amis brüder aus ca. 24 Orten, sowie sonstige zahlreiche Freunde des Jubilars Folge. Das Fest begann damit, daß der neue Vorstand der Verwallungs-Behörde, Herr Reg.⸗Rath Dr. Braden, dem Jubilar mit einer herzlichen Ansprache Namens des Landesfürsten das Ehrenzeichen für 25 Dienst⸗ jahre überreichte. Hierauf gratulirte unser allverehrter Pfarrer im Namen der Gemeinde und überreichte mii den Ortsvorständen dem Gefeierten einen Ruhösessel. Diesem folgten der Lehrer mit den Schulkindern und brachle bezügliche Glückwünsche dar. Um 2 Ubr folgte ein Fest⸗ mahl. das durch gute Küche und Weine bald eine anmirte Stimmung bervorrief. Es wurde eine Reihe guter und schöner Toaste gehalten und der hiesige Ge⸗ sangverein schloß die Feier mit einer Gesangsproduction in würdiger Weise. Erst spät in der Nacht trennten sich die Festiheilnebmer mit dem Bewußtsein, ein schönes Fest gefeiert zu baben. Mögen dem Jubilar noch lange Jahre in ungestörter Kraft beschieden sein, damit er auch ferner, wie seilher, im Dienste seiner Gemeinde zu deten Sezen wirken kann.

Worms, 20. Februar. Der Rhein ist seit gestern Nachmittag stetig im Fallen, die gleich günstige Nachricht bringen alle Mittheilungen vom Oberrhein. Aus den Straßen der niedrig gelegenen Staditheile ist das Wasser verschwunden, auch det Weg zur Schiffbrücke ist schon wasserfrei.

Worms. Ueber eine frühere Wasseronolh enthält dieWormser Chronik Folgendes:Anno 1258 auf Lätare, welches der Zeit war der 3. März, ist solch ein ungestüm groß Schneegewässer angangen, daß der Stadt wall bei der Juden Kirchhof ein groß Slück eingefallen und auf der Andreßbrücken zween ersoffen sind.

Alzey, 19. Febr. Im benachbarten Weinheim fanden am Donnerstag und Freitag rasch nacheinander zwei Brände stalt, die wohl der Vermuthung Raum lassen daß sie von ruchloser Hand angelegt wurden. Näheres darüber wird wohl die eingeleitete Untersuchung ergeben. Am Donnerstag Abend brannten zwel Häuschen nieder und am Freuag Abend sielen drei oder vier Gebäude dem vernichtenden Elemenie zum Opfer.

Allerlei.

Kreuznach, 20. Febr. Bei dem letzeen im Gauchs berge abgehaltenen Treibjagen wurde ein Fuchs von seltener Fätbung erlegt. Ueber den Rücken bis in die Rutbenspitze ist derselbe weiß, an der Kehle und dem Bauch bläulich und an der Innenseite der Läufe schwarz gefärbt. Es ist ein Silberfuchs von seltenster Art. Derselbe soll ausgestopft werden.

München. In dem benachbarten Weilbeim entstand vor einigen Tagen Feuer in der Wohnung eines Advokaten. Der Mann jimmerte über wichtige Papiere in seinem Schreihpult und rief:Wenn ich nur an' Sekretär heraus bälle! Holt doch n' Sekretär'raus! Da stieg ein mitleidiges Bäuerlein auf die Lester an das Fenster und rief hinein:Herr Sckrefär, geh'ns'raus! es brennt!

Calais. 20. Febr. Im Kanal und an den Küsten der Bretagne wüthete ein hestiger Sturm, viele Gegen stände wurden angeschwemmt,

Bristol. Hier ist die Kunde von dem totalen Unter gange des DampfersEtbel aus Newceastle auf der Fahrt von Bilbao nach Newport, Moutmoutbshire, ein gegangen. Das Schiff scheiterle am 6. d. während eines dichten Nebels auf den Klippen der Lundyensel, und von der 20 Köpfe zählenden Mannschaft bewukte nur ein einziger Mattrose seine Retlung. DieEihel halte eine Eu erztadung an Bord.

Handel und Verkehr.

wird der Antrag auf Annahme der motivirten Tagesordnung angenommen.

fe, 20. Febr. Die österreichische Panzer- FregatteSalamander wurde beordert, sogleich nach Smyrna abzugehen.

Großbritannien. London, 20. Febr. Der Parlaments- Unterstaatsseeretär Bourke erklärte Hopwod auf seine Anfrage, die Regierung beab⸗ sichtige nicht, Oesterreich wegen der Freilassung der internirten Insurgenten aus der Herzegowina Vorstellungen zu machen. Der erste Lord der Admiralität, Ward Hunt, erwiederte Pim, das russische Geschwader in San Francisco bestehe aus einer Corvette und fünf Kanonenboten; er theile nicht die Besorgniß Pim's, daß ein Krieg zwischen England und Rußland ausbreche, da die Beziehungen zwischen beiden sehr freundschaftlich seien. Unterstaats⸗ Secretär Lowther entgegnete Gourley, er glaube, die Annexion der Trans- vaal'schen Republik wäre sehr vortheilhaft.

Spanien. Madrid. Seitens der Re gierung ist eine Bekanntmachung veröffentlicht, wodurch den in das Ausland geflüchteten Carlisten die Rückkehr nach Spanien gestattet wird; dieselben sollen ferner nicht verfolgt werden, es sei denn wegen gemeiner Verbrechen.

Barcelona, 20. Febr. Hier wurde ein von Anhängern Zorilla's geplantes Complot ent- deckt welches während des Besuches des Königs hier zum Ausbruch kommen sollte. Sieben Per- sonen wurden verhaftet und die Untersuchung ein geleitet.

Italien. Rom, 20. Febr. Gestern Abend fand großer Empfang auf der deutschen Botschaft statt; es waren das italienische Kronprinzenpaar, Kaiser und Kaiserin von Brasilien, der Groß herzog und die Großherzogin von Baden, die Botschafter, Gesandten, Minister und viele distinguirte Personen anwesend.

Türkei. Constantinopel, 20. Febr. In der beute stattgebabten ersten Conferenz zwischen den serbischen Delegirten einerseits und Sapfet Pascha sowie dem Musteschar des auswärtigen Ministeriums anderseits wurde die Garantieftrage erörtert, wobei sich die Vertreter der Pforte ent gegenkommend zeigten.

21. Febr. Die Pforte hat ihre diplo matischen Vertreter im Auslande davon in Kenntniß gesetzt, daß die Nachrichten über den Gesundheits⸗ Zustand des Sultans, welche in der europäischen Presse circuliren, jeder Begründung entbehren. Der Sultan sei vor einiger Zeit von einem Zahn- leiden heimgesucht worden, welches aber gegen- wärtig gehoben sei. Seine Gesundheit wäre in jeder Beziehung zufriedenstellend. In einer weiteren Depesche der Pforte an ihre Vertreter werden alle Gerüchte über einen bevorstehenden Wechsel im Großvezirat ossiciell als falsch und unbegründet bezeichnet.

21. Febr. Mit Rücksicht auf die schwebenden Verhandlungen mit Montenegro dürfte der Waffen- stillstand noch auf vierzehn Tage verlängert werden. Das Zustandekommen eines Uebereinkommens mit Serbien gilt für sicher.

Nach einer Meldung aus Sulina ist die türkische Flottille von Rustschuk zurückgekehrt und durch eine zweite Panzer-Corvette verstärkt.

Serbien. Belgrad, 21. Febr. Aus den allgemeinen Wahlen zur Skupschtina sind meistens Frankfurt, 21. Febr. Der heutige Heu- und Stroh⸗ friedlich gesinnte Abgeordnete hervorgegangen. In markt war sehe gut befahren. Heu koßtete je nach Qualit Belgrad wurde zum ersten Male ein Jude gewählt. pe Ceniner M. 46. Stroh per Cenmer M. 45. Lutter

Montenegro. Cettinje, 21. Febr. 1 0 im hebhandel das Pfund M. 1.20 2. Qual. . pol. Gerr berichter aus G Di M. 1. 1 im Kleinbandel 1. Qual. M. 1.50, 2. Qual. Fe,. a 5 e M. 1.3036. Eier das Hundert gewöhnliche M. 4.50, montenegrinischen Senatoren Petrovich und Ratovich laltenische M. 6.50. Kartoffeln per 200 Zollpfund haben sich heu auf dem Lloyd Dampfer behufs M. Wa Erbsen geschäfte(per 100 Kllogr.) Einlei ung der Friedens⸗Verhandlungen nach Con- M. 40, ganze Erbsen M. 2427, weiße Bohnen 5. M. 2226., Linsen M. 38- 40. Ochsenfleisch per Pfund sta, anopel eingeschifft. 70 Pl., Rnefleuch 5060 Pf., Kalbfleisch 5060. Pf., Amerika. Wasbington, 215 Febr. Das Hammel ich 46 63 Pi, Sdwelveslech 7580 P.. eee verwarf die Entscheidung det 1 1 934 u 50 5 9 N ü ner Commission, d di sti N. 41. ber. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29. Fünszehner Es 0 die Wahlstimmen, 5 U. 23. Roggenmehl 0%(Berliner Marke) M. 27., Louistana's für Hayes abgegeben seien. Die o. ii(enliner Marke), 22., Weizen ad Bahnhof Entscheidung der Commission bleibt jedoch in Kraft. bier M. 25.25., ab unserer Umgegend M. 24 7525.. Die Prüfung der Wahlstimmen der übrigen Staaten f emder, je nach Qualisäl M. 21-24. Korn M. 17.75 wurde in alphabetischer Reibenfolge bis Nevada dis 19.28,eue, d. 1921 baser M. 15,5018. 5.

5.. 1 Erben M. 2124., Wicken M. 19., Linsen M. 2130. fortgesetzt und die Wahlstimmen dieser Staaten Nüböl M. 82. Die Preise verstehen sich sämmtlich per

Minderpest sich vorzugsweise

0

klingender Husten.

aber vollständig aufgehört,

blutenden Grund hinterläßt.

Mainz, 22. Febr. Probucter⸗Markt. Watgen per

März 22.40. Korn per März 16.60. Hafer per Mötz

16.70. Rib per Mai 36.90. 9 Die Rinderpest.

Bezüglich der jetzt in Deutschland constatirten

1 N 7 Rinderpest entnehmen wir»derV. Z. folgende

Daten:Die unheilvolle Krankheit ist als die verheerendste Seuche zu bezeichnen, die unter Hausthieren aushrechen kann. Bei ihrer Bös artigkeit und ihrer im hohen Grade leichten An- steckungsfähigkeit gefährdet ste jedesmal da, wo sie auftritt, den Rindviehstand und damit den Wohl stand des ganzen Landes, ja ganzer Länder, wenn die Behörden sich nicht sofort bemühen, mit rück sichtslosester Energie das Uebel zu lokalisiren. Als trauriger Beleg dafür gilt das Jahr 1717, in welchem im Kirchenstaat 26,000 Stück Rindvieh, in Piemont 70,000 und in Holland 300,000 Stück an der Rinderpest krepirten. Im Jahre 1776 verlor Holland abermals 300,000 Stück Rindvieh an derselben Seuche, und daß die Krank geit bei unzulänglichen und ungeeigneten Be kämpfungs- oder Ausrottungsmaßregeln sich Jahre hindurch in demselben Lande festsetzen und Jahre hindurch fürchterliche Opfer fordern kann, dafür liefert Dänemark keinen Beweis, das in den Jahren 1745 bis 1749 mehr als 280,000 Stück an der Rinderpest verlor. Des Menschen Kunst in der Behandlung des erkrankten Viehes ist so gut wie vollkommen ohnmächtig, wie wir denn auch über Entstehungsursachen der Seuche noch so gut wie Nichts wissen. Denn die alte Theorie, daß die im Gefolge eines Krieges entwickele, weist eben so diele Ausnahmen, als Bestätigungen auf, und auch im vorliegenden Falle stimmt sie nicht. Das aber scheint festzu stehen, daß diese entsetzliche Plage uns bisher stets von Osten importirt worden ist, und sich in Deutschland noch nie von selbst entwickelt hat.

Die allgemeinen Krankheitserscheinungen sind im Beginn: Fieberschauer, Zittern und Schütteln des Kopfes, dazu gesellt sich bei einigen Kranken völlig theilnahmlose Traurigkeit, bei andern wilde Unruhe, die sich unter Zähneknirschen, bis zu immer wiederholtem Stampfen mit den Füßen steigert. Von Zeit zu Zeit erfolgt ein auffallend hohl Bei wechselnder Körperwärme sind Nase und Schnauze anfangs trocken und heiß, die Augen feucht, bald aber stellt sich aus Nase und Augen ein Schleimfluß ein. Das so erkrankte Thier pflegt noch zu fressen, das Wiederkäuen hat Im weiteren Verlauf füllt sich das Maul mit Geifer, auf der Zunge, am Gaumen und Zahnfleische erscheinen kleine Bläschen, die später platzen, worauf dann die Haut an den genannten Maulparthien sich in größeren Fetzen ablöst und einen rothen, leicht Starker Durchfall stellt sich ein. Von den inneren Schmerzen, die das Thier martern, geben der sich krümmende Leib und die krampfhaft unter dem Bauch zu sammengezogenen Füße Kunde. Der Schwanz ist unaufhörlich in Bewegung. Auch unter der Körperhaut bilden sich Luftblasen oder Geschwülste und der unabwendbare Tod tritt am vierten bis siebenten Tage nach der Erkankung ein.

Eine Kur auch nur versuchen zu wollen, wäre bei der absoluten Hoffnungslosigkeit auf entsprechen⸗ den Erfolg und bei der fabelhaften Ansteckungs fähigkeit eine verderbliche Thorheit; es bleibt nichts weiter, als die sofortige Tödtung der Stücke, welche die Seuche auch nur erst in Anfangsstadien erkennen lassen, so daß die Lehre eine traurige Berechtigung hat, daß das Rindvieh in jedem Alter und zu jeder Jahreszeit, aber jedes nur ein einziges Mal im Leben von der Rinderpest befallen werden kann. Nicht dringend genug kann aber die gewissenhafte Befolgung der scharfen, aber durch die eminente Gefahr nur zu sehr gerechtfertigten Gesetzesbestimmungen, deren strengste Durchführung eingeleitet worden ist, empfohlen werden.

Leere Oelfässer

175 zu Pfuhl und Regen, sowie zu Bütten sich eignend,

für gultig erklärt. 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.

in großer Auswahl bei Georg Groß.

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