Betreffend: Feuerwebren.
Friedberg am 10. August 1877.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Viele von Ihnen stehen noch mit der Verfügung obigen Betreffs vom 30. vorigen Monats zurück, weshalb wir hieran erinnern.
Dr. Braden.
Betreffend: Den Ankauf von Zuchtvieh in der Schweiz.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Nach einer Benachrichtigung des Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins der Provinz Oberhessen ist der Ankauf von Zuchtvieh in der
Schweiz wegen geringer Theilnahme nicht zu Stande gekommen.
Friedberg am 13. August 1877.
In der letzten Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins des
Kreises Friedberg und auch vielfach von anderer Seite ist die Frage angeregt worden, ob nicht für den Kreis Friedberg von Seiten des landwirth⸗
schaftlichen Bezirks vereins, wenn eine genügende Theilnahme erfolge, ein Ankauf von Zuchtvieh bewirkt werden solle.
Zur Besprechung hierüber
werden sämmtliche Oeconomen, welche sich dabei betheiligen wollen, eingeladen, Samstag den 18. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, sich in dem Hötel
Trapp dahier einzufinden.
Sie wollen die Mitglieder des Vereins und sonstige Landwirthe, welche sich hierfür interessiren, hierzu einladen.
Zugleich
wollen Sie mit dem Gemeinderath in Benehmen treten, ob nicht die Gemeinden beim Ankauf von Zuchtvieh sich zu betheiligen beabsichtigen, in
welchem Falle Sie sich gleichfalls einfinden wollen.
Betreffend: Die Lehrbücher für die Volksschulen.
Dr. Braden. Friedberg am 6. August 1877.
Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an sämmtliche Schuloorstände des Kreises.
Entsprechend der Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, Atheilung für Schulangelegenheiten, vom 1. dieses Monats, zu Nr. 11004, setzen wir Sie hiermit in Kenntniß, daß die im Verlage von Wagner und Deb es in Leipzig erschienene Schulwandkarte des Großherzogthums Hessen nachträglich in das Verzeichniß der in der Volksschule zur Auswahl zulässigen Lehrbücher aufgenommen worden ist.
Dr Bra d e ne
Bekanntmachung.
Nachdem in Cleeberg, wo vor etwa 6 Wochen ein fremder Hund verschiedene Hunde gebissen haben soll, ein der Tollwuth dringend ver— dächtiger Hund getödtet ist, wird Hundesperre auf die Dauer von 6 Wochen, bis zum 15. September, für folgende Ortschaften angeordnet: Cleeberg, Brandoberndorf, Espa, Leiperfelden, Hasselborn, Mönstadt, Grävenwiesbach, Nannstadt, Hundstadt, Michelbach und Laubach.
Usingen den 6. August 1877.
Königliches Amt.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Prof. Dr. Kiepert an der Universität Freiburg wurde zum ordentlichen Prof. an der polytechnischen Schule ernannt.
Worms, 6. Aug. Eine recht lebhaft be- suchte Delegirten Versammlung der altkatholischen Gemeinden des Großherzogthums Hessen, sowie der Provinz Hessen-Nassau fand gestern in Worms statt. Vertreten waren in der Versammlung durch Delegirte die Gemeinden Wiesbaden, Frankfurt, Hanau, Heidelberg, Mainz ꝛc. Zuerst fand eine geschlossene Versammlung der Delegirten statt, in welcher innere Vereins Angelegenheiten besprochen wurden. Nach derselben traten in einer öffentlichen Versammlung Pfarrer Riecks von Heidelberg und Professor Dr. Baur von Mannheim als Redner auf. Ersterer erging sich über die Hindernisse, die man von gewisser Seite der katholischen Reform- Bewegung entgegensetze, während Professor Dr. Baur sich über Gewaltthätigkeiten der römischen Hierarchie verbreitete. Nach allen Andeutungen dürfte der im September in Mainz tagende Altkatholiken⸗ Congreß stark besucht werden.
Berlin. Der„Reichs Anz.“ veröffentlicht die Ernennung des Ministerial⸗Directors Homeyer zum Unterstaats- Secretär im Staatsministerium.
— Der Entwurf einer Militär⸗Straf-Proceß⸗ Ordnung, welcher durch eine Commission aufgestellt worden, ist jetzt dem General⸗Auditoriat zur Be⸗ gutachtung zugegangen. Es sei die ausgesprochene Absicht, dem Bundesrathe im Herbst die Vorlage zu unterbreiten und sie wo möglich frühzeitig an den Reichetag zu überweisen, da man gewillt ist, das Gesetz mit dem 1. October 1879 spätestens in Kraft treten zu lassen und so eine gleichzeitige Wirksamkeit der gesammten Justiz⸗Gesetze für das Reich herbeizuführen.
— Ein Gesetz über Reformen des Genossen— schafts⸗Wesens, wie es vom Abg. Schulze⸗Delitzsch im Reichstage mehrfach beantragt worden, wird gemäß der Zusage der Reichs⸗Regierung im Reichs kanzler⸗Amte ausgearbeitet, und diese wichtige Vorlage soll an den nächsten Reichstag gelangen.
— Die„N. A. Ztg.“ schreibt bezüglich der angeblich bevorstehenden Reise des Fürsten Bismarck nach Gastein: Neueren verläßlichen Informationen zufolge sind weder über Zeit noch über Ziel der Reise Bismarck's bestimmte Disposttionen getroffen.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Kaiser Wilhelm hat dem Kronprinzen Rudolph vor der Abreise ein preußisches Ulanen⸗Regiment verliehen.
— Nach dem jetzt bekannt gemachten Steuer- Ausweis für das erste Semester 1877 gingen
während dieses Zeitraums in Oesterreich an directen Steuern ein: 407,300,050 fl., um 560,000 fl. mehr als 1876, an indirecten Steuern 75,590,000 fl., um 983,000 weniger als 1876.
Lemberg, 8. August. Die Eröffnung des Landtags hat heute stattgefunden. In der Er— öffnungsrede betonte der Landtags⸗Marschall, der Landtag werde sich vor den Einflüssen, welche ihn fremden Zielen dienstbar machen wollten, zu be— wahren wissen. Es stehe dem Landtag nicht zu, über die ocientalischen Wirren seine Stimme zu erheben. Wie die Situation sich auch gestalten möge, werde sich die Nation um den Monarchen mit hingebender Treue schaaren.
— 10. August. Wie verlautet, entdeckte die Polizei geheime Büreaus, welche Mannschaften zum Kampfe gegen Rußland anwerben. Es fanden deßwegen gestern viele Haussuchungen statt.
Frankreich. Paris. Die Gerüchte von einem Minister⸗Wechsel und der Ernennung eines Ministeriums Dufaure werden öfficibs für nube— gründet erklärt; trotzdem ist es sicher, daß zwischen Broglie, Decazes und Fourtou über die Wahl— Termine neue Differenzen entstanden sind.
— Die Zeitungs⸗Meldung, daß der Minister⸗ rath beschlossen babe, kurz vor Einberufung der Wähhler den Belagerungszustand für ganz Frank reich zu erklären, ist der„Agence Havas“ zufolge unbegründet.
Großbritannien. London, 9. August. Oberhaus. Lord Beaconssield erklärte, England habe bei Beginn des Krieges stricte, aber be— dingungsweise Neutralität angekündigt. Die Be⸗ dingungen Englands seien in der Note Lord Derby's vom 6. Mai niedergelegt. Die russische Antwort habe versöhnlich und freundschaftlich gelautet, und es sei kein Grund, zu zweifeln, daß Rußland diese Bedingungen auch beobachte. Die Aufrecht- erhaltung jener Bedingungen sei die Politik Englands.— 11. August. Lord Derby erklärte auf eine Anfrage Colchester's, daß die von aus- wärtigen Zeitungen verbreiteten Gerüchte, nach welchen die englische Politik in der Orient Frage darauf gerichtet sei, auf eine Theilung der Türkei zu warten und an derselben Theil zu nehmen, jeglicher Begründung entbehren.
— 9, August. Unterhaus. Northceote er- suchte Bentinck, seinen Antrag in Betreff der Orientfrage nicht einzubringen. Die Regierung erkenne wohl an, daß eine Debatte über die Orientfrage wünschenswerth sei, glaube indeß, daß eine solche Debatte für den öffentlichen Dienst nur unvortheilhaft sein könne. Bentinck zog
hierauf seinen Antrag zurück. Faweett erklärte, er habe erfahren, daß das Oberhaus die Orient welche die russischen Streit⸗Kräfte auskundschaften
frage discutiren werde, und frage an, weshalb das Unterhaus die Orientfrage nicht ebenfalls debattiren könne. Northeote erwiederte hierauf, im Oberhause habe Eversham seinen Antrag gleichfalls auf Wunsch der Regierung zurück gezogen, wodurch es nicht mehr wahrscheinlich sei, daß Lord Beaconsfield über die Orientfrage Erklärungen abgeben werde.— 10. Aug. Monk wiederholte eine heute gemachte Anfrage bezüglich der zeitweiligen Besetzung Constantinopels durch die russischen Truppen. Forster erklärte, die Führer der Opposition hätten in Berücksichtigung der ernsten Bedeutung der Frage beschlossen, auf einer Dis- cussion über dieselbe nicht zu bestehen. Sie hätten iudessen einen solchen Beschluß nicht fassen können, wenn sie nicht Angesichts der letzten Depeschen und im Hinblick auf die Erklärung der Regierung, daß sie ihre strikte Neutralität nicht aufgebe, die Ueberzeugung gewonnen, daß die Regierung nichts thun werde, was das Land in einen Krieg ver⸗ wickeln könne. Die Regierung könne die Anfrage Monk's nicht beantworten. Es würde thatsächlich
tinopels warnen würde, indem geltend gemacht würde, daß England einen solchen Schritt, der nur ein nothwendiges Ergebniß des Krieges sei, als feindseligen Act betrachten müsse, obschon andererseits die Regierung natürlich einen solchen Schritt nicht billigen könne. Northcote gab die Erklärung ab, es sei unmöglich, die Frage, was die Regierung eventuell thun werde, zu beantworten.
Spanien. Madrid. Die Regierung be⸗
Vertrag mit Frankreich und England auf der
cessionen für die Ermäßigung der Zolltarife abzu⸗ schließen.— Einer officiellen Meldung aus Cuba zufolge wurden die Insurgenten in sechs aufein⸗ anderfolgenden Kämpfen in der Nähe von Riosan⸗ pedro im Departement Oriental geschlagen. Mehrer
Führer der Insurgenten sind gefallen. Türkei. Constantinopel. hat den englischen Botschafter Layard benachrichtigt,
ständigen und die Garnison verstärken, um den Platz selbst vertheidigen zu können. — 10. August. 70,000 Russen haben gestern
des Kampfes ist noch unbekannt. — 11. Aug.
des Defilees entsendete Recognoscirungs- Abtheilung,
ein Bruch der Neutralität sein, wenn die englische Regierung Rußland vor einer Besetzung Constan⸗
absichtigt einen neuen Handels- und Schifffahrt
Grundlage vollständiger Gegenseitigkeit unter Con⸗
Mitglieder der revolutionäten Junta und zwei Die Pforte
sie werde die Befestigungen Gallipoli's vervoll⸗
aufs Neue Plewna angegriffen. Der Ausgang.
Suleiman Pascha telegraphirte gestern: Eine von Hainboghaz bis zum Eingange
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