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concentrirt, um die Wiedereroberung von Niksie zu unternehmen. Auch von Podgorizza her wird die türkische Offensive erwartet. Der Fürst von Montenegro ist mit dem Senats-Prästdenten Petrowitsch nach Orjaluka geeilt, wohin auch das Gros des montenegrinischen Heeres dirigirt wurde.
Rumänien. Bukarest, 21. Oet. Dem „Romanul“ zufolge haben die Rumänen dreimal die Grivitza-Redoute angegriffen, wurden jedoch
zurückgeschlagen. Einzelheiten über den Kampf liegen noch nicht vor. Griechenland. Athen. Der Confliet
zwischen Griechenland und der Türkei wegen der türkischerseits erfolgten Saisirung von Waffen und einer Munitions⸗Sendung im Golfe Prevest ist beigelegt. Auf die Reclamationen des griechischen Cabinets wurde sowohl das griechische Schiff wie die Ladung freigegeben.
Rußland. Petersburg. Ein amtliches Telegramm aus Gorni-Studen berichtet über zwei kleinere am 11. von Kosaken gegen Teteben und gegen das Dorf Tores ausgeführte erfolgreiche Recognoscirungen. Bei der letzten wurden 700 von den Türken gefangen gehaltene bulgarische Weiber und Kinder befreit und nach Mikke geleitet.
— 18. Oct. Seit gestern findet von Seiten der Russen ein sehr heftiges Bombardement auf Plewna statt. Die Rumänen näherten sich der großen Grivitza-Redoute bis auf 20 Meter. Sie glauben, dieselbe sei geräumt. In den letzten fünf Tagen sind bei den Russen 1000 Mann Infanterie zur Verstärkung vor Plewna eingetroffen.
— 19. Oct. Der Zar hat an seinen Stab eine Rede gehalten, worin er äußerte: Er werde bei der Armee bleiben und für die Bedürfnisse der Armee sorgen. Wenn nöthig, werde ganz Rußland, wie einst, unter die Waffen treten.— Das Gerücht von Aksakoff's Verhaftung hat sich nicht bestätigt. Derselbe hat vielmehr im Mos- kauer Slaven⸗Comite eine Rede gehalten, worin er sagte: Rußland dürfe nicht zurücktreten. Die europäischen Interessen und die Lokalisirung des Krieges seien leere Schlagworte. Rußland müsse siegen, und sollte sich ganz Europa entgegenstellen. — Einem Gerüchte zufolge hätten die Russen den österreichischen Bahnhof Itzkany besetzt.
— 19. October. Die türkische Verbindung zwischen Plewna und Orhanie ist wieder unter- brochen. Die Russen haben die Position von Telisch besetzt. Die Türken räumten eine Redoute östlich und zwei Redouten südöstlich von Plewna. Man glaubt, daß dieselben unterminirt sind.— General Radetzky berichtete, daß die türkischen Truppen im Schipka⸗Passe durch Abzüge nach Sofia und Plewna vermindert seien.
— Der„Regierungsbote“ bringt einen kaiser⸗ lichen Ukas vom 2. d., wodurch angeordnet wird, die Fuß- und reitenden Reserve⸗Batterien auf den Kriegsfuß zu stellen.
— Eine Depesche des„Golos“ aus Igdyr, 17. d. meldet: Nachdem Ismail Pascha über Mukhtar Pascha's Niederlage Nachricht erhalten hatte, hob er sein ganzes Lager auf und zog sich auf die Subatan-Höhen zurück. Derselbe scheint im Begriff zu sein, das russische Territorium voll ständig zu räumen. Die Nachricht von Mukhtar Pascha's Niederlage hat unter den türkischen Truppen großen Schrecken hervorgerufen.
— Man meldet aus Tiflis vom 18. d.: Die russische Armee ist im Anzug gegen Kars. Der Belagerungspark aus Alexandropol ist seit gestern ebendahin in Bewegung gesetzt. General Lazareff, welcher den Aladscha-Dagh umgangen hat und versprengte Abtheilungen des rechten türkischen Flügels gegen Süden verfolgt, sendet eine Colonne über Hatschihalil gegen die von Kars nach Erzerum führende Straße. Ismail Pascha hat seine Vor⸗ truppen auch von der Karawanserei⸗Straße zurück · gezogen. General Tergukassoff folgt ihm auf türkisches Gebiet. Das bei Osurgetl concentrirte Rion⸗Corps erhielt ebenso wie die Besatzung von Ardahan Befehl zum Vorrücken. Mukhtar Pascha hat unter Zurücklassung einer kleinen Garnison in Kars den Rückzug auf der Straße nach Erzerum angetreten. Die Russen setzen die Verfolgung der
Europas Vorbereitungen für den im nächsten Frühjahre beabsichtigten Ineognito-Besuch des Schahs zu treffen.
Aus Stadt und Land.
—b—. Friedberg, 22. Oct. Unser Pferdemarkt scheint sich ganz nach Wunsch zu gestalten. Von den günstigen Absatzaussichten im Hauptort der reichen Wetterau bestimmt, wo auch bei den gegenwärtigen Zeiten Kauflust und Zahlungsfähigkeit zu erwarten sind, hatten viele Händler die Beschickung des hiesigen Marktes angemeldet, und sind auch bereits der Mehrzahl nach im Laufe des gestrigen Tages eingetroffen. Alle Sachverständigen sind darüber einig, daß die bis jetzt zugebrachten Thiere nich! nur vorzüglich gepflegt, sondern auch von guter Organi⸗ ation sind. Die unter solchen Umständen gegebene Ge— legenheit, nicht nur das dem Zweck Entsprechende zu finden, sondern auch zu angemessenem Preise krufen zu können, wird voraussichtlich auch zahlreiche Käufer herbeiziehen. Alsdann werden Anbietende und Nachfragende von der Concurrenz in gleicher Weise begünstigt sein, was uns ebensowohl vor übertriebenen, wie vor gedrückten Preisen bewahren muß. Wir glauben, daß wenige der zu Markl gebrachten Fohlen in der Hand ihres Eigenshümers bleiben und auch nur vereinzelte Besucher unseres Marktes den⸗ selben verlassen werden, ohne ihren Pferdebedarf gedeckt zu gaben. Ferner erwarten wir einen reichlichen Zuzug solcher Häste, die nur aus Wißbegirde oder zum Vergnägen kommen. Auch sie können berckchert mit werthvollen An— schauungen und Kenutnissen, erfrischt an Leib und Seele unsere Stadt verlassen, wenn sie die Gelegenbeit richtig benützen. Endlich hoffen wir, daß die biesigen Geschäfis⸗ leute durch den diesjährigen Pferdemarkt einen ihnen von Herzen zu wünschenden lohnenden Absatz und Verdienst finden werden.
Allerlei.
London, 19. Oct. Der jetzt auf dem Transport nach England befindliche Obelisk„eie Nadel der Cleopatra“, welcher s. Z. bekanntlich vom Khedive der Königin von England geschenkt wurde und welcher in seinem eigens zum Transport gebauten Schiffe bei dem letzten Sturm verloren gegangen war, ist 90 Meilen nördlich von Ferrol wieder aufgefunden worden.
Genossenschaftswesen.
Wie hinfällig die Behauptungen der Social— demokratie von dem Rückgange des deutschen Ge— nossenschaftswesen find, das beweist wieder recht deutlich der Jahresbericht für 1876, den der An— walt der Deutschen Erwerbs- und Wirtbschafts⸗ genossenschaften, Dr. Schulze-Delitzsch, dem vor einigen Wochen in Wiesbaden stattgehabten 18. Vereinstag vorlegte. Dieser weist an Ge— nossenschaften 4686 namhaft nach gegen 4575 des Vorjahrs. Davon fallen auf die Vorschuß— vereine 1876 2830, gegen 2764 im Jahre 1875, auf die Genossenschaften in den einzelnen Gewerbs- zweigen(Rohstoff-, Werk-, Magazin- und Pro- ductiv⸗Genossenschaften) 1876 743, gegen 715 im Vorjahr, auf die Consumvereine 1876 1049, 1875 1034, auf die Baugenossenschaften 1876 64, 1875 62. Die Mitgliederzahl ist auf 1,380,400 bis 1,400,000 anzunebmen. Die wirklichen Ge— schäfte(nicht die Umsätze) betrugen 1876 etwa 2650 Mill. Mark, die angesammelten eigenen Kapitalien in Geschäftsantheilen und Reserven 170 bis 180 Mill., die aufgenommenen fremben Kapitalien 360 bis 370 Mill. Mark. Was die beiden hauptsächlichen Arten der Genossenschaften anlangt, so haben von Vorschußvereinen diesmal 806 ihre Abschlüsse eingesandt(gegen 815 im Vorjahre). In diesen waren 431,216 Mitglieder (1875 418,251). Baarkredite wurden gewährt: 1875 1495 Mill., 1876 1525 Mill. Mark. Davon kamen auf Vorschußwechsel 1875 548, 1876 574 Mill., auf Diskonten 1875 293, 1876 323 Mill., auf Schuldscheine(darunter Lombardkredite) 1875 97, 1876 100 Mill. Mark, auf Conto-Corrente 1875 544, 1876 nur 514 Mill. Mark. Die geschäftliche Krists hat neben den schlimmen auch gute Folgen gehabt: man ist nament— lich in Bildung des eigenen Kapitals mehr als je zuvor vorgeschritten; es kamen auf 330 Mill. Mark fremdes Kapital 1875, 334 Mill. Mark, dahingegen stieg das eigene Vermögen von 81,969,988 Mark 1875 auf 98,891,166 Mark 1976. Von 1094 der Anwaltschaft bekannten Consumpereinen, von denen auf Oesterreich 416, auf Preußen 299, auf Sachsen 137, auf Baiern
Türken fort.
Persien. Teberan. Mirza Ali Khan Baden 34, auf Württemberg 21 fallen, haben 1 ist von bier abgereist, um in den Hauptstädten 180(gegen 179 1875) ihre Abschlüsse eingesandt. N Dieselben hatten Mitglieder 101,727. Der Ver-
kaufserlös betrug 24,378,410 Mark, das eigene
so Nützliches für das Volk zu schaffen, wie die deutschen Genossenschaften sind.
Landwirthschaftliches und Gewerbliches.
Das Pflügen vor Winter. Weil es noch allent⸗ halben unglaublich viele Landwirthe gibt, die das Pflügen der ungesälen Felder vor Winter versäumen, theisen wir folgenden Versuch mit: Wir ließen im Herbste 1863 ein für Kartoffeln bestimmtes Feld zur Hälfte umpflügen, die andere Hälfte blieb ungepflügt über Winter liegen. Bei der stattgehabten Kartoffel⸗Erndte ergab es sich nun, daß der Ertrag auf dem vor Winter umgepflügten Stücke um größer war, als auf der andern nicht gepflügten Hälfte. Zwei Jahre vorher, hatten wie einen gleichen Versuch zu Gerste ausführen lassen, dessen Resultat ebenfalls zu Gunsten des Pflügens vor Winker ausfiel.
Behandlung neuer hölzerner Fässer zur Aufbewahrung von Wein und Most. Neue hölzerne Fässer ertheilen dem Wein und Most bekanntlich einen schlechten Geschmack und führen auch wohl gänzliches Ver⸗ derben herbei. Man beugt dem vor, wenn man die Fässer mit einer Sodalösung auslaugt. Für ein Faß von 60 Litet Inhalt genügt 1 Pfund krystallisirtes kohlen⸗ aures Nalron. Man löst dieses Salz in Wasser, füllt das Faß halb voll, rollt es eine Zeit lange, füllt es dann ganz voll und läßt es 12 bis 14 Tage stehen. Die Lauge ist dann ganz braun gefärbt und wird abgelassen, das Faß abermals mil Wasser gefüllt, einige Tage hingestellt und dann ausgespült. Jetzt hält sich der Wein in einem solchen Fasse vortrefflich.
Auffrischen alter Korke. Nach dem Vorschlage von Moore werden die gesammellen Korke mit heißem Wasser übergossen, am andern Tag mehrmals mit reinem Wasser abgewaschen und in ein Gemisch von 15 Theilen heißem Wasser und 1 Theil Salzsäure gebracht. Werden sie nun nach einigen Stunden herausgenommen, gut ab⸗ gewaschen und getrocknet, so haben sie wieder das Ansehen neuer Korke. 5
Ueber bessere Benutzung der Farren macht das Wochenblatt für Land- und Forstwirihschaft folgende Mittheilungen: So häufig liest man in öffentlichen Blällern, daß Farren auf die Schlachtbank zum Velkauf ausgeboten werden. Abgesehen davon, daß diese Thiere ein schlechtes Fleisch liefern, das sich nur zur Wurstfabrikation eignet, und daß dieses Fleisch meist als Ochsenfleisch verkauft wird, so möchte Einsender dieses darauf hinweisen, daß diese Thiere, wenn sie eine Zeit lang zur Zucht verwendet worden sind und erst dann castrirt werden, für die Land— wiruhschant viel nützlicher verwendet werden können. In der Eifel und in der Gegend von Trier werden die meisten Farren erst im dritten Jahre, gewöhnlich im Späljahre, castrirt und dann den Winter und das Frübjahr hindurch zu schweren Arbeiten verwendet und wenn das Feld bestellt ist, gemästet. Ein Paar dieser Castraten zieht eine Last, die 4 Pferde kaum foribringen und sind leicht zu gewöhnen, auch schlägt edie Mastung sehr gut bei denselben an und
sie werden dann als gemästete Ochsen um hohe Preise ver⸗
kauft, wodurch ein weit höherer Gewinn erzielt wird, als wenn diese Thiere im besten Alter geschlachtet werden. Das Casttiren selbst ist bei erwachsenen Thieren sehr ein⸗ ach, gefahrlos und von geringen Kosten und ein hoher Geldgewinn dadurch gesichert, weil 2 solcher Thiere die Arbeit von 4 Pferden oder Ochsen verrichten und nebenbei auch mit allem Futier leicht gemästet werden können. Baumwollenabfälle als Düngermaterial⸗ Die oben genannten Abfälle werden von den Spinnereien ais ganz nutztos verworfen, sie bieten aber behufs Bereitung von Mistbeeten ein sehr werthvolles Malexial und zwar n Beimengung mit Gerberlohe oder mit gewöhnlichem Stalldünger, in der Art jedoch, daß die Baumwolle keine Klumpen bilde. Ist die Verwendung der Mistvecte ein⸗ gestellt, so dient bdieser Baumwollendünger zur Verbesserung des Bodens der Oostgärten, bei Einpflanzung von Obst⸗ bäumen u. dergl. Besondere Erwähnung verdient die Verwendung der Baumwolle in der Spargelkultur. Herr Bidault zu Ars-sur-Aube erfreut sich schon seit mehreren Jahren konbarer Spargel mitlen im Winter. Im Herb gibt ner auf das Spargelbeet eine 20 Centim. hobe Schichte von den in Rede stehenden Abfällen, der Schnee schmilzt sogleich in Folge der künstsich erzeugten Wärme, im Januar entwickeln sich die Sleckkaospen der Spargeln und so ißt es möglich zu dieser Jahreszeit weiße, zarte, gesunde und geschmackvolle Spargeln zu genießen.
Schnelle Alkohol Probe. Zur annähernden Be⸗ stimmung der Stä uke kleiner Mengen Alkohol wird, nach dem„Archiv der Pharmanzie“ von Prof. Barsoed in Kopen⸗ hagen empfohlen, schmale Streifen von Fillrinpapier(feines Löschpapier) mit dem Alkobol zu nänken und anzuzünden. Wenn nach dem Abbrennen des Alkohols der Paplersireisen schnell wieder Feuer fängt, so muß ber Alkohol über 80 procenlig sein; entzündet sich aber das Papier schwer, so kann man einen Gehalt von 75 bis 80 Procent annehmen; en zünde: es sich gar nicht, dann kann der Alkohol nicht stärker als 73—75procenlig gewesen sein. Die Bedeulung dieser Proben ist sehr einfach. Der geringe Wassergehalt
48, auf die sächsischen Herzogthümer 42, auf
im starken Alkohol verdunstet während des Abbrennens
Vermögen 3,602,491 Mark.— Wir haben diesen Zahlen nur den guten Rath an die Adresse der Socialdemokraten hinzuzufügen, doch einmal den Versuch zu machen, auch-nur etwas annähernd
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1606— 38973
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Schent du. J.


