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Besuchern der Samstags⸗Soirée im Elysée wird demgemäß agitirt. Die Kammer Majorität aber ist zum energischsten Widerstand entschlossen.
Versailles, 12. Nov. In der heutigen Sitzung der Deputirten Kammer wurde der Deputirte Le Gonidec(Rechte) zum Secretär gewählt, sonach ist das Büreau der Kammer in derselben Zusammensetzung erneuert, wie es vor der Auflösung bestand. Im Verlaufe der Sitzung wurde für den Antrag Leblond's(Linke), welcher auf Abänderung der Geschäfts⸗Ordnung des Hauses gerichtet ist, um dem Präsidenten ein wirksames Einschreiten gegen Ausschreitungen der Debatte zu ermöglichen, die Dringlichkeit votirt; eben so für den Antrag Albert Grevy's(Linke), wonach eine Commission ernannt werden soll zur Unter⸗ suchung über die Fälle des Mißbrauchs der Amts- gewalt während der Wahl⸗Periode. Aus Anlaß des Albert Grévp'schen Antrages, dessen Text in lebhaften Ausdrücken abgefaßt ist, herrschte große Bewegung. Die conservativen Organe qualifieiren das Actenstück als revolutionär.
Italien. Rom, 12. Nov. Nach Berichten der„Agence Havas“ von hier von heute Nach- mittag entbehrt das Gerücht von einer Ver- schlimmerung des Zustandes des Papstes der Be— gründung.
— 12. Nov. Die Zeitungen melden: Der Minister der öffentlichen Arbeiten, Zanardelli, hat seine Entlassung gegeben, und der Minister-Prä⸗ sident Depretis interimistisch das erledigte Porte feuille übernommen.
Türkei. Constantinopel, 12. Nov. Schakir Pascha wurde zum Commandanten von Orhanie ernannt, Chefket Pascha wird denselben in der Balkan⸗Armee ersetzeu.
— 12. Nov. Suleiman Pascha meldet tele⸗ graphisch, daß nach Aussage eines bei Pyrgos gefangenen Russen bei Batin von den Russen eine neue Donau ⸗Brücke errichtet werde. Das Bom⸗ bardement von Rustschuk dauert fort.
— 12. Nov. Die Friedens⸗Partei hat den
Scheich⸗ül⸗Islam aufgefordert, ein Fetwia abzu⸗; f
geben, ob der Krieg fortzusetzen oder Frieden zu schließen geboten sei.— Der Commandant von Banjaluka, Hussein Fevzi, führt 15 Bataillone und eine Krupp'sche Batterie zur Verstärkung Mehemed Ali's nach Bulgarien.
— Ueber ein Gefecht am Schipkapaß wird vom 11. d. telegraphisch berichtet: Die Russen eröffneten eine heftige Kanonade, welche von den Türken erwiedert wurde. Der Kampf nahm dem- nächst größere Dimenstionen an und dauerte bis zum Abend. Die Russen riefen 5 Bataillone Unterstützung aus Gabrowa herbei, welche das Feuer der Türken passiren mußten. Der Verlust der Letzteren war unbedeutend, abgesehen von dem Tode des Artillerie- Commandanten Lehmann Pascha.
— Die Regierung veröffentlicht folgende Nach⸗ richten: Laut Meldung Mukhtar Pascha's vom 11. d. führen die Russen nächst den Deweboyun⸗ Höhen provisorische Verschanzungen auf.— Nach Meldungen aus Kars vom 4. d. sind von den Russen bei Magaredjie Batterien errichtet, durch welche die Stadt beunruhigt wird. Mehrere russische Bataillone machten eine Recognoscirung, gingen jedoch nach Beendigung eines Artillerie- und Tirailleur⸗Gefechtes auf Magaredjie zurück, woselbst russische Streitkräfte coneentrirt werden, um einen Ausfall der Garnison von Kars zurück- zuweisen. Ein russischer Angriff auf die Redoute Karadach wurde abgeschlagen.
Montenegro Cettinje, 12. November. Der Fürst von Montenegro traf am 10. d. bei Wirbazar am See von Skutari ein, um die da— selbst concentrirten Truppen zu inspiciren, woraus man auf eine bevorstehende Action gegen Podgorizza schloß. Inzwischen wandte sich der Fürst mit 20 Bataillonen gegen Antivari und griff diese Stadt an. Am Sonntag Nachmittag war der Kanonen⸗ Donner von Antivari her bis Cattaro hörbar. Die Montenegriner haben heute das die Festung Antivari beherrschende Fort Sutorman erobert, in welchem sie zwei Geschütze nebst
Munition und Proviant erbeuteten. Die Truppen
sind unter Führung des Fürsten im weiteren Vor
rücken begriffen.
Rumänien. Bukarest. Die nunmehr endgiltig vollzogene Convention zwischen der
rumänischen Regierung und der rumänischen Bahn Gesellschaft bestimmt: Die rumänische Regierung zahlt bis zum 12. Febr. 1878 acht Mill. Francs in Hypotheken Scheinen erster Emission. Die Gesellschaft erhält vom 15. Nov. ab allmonatlich 400,000 Francs in Baar aus der staatlichen Casse des Tabak- Monopols. Der Rest für noch ausstehende Militär-Transporte ist in Raten von wenigstens 200,000 Francs wöchentlich zu zahlen. Die ganze Schuld von 12 Millionen muß bis zum 12. Februar abgetragen sein. Die Staats- Garantie pro 1877 wird nicht beansprucht.
Rußland. Petersburg, 11. November. Officiell. Wratza, von 8000 Mann Infanterie und 300 Tscherkessen vertheidigt, wurde durch ein Detachement des Generals Leonhardt, welches, aus Cavalerie bestehend, sich nach Art der In- fanterie in Linie formirte, um die türkischen Stell⸗ ungen anzugreifen, am 9. November genommen. Mehrere tausend Wagen, sowie Proviantmagazine wurden erbeutet. In Anbetracht des plötzlichen Angriffes waren unsere Verluste gering.
— Amtlich wird aus Bogot vom 11. d. ge⸗ meldet: Heute Nacht versuchten die Türken mit 5—7 Tabors einen Ueberfall der Posttion Ge— nerals Skobeleff's zu unternehmen. Letzterer, welcher die Nacht in den Trancheen zubrachte, wurde jedoch durch Mannschaften aus einem russischerseits gelegten Hinterhalt rechtzeitig benach⸗
frichtigt und befahl den Truppen, sich bereit zu
halten. Darauf ließ er die vormarschirenden Türken bis auf 100 Schritt heranrücken und mit einer Salve empfangen; letztere flohen, setzten sich aber wieder fest und unterhielten ein heftiges Feuer bis 2 Uhr Nachts. Der russische Hinter- halt verblieb in der bisherigen Posttion.
— Officiell aus Bogot: Am Schipkapaß wurde beiderseits am 8. d. eine heftige Kanonade ge— ührt; Am 9. rückte Skobeleff, den Nebel benutzend, nach Abgabe einer Signal-Salve vor, nahm im ersten Anlaufe die vordere Höhe des grünen Hügels und machte die türkische Besatzung nieder. Skobeleff befestigte sofort die eroberten Positionen, was noch des Morgens beendet war. Die Türken versuchten zweimal, die Russen wieder herauszu- treiben, am 9. Abends und am 10. Morgens, wurden aber jedesmal mit großem Verluste zurück- gewiesen.
Tiflis, 11. Nov. Die Detachements von Saganlugk und Eriwan befinden sich jetzt bei Erzerum. Der Gesundheits-⸗Zustand der Truppen ist vortrefflich. Das Haupt-Quartier ist nach Weran⸗Kaleh verlegt.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Am letzten Sonntag hielt der hiesige Turnverein sein Abturnen. War auch die Zahl der Turnenden nicht seyr groß, so waren die Leistungen dieser kleinen Schaar um so befriedigender, namentlich sahen wir einige Uebungen, wie solche selten so schön auf großen Turnplätzen ausgeführt werden. Die sich anschließende Abendunterhaltung im Steinhäußer'schen Saale war sehr zahlreich besucht. Musik, Gesang und Deklamation wechselten in rascher Folge, wodurch sich sehr bald eine recht gemüth⸗ liche Stimmung in dem dichtgedrängten Saale entfaltete. Der Musikoerein„Eintracht“ sowie die Gesangsabtheilung der Turner zeichneten sich durch guten Vortrag einer Reihe passend gewählter Musikstücke und Gesänge besonders aus, ebenso trugen die deklamatorischen Vorträge ernsten und komischen Inhalts und die turnerischen Leistungen der Nau⸗ heimer Turngäste wesentlich zur Belebung der Abendunter⸗ haltung bei. Wie wir hören, gedenkt der Vorstand des Turnvereins im Laufe dieses Winters einige gesellige
Unterhaltungen zu veranstalten, deren erste Abtheilung in
Vorträgen belehrenden Inhalts bestehen soll. Ein hoffentlich recht wichtiger Schritt zur besseren Pflege des Turnens, als dies in den letzten Jahren hier geschehen, indem die Zahl der turnenden Mitglieder eine sehr geringe war, wurde bei dieser Abendunterhaltung dadurch gethan, daß auf die in einer kurzen Ansprache von Seminarlehrer Dr. Heid gegebene Anregung sich sofort 42 Mitglieder des Turnvereins bereit erklärten, mindestens wöchentlich einmal den Turnplatz zu besuchen und an den Turn- übungen Theil zu nehmen. Gewiß werden diesem Bei⸗
spiele bald noch mehr Theilnehmer aus der turnfähigen Jugend Friedbergs folgen, so daß in diesem Winter ein reges Leben auf dem Turnplatze zu erwarten steht.
B. Wölfersheim. Im Laufe der verflossenen Woche hatte sich in der Umgegend das Gerücht verbreitet, daß ein
Provifton veranlaßte Anspornung zum Loosekausen sein, vor welchem man nicht genug warnen kann. Die Leute sollen ihr Geld sparen und etwas Besseres damit anfangen. Bei dleser Gelegenheit wollen wir auch vor dem Ankaufe
einziges Beispiel dürfte genügen: Ein Junge von 15 Jahren wollte vor einiger Zeit sein Taschengeld gut aul zgen und kaufte drei Loose gegen Zablung von je M. 3. in 24 Raten, also gegen den Betrag von 72 M. Die betreffenden Loose kosten aber: 1 Meininger 7 fl. Loos= 18,70 Cours, 1 Mailänder 10 Fr. Loos— 9,30 Cours, 1 Venetianer
Loose werth sind. 0 jeweiligen kleinen Ersparnisse in eine Sparkasse und gehe wenn er eine Summe beisammen hat, zu einem reellen Banquier, der ihm dann schon rathen und Anlehensloose zum Cours verkaufen wird.
F. Wölfersheim. Nächsten Samstag wird die von den Gebrüdern Bernhard in Gambach für die biesige Kirche neu erbaule Orgel von Seminarlehrer Link aus Friedberg geprüft und Tags darauf festlich eingeweiht. Wir halten es für angezeigt, Freunde der Kunst auf dieses
und zu den bevorstehenden Festlichkeiten einzuladen.
Allerlei.
Berlin. In Folge der überaus günstig ausgefallenen Versuche mit dem Telephon hat sich, wie das„B. Tagbl.“ hört, die kasserliche Telegraphen-Verwaltung veranlaßt ge⸗ sehen, bei der hiesigen Firma Siemens und Halske 200 solcher App rate zu bestellen, welche zur Errichtung einer entsprechenden Anzahl von Telephon-Stationen dienen sollen. Hiefür sind zunächst solche kleinere Post⸗Stationen bezw. Agenturen in's Auge gefaßt, bei denen der Verkehr zu gering ist, um die Einrichtung einer Telegraphen⸗ Station und die Ausbildung eines Beamten zum Tele⸗ graphen-Dienst lohnend erscheinen zu lassen. Letzteres würde aber bei einer Telephon⸗Station nicht erforderlich sein, da ohne specielle Vorbildung jeder Beamte sofort im Stande ist, sich des Telephons zur Beförderung von Depeschen zu bedienen.
Verloosungen.
5p Ct. Oesterr. fl. 500-Loose vom Jahre 1860. Gewinn⸗Ziehung vom 2. Novbr. 1877.— Heimzahlung am 1. Februar 1878. S. 538 Nr. 13 fl. 300 000 S. 10915 Nr. 17 à 50,000. S. 18547 Nr. 15 fl. 25,000. S. 4658 Nr. 20, S. 6063 Nr. 15 à fl. 10 000. S. 1112 Nr. 9, S. 1119 Nr. 10, S. 3811 Nr. 3, S. 3952 Nr. 18, S. 4508 Nr. 10, S. 7753 Nr. 17, S. 8161 Nr. 14, S. 12386 Nr. 5, S. 13492 N. 15, S. 14526 Nr. 1 10, S. 16151 Nr. 3, S. 17174 Nr. 14, S. 18082 Nr. 2, S. 18200 Nr. 7 à fl. 5000. S. 538 Nr. 9, S. 925 Nr. 9, S. 1119 Nr. 17, S. 1406 Nr. 6 8 11, S. 3523 Nr. 4 8, S. 3811 Nr. 7, S. 3846 Nr. 13, S. 4126 Nr. 11, S. 4658 Nr. 1, S. 5651 Nr. 13, S. 6455 Nr. 17, S. 6728 Nr. 19, S. 7017 Nr. 9 19, S. 7350 Nr. 5, S. 9200 Nr. 3, S. 9737 Nr. 8 20, S. 10238 Nr. 17. S. 10529 Nr. 17, S. 13492 Nr. 7. S. 14024 Nr. 7 18, S. 16151 Nr. 1, S. 16533 Nr. 20, S. 17777 Nr. 20, S. 18547 Nr. 18 à fl. 1000. Alle übrigen Nummern in den am 1. August 1877 gezogenen Serien erhalten den geringsten Gewinn von fl. 600 und fl. 120.
Braunschweiger Thlr. 20⸗Loose vom Jahre
1868. Serien-⸗Ziehung vom 1. November 1877. S. 166 302 372 507 515 562 730 1126 1156 1299 1478 1497 2082 2273 2477 2502 2627 2896 3169 3454 3504 3610 3835 4007 4135 4519 4655 4679 4709 4842 4879 4932 5004 5022 5023 5074 5598 5756 5795 6030 6148 6821 6836 7187 7358 7551 7618 7620 7870 7902 8209 8209 8251 8297 8308 8432 8486 8511 8550 8661 8870 8963 8986 9000 9434 9522 9624 9667 9962. Die Gewinn⸗Ziehung findet am 31. December 1877 statt.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 14 Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund 90 Pf. bis 1 M. Eier per Stück 8 Pf,
Friedberg, 12. Nov. Waizen M. 22.—. Korn M. 18.—. Gerste M. 19.—. Hafer M. 14.—16. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo S 200 Zollpfund.
Gießen, 13. Nov. Wochenmarkt. Butter per Pfund 1 M. Eier per Stück 7— 8 Pf. Tauben das Paar 50 Pf. Hühner per Stück 80 Pf. Hahnen per Stück 70 Pf. Enten M. 1 60. Gänse per Pfd. 35—40 Pf. Kartoffeln 100 Kilo 6 M. 70 Pf.
Frankfurt, 12. Nov. Der heutige Viehmarkt war nur in Hämmeln und Schafen gut befahren. Ochsen,
sehr hoch; Kühe, von denen 120 vorhanden waren, zogen ebenfalls an; Kälber durch 180 vertreten, waren seht
Hämmel und Schafe waren 1000 angetrieben. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 7375. 2. Qual. M. 69—72 Kühe und Rinder 1. Qual. M. 68.
2. Oual. M. 60—. Schafe 1. Qual. 40—45., 2. Qual. M. 36—38., Hämmel 1. Qual. 48—52., 2. Qual, M. 44—46.
reicher Bauer in Wölfersheim 12,000 Mark in der Ham⸗ burger Lotterie gewonnen habe, welches Gerücht aber, wie Einsender aus dem Umftande schließt, daß erst am 15. ö. die betreffende Ziehung ist, sich als unrichtig erweist. Die
Verbreitung des Gerüchtes dürfte eher als eine gegen
30 Lire Loos- 15.30 Cours, zusammen M. 43,30. Der Junge bezahlt also 28 M. 70 Pf. mehr als die drei Wer Loose kaufen will, der lege sein e
in jeder Hinsicht ausgezeichnete Werk aufmerksam zu machen
flau. Die Metzger schlugen heute am Pfund 5 Pf. ab.
von Anlehensloosen gegen Ratenzahlungen warnen. Ein
waren nur 250 Stück am Platz und gingen die Preise
2. Qual. M. 52—54 Kälber 1. Qual. M. 70


