Serbien. Belgrad, 16. Januar. Vier ⸗ hundert Russen reisten heute von hier ab auf einem von dem russischen Consul in Belgrad gemietheten Dampfer. Ungefähr 1100 haben Serbien seit dem 1. Januar verlassen. Dieses massenhafte Abziehen der russichen Freiwilligen soll durch ihre Insubordination in Serbien veranlaßt worden sein und sollen dieselben bei Beginn des Krieges durch russische Reguläre ersetzt werden.
Rußland. Petersburg. Der„Bafziret“ meldet, daß in Turkestan ein Aufstand gegen die Russen ausgebrochen sei.
Amerika. Washington. Der bisherige Präsident des Senats Ferty ist wiederum zum Senator gewäblt. Der Commandeu: der Bundes- uppen in Neworleans hat das Ersuchen des rtpublikanischen Gouverneurs Packard, ihn bei Wiedereinsetzung des obersten Gerichtshofs zu unterstützen, abgelehnt, da Präsident Grant er ⸗ klärte, die Bundestruppen dürften nur zur Ver; hütung von Ruhestörungen verwendet werden,
—„Reuter's Office“ meldet vom 17. d.:
— An dem großen Ratbe, welcher über die Die Repräsentartenkammer befahl die Verhaftung Forderungen der Großmächte entscheiden wird, des Comites für die Wahlen in Louisianna, wegen sollen auch die Vorstände der verschiedenen kirch⸗ der Weigerung, die Documente, welche von der lichen Gemcinden thrilnebmen. Die nächste Sitzung Kammergommission verlangt wurden, auszuliefern. der Conserenz ist zum Samstag anberaumt. Indien. Calcutta. Die Regierung schlägt
— Die Mittheilung englischer Blätter, daß den Betrag der zur Linderung der Hungersnoth die Türkel die Propositionen der Mächte acceptire, in den Präsidentenschaften Bombay und Madras und daß der Sultan sich in dieser Richtung gegen erforderlichen Mittel auf 6 ¼ Mill. Pfd. St. an. Salisbury geäußert, wird für unrichtig bezeichnet. Die Beschlüsse des hohen Rathes stehen noch aus, die regierenden Staatsmänner äußern sich wie
Belgien. Brüssel. In der Repräsen⸗ tantenkammer legte Malou heute den Gesetzenewurf über die Wahlreform vor. Die Bestimmungen desselben entsprechen der Mehrzahl nach den er- hobenen Beschwerden.
Schweden. Stockholm, 17. Januar. Der Reichstag wurde beute eröffnet. Die Thron rede kündigte eine Gesetzes-Vorlage, betreffend die Erweiterung der Militär- Dienstpflicht und der Militär- Uebungen, welche die Grundlage der neuen Heeres Ordnung bilden soll, an. Ferner wurden Gesetzes- Vorlagen, die Herabsetzung der Grundsteuer, Geldmittel für die Flotte und Schutz des literarischen Eigenthumsrechts betreffend, an- gekündigt. f
Türkei. Constantinopel. Midhat er- klärte dem Correspondenten des„Pester Lloyd“, die Pforte werde niemals eine Ueberwachungscommission und die Ernennung der Gouverneure unter Zu— stimmung der Mächte acceptiren. Die Pforte werde die Abreise der Delegirten bedauern, aber allen Eventualitäten mutbig entgegensehen.
Aus Stadt und Land.
Lindenfels. Das starke Erdbeben, welches am : l a 15 5 10. d. M. Abends kurz vor 9 Uhr statisand, wurde in bisher ablehnend. Nach Privatberichten jedoch, der ganzen Gegend deutlich verspürt. Es scheint seinen welche der„Agence Havas“ zugegangen sind, Ausgangspunkt u bier gevabt zu haben, woselbst die Ein— würde die türkische Regierung zwar Zugeständnisse wohner durch das donnerarlige Gelöse. welches damit hinsichtlich der Frage der Ernennung der Gou⸗- verbunden gewesen ist, nicht wenig bestürzt wurden und
76; g einige ängstlich die Häuser verließen. Von dort bewegte verneure der slavischen Provinzen machen nicht g sich nach Nord West, und wurde besonders in Reichen⸗
aber bezüglich der Ueberwachungs⸗ Commission; bach, Bensheim, Ober- und Unterhambach verspürt. Auf sonach bleibe die Wahrscheinlichkeit, daß die Bot- fallender Weise wiederbolen sich seit Jabren diese Ecd— schafter abreisen würden, immer noch bestehhen. erschütterungen in der Umgegend von Lindenfels.
Der Sultan sagte beim Empfang des
5 7 4 i 9 si 1 ü persischen Gesandten,** wolle mit Persien W Kassel, 16. Jan. Ein wahrhaft schreckliches Unglück freundschaftlichsten Beziehungen pflegen.— Die ereignete sich Sonntag Abend in einem Hause am Holz ⸗ Regierung wird die 7 Mill. Livres Papiergeld, vlatz der Unterneustadt. In einer in demselben befindlichen deren Emission jüngst decretirt wurde, nicht in Wirthschaft 1* Petroleumlampe—.—
;.. def Mi wodurch augenblicklich alles im Zimmer in Flammen ge—
e bringen, die circulirenden drei Millionen dent und die Gäste sich durch die Fensier rettelen. In sollen blos um ein oder zwei Millionen vermehrt zolge des entstandenen Lärms eilte die in einer hoheren werden. Elage wohnende Ehefrau des Hausbesitzers E. die Treppe — Die türkische und serbische Regierung haben 3 5 1 7 2* 1— 13 A 75
. 55 ö„ a em Sopha zurücklassend. ährend der Abwesenbeit der 55 Mebeseinfunst 17775 Nee eder Auslieferung Mutter wird aber von einem der zurückgebliebenen Kinder von Kriesgefangenen abgeschlossen. die auf dem Tische stehende Pelroleumlampe umgeworfen, — Aus der Umgebung des Sultans verlautet, wodurch die Kleider des 2½ Jihre alten Mädchens sich Constantinopel werde nach der Abreise der We 9 ee 5 8
ster i inden, Di forte ist des schrecklichen Ereignisses so viel Einsicht und Geistes⸗ schafter. 3 Haltung der Pforte 3 daß sie das in der Sopha⸗Ecke liegende ein. unerschütlerli ablehnend. 5 b hbalbjährige Kind in den Arm nahm und wehklagend — Pariser Blätter wollen erfahren haben, die davonlief. Wer beschreibt aber das Enisetzen der Mutter, italienische Regierung hätte die Erhebung der als ste in die Wohnung zurück ekebrt, ihr brennendes Kind Regentschaft Tunis zu einem Fürstenthum von erblickte. Alle Hülseleistung war leider vergebens, das Kind
ähnlich unabhängiger Stellung wie war grauenhaft zugerichtet, sein ganzes Körperchen so zu angeregt.
Allerlei.
Rumänien sagen verkohlt, so daß es bereits Montags in der Frühe durch den Tod von seinen unsäglichen Schmerzen erlöst wurde.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 17. Jan. Fruchibericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 27., do. II.(Berliner Marke) M. 22., Weizen M. 25.—., Korn M. 18½—19½., Gerste M. 17½—19½., Hafer M. 15½— 18. Kohlsamen M.—., Erbsen M. 21—24., Wicken R. 19., Linsen M. 21—30., Nüböl M. 85. Die Preise versiehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zoll⸗ gewicht= 100 Kilo.
Frankfurt, 17. Jan. Der beutige Heu- und Stroh⸗ markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centner. M. 3.50—6. Stroh per Centner. M. 4—5. Butter 1. Oual, im Großhandel das Pfund M. 1.05., 2. Qual. M. 0.90, im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.20., 2. Qual. M. 1.10—15. Eier das Hundert M. 6.—. Kartoffeln per 200 Zollpfund M. 5—6. Ochsenfleisch per Pfund 64—70 Pf., Rindfleisch 50—54 Pf., Kalbfleisch 5660 Pf., Hammelfleisch 4650 Pf., Schweinefleisch 70 Pf. Main, 17. Jan. Producten-Markt. Wazzen per März 23.25. Korn per März 17.40. Hafer per März 17.35. Ruböl per Mai 38.90.
Die Einlösungsfrist für die Doppelthaler⸗ und ½ Thalerstücke läuft Mitte Februar d. J. ab, was wir hiermit nochmals in Erinnerung bringen. Vielfach wird eben aus Irrthum die Annahme der alten 30 Pf.⸗Stücke beanstandet. Dieselben sind noch gar nicht zur Einlösun aufgerufen und bleiben voraussichtlich no lange Zeit im Verkehr.
D. Frankfurt a. M., 18. Januar. Die Börse
hat bis jetzt vergeblich auf eine Bestäligung der Friedens- post des„Daily Telegraph“ gewartet. Statt dessen liegen beute abermals Nachrichten vor, welche wenig befriedigten. So glaubt man, wie das Wiener„Telegraph. Corresp.⸗ Bureau“ meldet, in Constantinopel nicht, daß der große Rath den zwei noch streitigen Punkten der Conferenzvor⸗ schläge zustimmen werde und nimmt an, die Botschafter würden abreisen, sobald die Antwort der Pforte am Samstag negativ ausfallen werde, trotzdem hoffe man aber noch den Frieden zu erhalten. Die Börse zog es der fortgesetzten Ungewißheit der Simation gegenüber vor, heute eine prononcict abwartende Haltung anzunehmen und gaben die Course unter dem Einfluß der großen Ge— schäftsstille bis zur Notiz nach. Gegen Schluß trat auf höheres Berlin eine kleine Besserung ein, ohne daß jedoch die Speculationspapiere ihr Niveau von gestern Abend wieder zu erreichen vermochten. Creditactien bewegten sich zwischen 115—½ und 115¾. Staatsbahnactien zwischen 198½—197¾ und 198 ½½. Lombarden nahe 61½. Deulsche Fonds fest. Von aueländischen Fonds Neue österr. Goldrente zu 60½3- ½ und 60% im Umsatz. Oesterr. Renten nachgebend. Ungar. Schatzbonds verloren 1½%, II. Em. /0/. Oesterr. Bahnen ziemlich sest. Elisabeth ½ fl. höher, Galizier 1½ fl. matter. Von deulschen Bahnen Hess. Ludwigsbahn anziehend. Banken sehr fest, Reichsbank niedriger. Von Loosen 1860er besser. Prioriläten behauptet. Von Wechseln Wien 65 Pf. billiger, auch London matter; Amsterdam iheurer, Paris unverändert.
Geld⸗Cours. Frankfurt am 18. Januar 1877.
20 Frankenstücke eee Englische Sovereigns e„ 20 8 38 Lussische Imperiales e en, ee Holländische fl. 10-Stücke. i„ 16 iich 3 9 60—65 Ducaten al marco E 9 64 69 Dollars in Gold* 4 16 19
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äußerst billig bei K. Friedrich.
Arbeits Vergebung. e ae den ee ul ae e en 0 1 5 2 ontag den 22. d. 17 ittags um hr, 1 3 deen 5 des sollen in dem Gemeindehaus zu Ostheim die zur Unter— zußeren Verputzes erforderliche sen und des haltung der Vieinalstraßen nöthigen Decksteine pro 1877
Schlosserarbeit, veranschlagt zu 1120 M. öffentlich in Accord gegeben werden:
Steinbrecherarbeit, lt. Kostenüberschlag 40 M.
ee. 7 F 185 1 bis zum Montag den 5. Februar d. J., Vormittags, Seinzerschlagen 5 e 14½ Uhr, öffentlich im Submissionswege vergeben 155 7 8[Buß bach den 17. Januar 1877. 1
Die Angebote sind in Prozenten auf den ganzen Ager.
Bezirks-Bauaufseher. Arbeits-Versteigerung.
Betrag des Voranschlags bis zu obigem Termin verstegelt und als Submission für Herstellung der Burgkirche be⸗ zeichnet portofrei bei unterzeichneter Stelle ein
5 zureichen, 235 M 22 i 8 5 woselbst Voranschlag und Bedi 6 en e e,,
0 9 ngungen offen liegen. sollen in dem Gemeindehaus Fauerbach v. d. H. die Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. dur Ugiebartung der Ptemefraßn endttigen Maine
Friedberg am 16. Januar 1877.
Ne u ß pro 1877 öffentlich in Aceord gegeben werden: —. Sleinbrecherarbeit, lt. Kostenüberschlag 75 M. Arbeits⸗Versteigerung. Steinfahren 200 223 Montag den 22. d. Mis., Morgens um 10 uhr, Zerschlagen der Steine 5 175„ sollen in dem Gemeindehaus zu Nieder-Weisel die Buß bach den 17. Januar 1877. zur Unterhaltung der Vieinalstraßen nöthigen Decksteine Metzger,
pro 1877 öffen lich in Accord gegeben werden: Bezirks Bauaufseher.
Steinbrecherarbeit, lt. Kostenüberschla 80 M. e e 0. Steasshren%* Hellerlinsen, Victoria⸗Erbsen, c e ben 7, Hanns 4877 N Bohnen uz ba en Januar 1877. N. Metzger, 131 in verzüglich kochender Waare bei 1
Vezirks⸗Bauaufseher. Wilhelm Fertsch.
Bekanntmachung.
236 Montag den 22. d. M., Vormittags 10 Uhr an⸗ fangend, werden in dem hiesigen Gemeindewald, Distrikt kbagege nachstehende Holzsortimente meistbietend ver⸗ steigert:
2 Raummeter Kiefern-Knüppelholz, 27 2„ Stockholz, 860 Stück Nadelwellen,
197 Kiefernstämme, 54,45 Kubikm. enthaltend,
15 Kiefernstangen, 0,98 15 10 Die Zusammenkunft ist an der Ruhstadt. Oppershofen am 17. Januar 1877.
Großherzogliche Bürgermeisterei Oppershofen. Schmidt.
Holz- Versteigerung. 244 Dienstag den 23. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, werden in hiesiger Gemarkung, in der sog. Mainzerstraße und Leicherstraße, letzeres Fahrweg von Petterweil nach Ober⸗Wöllstadt: 24 Raummeter Obstbaum-Schnitt- und Prügelholz, 39 1 10 Stockholz, 1855 Stück Obstbaum⸗Wellen und 4„ Obstbaumstämme(Birn). öbentlich meistbietend versteigert. Der Anfang ist in der Mainzerstraße. Rodheim v. d. H. am 17. Januar 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Rodheim v. d. H. ae
S n 28
Die schneise Obe ö 0
H 258 1 anfange. N Oberkol seigerur N
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