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Partei verweigern denselben ihre Bestätigung. Die Angelegenheit ist an Commissionen überwiesen worden.
Aus Stadt und Land.
N Friedberg. Kaisers Geburtstag wird auch in diesem Jahre in unserer Stadt gefeiert werden.. Im Hotel Trapp wird am 22. März Nachmittags das übliche Fest⸗ essen staltfinden, wäbrend für den Abend eine Jedermann leicht zugängliche festliche Zusammenkunft, in welcher An— sprachen, Musikdorträge, Chorgesänge abwechseln werden, in dem Steinhäußer'schen Gartensaale in Aussicht ge— nommen ist. g 10
W. Friedberg. Welche Masse Eis in den Tagen vom 1., 2. und 3. März in die Stadt gebracht wurde, ergibt sich aus Folgendem: Auf 498 bespaunten Wagen welche die städtische Brückenwaage passirten, wurden allein für die hiesigen Brauereibesitzer 15,204 Ceniner Eis ein— gefabren. Im Durchschnitt wurden 35 Pf. pr. Ceniner bezahlt. Außerdem wurde noch viel nicht gewogenes Eis in die Braukeller und in den Eiskeller im Schloßgarten gebracht.
Friedberg. Wie von Hanau aus bestimmt ver- lautet, ist nach dem Eintreffen der definitiven Festsetzung der Linie der Friedberg-Hanauer Eisenbahn auch die als— baldige Inangeiffnabme derselben zu erwarten. a
Friedberg. Von einer hiesissen Firma wurde ein! größerer Posten von 20 Pfennigstücken an die Reichsbank⸗ Haupistelle zu Frankjurt a. M. gesandt, und wurde dort dei der Umwechselung die Enideckung gemacht, daß sich unter denselben eine im Verhältniß zu der eingezahlten Summe beträchtliche Anzahl falscher, im Ganzen für M. 12.—, vorfanden. Eine Vermuthung über die Gegend, aus wescher die salschen Münzen stammen, läßt sich nach dem Gatachten des Polizeipräsidiums vorerst nicht aufstellen. Es läßt sich nur so viel mit einiger Bestimmtheil sagen, daß diese falschen 20-Pfennigstücke erst in neuerer Zeit, etwa im Laufe des Monats Februar in Cours gesetzt worden sein dürften. Die in Franksurt entdeckten falschen 20-Pfennig— stücke tragen die verschiedenen Münzzeichen A B und C und bemerkte die Reichsbankhaupistelle, daß die Falsifikgie so ausgezeichnet nachgemacht seien, daß nur Fachleute sie als solche enidecken. Im gewöhnlichen Vakehr sind sie von den ächten gar nicht zu unt rscheiden.
Friedberg. Durch die hiesige Polizei wurde eine Diebsbande, die sich ein Geschäft daraus machte in den Nachbarorten vecmittelst Einbruchs Schaase und Hämmel zu sleblen, solche zu sch achten und in ihrer Wohnung in der größten G mütolichkeit zu ver peisen, ausgehoben und in Nummer Sicher gebracht. Auch wurde in dieser Woche
Com mission,
ein Strolch, der gelegentlich des Beitelns in einem Hause eine Küchenw rage gestohlen hatte, durch unsere tüchtige Polizei dingsest gemacht. 8
Mainz, 7. März. Das Wasser des Rheins ist wiederum im Wachsen begriffen und seit gestern 3 Zoll gestiegen.
Odernheim. Dieser Tage wurde der gäjährige Jakob Heineich Christ zu Grabe getragen. Derselbe batte der Kaiserktönung Napoleons I. in Paris, der Belagerung von Stralsund gegen die Schweden beigewohnt, die Schlacht von Friedland gegen die Russen miigemacht, von wo er, durch ein Kugel am Bein verwundet, in die Heimath geschickt wurde.
Allerlei.
Frankfurt, 6. März. Gestern Abend wurde auf der Mö felder Landstraße am Eisenbahn-Uevergang ein mit zwe Pferden despannties Fuhrwerk von einem Zug der Hessischen Ludwigsbahn überfahren. Ein Pferd blieb todt, der Fuhrmann, der geschlasen halte, ist schwer verletzt, der Wagen zertrümmert.
Hanau, 7. Mäcz. Der Untersuchungs Richter hat beute den Cassier und Secretär der Central Armen— Weitzel, hierselbst wegen Unterschlagung amtlicher Gelder in Haft genommen. Mau spricht von einem Cassen-Desect von mehr als 15,000 Mk. und wundert sich allgemein über die offendar mangelnde Handhabung der nötigen Control- und Cissen-Revisions⸗ Maßregeln.
Kassel. Vor ca. 14 Tagen wurde auf der Station Allendorf an der Werta ein taubssummer junger Mensch von 15—16 Jahren verlassen aufgefunden. Oerselbe soll von einer feinen Dame, im Coups J. Klasse reisend, vorsätz— lich zurückgelassen worden sein. Aus dem Unglück ichen ist nichts herauszubringen gewesen, woher er komm und wem er angehört. Die Bebörde hat ihn nun der Taubstummen⸗ anstalt in Homderg übergeben, jedoch auch bier ist es nicht gelungen, etwas von ihm zu erfahren weshalb ihn die genannte Anstalt bei Photograph Rothe daher photo— grapbiren läßt, um sein Bild verschiedenen großen Zeitungen Zwecks weneret Ermittelung zu übergeben.
Königsberg, 6. März. Johann Incoby ist heute hier gestorben.
Wien, 7. März. Heute Morgen hat bier die Hin— richtung des Muttermörders Hackler statigefunden. Derselbe scheint sich im eigentlichen Sinne des Wories im Galgenbhumor befunden zu haben. Am letzten Abend äußerte derselbe, nachdem ihn der Gefängnißgeistliche verlassen, nachdenklich:„Ja beten!— ein Schinken wäl' mit lieber.“ Und pälerbin, als er nach einer reichlichen Abendmahlzeit um sein Befinden beftagt wurde:„Den Umständen an—
gemessen.“ Hackler erlitt den Tod mit großer Gleich⸗ giltiakeit.
New⸗York, 7. März. In einem großen Gebäude auf Bondstreet, welches hauplsächlich von Goldarbeitern und Juwelieren bewohnt wird, brach gestern eine Feuers brunst aus; der verursachte Schaden wird auf 1 Million
Doll. geschätzt.
Handel und Verkehr.
Gießen. Auf dem am 6. und 7. d. M. dahier staltgehabten Viebmarkte waren aufgetrieben 1151 Stück, Rindvieh und 366 Schweine: aufgeschlagen waren 201 Markistände.
Frankfurt, 6. März. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 37% Ni. 3 M 3 Nr. 41 M. 29. Nr. 5 M. 23. Roggenmehl 9%(Berliner Marke) M. 27.,
fremder je nach Qual. M. 21—24. Korn M. 18.—19.25, Gerste M. 19—21., Hafer M. 15—18., Erbsen M. 21 bis 24., Wicken M. 19., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 82. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht= 100 Kilo.
Frankfurt, 7. März. Der heutige Heu- und Strohmarkt war schlecht befahren. Heu kostete je nach Qualität per Ceniner M. 4. 10- 6.50, Stroh per Centner M. 4.50—5.30. Butter kostete 1. Qual. im Großhandel das Pfund M. 1.30, 2. Qual. M. 1.20, im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.40 50, 2. Qual. M. 1.30 40. Eier das Hundert gewöhnliche M. 5.50, italienische M. 7.—. Kartoffeln per 200 Zoll Pfund M. 6.10. Ochsenfleisch per Pfund 70 Pf., Rinofleuch 50—60 Pf., Kalbfleisch 50 bis 65 Pf., Hammelfleisch 5063 Pf., Schwetuefleisch 75—80 Pf. Erbsen geschälte(per 100 Kilo gr.) 3840 M., ganze Erbsen 24—28 M.; weiße Bohnen 22—26 M. Linsen 38 40 M. Munz 7. März. Producten-Markt. Waizen per Mäcz 22.75, per Mai 22.95. Korn ver März 16.80, per Mai 16.95. Hafer ver März 16.70, per Mai 16.80. Rüböl per Mai 35.70.
Geld- Cours. Frankfurt am 8. März 1877.
20⸗Frankenstücke. Mk. 16 26—30 Englische Sovereigns 3„ 20 37—42 Russische Imperiales„ 16 75-80 Holländische fl. 10⸗ Stücke„16 65 G. Ducatem. ene 4 9 60—65 Ducaten al marco Ann 8 9 64-69 Dollars in ed
13282 Centner Eichenlohrinde der 1877 r Erndte
aus Domanial-, Gemeinde- und Privat-Waldungen, welche
sämmtlich in der Nähe von Friedberg, meist auf dem
Taunus und theilweise auch in der Wetterau liegen, sollen
Dienstag den 27. März d. J.,
Vormittags 11 Uhr
zu Friedberg im Trapp'schen Gasthofe, öffentlich
versteigert werden.
Das Schälen, Trocknen und Aufbinden der Rinden
wird auf Kosten der Waldeigenthümer besorgt.
Nähere Auskunft ertheilt die unterzeichnete Stelle.
Friedberg den 22. Februar 1877. Großherzogliches Forstamt Friedberg.
Her pel.
Oeffentliche Aufforderung.
Betreffend: Das Schuldenwesen des Ludwig Backes von Friedberg.
669 Nachdem die Majorität der gerichtsbekannten Gläu—
biger des Ludwig Backes in Friedberg mit diesem einen
Nachlaßvertrag abgeschlossen hat, dessen Einsicht in der
Registratur zu nehmen gestattet ist, werden die unbekannten
läubiger desselben aufgefordert, so gewiß etwaige Ein— wendungen
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binnen 14 Tagen gegen dieses Arrangement zu erheben, als sie sonst mit Einteden ausgeschlossen werden und die Bestätigung dieses Arrangements verfügt werden wird. 1
Friedberg den 21. Februar 1877.
Großherzogliches Landgericht Friedberg. Pistor, Follentus, Landrichter. Landgerichts-Assessor.
722 Montag den 12. und Dienstag den 13. März d. J.
Holz ⸗Versteigerung.
soll in dem Stadtwald zu Hungen, Distrikt Wellheu, nachverzeichnetes Bau- und Werkholz versteigert werden: 1) Montag den 12. März. 240 Fichtenstämme von 15— 30 Centimeter Durch- messer, 12— 16 Meter Länge, 1120 Fichtenstangen von 8— 15 Centim. Durchmesser, 10—14 Meter Länge. 2) Dienstag den 13. März. 220 Fichtenstämme von 15—30 Centim. Durchmesser, 12—16 Meter Länge, 1120 Fichtenstangen von 8— 15 Centim. Durchmesser, 10— 14 Meter Länge, 4 Eichenstangen von 13 Centimeter Durchmesser, 6 Meter Länge. Der Anfang der Versteigerung ist an beiden Tagen Morgens 10 Uhr im Distrikt Wellheu. Hungen den 3. März 1877.
En durtheil.
Oeffentliche Sitzung des Großherzoglichen Bezirksstrafgerichts Gießen vom 13. Januar 1877, wobei zugegen waren: 1 1 der Großh. Justizrath Dr. v. Schmal⸗ alder, der Großh. Stadtgerichts-Assessor Justizrat 2) at Ouvrier, eee der Großh. Landg.⸗-Assessor Schober, 3) der Großh. Staatsanwalt-Substitut Müller, 4) der Großh. Seeretär Viegr Taschs.
In Untersuchung gegen Heinrich Klinkerfuß II. von Bad⸗Nauheim wegen Beleidigung wird auf die am heutigen Tage gesetzlich gepflogene Verhandlung, bei welcher Rubricat zugegen war, auf Grund nachfolgender Gesetzes⸗ stellen:§. 11 des Gesetzes vom 30. Dezember 1870 Art. 322 der St. P. O.,§§. 185. 194. 61. 200 des St. G. B., in Erwägung, daß dc. ꝛc. hierdurch zu Recht
Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. . 2 1 B enn e e 724 Montag den 12. März sollen in dem v. Harnier⸗ schen Walde beim Häuserhof versteigert werden:
5„ Stockholz, 400 5„ Durchforstungs reiser, 40 5 Allerlei⸗Reis holz, 50 Stück Fichten Bohnenstangen, 80„ Fichtenstämme und Stangen von 6— 16 Centimeter Durchmesser und 8— 16 Meter Länge. Die Zusammenkunft und der Anfang präecis 9 Uhr Vormittags auf der Chaussee oberhalb des Hofes. Häuserhof den 6. März 1877. Schmidt.
Holz- Versteigerung.
231 In den Waldungen des Großherzoglichen Hauses, Distrikt Burgwald, Schläge IX und X, werden Montag den 12. März d. J., von Morgens halb 10 Uhr an, 14 Raummeter Birken⸗Knüppel, 36 7 Eichen⸗„ 1 5 Nadelholz Knüppel, 50 Wellen Buchen Reisig,
9028„ Eichen⸗Birken⸗Reisig, 5300„ Weichholz⸗Reisig versteigert.
Ober⸗Rosbach den 6. März 1877. Großherzogliche Oberförsterei Ober⸗Ros bach. Strack.
Eine Grube Mist
ist zu verkaufen bei C. T. Walz.
Boe ka n d mch u ug, 763 Diejenigen, welche an den geringfügigen Nachlaß der Johannes Grimmel Eheleute in Vilbel Ansprüche zu bilden haben, werden aufgefordert, solche innerhalb 14 Tagen bei Meidung der Nichtberücksichtigung bei der Nachlaßregulirung dahser anzumelden. Vilbel am 8. März 1877. OGroßherzogliches Landgericht Vilbel. Jäger, Pückel, Landrichter. Landgerichts-Assessor.
Stehleitern und Ladentritte,
601 neuester amerikanischer Construetion, für jede Haus: haltung empfehlenswerth, verschiedener Größe, zu billigsten
Preisen empfiehlt Ph. Kappes,
einmal im Oberhessischen Anzeiger
erkannt, daß der Beschuldigte Heinrich Klinker fuß II., verheiratheter Ortsbürger, Metzger und Wirth in Bad⸗ Nauheim, 35 Jahre alt, evangelisch, wegen der ihm zur Last gelegten Beleidigung des Heinrich Knieriem II.
6 Raummeter Kiefern-Prügelholz, von Bad⸗Nauheim in eine, im Falle der Uneinbringlich⸗ 4
keit, mit drei Tagen Haft zu verbüßende Geldstrafe von 15 Mark, sowie in die Kosten des Verfahrens zu verurtheilen, dem Ankläger auch die Befugniß zuzusprechen sei, die Verurtheilung des Beschuldigten auf dessen Kosten binnen 14 Tagen, von Rechtskraft dieses Urtheils an, bekannt machen zu
lassen. V. R. W. So geurtheilt und alsbald in öffentlicher Sitzung verkündet. Dr. v. Schmalkalder. Ouprier. Schober. Tasche.
Für die Abschrift: T 6,
a Gerichts- Aceessist.
Holz ⸗Versteigerung.
753 Mittwoch den 14. März, Nachmittags 1 Uhr, kommen
im Freiherrlich v. Löw'schen Wald, Distrikt Sauerborns⸗ tannen,
6 Raummeter Tannen-⸗Prügelholz, 2 2„ Stockholz, 6400 Durchforstungswellen, 12 Deichseln, 600 Eichen⸗Bohnenstangen zur Versteigerung. Steinfurth am 8. März 1877. Der Freiherrlich v. Löw'sche Oberförster
Bad⸗Nauheim. Schreiner.
Weig an d. ö
do. II.(Berliner Marke) M. 22., Weizen ab Babnbof hier M. 25.75, ab unserer Umgegend M. 25.25— 25.50,
1 l 1 4 3 ö des Au * 8 5 1 1 nin 9 0 N 1 1 5 N 1 10 7 olg lad dite dag


