Ausgabe 
23.6.1877
 
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1877. Samstag den 23. Juni. M72.

Oberhessischer Anzeiger.

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Erscheint jeden

Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatt ist zu publiciren:

5 Nr. 29 und 30. Beide sind schon durch Abdruck im Kreisblatt veröffentlicht. Nr. 31. Sub 1. Bekanntmachung, die Abänderungen der Arzneimitteltaxe für as Großberzogthum Hessen betreffend. Sud 2. Bekanntmachung, die Ausführung der Gesindeordnung vom 28. April 1877 betreffend. Sud 3. Uebersicht der für das 5 e Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestretung von Communalbedürsnissen in den isr. Religionsgemeinden des Kreises e effend. Friedberg den 20. Juni 1877. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

Betreffend: Die Wahl des Gemeinderaths, hier Aufstellung des höchstbesteuerten Dritttheils der Wählbaren. Friedberg am 20. Juni 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Es ist zu unserer Kenntniß gekommen, daß Sie die Bestimmungen in unserm Amtsblatte Nr. 5 von 1874 nicht genau befolgen, was uns veranlaßt, solche hiermit zur sorgfältigen Beachtung einzuschärfen und die Erwartung auszusprechen, daß Sie uns keine Veranlassung geben werden, auf erfolgende Beschwerde gegen Sie einzuschreiten. Daaden.

Betreffend: Die Abnahme des Versassungseides vom 2. Quartal. Friedberg am 20. Juni 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

i Zur Ausschwörung des Verfassungseides durch die im 2. Quartal dieses Jahres aufgenommenen, sowie die hiermit sich noch im Rückstand befindlichen Ortsbürger und die, welche, ohne Ortsbürger zu werden, geheirathet haben, aber in der Gemeinde heimathsberechtigt sind, haben wir auf Dienstag den 3. Juli dieses Jahres, Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhause zu Friedberg für die aus den Orten des früheren Kreises Friedberg und auf Mittwoch den 4. Juli dieses Jahres, Vormittags 9 Uhr, auf dem Selzerbrunnen bei Groß Karben für die zur Ausschwörung des Verfassungseides Verpflichteten aus den dem Kreise Friedberg einverleibten Gemeinden des früheren Kreises Vilbel anberaumt und werden wir zugleich auch in diesem Termin andern Angebörigen dieser letzteren Orte, welche Beschwerden oder Wünsche vorbringen wollen, Audienz ertheilen. Sie wollen hiernach Einladung ergehen, die im Rückstand befindlichen unten Verzeichneten zugleich bei 3 Mark Strafe vorladen lassen und bis zum 1. kommenden Monats unfehlbar Verzeichnisse mit Bescheinigung, daß Vorladung erfolgt ist, oder Bericht, daß keine vorzuladen sind, an uns einsenden. Dr. Br a 9

Johann Adam Schmidt von Assenheim.

Griedel. Friedrich Keller von Münzenberg.

Karl Martin Koch von Nieder-Florstadt.

Karl Heinzerling, Johannes Schütz, Philipp Kiefer von Butzbach. Gerhard Heinrich Jörg von Ossenheim.

Heinrich Jalob Straßheim von Konrad Tritsch III.

von Kirch⸗Göns. Konrad Kohlenberger von Ilbenstadt. Johann Friedrich Grill von Massenheim. Wilhelm Engel von Vilbel.

Betreffend: Die Einsendung der Kirchenvoranschläge für 1878 resp. 1878/80.

Friedberg am 20. Juni 1877.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Kirchenvorstände des Kreises.

Unter Erinnerung an unser Ausschreiben Voranschläge nun baldigst entgegen sehen.

vom 18. April dieses Jahres, Nr. 46 des Kreisblattes, müssen wir der Einsendung der Kirchen- Dr,. g de ß.

An die Herren Bürgermeister derjenigen Gemeinden des früheren Kreises Vilbel, die dem dortigen Mathilden

stifte beigetreten sind.

Nach einer Mittheilung des Verwaltungsraths des Mathildenstifts des früheren Kreises Vilbel findet Freitag den 6. Juli laufenden Jahres,

Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhause zu Vilbel die General⸗Versammlung dieser Sparkasse statt.

Erwartung, daß Sie und andere Mitglieder des Friedberg den 20. Juni 1877.

Wir machen Sie hierauf noch besonders in der Stifts sich an dieser Versammlung recht zahlreich betheiligen, aufmerksam. Großherzogliches Kreisamt Friedberg.

Dr. Br a de n.

Deutsches Reich. Darmstadt, 21. Juni Heute fand die eidliche Verpflichtung der hier garnisonirenden Truppen für S. K. H. Großherzog Ludwig IV. statt. DerKreuzzeitung zufolge wäre Prinz Heinrich von Hessen zum Commandeur der 25. (hessischen) Division ernannt worden.

Ausland.

Oesterreich- Ungarn. Wien. Die Diplomatie beabsichtigt, gegen ein weiteres Vor rücken der türkischen Armee in Montenegro bei der Pforte Vorstellungen zu erheben. Rußland droht, es werde sonst Serbien freie Hand ge währen. Serbien seine Truppen. 15 Bataillone.

DasTel.⸗Corr.-Bur. erfährt authentisch, daß die Nachricht desWiener ⸗Tagblatts und anderer Zeitungen über eine angeblich bevorstehende österreichische Occupation türkischer Gebietstheile burchaus unbegründet ist. Ebenso repräsentirt ein Artikel desFremdenblattes, welcher die Auf stellung zweier Armeecorps als unerläßlich be-

zeichnet, lediglich eine subjective, den maßgebenden Kreisen durchaus fernstehende Ansicht des genannten

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Trotz aller Ableugnungen concentrirt nisse mit der Pforte getroffen werden. Bei Negotin allein stehen

Blattes. Der beste Beweis für die durchaus in- sidirte Ministerium im Gegensatze zu dem Gesetze der dividuelle Eigenschaft dieser Ansicht desFremden- Majoritäten, welches die Grundregel für die par⸗ blattes bietet der soeben erfolgte Antritt eines lamentarischen Regierungen bildet, zu den Geschäften vierwöchentlichen Urlaubs des commandirenden berufen ist; daß dasselbe sich von Anfang an Generals in Dalmatien, Feldzeugmeisters v. Rodi. jeder Erklärung vor den Repräsentanten des Landes Pest, 21. Juni. Im Abgeordneten Hause entschlagen hat; daß dasselbe die Verwaltung interpellirt Simonyi, ob die Regierung durch das umstürzen wird, in der Absicht, auf das allge Vorgehen Rußlands und Rumäniens den Pariser meine Stimmrecht mit allen Mitteln, über die es Vertrag nicht für gebrochen, die Integrität der verfügen kann, einen Druck auszuüben; daß das- Türkei nicht für verletzt, den separaten Friedens- selbe lediglich eine Coalition der monarchischen Vertrag von 1856 für aufrechtstehend und die Parteien und zwar eine durch die Beeinflussung Zeit nicht für gekommen erachtet, um die Ver- der klerikalen Partei geleitete Coalition darstellt; trags Mächte Frankreich und England aufzufordern, daß dasselbe seit dem 17. Mai alle gegen die daß vertragsmäßige Verfügungen im Einverständ- nationale Vertretung gerichteten Angriffe und Aufreizungen zur Ueberschreitung des Gesetzes un⸗

Frankreich. Versaillee, 19. Juni. Sitz- bestraft gelassen hat; daß dasselbe in Betracht aller dieser Thatsachen eine Gefahr für die Ordnung und den Frieden und zugleich die Ursache der Störung der Geschäfte und Interessen ist er klärt: dieses Ministerium hat nicht das Vertrauen der Nation. Paris, Minister der öffentlichen Arbeiten, erklärt:Diese Tagesordnung enthält Nichts, was das Ministerium in Erstaunen setzt. Die Reden der vorausgegangenen Redner ließen diese Tagesordnung voraussehen. Die Kammer kann sich aussprechen. Der Senat wird morgen

ung der Deputirtenkammer. Nach längerer Debatte, an welcher sich Proust, Louis Blaue(von der Linken), ferner der frühere Polizeipräfeet Leon Renault betheiligen, welch Letzterer den Act des 16. Mai tadelt und der Kammer und der Republik Lobsprüche spendet, schlägt der Herzog v. Choiseul im Auftrage der Linken der Kammer die folgende Tagesordnung vor:Die Kammer, in Erwägung, daß das am 17. Mai von dem Präsidenten der Re publik gebildete, von dem Herzog von Broglie prä