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Cairo, 14. Februar. Der Khedive ernannte den Obersten Gordon zum Gouverneur der Provinz Ludan. Oberst Gordon reist demnächst auf seinen Posten ab.
Aus Stadt und Land. 5
W. Friedverg. In einer am 14. Februar im Steinbäußer'scheu Gartenlokal unter Vorsitz unseres Land⸗ tagsabgeordneten Scriba statigehabten, von biesigen stei⸗ sinnigen Wählern stank besuchten Versammlung constituitte sich ein liberaler Wahlverein für den zweiten bessischen Reichs iagswahlbezirk, dessen Zweck außer der zu betreiben ⸗ den Wablagilalion bei zukünftigen Wablen der ist, die Wähler unseres Kreises politisch anzuregen und durch Wort und Schrift zur Verbreitung gesunder Ideen in politischer und wirlbschaftlicher Beziehung beizutragen. Es unterzeichneten sich sofort saft sämmtliche Anwesende als Mitglieder und wurde dierauf zur Wabl eines Aus⸗ schusses geschritten, welcher mit der Ausführung der nöthigen Vorarbeiten beauftragt wurde. Die Organisalion des neuen Vereins in sämmtlichen Orten des Wahlkeeises ist vorgeseben und ist im Interesse der Sache zu wünschen, daß die Zahl der Mitglieder eine. recht große wird. Zur Besireitung der erforderlichen Kosten ist ein monallicher Minimalbeitrag von 10 Pf. für jedes Mitglied vorgesehen.
Gießen. Die biesige kathol. Pfarrkirche birgt, der „Bielef. Zig.“ zufolge, eine interessante Reliquie von Wertber's Lotte, Charlotte Buff. Lotten's Mutler war eine geb. Dietz. Deren naher Verwandter war der im bohen Alter zu Gießen verstorbene Gebeimeralh Dietz. Demselben war aus der Famtilien-Tradition bekannt, daß Lotte zu dem Altarbilde der Franz ekanerkirche in Wetzlar, eine Himmelfahrt der Marta vorstellend, gesessen batte. Nach Aushebung des Klosters drachte Geheimeralh Dietz das Bild an sich und schenkte es später der katbolischen Kirche zu Gießen, wo es über dem Tausstein bängt.
Offenbach, 13. Febr. Ein gräßlicher Unglücksfall hat sich heute in der Borgerschen Seifenfabtik hier er— eignet. Der Werkfüdrer Baier klagte über Unwohlsein, ging aber trotzdem seinem Berufe nach und stürzte plötzlich in den Kessel, gefülls mit kochender Seise, was seinen augenblicklichen Tod herbeifühete. Der Verunglückte war ledig und ein wackerer fleißiger Mann, welcher seine Eltern und Geschwister unterstützte. Die Theilnahme ist allge— mein hier.
Darmstadt. In der hiesigen Münze wurden von 1872 bis 1876 ausgeprägt 2094212 Stück Goldmünzen im Werth von 28,425,310 M., 14,034,657 Stück Silber⸗ münzen im Werth von 11.229756 M., 14 591,721 Stück Nickelmünzen im Werth von 1 262,684 M. 90 Pf. und 18,172.350 Kupfermünzen im Werib von 278,179 M. 59 Pf. Zusammen 48,802,940 Stück im Werth von 41,205,930 M. 49 Pf.
Allerlei. Frankfurt, 15. Febr. Sämmiliche Siädte ober⸗ halb des Maines melden dessen beträchtliches Steigen. Hier bat der Main bereits die User üverschritten und
Aegypten.
wächst fortwährend. Die Verbindungsbahn wird im Laufe des Tages ihren Dienst einstellen, da theilweise ihr Ge⸗ leise überschwemmt ist. Die Bewohner am Mainufer und den angrenzenden Straßen räumen die Keller. Heidelberg. Am 9. Febr. wurde in der Michelhardt (Wald dei Mosbach) der Accisor von Trienz, det mehrere dundert Malk in Mosbach abzuliefern hatte, von einigen Kerlen mit geschwärzten Gesichtern räuberisch angefallen und erbielt mehrere Messerstiche. Zufällig des Wegs kommendes Fuhrwerk verscheuchte die Strolche und reitete dem Angefsallenen Leben und Baarschaft.
Bochum. Vorige Woche kam ein Arbeiter der hie sigen Gußstablfabrik auf gräßliche Weise um, indem er unter einen 4000 Pfund schweren sog. Fälldären gerieth. Dieses kollossale Gewicht dient dazu, im Fall aus bedeu⸗ tender Höhe die zusammengebackenen Ofen ⸗Produkle in lransportirbare Brocken zu zerkleinern. Dasselbe stürzle auf eine bisher noch nicht aufgeklärte Weise in eine Ver⸗ nefung von 18 Fuß, worin jener Unglückliche beschäfligt war. Derselbe wurde zu Brei zerschmetlert. Der Arme heißt Hopp, ist aus den östlichen Provinzen zu Hause und hinterläßt eine Frau mit vier Kindern.
Leipzig. Der kürzlich bier verslorbene auch in wei⸗ teren Kreisen bekannte Verlags-Buchbändler Hirzel hat seine Gölbe⸗Bibliotbek, welche u. A. 400 Manufscripte enibält, der Leipziger, und seine Zwingli Bibliothek der Straßburger Universizät vermacht.
Berlin. Der furchtbare Sturm, welcher in der Nacht vom letzten Sonnsag zum Montag hier und in der Um⸗ gegend wülhete, dat arge Verwüstungen angerichtet und namentlich der Thiergarten ist schwer betroffen worden. Die Telegraphenstangen aun den Eisenbahnen wurden mehr— sach umgerissen und Verheerungen anderer Art angerichtet, so daß die Züge auf der Potedamer Bahn Verspätungen erlitten.
Wien. Bei der Pariser Verwaltung der Oesterreich⸗ ischen Staatsbahn sind von einem an derselben angestellten Beamten Defraudationen in Verbindung mi Fälschungen verübt worden; die Höde der veruntreuten Summe ist noch nicht bekaunt. Die Untersuchung hal bereits begonnen. Wien. Die„Presse“ meldet: Der Verwallungsrath der österr.⸗französchen Staatsbahn beabsichtigt einen Be⸗ richt über die vorgekommene Defraudasion zu veröffent- lichen, und correspondirt diesbezüglich mit dem Paxiser Comite. Die Defraudalion wurde verübt durch die Fälschung von Anweisungen an die Banque de France, wo die Ueberschüsse über den augenblicklichen Bedarf Seitens des Bankters der Gesellschaft deponirt werden. Basel, 15. Febr. In der Schweiz ist große Wasser⸗ noth ausgebrochen; sieben Eisenvahnlinien sind iheilweise überschwemmt und unterbrochen. Der Bodensee ist aus⸗
gebrochen. Die Höhe des Rheines bei Basel ist 15 Fuß über Normalhöhe. Ein neues Steigen des Rheins wird befürchtet.
Paris, 14. Febr. In dem Bergwerke zu Graissesac, Dep. Herault, wo 60 Arbeiter beschäftigt waren, erfolgte beute eine Explesion und brach Feuer aus. Nur 5 Arbeiter sind gerettet worden, doch arbeitet man weiter an dem Rettunaswerk.
Handel und Verkehr..
Frankfurt, 14. Febr. Der heutige Heu- und Strob⸗ markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centner M. 4.60—6.40. Stroh per Ceniner M. 4.60—5. Butter 1. Qual. im Großhandel das Pfund M. 1. 15—., 2. Qual. M. 1., im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.25—30., 2. Qual. M. 1.15—20. Eier das Hundert alle M. 4.50. ilalienische M. 6.50—7. Erbsen geschälte(per 100 Kilogr.) 38—40 M., ganze Erbsen 24—27 M., weiße Bohnen 22-26. M., Linsen 38— 40. M. Kartoffeln per 200 Zoll⸗ Pfund M. 5—6.— Ochsenfleisch per Pfund 70 Pf. Rindfleisch 50—54 Pf., Kalbfleisch 50—60 Pf., Hammelfleisch 50—60 Pf., Schweinefleisch 70—75 Pf.
Mainz, 14. Febr. Producten-Markt. Waizen per März 22.25. Korn per März 16.60. Hafer per März 16.70. Rüböl per Mai 37.50.
D. Frankfurt a. M., 15. Febr. 1877. Die Tendenz war heute im Allgemeinen matter wie gestern, besonders am internationalen Speculationsmarkt, dessen Werthe sich niedriger stellten. Den Anstoß hierzu gaben in erster Linie die schwächeren auswärtigen Notirungen, sowie die Privat⸗ Depesche eines hiesigen Blattes, nach welcher in Wien Nach⸗ richten aus Petersburg über eine ernste Wendung in der Situation vorliegen sollen und Rußland sechs weitere Armeecorps mobilisire Die Medioliquidation nahm bei äußerst flüssigem Geldstand einen sehr leichten Verlauf. Der Deport für Staatobahnactien war ganz geschwunden und für Credilactien hatie sich der Depoct bedeutend reducirt. Gegen Schluß trafen sür Staalobahnactien höbere Pariser Course ein, worauf sich deren Cours wieder besserte. In Creditactien sind heute große Comptantverkäufe zu ver⸗ zeichnen. Letztere bewegten sich pr. cpt. zwischen 121% und 121, pr. ultimo 120⅝. Staats bahnactien pr. cpi. zwischen 196¾- 197 ¼, pr. ultimo 196%— 197½, Lom⸗ barden waren geschäftslos. Am Markt für ausländische Fonds fanden starke Umsätze in österr. Renten stait in Folge des Beschlusses des österr. Reichstags die Pariser Weltausstellung zu beschicken. Goldrente ging zu dem besseren Course von 60%1/ um, Silberrente und Papier⸗ rente ebenfalls höber, Ungarische Schatzbons I. Em. 1 0%, II. Em. ½% vöher. O sterreichische Bahnen ziemlich sest, Galizier eiwas besser, Elisabeth matter. Von deutschen Bahnen Hess. Ludwigsbahn behauplet. Banken still und wenig verändert, Oesterreichische Nationalbank stiegen fl. 4. Prioritäten preishaltend, 3% Lombardische anziehend. Von Loosen 1860er höher. Wechsel iheurer, Wien Pf. 70.
Geld Cours. Frankfurt am 15. Februar 1877. 20 ⸗Frankenstücke 8[Mk. 16 24—28 Englische Sovereigns 1„ 20 37—42 Russische Imperiales„ 16 75—80 Holländische fl. 10⸗ Stücke„16 65 G. air— 9 60—65 Ducaten al mareod„ 9 6469 Dollars in Gold. 5 4 16 19
Immobiliar-Versteigerung.
485 Dienstag den 20. Februar l. J., Vormittags 11 Ubr, sollen in hiesigem Rathhause die nachgenannten Immobilien des Gastwirth Adolph Engel dahier, in Folge eingelegten Nachgebots, einer nochmaligen, aber letzten Versteigerung ausgesetzt werden.
Hierbei wird ausdrücklich bemerkt, daß Nachgebote unter keiner Bedingung mehr angenommen werden.
Gemarkung Friedberg.
Flur. Nr. Klftr. ad. 210 1. 208. 685/10.
Hofraithe in der Stadt,
Hofraum u Schlachthaus daselbst,
1. 207. 1063/0. Grabgarten daselbst,
14. 150. 219. Acker hinter der Töpfenkaute.
Friedberg den 10. Februar 1877. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.
o uc a r.
Holzversteigerung
im Fürstlichen Schutzbezirk Langsdorf, Distrikt
Schweinahl und Klasterschlag. 490 Dienstag den 20. d. Mts., Morgens 10 Uhr, sollen im obigen Schutzbezirk 91 Stück Eichen⸗ und Fichten⸗ stammholz— 42.89 Festmeter Inhalt und 30 dergl. 3. 2 Inhalt nebst mehreren Birken un pen, sodann Mittwoch den 21. d. 5 10 Uhr, ebendaselbst 5 f b e 117,5 Raummeter Eichen, Scheitholz, 1825 Raummeter 42 Rauen, aummeter Eichen-, Buchen- u. i öffentlich verkauft e e K Hungen den 12. Februar 1877. Fürstliches Rentamt: Demme.
Von Goldleisten und Photo- graphierahmen
ist eine neue Sendung in schönster Aus wahl eingetroffen; Das Einrahmen von Bildern u, dergl. wird billigst 0 0
Buchen- und gemischtes
Eichen⸗, Buchen- und gemischtes
Bekanntmachung.
531 Montag den 19. Februar, Vormittags 10 Uhr, soll
das Verebnen der Auswurfserde im Stadtschreiberei—
graben auf Ort und Stelle an den Wenigstnehmenden
in Accord gegeben werden.
Friedberg den 15. Februar 1877.
Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg.
F o u oa r.
Aufahren von Braunkohlen.
530 Montag den 19. Februar d. J., Vormittags
11 Uhr, soll auf hiesigem Rathhaus das Anfahren von
2000 Stück Braunkohlen für das hiesige Hospital an den Wenigstnehmenden vergeben werden. Friedberg den 15. Februar 1877.
5 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Foucar.
Heu⸗ Lieferung. 532 Donnerstag den 22. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, soll auf hiesigem Rathhaus die Lieferung von 30—40 Centner Heu für den städtischen Faselstall öffent⸗ lich an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Friedberg den 15. Februar 1877. Großherzogliche Burgermeisterei Friedberg. Fouc ar.
g Bekanntmachung 521 Dienstag den 20. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, werden auf dem Wickstädter Pachtgut etwa 50 Ohm Branntwein gegen Baarzahlung öffentlich meistbietend versteigert. Assenheim den 15. Februar 1877. In Auftrag: Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Assenheim. Be st.
Faselochs-Versteigerung. 506 Mittwoch den 21. Februar l. J., Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesiger Gemeindestube ein der Gemeinde
werden. Ober⸗Eschbach den 14. Februar 1877. Großherzogliche Bürgermelsterei Ober⸗Eschbach.
51 Louis Weis, den Apotheken gegenüber.
Himmelreich.
gehöriger gut gehaltener Faselochse meistbietend versteigert
—* 8 Holz-Versteigerung. 510 Im Licher Stadtwald, Distrikt Rotherbusch, Linden⸗ seif und Kronau, kommt Mittwoch und Donnerstag den 21. und 22. Februar d. J. folgendes Holz zur Versteigerung: J. Bau-, Werk⸗ und Nutzholz. Mittwoch den 21. Februar. 79 Eichen⸗Stämme von 25—49 Centim. Durchmesser Hund 7— 16 Meter Länge, 65 Buchenstämme von 32— 53 Centim. Durchmesser, 14 e von 25— 47 Centim. Durch⸗ messer, 62 Lindenstämme von 20—37 Centim. Durchmesser. Anfang im Rothenbusch Morgens 9 Uhr am Erlesberg. 2. Brennholz. Donnerstag den 22. Februar. 570 Raummeter Buchen-⸗Scheitholz,
115 5„ Prügelholz,
20 9 Eichen und Weich Prügelholz, 360 5 Buchen Stockholz,
40 Eichen und Weich Stockholz,
5050 Buchen-, Eichen- und Weich-Reisholzwellen. Anfang in der Kronau. Zusammenkunft auf dem Hattenröder Vieinalweg, Nieder-Bessinger Schneise Morgens 9 Uhr. Lich den 12. Februar 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. n
Ben a n n i ma ch u ng. 523 Bei der am 5. Februar l. J. abgehaltenen Holz⸗ versteigerung hat das Stammholz die Genehmigung nicht erhalten und soll dasselbe Dienstag den 20. Februar l. J., Morgens 10 Uhr, nochmals versteigert werden.
Die Zusammenkunft ist im Suderwald in der Strudt am Pflanzgarten. Das Brennholz ist genehmigt worden. Die Fahrtage werden noch weiter bestimmt.
Nieder⸗Weisel den 15. Februar 1877.
Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder⸗Weisel. Reuter.
Frische Reps- und Leinhuchen
176 bei Georg Groß.
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Ob 40 in 14 Nu;


