Ausgabe 
15.2.1877
 
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der 1855er Anleihe. Bezüglich der Anleihe von 1854 seien Frankreich und England in Konstanti⸗ nopel vorstellig geworden. Auf die Anfrage Camp⸗ bell's erwiederte der Schatzkanzler Northeote, Sir Henry Elliot sei noch im acliven Dienste. Der Parlaments-Unterstaats- Secretär Bourke erklärte auf eine Anfrage Forster's, es sei kein Grund mehr vorhanden, die Depesche Derbp's nicht mit⸗ zutheilen, durch welche die Pforte benachrichtigt wird, daß sie, im Falle eines Krieges mit Ruß- land, auf keine materielle Unterstützung von Seiten Englands zu rechnen habe. Spanien. Madrid, 11. Febr. König muß wegen Katarrhs das Bett hüten. Türkei. Constantinopel, 12. Febr. Anläßlich hierher gerichteter Anfragen bezüglich der gestern an verschiedenen Börsenplätzen ver breiteten Nachricht von einer bedrohlichen Haltung, welche 4000 bewaffnete Softas angenommen bätten, und dem bevorstehenden Ausbruch ernsthaster Ruhe- störungen wird auf das Bestimmteste erklärt, daß Constantinopel vollständig ruhig und die Meldung von 4000 bewaffneten Softas erfunden ist. Serbien. Belgrad, 12. Febr. Der Minister Christic ist mit der Mission als Bevoll; mächtigter Serbiens für den in Constantinopel abzuschließenden Frieden beauftragt.

Rußland. Petersburg. Laut Nach- richten aus Jassy vom 9. Februar hätten die Russen alle nöthigen Vorbereitungen getroffen, um am 25. Februar über den Pruth gehen zu können. Die Lebensmittel sind auf zwei Monate gesichert, 2000 Mann vom Geniewesen und 4000 Ponton- niers wurden nach der Donau dirigirt, auch soll dem Vernehmen nach ein drittes Schienengeleise auf der rumänischen Eisenbahn gelegt werden.

Nach einer Wiener Depesche derA. Z. ist am 5. Februar ein russisch-rumänischen Vertrag abgeschlossen worden, welcher den Durchzug der Russen regelt, aber keine Cooperation Rumäniens feststellt.

DerGolos schreibt, indem er die neu lichen Klagen der deutschen Presse über die deutsch feindliche Stimmung der russischen Organe erörtert: Die innigste Freundschaft, die wir mehr und mehr zwischen beiden Mächten befestigt zu sehen wünschen, ist kein Hinderniß für die Selbstständigkeit und Freiheit der internationalen Action, welche Deutsch land für sich beansprucht, und welche wir auch für unser Vaterland wünschen.

Als Kriegs- Plan wird angegeben, man beabsichtige, wenn es zum Kriege kommt, mit großen Kräften und auf mehreren Punkten in Bulgarien einzudringen, um sowohl die türkischen Kräfte zur Zersplittereng zu zwingen, als auch um die Festungen cerniren zu können, ohne daß dadurch der Actions Fähigkeit der Armee Eintrag geschehe. Mit dem Festungs Vierecke Rustschuk⸗ Varna Silistria-Schumla will man sich nicht zu intensiv beschäftigen.

Amerika. Washington, 11. Febr. In der Sonnabend Nachmittag stattgehabten gemein- schaftlichen Sitzung des Senats und der Repräsen⸗ tanten-Kammer wurde die bereits gemeldete Ent schließung der Präsidenten⸗Wahl-Commission über die Wahl der Wahlmänner in Florida vorgelegt, Sechs Senatoren und zwölf Deputirte brachten schriftliche Einwendungen vor. Der Senat ge- * alsbald den Beschluß; die Kammer ver tagte sich jedoch, ohne einen Beschlu bis Wente e e

* 12. Febr. Präsident Grant erklärte in einer gestrigen Unterredung mit dem Vertreter der Associeted Preß, wenn die Wablen Louistana's annullirt würden, sei weder Hayes noch Tilden als gewählt zu betrachten; dann habe das Repräsen⸗ tantenhaus den Präsidenten zu wählen. Die Commission ber Kammer zur Prüfung der Wahl Südcarolina's erklärte: Hayes erhielt die Majorität. 2 2 Febr. Das Repräsentantenhaus stimmie dem Beschlusse der Fünfzehner-Commission, daß die Wahlstimmen Florida's als für Hayes abgegeben zu betrachten seien, nicht zu. Dessen ungeachtet bleibt dennoch der Beschlußz der Fünf zehner-Commission in Kraft, weil er nur durch den übereinstimmenden Beschluß beider Congreß⸗

Der

hänser umgessoßen werden kann. Nach der Sitzung des Nerd rnlentedallee fand eine gemeinsame Sitzung beider Häuser statt, um die Zahlung der Wahlstimmen Louisiana's in alphabetischer Reihen⸗ folge fortzusetzen. Da Einsprüche und Proteste sowohl von Republikanern als auch Demokraten erfolgten, wurde in Folge dessen die Angelegen heit an die Fünfzehner-Commission überwiesen. Ottawa, 12. Febr. In der gemeinschaft⸗ lichen Sitzung beider Häuser des canadischen Parlaments proteslirten zwei Parlaments Mit- glieder von British Columbia gegen das Vor gehen der canadischen Regierung bezüglich der Pacificbahn und drohten mit dem Austritte British Columbia's aus der canadischen Union.

Aus Stadt und Land.

Mainz, 12. Jebr. In Folge der anhaltenden Regen⸗ güsse sind Main und Ryein überall im Steigen.

Allerlei.

Frankfurt, 13. Febr. Die Gefahr, daß der Main seine User wie im vorjährigen Februar überfluthen werde, scheint beseiligt, denn im Lause der Nacht fiel das Wasser, nachdem es 12 Fuß Pegelböhe erreicht hatte bis auf 11½ Fuß(10 Uhr) zurück. Die amtlichen Depeschen vom Obermam constatiten ein langsames Fallen.

Limburg. In Diez wurden am 8. d. M. zwei der Falschmünzerei verdächtige Individuen verbaftet. Ein Paar Lahnsteiner haben dieselben schon länger beobachtet und sich auf ein Angebot, ihnen falsches Geld abzukaufen, ein⸗ gelassen. Einer der Verdächtigen ist leider entsprungen, die beiden anderen, welche aus Thalbeim im Amt Hadamar wären, nach Limkurg in's Kreisgerichtogefängniß eingeliesert.

Heidelberg. Die Unsicherheit nimmt in hiesiger Gegend bedenklich zu. In einer Nacht sind neulich an zwei verschiedenen Stellen der Stadt Raubanfälle verübt worden, in einem Falle sogar unter Anwendung des Messers. Der Stadtratb hat von sich aus auf die Eni⸗ deckung der Thäter eine Belohnung von 300 Mark gesetzt.

Staffelstein, 9. Febr. Der Thäter des scheußlichen Mordes bei Unterneuses ist entdeckt und wurde heute ge fänglich bier eingebracht. Den Ansttrengungen der bie sigen Gensdarmerie gelang es, denselben ausfindig zu machen. Es ist ein von bier gebürtiger, aber schon seit vielen Jahren auswäris dienender Knecht mit Namen Wühelm Gihl, der nach mit Saufen und Schlemmen vollbrachtem sogenanntenKöbeltage(Dienstbotenwechsel am Lichtmeßziele) auf dem Nachhausewege Früb halb 4 Uhr die That vollbrachte. Steck und Messer halfen auf die Spur und der heute erfolgten Verhaftung folgte sogleich das Geständniß.

Dresden 10. Febr. Der Wasserstand der Elbe ist seit gestern bedeutend gestiegen und noch im Steigen, Heute Mittag zeigte der hiesige Pegel ziemlich 2 Meter über Null.

Danzig, 9. Febr. Das Tyauwetter macht seit gestern bereus seinen Einfluß auf die Eisdecke der Weichsel in stärkerem Maße geliend. An der unteren Nogat wird an der Vermachung der Brücke fleißig fortgearbeitet. Das Wasser in dem überschwemmten Gebiet fällt jetzt recht bedeulend. In manchen höber gelegenen Ortschaften des übetschwemmien Gebietes, beispielsweise in Terranova, ist schon recht viel Land srei von Wasser und auch in den am tiessten inundirten Ortschaften, wie Ellerwald, Wickerau ꝛc. malkit sich unter der Eisfläche theilweise bereits Land.

New⸗MPork, 11. Febr. Der Hamburger Dampfer Bavaria ist auf der Fahrt von New Otleaus nach Liverpool am 6. Februar auf offenem Meere verbrannt. Passagiere und Mannschaft wurden gerettet und in Brausort(Südcarolina) gelandet. Der Dampfer gebörte nicht mehr der Hamburger Dampfschifffahrts Gesellschaft, sondern war schon im Jahre 1876 nach England ver kauft worden.

Kalkutta, 11. Febr. Nachrichten aus Ahmebdabad zusolge fand in der dortigen Pulverfabrik eine Explosion statt, wobel 50 Personen getödtet und gegen 1000 Personen verwundet wurden. Die Ursache der Katastrophe ist noch unbekannt.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 14. Febr. Waizen M. 24.50. Korn M. 20.. Gerste M. 18.20. Hafer M. 1519. Kar⸗ toffeln M.. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpsund.

Frankfu c, 12. Febr. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1, M. 41., Nr. 2 M. 37. Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 27., zo. II.(Berliner Marke) M. 22., Weizen M. 25.25. Korn M. 17.75 19.25, Gerstie M. 1921., Hafer MN. 15.50 17.75, Kohlsamen M.. Erbsen M. 2124., Wicken M. 19. Linsen M. 2130., Nüböl M. 82. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zoll gewicht 100 Kilo.

Nrankfurt, 12. Febr.(Viehmarkt.) Der heutige Markt war gut befahren. Ochsen waren elwas angezogen. Angetrieben waren: 320 Ochsen, 196 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 600 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 6365., 2. Qual. M. 5860. Kühe und Ninder 1. Qual. M. 60., 2. Qual. M. 54. Kälber 1. Qual. M. 55., 2. Qual. M. 40. Hämmel 1. Qual. M. 55., 2. Qual. M. 4046. Schweine das Pfund 66 Pf.

werk täglich zweimal zur Beförderung von Personen Postgegenständen von hier nach Mün in Gang gesetzt werden. Ueber die Abfahrts- und An⸗ kunftszeiten werden wir das Nähere später berichten.

D. Frankfurt a. M., 13. Februar. Im gestrigen Abendverkehr machte sich eine kleine Abschwächung bemerk⸗ lich, welche jedoch heute wieder einer günstigeren Stimmung wich. Man eröffnete eiwa auf dem Coursniveau von gestern Mittag und molivirte die Besserung durch feste Berliner und Wiener Notirungen, sowie durch die Mel dung, das Muisterium Tisza verbleibe im Amte und die

selben sortgesetzt. Nach Nolsiz etablirte sich indeß eine maliere Tendenz, welche hauptsächlich durch die flauen eintreffenden Berliner, Hamburger und Londoner Notir ungen hervorgerufen wurde. Man führte die schwächere Haltung Londons auf einen Arlikel derTimes? zurück, welcher aber bis Schluß der Börse am hiesigen Platze noch nicht bekannt war. Das Geschäft zeigte im Allgemeinen sehr große Trägheit. Die Vorbereitungen zur Liquidation werden von eminem flüssigen Geldstand unterstützt. In Prolongation waren Creditactien gesucht, Slaatsbahn mehr vorhanden. Creditactien bewegten sich zwischen 123½ und 122½, Staatsbahnactien zwischen 201½ und 199½, Lombarden nahe 65. Von ausländischen Fonds stellien sich österr. Silberrente höher, Papierrense und Goldrente matter, Ungarische Schatzbons anziebend. Oesterr. Babnen hielten sich ziemlich fest, Elisabeth fl. ½ höher, Galizier fl. ½ matter. Von deutschen Bahnen Hess. Ludwigsbahn niedriger. Banken still, Oesterreichische Nationalbank und deutsche Handelsgesellschaft höher, Darmstädter und Con-

Eff klen⸗ und Wechslerbank den noch unbegebenen Rest der letzten 4% Frankfurter Stadtanleihe übernommen. Oesterr. Prioritäten waren theilweise schwächer, Loose eher offerirt. Wechsel tbeurer, London etwas billiger.

Verloosung. Die Prämien desLahrer Hinkenden Boten für 1877 vertbeilen sich wie folgt: 1. Pr. M. 300. Nr. 455665, 2. Pr. M. 180. Nr. 244380, 3. P. M. 150. Ni, 99456, 4. Pr. M. 120. Nr. 83542, 5. Pr. M. 105. Nr. 318033. 6. Pr. M. 90. Nr. 22711, 7. Pr. M. 75. Nr. 7278, 8. Pr. M. 60. Nr. 676994, 9. Pr. M. 30. Nr. 131829.

Eine drollige Verhaftung wurde dieser Tage in einem Wiener Cass vorgenommen, indem nicht der Dieb, sondern der rechtmäßige Eigenthümer eines gestohlenen Rockes der Arretirung zum Opfer fiel. Der Sachverhalt wird uns vom Schauplatz der Begeben⸗ heit in solgender Weise mitgetheilt. Ein Fremder soupirte in einer Restauration, bezahlte seine Zeche und wollte beim Fortgehen seinen an die Wand gehängten pelzver brämten Ueberzieher wieder anlegen, bemerkte aber zu seinem Schrecken, daß das Kleidungsstück fehle. Sosort

völlig ähnlichen Rocke eben zur Thür des Locals habe hinausgehen gesehen, besann sich nicht lange und stürzte ihm nach. Er begegnete ihm auch richtig auf der Straße und verfolgte ihn nun unbemerkt Schritt auf Tritt, immer nach einem Schutzmann ausschauend, um den Dieb ver- haften, beziehungsweise ihn zur Herausgabe des sich un⸗ rechtmäßig angeeigneten Rockes bestimmen zu lassen. Jetzt trat der Dieb in ein Café, der Verfolger betrat gleich darauf ebenfalls das stark frcquentirte Local und fand dier zu seiner nicht geringen Freude seinen pelzverbrämten Rock bereiis an einem Nagel hängend. Ohne sich lang zu be sinnen subr der Reisende in sein ihm entführtes Eigenthum und wollte sich wieder entfernen, ohne den Anderen weiter zu behelligen. Aber er hatte die Rechnung ohne den Wirth gemacht. Sowohl dieser, als der Kellner, welche den Gast ohne Ueberzieber hatten eintreten sehen, wider setzten sich dieser Confiscation, es entstand eine sehr bewegte Scene, und der Mann, ber seinen eigenen Rock wieder an sich nehmen wollte, wurde einem Schutzmann über⸗ geben. Zum Glücke hatte sich der wirkliche Paletotmarder, ehe sein Zeugniß angerufen werden konnte, aus dem Staube gemacht, und konnte sich der Reisende überdies durch die Bestätigung des Portiers des Hösels, in dem er sich einlogirt hatte, als der rechtmäßige Eigenthümer des Pelzrockes ausweisen.

Milde Winter.

Der dlesjährige bisher so milde Winter hat viele Vor gänger gehabt, die ibn an Zabmheit noch bei Weitem übertrafen. So war im Jahre 1172 der Winter so mild, daß die Bäume sich Ende Januar mit Grün bedeckten und die Vögel im Februar nisteten und brüteten. 1289 merkte man gar nichts vom Winter. Die Temperatur war so warm, daß die Mädchen am Rhein sich zu Weih⸗ nachten mit Veilchenkränzen schmückten. Im Jahre 1421 blühten die Bäume im März und die Weinstöcke im April; in demselben Monat gab es reife Kirschen. Im Jahre 1572 trieben die Bäume im Januar Blätter und die Vögel brüteten im Februar wie im Jahre 1172. Dieselbe Erscheinung wiederholte sich 1585, wo um Ostern das Getreide in Aehren stand. In den Jahren 1538, 1607, 1609, 1617 und 1659 gab es weder Schnee, noch Frost. 1662 endlich heizte man auch im nördlichen Deuischland den ganzen Winter hindurch nicht ein und die Bäume blühten im Februar. In neuerer Zeit find die Winter von 1807 und 1846/47 als besonders mild zu verzeichnen.

Wie der Schnee aussieht.

N Jahrtausende lang haben die Menschen es schneien sehen, und doch nicht gewußt, wie Schnee aussieht. Ja,

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