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stattet worden sei. In Salonichi wurde der Belagerungs-Zustand proclamirt. Aus Erzerum wird gemeldet, daß Ismael Pascha, welcher Ver⸗ stärkungen erhalten hat, den Vormarsch auf russischem Gebiete fortsetzen wird. Poti ist von türkischen Truppen vollkommen verlassen. Hobart Pascha ist nach Sinope abgegangen.

18. August. Die von Suleiman nach Kasanlik gesendeten Truppen haben, nachdem sie die Bulgaren vertrieben und 200 von diesen ge- tödtet hatten, die mohamedanischen Bewohner von Kasanlik und Umgegend befreit; Letztere haben sich in das Lager Suleiman's begeben. Su- leiman ist jetzt Herr des Hainboghaz-Passes, ohne jedoch über denselben binaus vorgerückt zu sein. Rassim Pascha marschirt gegen Schipka. Gerüchtweise verlautet, daß Suleiman sich mit Mehemet Ali auf der Straße nach Tirnowa ver⸗ einigte. Aus der Umgebung Tirnowa's wird von einem Vorpostengefecht berichtet. Prinz Hassan rüdt in der Dobrudscha vor und bedroht die russischen Verbindungen in Bessarabien. Fazli Pascha ist an der Küste der Dobrudscha gelandet, und soll, einem Gerüchte zufolge, einige Tausend Abchasier, welche ein besonderes Corps bilden, mitgebracht haben.

20. August. 10,000 Mann Türken lan⸗ deten am Freitag bei Küstendsche, um gegen die befestigte Stellung der Russen bei Tschernawoda zu marschiren, gegen welche gleichzeitig über Kacze⸗ mak 8000 Türken vorrücken. DasTagblatt bringt die nämliche Nachricht und fügt hinzu, das 8000 Mann starke Corps seien die ägyptischen Truppen, welche ein Reserve-Corps unter Raschid bei Basardschick hinter sich stehen hätten.

Graf Zichy erklärte Server Pascha, die österreichische Politik gegenüber Serbien habe durch- aus keine Veränderung erfahren. Das türkische Ministerium trifft die erforderlichen Vorbereitungen für einen Winter- Feldzug.

Montenegro. Cettinje, 20. August. Die Montenegriner haben gestern Abend das letzte Vorwerk von Niksic, welches am Berge Tschud jelitza gelegen ist, erstürmt und dringen nunmehr durch die Stad gegen die Festung vor. Fürst Nicola hat die Besatzung Niksic's zur Uebergabe der Festung, welche wahrscheinlich erfolgen wird, aufgefordert. Gestern brachen 5000 Montenegriner behufs einer Recognoscirung nach Kestac und Drobujaci auf, da 10,000 Türken, größtentheils aus Baschi⸗Bozuks und Mustehafiz bestehend, in der Nähe des Berges Siniawina, hart an der

montenegrinischen Grenze, bei Crbniak einge- troffen sind. Serbien. Belgrad. General Fadejeff,

das Haupt der Panslavisten, ist in Belgrad ein- getroffen; seine Mission ist unbekannt.

21. Aug. Mit Fadejeff ist auch General Hidrof aus Rumänien angekommen. Gestern traf aus Montenegro Wesselitzty hier ein und wurde Abends von Ristic empfangen, worauf ein bis 4 Uhr in der Frübe dauernder Ministerrath statt- fand, dessen Beschlüsse noch unbekannt sind.

21. August. Der diplomatische Agent Serbiens Christics erklärte heute in Constantinopel, daß der serbischen Regierung von der angeblichen Absicht Rußlands, einen Theil der russischen Armee durch Serbien marschiren zu lassen, nichts bekannt wäre. Ebenso unbegründet sei das Gerücht, daß Serbien beschlossen habe, am Kriege Theil zu nehmen.

Griechenland. Athen. In Folge der Rüstungen Griechenlands sind zahlreiche Griechen aus Odessa als Freiwillige nach Athen abgegangen.

Rußland. Petersburg, 18. August. Auf speciellen Antrag des Großfürsten ist dem Generalstab jetzt noch der Befehl zur Mobilisirung zweier Grenadier⸗Divistonen und einer Cavalerie- Division, die früher zum Grenadier-Corps gezählt wurde, zugegangen.

18. August. Schipka⸗Passe ist stark besetzt. Die Türken be finden sich in bedeutender Entfernung von derselben, ohne etwas Ernstliches zu unternehmen. Die Russen sollen beabsichtigen, Plewna nicht mehr

Die russische Linie bis zum

bei der Armee Osman Pascha's Mangel an Lebensmitteln einzutreten beginnt. N

19. Aug. Das siebente und das zehnte russische Armee-Corps befinden sich bereits voll ständig auf dem rechten Ufer der Donau. Bei Plewna haben gestern Vorpostenkämpfe stattgefun⸗ den. Die Verbindung Osman Pascha's mit Sofia ist durch russische Cavalerie unterbrochen. Aus Küstendsche wird von gestern gemeldet: Die Russen haben die Stadt wieder besetzt. Die türkische Armee und Flotte sind von der Stadt aus nicht sichtbar. Einige Tscherkessen haben sich bei Rodett gezeigt.

21. August. Der Adjunct des General- Feldzeugmeisters, General-Adjutant Baranzeff, hat die Besichtigung der Ostsee-Festungen Wiborg und Sweaborg beendigt. Dieselbe ergab, daß Alles sich in gutem Zustande befindet. Das practische Zielschießen hatte die besten Resultate. Baranzeff drückte den Commandanten sowie den Offizieren und Mannschaften seine Zufriedenheit aus. Fürst Mirski ist zum Commandeur sämmt⸗ licher von Tirnowa bis zum Schipka-Paß aufge- stellter russischer Truppen ernannt. Der Herzog v. Leuchtenberg steht mit beträchtlichen Streitkräften unweit Elena.

Krakau. Von hier wird gemeldet, daß Rußland die Einberufung des Landsturmes vor- bereite. Zahlreiche Männer, welche sich zum Zweck der Befreiung von der Militärpflicht verstümmelt hätten, seien nach Sibirien gesendet worden. Tiflis, 21. August. Die Banden des Ali Beg wurden bei Tschereloi gänzlich geschlagen. Ali Beg floh, wurde aber von einem Mohamedaner gefangen und an die Russen ausgeliefert. Aegypten Alexandrien, 19. August. Das Gerücht, das nach der Türkei gesandte ägyptische Corps solle verstärkt werden, gewinnt an Wahrscheinlichkeit. Der Nil, der seither im Steigen war, ist seit vier Tagen nicht mehr ge stiegen. Sein Niveau. ist jetzt 14 Fuß unter dem Durchschnitts Standpunkt der letzten drei Jahre.

Aus Stadt und Land. I. Friedberg. Am 19. August beging der hiesige Kriegerverein sein Jahressest zur Erinnerung an die Schlacht von Gravelotte. Morgens vor der Kirche zog der Verein auf den Friedhof, um das Denkmal für die Gefallenen und die Gräber früherer Müglieder sowie die der hier! verstocbenen Franzosen zu schmücken. Seminarlehrer Wahl hielt die Gedächmißrede. Hierauf besuchten die Milglieder den Goltesdienst, bei welchem der Geistliche in der Predigt Bezug auf den Gedenktag und die Feier des Kriegervexeins nahm. Nach dem Gottesdienst schmücktle man auch das Grab eines auf dem israelitischen Friedhof ruhenden Kameraden. Auch hier sprach Seminarlehrer Wahl einige Worte ehrenden Gedächtnisses. Nachmittags bewegte sich daun der Festzug durch die Straßen der Stadt nach dem Steinhäußer'schen Felsenkeller, woselbst die Feier ihren weiteren Verlauf und Abschluß durch Musikvorträge und geselliges Zusammensein fand. Seminarlehrer Wahl hielt auch hier die Festrede, welche, nachdem sie die Erinnerung an die große Zeit wachgerufen und das Wesen eines ächten

auf unsern Großherzog Ludwig IV. schloß. Dr. Nies von Bingen, der früher dem Verein angehöcte, toastirte dann auf den Kaiser. Das dem Großherzog ausgebrachte Hoch wurde demselben telegraphisch mitgelheilt, worauf die telegraphische Antwort erfolgte:Ich danke den braven Kameraden für ihre Erinnerung an ihren Führer. Ludwig.

Allerlei.

Bergen, 20. Aug. Gestern Abend ereignete sich hier ein bedauernswershes Unglück. Der etwa 15 Jahre alte Sohn eines Metzgers steckte eine Petroleum-Lampe an, während die Magd noch mit deren Auffüllen beschäftigt war. In diesem Augenblicke explodirte die Lampe und das Oel in der Kanne, beide in Flammen setzend. Die Brandwunden sind derartig, daß wenig Hoffnung für das Aufkommen der Verunglückten vorbanden ist.

Mardorf(bel Homberg), 17. Aug. Gestern Abend gegen 6 Uhr überzog die hiesige Gemarkung ein mächliger Schwarm Kohlweißlinge in der Richtung von Norden nach Süden. Derselbe hatte eine Dauer von 15 Minuten, zeigte die gleiche Ausdehnung in der Breite und stieg von der Erde bis in die Höhe von 4050 Fuß auf. Er be saß eine solche Dichtigkeit, daß man ihn einem undurch⸗ dringlichen Schneewelter vergleichen konnte.

Wetzlar, 20. Aug. Unsere Stadt hat nunmehr auch ihre Garnison verloren, indem das seit dem Jahre 1818 hierselbst stationirte cheinische Jägerbataillon nach Lothringen verlegt wurde. Hier wird der Verlust des, Batasllons, welches am 16. d. Mis. von dort abrückte, allgemein schmerzlich empfunden.

Deutschen lebendig und frisch schilderte, mit einem Hoch

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daß der Tod bald darauf erfolgte. fünf andere Personen mit einem Messer gestochen. Dieser Unmensch, welcher allgemein gefürchtet wurde, ist bereits in Lahnstein festgenommen. Der Bruder des Mörders wurde vor einigen Jahren in England gehängt.

Dresden, 19. Aug. Der zwölfte deutsche Journalißen⸗ tag wurde gestern Abend durch eine gesellige Vereinigung

Heute fand die ersle Berathung statt und wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Bezüglich des unerlaubten Nachdrucks und der dagegen zu ergreifenden Maßregeln, wurde be⸗ schlossen, in Berlin und Wien Ermiitelungs-Bureau's zu ernennen, welche in dieser Beziehung eine Ueberwachung ausüben und auffällige Erscheinungen dem Untersuchungs⸗ Comite mittheilen sollen. Letzteres würde dann enischeiden, ob solche Fälle zur Anzeige zu bringen und einem Rechts- anwall zur Verfolgung zu übergeben feien. Auf Grund eines Berichts über die Entwicklung der Preß⸗Verhältnisse im abgelaufenen Jahre wurde beschlossen, eine Denkschrift zu verfassen über die Behandlung der Presse und über die Mängel der Preß⸗Gesetzgebung und solche dem nächsten Journalistentag vorzulegen. Schließlich wurde ein Antrag wegen Förderung der Preß-Statistik angenommen. Die Versammlung nahm sodann noch folgende Resolution an: Es ist die Pflicht der gesetzgebenden Factoren des Reiches, bei der bevorstehenden Regelung des Gefängnißwesens dahin zu wirken, daß die Behandlung der wegen politischer und Preß⸗Vergehen verurtbeilten Inhaftirten eine gleich⸗ mäßige und sowohl den Anschauungen unserer Zeit über politische und Preß⸗Vergeben entsprechende, wie auch des Berufes der Inhaflirten würdige sei. Der Journalistentag, der mokgen geschlossen wird, hat Frankfurt zum Voror: für die nächste Periode gewählt. 5 Berlin. Der geschäftsführende Ausschuß des Deutischen Lehrer-Vereins hat im Auftrage der letzlen Delegirten⸗Ver⸗ sammlungen eine große Anzahl von Fragen zum Unter⸗ richisgesetz aufgestellt, die auch schon theilweise in einzelnen Lehrervereinen berathen worden sind. Er ersucht nunmehr alle diejenigen Lehrervereine Deutschlands, die den Erlaß eines preußischen Unterrichtsgesetzes auch über die Grenzen Preußens binaus von solgenschwerer Bedeutung halten; die deßhalb einer Besprechung dieses bevorstebenden Unter⸗ richtsgesetzes auf einem außerordentlichen deutschen Lehrer⸗ lage zustimmen, sich aber bisher noch nicht an der Be⸗ rathung obiger Fragen betheiligt haben, in diese Berathung schleunigst einzutreten und ihm bis spätestens Milte Novem- ber d. J. die Ergebnisse derselben mitzutheilen, um die Sichtung und möglichste Ausnutzung des Materials zu ermöglichen.

Nothlage, Geschäftsstockung, Theuerung.

Du lieber Gott, wer soll denn nun für uns arme Leute sorgen! jammerte ein Dienstmädch en in einer kleinen sächsischen Landstadt, als es die Botschaft nach Hause brachte, daß der socialdemo- kratische Wahlcandidat durchgefallen sei. Dieselbe Person erbat sich von ihrer Herrschaft zu Weih⸗ nachten ein seldenes Kleid. Solche, für zeit⸗ weilige Anschauungen und Lebensführung weiter Kreise illustrative kleine Vorgänge wird in Gegenden, wo die Propaganda gewirkt hat, Jeder fast täg⸗ lich bemerken können, der Augen und Ohren für derlei hat. Sie brachte es dahin, daß nicht etwa blos bei eigentlichen Parteigenossen, auch bei vielen der Bewegung Fernstehenden, bei Dienstboten, unteren Beamten, halberwachsener Jugend ꝛc. sich die Meinung festsetzte, daß die Socialdemokratie die Sache der armen Leute gegenüber den Geld⸗ menschen vertrete. Angesichts dessen läßt sich

gar nicht oft genug die Mahnung an die Presse

wiederholen, rüstig mitzuwirken, daß die öffentliche Meinung in diesen Volksschichten aufgeklärt und auf gewisse Thatsachen hingewiesen werde, aus denen Jeder auf den ersten Blick die richtige Nutzanwendung zu ziehen vermag. Der gesunde Sinn eines Volkes läßt sich, wenn seine Begierden und Leidenschaften methodisch aufgestachelt werden, leicht zeitweilig betäuben, irreführen; häufiger und kräftiger Anregungen von der andern Seite bedarf es jedoch, um ihn wieder zu sich selbst zu bringen. Eine solche Thatsache von überwältigender Beredt⸗ samkeit ist heutzutage die anhaltende Geschäfts- stockung. Die Socialdemokratie wird nicht müde zu behaupten,der Capitalismus sei daran schuld, sei bereits völlig bankerott und werde demnächst einem neuen, besseren Zustande Platz machen müssen. Den Nachweis eier ursachlichen Verbindung jener Erscheinung und dieser Behauptung bleiben die Wortführer aber schuldig. Stellen wir dem ein⸗ fach entgegen: Wir alle wissen, daß durch die socialdemokratische Aufwiegelung zahllose Arbeit- nehmer und Arbeitgeber gegeneinander tief erbittert worden sind. Mußte das nicht die Folge haben,

Ems, 12. Aug. Heute Nachmittag hat in dem be⸗ nachbarten Fachbach ein bestialischer Mensch, Familien⸗

anzugreifen, sondern vollständig einzuschließen, da

Valer, Namens Schneider, den Sohn des dortigen Bürger

daß viele der letzteren von großen, viele Hände be⸗ schäftigenden Unternehmungen abgeschreckt wurden?

meisters in bessen Stube derart in den Unterleib gestochen, 9 Ebenso hat derselbe

auf dem Belvedere der Brühl'schen Terrasse eingeleitet.

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