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1877.
Donnerstag den 12. April.
N 42.
Oberhe
sischer An
zeiger.
Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Kriedberg.
schlicßung Großberzoglichen Ministeriums des Innern vom besonders pflichttreu
eingezahlt worden sind und nun zur Belohnung Mit Bezug bierauf wollen Sie nun zeitiger Angabe ihres Dienst
Betreffend: Die Denunciationsgebühren, insbesondere die Strafantheile der Gemeinden an den Feldstrasen.
„und Lebens- Alters, ibrer Namen, Vermögensverhältnisse, des ihrem Schutze anvertrauten Flächengehaltes,
* Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Friedberg am 9. April 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. a 9 5 6 Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 16. October 1875, Kreisblatt Nr. 122, benachrichtigen wir Sie, daß in Gemäßbeit Ent⸗
12. vorigen Monats, zur Nr. M. d. J. 4025, abermals 2910 Mark in die Kreiekasse er Feldpolizeibediensteter aus dem ganzen Kreise verwendet werden sollen. binnen 14 Tagen mit dem Gemeinderath in gewissenhafter Weise diejenigen Feldschützen untet gleich-
ihres Dienst⸗
einkommens und der Zahl der in 1876 von denselben zur Anzeige gebrachten Feldfrevel bezeichnen, welche Sie nach den bierfür auseinanderzusttzenden Gründen für würdig und nach ihrer Pflichttreue geeignet halten, eine besondere Belohnung für ihr dienstliches Verhalten zu empfangen.
Dr. Grade n.
Bekanntmachung.
Diejenigen Landwirthe, welche als Saatkartoffeln: sächsische Zwiebelkartoffeln, Perles, Extra- Carty- Vermont oder Snowflake(Schneeflocke) zu beziehen wünschen, wollen die deßfallsigen Bestellungen entweder bei dem betressenden Herrn Bürgermeister oder auf dem Kreisamtsbureau dabier
bis längstens den 15. dieses Monats machen und sind auch die Herren Bürgermeister in der Lage, über Preis und kunft zu ertheilen.
Friedberg den 9. April 1877.
Bezugsbedingungen Aus-
Der Director des landwirthschastlichen Bezirks-Vereins Friedberg. In Vertretung: Klietsch, Kreisassessor.
Deutsches Reich. Darmstadt. Am 26. März wurde Offenbach, der seitherige Dirigent an der Real- schule zu Groß- Umstadt, Stelz aus Höchst, zum Reallehrer zu Offenbach, am 27. März der außer- ordentliche Professor zu Gießen, Dr. Höfner, zum Reallehter zu Mainz ernannt.
Berlin, 10. April. In der heutigen Reichs tagesitzung wurde die erste und zweite Lesung des Gesetzentwurses für Elsaß Lothringen über die
Errichtung von Apotheken vorgenommen und un⸗
verändert genehmigt. Demnächst wurde der Gesetz Entwurf für Elsaß-Lothringen, betreffend die Ab—
elsaß lolhringische Commission verwiesen. Berlin, 8. April.
der Reallehrer Langrock zu Alsseld zum Reallebrer zu
Blätter, welche der Androhung
Die Verhandlungen über
sür nochdrückliche Unterstützung seiner Politik durch den Reichstag statigesunden.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Graf Andrassy reiste in Begleikung seines diplomatischen Stabes nach Terebes. Die Nachrichten biesiger russischen Regierung schon die der Kriegserklärrng gegen die Türkei zuschrieben, baben sich allerdings nicht bestätigt. Doch dürfte nach der Ansicht Eingeweihter die ernste militärische Auktion Rußlands kaum noch 14 Tage auf sich warten lassen. Von der unteren
Donau eintreffende Nachrichten von nicht zu be— änderung des Weinsteuer⸗Gesetzes, nach kurzer Debalte, an welcher sich außer dem Regicrungs⸗ Cemmissar Huber dice elsässischen Deputirten Grad und North betbeiligten, in erster Lesung an die [Donau.
zweifelnder Zrverläsigkeit bereiten auf eine kürkische
Besetzung Kalafats für den Fall des russischen Prutüberganges vor. Kalafat liegt bekanntlich
gegenüber Widdin auf der rumänischen Seite der
— 10. April. Fürst Midilinsky, General—
das Entlassungs-Gesuch des Fürsten Bismarck Adjutant des Zars, ist angeblich in einer politischen
dauern zwar sort, der Entschluß desselben, ent: Sendung bier eingetroffen.— Die Flotte des
weder definitiv oder wenigstens auf längere Zeit aue den Geschästen zurückzutreten, steht indeß fest. erhalten. Die in der Umgebung von Es ist noch nicht das Mindeste entschieden, denn] stationirten russischen Truppen werden südwärts
Baltischen Meeres hat den Befehl zur Ausrüstung Chotim
der Kaiser bat weder seines Kanzlers-angenommen, noch auch das Ur⸗ laubs-Gesuch bewilligt. Auch sind alle bisher über etwaige Stellvertretungen ausgesprengten erüchte nichts mehr als Vermuthungen. Freilich wird der Kanzler zur Zeit in seinen Geschäften von Bülow, Camphausen und Hoffmann verxireten, allein bisher zeigen diese Vicariate durchaus nichts Abweichendes von ähnlichen unter der Reichs— kanzlerschaft des Fürsten Bismarck schon öfters dagewesenen Vorkommnissen.
— 9. April. mittag um 4 Uhr den Reichskanzler Fürsten Bis— marck empfangen.
Die Stellvertretungs Frage wird Mitwirkung des Reichstage geordnet; alsdann iritt der Relchekanzler sosort seinen Urlaub an.
— 10. April. Das„B. Tagbl.“ meldet die Erkrankung des Kaisers von Rußland an einem Steinleiden. Die Aerzte befürchten, eine Operation vornehmen zu müssen.
Bremen, 9. April. Hier hat eine große Versammlung wegen einer Kundgebung für das Verbleiben des Fürsten Biemarck im Amte und
ohne
das Entlessunge Gesuch gelogen, dem Vorgeben nach weil in Chotim die
Dipbtiheritis herrscht.
Frankreich. Paris.
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Project genehmigt, wonach die Summe von
3,500,000 Fr. für die Vergrößerung der Sor
bonne und die Summe von 4,500,000 Fr. für vie Aufführung eines Gebäudes, welches eine neue natur wissenschastliche Facultät aufzunehmen hätte, bestimmt werden sollen. Der Staat soll zu dem letzteten Bau ein zum Luxemburg⸗Garten gehöriges
Der Kalser hat beute Nach- Grundstück von 15,000 Quadratmetern unentgelt- hoffnung nicht besestigen.—
lich hergeben und außerdem die Hälfte der Bau— kosten tragen.
Grosibritannien. London, 10. April. „Times, äußert sich über die letzten Nachrichten aus Konstantinopel folgendermaßen: Wenn die Weigerungen der Pforte, Mächte und der Deklaration des russischen Bot— schafters zu entsprechen, eine Kriegserklärung von Seiten Rußlands zur Folge haben sollten, so würde eine solche nicht gerechtfertigt erscheinen. Wenn die Pforte darein willige, einen Spezial-
bolschafter nach Petersburg zu senden, so könne
Der Gemeinderath bat ein ihm von dem Seine-Präfecten vorgelegtes
den Forderungen der
dies nur im Bewußtsein ihrer Schwäche oder in dem Glauben geschehen, daß direktes Verhandeln mit dem Gegner große Vortbeile bringen könne. Falle aber die Forderung Rußlands das Ehr— gefühl der Pforte verletze, würden die Mächte berechtigt sein, auf Nachricht seitens Rußlands zu rechnen.„Morning Post“ fordert die Pforte zur Nachgiebigkeit auf.„Standard“ schreibt, die russische Deklaration dezwecke nur, eine friedliche Lösung unmöglich zu machen.
Italien. Rom, 10. April. Die Polizei verhaftete am Sonntag in Pontemolle 18 Mitglieder der Internationalen, welche sich zusammenrotten wollten. Die bewaffneten Angehörigen der In— ternationalen, welche in der Provinz Benevento zersprengt wurden, haben sich getheilt. Ein Theil derselben unter Casiero ist in Letino bei Piedimonte eingedrungen, besetzte das Gemeindehaus und dat das Archiv angezündet. Wie die„Opinione“ mittheilt, wurde dieser Haufe zersprengt, viele Betbeiligte, darunter Cafiero selbst verhaftet. Viele Waffen wurden konfiszirt.
Türkei. Constantinopel, 10. April. Die Geschäftsträger Rußlands, Oesterreichs und Frankreichs haben bei der Pforte angelegentlich die Annahme des Protokolls, sowie die Entsendung eines türkischen Unterhändlers nach Petersburg befürwortet. Es findet wiederum ein außerordent'⸗ licher Ministerrath statt. Dem Vernehmen nach wird die Pforte heute das bereits angekündigte Rund-Schreiben an ihre Vertreter im Auslande absenden, worin sie ihre Entschließungen darlegt. Die montenegrinischen Abgeordneten bestehen un- geachtet der Weigerung der Pforte auf Abtretung der Districte Niesie, Kucci und Kolatschin.
— Trotz des Protokolls will sich die Friedens- Die hervorragend— sien Militärs erklären sich gegen die Abtretung Niksie an Montenegro. Dem entsprechend wird wahrscheinlich das Votum des Parlaments aus- fallen. Die Pforte hält ohne Garantie die Ab- rüstung für unmöglich. g— Es verlautet, die Türkei habe das Protokoll nur unter Bedingungen angenommen, welche weitere längere Verbandlungen erheischen. — Die Pforte verweigert die Annahme des Prototolle. Es sleht der Erlaß eines Rund- schreibens bevor, worin die Unannehmbarkeit de— gründet wird. Die Pforte ist entschlossen, jede


