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ein Decret, welches die Auflösung des Senates und Neuwablen für denselben anordnet.
Türkei. Constantinopel, 8. Februar. Der Fürst von Montenegro erklärte, die Depesche des Großvezirs beantwortend, sich geneigt, sofort um Frieden mit der Pforte auf der Basis des status quo mit Grenzberichtigung zu verhandeln, hält es jedoch für unnütz, einen Delegirten nach Constantinopel zu entsenden, wünscht vielmehr, daß die Unterhandlungen in Wien mit dem türkischen Botschafter stattfinden möchten. Die Yacht „Ilzedin“ ging heute mit Midhat Pascha von Syra nach Brindisi ab.
— Die von verschiedenen Seiten einlaufenden Mittheilungen über den Sturz Midhat Pascha's stimmen darin überein, daß derselbe das Ergebniß einer Palast-Intrigue ist, hinter der aller Wahr- scheinlichkeit nach Ignatieff steht. Dieselbe war nach dem„Journ. des Debats“ eingeleitet, aus rein persönlichen Gründen. Der Schwager des Sultans, Mahmud Damat Pascha, sei der Mittel- punkt derselben; er strebe nach der Gewalt. Als Haupt- Werkzeug habe Ali Tuari, Erzieher und Bibliothekar im großherrlichen Palast gedient. Die Intrigue war schon lange im Gange und stellte Midbat bei seinen Versuchen, die Verfassung in Thätigkeit zu setzen und geeignete Leute für die Ausführung seiner Reformen heranzuziehen, einen wachsenden Widerstand entgegen, und daher sei es auch z. B. gekommen, daß Sadßyk Pascha's Ernennung zum Finanz ⸗Minister nie zur Thatsache wurde. Ruschdi Pascha, der frühere Großvezir, hat sich, wie es scheint, nicht activ an den gegen Midhat gesponnenen Plänen betheiligt, diese aber schweigend geschehen lassen. Ali Tuari steht in alten Beziehungen zum Khedive von Aegypten, und dieser entgeht dem Verdacht nicht, daß er Wohl— gefallen an den Mack inationen gegen Midhat ge— habt habe, welcher Letztere eine straffere Anziehung der Zügel Aegypten gegenüber erwarten ließ. Unterrichtete leiten Midhat's Sturz von Rußland her wegen der Abneigung des letzteren gegen die constitutionelle Entwicklung der Türkei. In Bos— nien und der Herzegowina sind Aufstände aus- gebrochen.
— 10. Febr. Savpfet Pascha erließ ein neues Rundschreiben an die Vertreter der Pforte im Auslande, welches mittheilt, daß auf Befehl des Sultans die Wahlen zum Parlament und der Zusammentritt des letzteren beschleunigt werden soll,
Serbien. Belgrad, 10. Febr. Die „Pol. Corr.“ meldet: In den bisherigen zwei Conferenzen zwischen Ristitsch und Pertew in Wien wurde über folgende Punkte der türkischen Grund— lagen zu den Friedens-Verhandlungen: Salutirung der türkischen Flagge, Conservirung der serbischen Festungen gemäß dem Firman von 1867 und Verpflichtung der serbischen Regierung betreffs Verhinderung der Bildung und des Uebertritts
bewaffneter Banden, volle Einigung erzielt. Be⸗
züglich der weiteren Punkte holte Pertew In— structionen ein, welche voraussichtlich heute oder morgen eintreffen. Nach Feststellung der Präli⸗ minarien dürfte Philipp Christits mit zwei Secre— tären zu definitiven Friedens-Verhandlungen nach Constantinopel abgehen.
Rumänien. Bukarest, 9. Febr. Wie versichert wird, ist Demeter Sturdza in das Cabinet zu dem Zwecke wieder eingetreten, um das folgende Programm durchzuführen: Bedeutende Reduction der Ausgaben für das Militär, Er— höhung der Grundsteuer, fortschreitender Verkauf unbelasteter Staatsgüter, Herstellung des Gleich- gewichts des Budgets für das Jahr 1877.
Griechenland. Athen, 10. Febr. Die Deputirtenkammer begann gestern die Berathung des Ordinariums des Kriegs Budgets. Komun⸗ duros erklärte, die getroffenen militärischen Vor⸗ bereitungen seien nothwendig und wärt eine Ver— längerung der Arbeiten der Kammern nach Er— ledigung des Budgets erforderlich. Endlich betonte der Minister, die Interessen des Landes, sowie die Politik des Ministeriums, welche auf Aufrecht⸗ haltung der Neutralität Griechenlands gerichtet sei, bürgten für die Ruhe der angrenzenden Provinzen.
Rufiland. Petersburg, 8. Febr. Nach hier eingetroffenen Nachrichten stoßen die Friedens Verhandlungen zwischen der Pforte und Serbien und Montenegro noch auf unbedeutende Schwierig keiten; dieselben werden als perfect betrachtet. Die Situation zwischen Rußland und der Pforte bleibt ungeändert. Ignatieff trifft heute hier ein und wird sofort vom Kaiser empfangen werden.
— Der„Golos“ schreibt, an den Sturz Midhat's anknüpfend, das Ende des türkischen Reiches in Europa sei gekommen, es sei nur Ge— duld notbwendig und wird das Warten nicht schwer werden, da ein Krieg unmöglich mit einem Staate geführt werden könne, der schneller durch die innere Krisis, als durch ein fremdes Heer untergehen wird. Rußland werde Zeit genug haben, die Christen vor Unglück zu retten, welches sie durch den Untergang der Türkei treffen könnte. Für Rußland wie für die Christen sei es vor— theilhafter, abzuwarten, welche Richtung der Proceß der Staats- Verwesung annimmt, als denselben durch Einmischung zu verlängern.
Kischeneff, 10. Febr. Die Friedens-Ver⸗ handlungen mit Belgrad sind im besten Gang. In Kischeneff sind vier preußische Stabsofficiere zu bleibendem Aufenthalt eingetroffen.
Amerika. Washiogton. Das Reuter'sche Büreau meldet: Der Senat hat dem mit Spanien geschlossenen Auslieferungs Vertrage seine Zu— stimmung ertheilt.
— 9. Febr. Die Commission für die Ent— scheidung der streitigen Punkte bei der Präsidenten— Wahl hat in ihrer heutigen Abendsitzung mit 8 gegen 7 Stimmen beschlossen, daß die Stimmen von Florida als für Hayes abgegeben anzusehen seien. Morgen soll diese Entscheidung dem Senate mitgetheilt werden. Letzterer hat eine Bill ange— nommen, betreffend die Bildung einer Gesellschaft zur Legung eines Kabels von Baltimore nach Europa.
— 10. Febr. Der Bericht der Majorität der Commission der Repräsentanten- Kammer zur
Untersuchung der Wahlen in Louistana constatirt, daß die demokratischen Wahlmänner als legal gewählt und die Entscheidung des Controlcomites als nicht vorhanden zu betrachten seien. Der Bericht der Minorität behauptet, daß die Republi- kaner als gewählt anzusehen seien, und beschulvigt die Demokraten der Gewaltthätigkeit und der Wahl- Fälschung.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Unser Gesangverein„Liederkranz“ hat am verflossenen Sonnlag sein zweites Concert in diesem Winter gegeben; er hat unter der Führung seines geschickten Dirigenten und der Mitwükung einiger musikalischen Kräfle wieder die drei Principienfragen über's Singen: Was soll man singen; wie soll man es und warum soll man singen? trefflich praktisch gelöst. Ersteres zeigt ein Blick auf's Programm und das Andere haben die Besucher des Concertes gehört und empfunden. Die Musik ist die Sprache des Gefühls; wie sich im Worte der Gedanke verkörpert, so im Tone die Empfindung. Wie aber die Musik Ausdruck des Gefühls ist, so erweckt und erzeugt sie auch in der Seele Anderer die entsprechen— den Gefühle. Die echte Musik dient dem Schönen und führt zum Guten. Drum möge der„Liederkranz“ auch fortan das Banner der Musik hochhalten. Der wackere Dirigent, Seminarlehrer Schmidt, wird dazu, daß es ge— schehe, das Seinige beitragen und die Mitwirkenden, Fräulein M. Rühl, Seminarlehrer Link und Pistonist Heng werden stets gerne bereit sein, durch ihre Leistungen für das Ideale zu wirken, um dadurch den größten und innigsten Einfluß auf die dankbaren Hörer auszuüben.
Friedberg. Am 27. Februar findet eine gänzliche Mondfinsterniß statt, die bei günstiger Witterung deßbalb besonders bequem durch ihren ganzen Verlauf zu beobachten ist, weil der Mond beim Beginn der Erscheinung bereits hoch über dem Horizont fleht und das ganze Schauspiel in den Abendstunden vor sich geht. Die Berliner Volks— Zig. bemerkt darüber: Schon bei Sonnen⸗Untergang, der an diesem Tage um 5 Uhr 34 Minuten vor sich geht, wird im Osten bereits der Vollmond bei klarem Horizont sichtbar sein, der um 5 Uhr 21 Minuten aufgeht. Der interessante Anblick, den die beiden Himmelsgestirne stets darbieten, wenn sie gleichzeitig im Osten und im Westen den Horizont berühren, ist diesmal recht geeignet, auch dem Laien deutlich zu machen, daß der Schatten der Erd— kugel, welche zwischen Sonne und Mond steht, den Mond treffen und ihm das Sonnenlicht nehmen müsse. Der Mond befindet sich bereits um die Zeit im Halbschatten der Erkkugel, wenngleich dies für unser Auge wenig be—
merkbar ist. Die wirkliche Verfiusterung beginnt erst, wenn der Mond in seiner Bewegung um die Erde in den
Kernschatten berselben eintritt, was um 6 Uhr 23 Min.
der Fall ist. Hiernach bemerkt man sehr bald auch mit bloßem Auge, wie der untere Rand des Vollmondes sich zu verfinstern beginnt, als ob eine schwarze Scheibe sich vor die helle Mondkugel schiebe. Der finflere Ausschnitt wächst nun mehr und mehr und schreitet wachsend fort, so daß die helle Mondscheibe nach und nach zu einer schmalen Sichel mit trübem Lichte wird. Endlich um 7 Uhr 20 Minuten verschwindet auch der letzte helle Streifen und es beginnt die totale Verfinsterung, welche über 1½ Stunde anhält. finsterte Mond ganz unsichtbar, zuweilen jedoch erscheint er bei totaler Verfinsterung in einem auffallend rothen Lichte, als ob sein sonstiger Silberstrahl sich in glühendes Kupfer verwandelt hätte. Die Wissenschaft lehrt uns, daß dieses rothe Licht von Sonnenstrahlen herrührt, welche durch die Atmosphäre der Erde von ihrer Babn abgelenkt worden und in den Schattenkegel hineinfallen, durch welchen der Mond wandert. Daß dieses Licht nicht immer sichtbar wird, das rührt wahrscheinlich von Trübungen in der Erdatmosphäre her, welche die Sonnenstrahlen nicht durchlassen. Um 8 Uhr 57 Minuten wird wiederum der zuerst verftusserte Theil der Mondkugel helles Licht em— pfangen und zu leuchten anfangen. Nunmehr wächst die Mondscheibe wieder nach und nach an, und um 9 Uhr 54 Minuten verschwindet der letzte Hauch der Verfinster⸗ ung, und der Vollmond strahlt in ungelrübtem Glanze (wenn Jupiter Pluvius nichts dagegen hat). Groß⸗Karben, 9. Febr. Gestern Abend brannte das Maschinenbaus auf dem neuen Selzerbrunnen ab. Mainz, 9. Febr. Ein biesiger Bürger und Friseur aing gestern Abend etwas vor 12 Uhr in der Grebenstraße,
als er plötzlich von zwei Strolchen angepackt wurde. Während der Eine ihn fest am Halse hielt und das Schreien verhinderte, zog der Cumpan ihm das
Portemonnaie aus der Tasche, entleerte dasselbe(es ent⸗ hielt glücklicherweise nur 4 Mark) und warf es weg. Der Ueberfallene war in einem derartigen Zustande der Er— schöpfung, daß er sich eine Viertelstunde auf einen Prell— stein setzen mußte, um sich zu erholen.
Allerlei.
Usingen. Sicherem Vernehmen nach soll mit dem Seminar-Neubau bis spätestens Juni d. J. begonnen werden. Der Kreisbaumeister von Homburg ist bereits beauftragt, sosort mit den Vorarbeiten des Baues zu beginnen.— Die hiesige s Pridat⸗Präparandenschule wird augenblicklich von 50 Zöhlingen besucht.
Ems. Die Nachricht wegen einer Schließung des Bergwerks, sowie der Anschlagung der Viktoriaquelle ist grundlos..
Cleve, 6. Febr. Gestern Nachmittag wurde Haupt⸗ mann v. Diemar bei dem hier stehenden Füsilierbataillon des 56. Regiments, von dem Ingenieur v. Schütz im Duell erschossen. Letzterer hatte vom 1. October 1875 bis 76 seiner Militärpflicht als Einjähriger in der Compagnie Diemar's genügt. Schütz stellte sich sofort dem Staats— procurator.
Brüssel. So romanhaft im Allgemeinen die Mit⸗ theilung von Fällen des lebendig Begrabenwerdens klingt,
o kommen solche schrecklichen Ereignisse doch bisweilen in
Wirklichkeit vor, und eben hat sich ein derartiger Fall in dem Orte Leu-Sant-Remy zugetragen. Ein junger Mensch von 18 Jahren war gestorben, der Tod wenigstens von dem Arzle constaurt, und das Begräbniß fand unter den üblichen Feierlichkeiten statt. Nachdem das Trauergesolge sich entfernt hatte und der Todtengräber sich daran machte, die Gruft zuzuschaufeln, hörte er auf einmal aus dem Sarge ein dumpfes Pochen hervorschallen. Erschreckt warf er seinen Spaten hin und lief zum Pfarrer, ihm das Er— lebniß mitzutheilen. Der Letztere glaubte, daß der Todten⸗ gräber das Opfer einer Sinnes zäuschung geworden sei, benachrichtigte jedoch den Bürgermeister von dem Vorfall. Dieser ließ nun in aller Eile den Deckel des Sarges er— brechen und man sah, daß der Unglückliche die verzweifeltsten Anstrengungen gemacht hatte, sich aus seinem Gefängnisse zu befreien. Im Zustande der Lethargie begraben, war er erwacht, als die Erdschollen auf den Sargdeckel nieder— polterten. Hätte man denselben sogleich erbrochen, so würde der Unglückliche wobl gerettet worden sein, so aber mußte er bis Hülfe kam erfticken.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 10. Febr. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1, M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 27., do. II.(Berliner Marke) M. 22. Weizen M. 25.25.
Korn M. 18.50— 19.25., Gerste M. 19—21., Hafer M. 15.50— 17.75, Kohlsamen Erbsen M. 21—24., Wicken M. 19., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 83
Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zoll⸗ gewicht= 100 Kilo.
Frankfurt, 10. Febr. Der heutige Heu- und Stroh⸗ markt war ziemlich befahren. Heu kostete je nach Qualität per Ceniner M. 4.50—6.50. Stroh per Centner M. 5. Butter 1. Qual. im Großhandel das Pfund M. 1. 15—., 2. Qual. M. 1., im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.25—30., 2. Qual. M. 1.15—20. Eier das Hundert alte M. 5.—. italienische(frische) M. 75. Kartoffeln per 200 Zoll⸗ Pfund M. 5. Ochseufleisch per Pfund 70 Pf. Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 50—60 Pf., Hammelfleisch 50—60 Pf. Schweinefleisch 79 Pf. Bei den allenthalben niedrigen Markipeisen dürfte ein Abschlag des Fleisches an der Tages- ordnung sein.
Mainz, 10. Febr. Producten⸗Markt. März 22.20. Korn per März 16.50. 16,70. Ruböl per Mai 37.15.
Waizen per Hafer per März
Zuweilen wird der völlig ver⸗
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Geld
loben
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Leben leicht Mil um Ret. auch in glied litter haber


