erhoben habe. Savfet Pascha hob hierauf hervor, die Note hätte einen speciellen Bezug auf Bul⸗ garien gehabt. 5
— 5. Januar. Hobart Pascha und Oberst Baker inspiciren Burgas, das die letzte Wehrlinie bilden soll, wenn die Russen die Balkan-Pässe forcirt haben. 0 f
— 5. Jauuar. Der preußische Gesandte in Athen, Radowitz, ist hier im Auftrage Bismarc's eingetroffen. Salisbury verlangte Aufklärung Be⸗ treffs indirecter Vorschläge Ignatiess's an die Pforte.
— 5. Januar. Die„Pol. Corr.“ meldet: Das von Savpfet Pascha in der gestrigen Sitzung der Conferenz verlesene Exposs betont namentlich die Unmöglichkeit der Annahme der Forderungen betreffs Einsetzung der internationalen Ueber- wachungs⸗Commission, Errichtung einer gemischten Gendarmerie und des Modus der Ernennung der Gouverneure in den aufständigen Provinzen. Nach der Erklärung Sapfet Pascha's kam es abermals zu einer Besprechung über die Vorschläge der Mächte, welche aber keinen officiellen Charakter hatte. Das officlöse Journal„Vakit“ behauptet, der gestrige außerordentliche Ministerrath habe beschlossen, die Gegen-Vorschläge der Pforte auf⸗ recht zu erhalten und die meisten der von der Vor⸗Conferenz aufgestellten Punkte unter Hinweis auf das Vilajets-Gesetz und die Verfassung abzu— lehnen. Das„Vakit“ ist der Ansicht, dieser Beschluß der Pforte werde die Bevollmächtigten der Mächte zur Abreise veranlassen, hofft jedoch, Europa werde Neutralität beobachten, so daß es sich nur um einen Zweikampf zwischen der Türkei und Rußland handeln werde.
— Wiener diplomatische Kreise haben fried- lichere Nachrichten aus Constantinopel. Rußland sei zu weiteren Concessionen geneigt, wenn die Pforte die Garantie- Forderung principiell und das Statut für Bulgarien annimmt. Die Con- serenz entwirft für Montag ein neues gemäßigteres Programm. Die Occupation durch fremde Truppen wird angeblich ganz wegfallen.
— 6. Jan. Berliner Nachrichten zufolge hat die Pforte die Vorschläge der Conferenz formell abgelehnt. Die Vertreter verlangten von ihren Regierungen neue Instructionen. Saspet Pascha verlangt die Anerkennung, Proclamirung und factische Einführung der Verfassung in Rumänien. In Bukarest herrscht ungeheure Aufregung. Die Kammer will die Unabhängigkeits⸗Erklärung. Die Regimenter haben Marsch- Ordre erhalten.
Serbien. Belgrad, 1. Januar. Ein Divisionsbefehl des General-Lieutenant Nikitin unterstellt die russischen Freiwilligen dem serbischen Kriegs ⸗Ministerium. Die Russen verweigern die Anerkennung. Das vierte Bataillon der russischen Freiwilligen marschirte gestern Vormittags vor den fürstlichen Konak und verlangte vom Fürsten seine Fahne, um nach Rußland abzugehen. Fürst
Milan verweigerte die Herausgabe, weil der Kriegs-
minister abwesend sei. Nachmittags versammelten sich sämmtliche russischen Officiere
um diesen Beschluß zu unterbreiten. — 2. Jan.
Ufer.
nach ihren Wohnsitzen zurück. 5 Rumänien. Bukarest, 2. Jan. in der gestrigen Kammer-⸗Sitzung lassung der Truppen wurde in eingetroffener Alarm⸗Nachrichten Sitzung revocirt. Die komplete bilisirung wurde angeordnet.
— 3. Jan.
und eilige Mo
zurück.
schwere Juden⸗Hetzen vorgefallen. — 4. Jan.
Aeußeren in Erwiederung auf die bezügliche Inter
i beim Oberst Mezeninoff und beschlossen, daß die Russen in drei Tagen in taktischer Ordnung nach der Heimath abmarschiren, wenn sie nicht das selbständige russische Commando wie bisher behalten. Oberst Mezeninoff begab sich sofort zu Nikitin und Consul Karzoff,
5 Die Türken verlassen sämmtliche Positionen vor Djunis und am linken Marava— er. Auch aus Alexinatz beginnt der Rückzug. Die Bewohner der dortigen Ortschaften kehren
Die beschlossene Ent- Folge neuerlich in der heutigen
5 Die rumänische Kammer nahm ihren Beschluß in Betreff der Truppen-Entlassung In dem Donau-District Rumäniens sind
In der gestrigen Nachtsitzun der Deputirten Kammer erklärte der Minister 1
die Pforte habe die Anfrage der ru⸗ mänischen Regierung dahin beantwortet, daß sich die Artikel 1 und 7 der türkischen Verfassung auf
pellation,
Rumänien mitbeziehen. Die Kammer votirte zu⸗ nächst mit Einstimmigkeit eine Motion, welche die Haltung der Regierung billigt und letztere zu einem energischen Protest gegen die Auffassung der Pforte bezüglich der staatlichen Stellung Rumäniens auffordert. Der Minister Bratiano gab hierauf die Versicherung, die Regierung werde in jedem Falle ihre Pflicht thun und nicht ruhen, bis die Türkei durch einen ebenso feierlichen Aet, wie die neue türkische Verfassung darstelle, erklären werde, daß Rumänien keinen Theil des türkischen Reiches bilde. Die Kammer beschloß ferner, keine Ferien zu halten.
— 5. Jan. Der Senat hat mit 27 gegen 12 Stimmen folgende Motion angenommen: Der Senat wünscht, daß alle Rechte Rumäniens, welche duch den Pariser Vertrag anerkannt und verbürgt sind, sowie die politischen Acte, welche seitdem vollzogen wurden, kraft der Souveränetät des Landes respectirt und unangetastet bleiben, und daß die Regierung diese Politik in würdiger Weise aufrecht erhalte.
Rußland. Petersburg, 5. Jan. Der „Golos“ schreibt, die orientalische Frage sei jetzt nicht blos auf die Balkan-Halbinsel beschränkt, sondern erstrecke sich auch auf das englisch⸗-indische Reich und Mittel-Asien. Die Erfolge Rußlands in Mittel- Asien seien die Ursuche der Politik Disraeli's, der duech die Veranstaltung der Reise des Prinzen von Wales nach Indien und die Annahme des Kaiserin-Titels Seitens der Königin Victoria den Völkerschaften Ostindiens zu imponiren suche. Ebenso sei die entschiedene Protection der Türkei von Seiten Disraeli's eine Folge desselben Princips, welches darauf berechnet sei, zu zeigen, daß England die erste muselmänische Macht und Rußland der Feind des Jelam sei. Rußland habe kein Interesse, mit den Mohamedanern in Zusammenstoß zu gerathen, und hege keine Feind⸗ seligkeit gegen die Türkei, sondern fordere blos, was der Humanität entspreche. Ehina. Sbangay, 5. Jan. Von hier wird gemeldet, daß der spanische Gesandte die Beziehungen zu der chinesischen Regierung abge— brochen und die spanische Flotte Befehl erhalten habe, sich nach China zu begeben. Die Ursache des Bruches sei noch nicht bekannt, doch glaube man, daß die Nichterfüllung einiger von Spanien gestellter Forderungen die Veranlassung dazu ge gegeben habe.
Aus Stadt und Land.
—r—. Friedberg. Am 6. Januar fanden in Butzbach und Nauheim, am 7. in Friedberg sehr stark aus der ganzen Gegend besuchte Wählerversammlungen statt, in welcher unser seitheriger Reichstagsabgeordneter Dr. Schröder aus Worms über seine Thäligkeit Bericht erstattete, die hauplsächlichen Arbeiten und Erfolge des Reichstags ein⸗ gehend darlegte und würdigte und die Angriffe, welchen die liberale Mehrheil des Reichstags gegenwärtig ausgesetzt ist, energisch zurückwies. Lebhafter Beifall lohnte die klaren und beredien Ausfübrungen des Redners, und ein⸗ summig beschlossen die Versammelten, demselben am 10. d. M. ihre Summen zu geben und zweifeln wir nicht daran, daß Dr. Schröder abermals mit sehr großer Mehrheit zum Abgeordneten unseres Wahlkreises gewählt werden wird.
Friedberg. Die Staatsschulden⸗Tilgungskasse macht wiederholt darauf aufmerksam, daß ein namhafter Betrag der Oberhessischen Eisenbahnactien noch nicht zum Um- tausch gegen Aprocentige Eisenbahnobligationen präsentirt worden ist. Den Säumigen erwächst daraus ein nicht unbeträchtlicher Zinsenverlust.— Von„den Hessischen Partialschuloscheinen à 50 fl.(50 Gulden⸗Loosen), deren letzte Ziehung im Januar vorigen Jahres stattfand, ist ebenfalls eine große Anzahl bis jetzt noch nicht zur Cin⸗ lösung präsentirt worden. Wir machen darauf ausmerk⸗ sam, daß die Verjährung dieser Scheine in Gemäßheit des Amortisalionsgesetzes vom 20. Juli 1858, am 1. Juli 1877 eintreten wird.
. Gießen. Vor dem Schwurgericht der Provinz Ober— hessen vom 1. Quartal l. J. werden gachverzeichnete An⸗ klagesachen zur Verhandlung kommen, nämlich: Den 8. Jan., Vorm. ¼½ 10 Ubr, gegen Conrad Eichelmann von Münzenberg, wegen Urkundenfälschung; Vertheid.: Adv. Dr. Schwarz. Denselben, Nachm. 2 Uhr, gegen Nikolaus Nagelschmidt von Wenings, wegen Diebstahls und Unter— schlagung; Vertheid.: Adv. Weidig. Den 9. Jan., Vorm. 9½ Uhr, gegen Schuhmacher Konrad Spamer von Dortel— weil, wegen Kö perverletzung mit tödtlichem Erfolg; Verth.:
gegen Theodor Wild von Brettach, wegen Diebstahls; Vertheid.: Adv. Dr. Gulfleisch. Denselben, Nachm. 2 Uhr, gegen Louis Petermann von Nidda, wegen Versuchs der Nolhzucht, resp. Beleidigung; Vertheid.: Adv. Dr. Muhl. Den 12. Jan., Vorm. 9 Uhr, gegen Gemeinde⸗Einnehmer Heinrich Hartmann von Reichlos, wegen Verbrechen und Vergehen im Amte; Vertheid.: Adv. Dr. Dilimar. Den⸗ selben, Nachm. 2 Uhr, gegen Johannes Schneider III. von Geiß Nidda, wegen Urkundenfälschung; Vertbeid.: Adv. Metz. Den 13. Jan., Vorm. 9 Uhr, gegen Philipp Ratz und Karl Weißbeck's Ehefrau von Schlitz, wegen Diebstahls und Hehlerei; Vertheid.: Adv. Dr. Reatz und Adv. Baist.
Offenbach. Auf dem hiesigen Standesamte wurden im Jahre 1876 zur Anzeige gebracht: 1216 Geburts- und 649 Sterbefälle. 376 Paare wurden aufgeboten und 247 hiervon durch den Slandesbeamten getraut.
Darmstadt. Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht das definnive Ergebniß der Vo kszählung im Deuischen Reiche vom 1. December 1875. Wir entnehmen der Zusammen⸗ stellung folgende auf das Großherzogthum bezügliche Ziffern: Ortsanwesende Bevölkerung am 1. December 1875.
Männlich: Weiblich: Zusammen: Starkenburg 181 990 188,180 370,170 Oberhessen 124,587 129 449 254,036 Rheinhessen 130,495 129.517 260 012 Zusammen 437,072 447,146 884,218
Die Bevölkerungszunahme seit dem 1. December 1871 veträgt 30,324 Seelen. Die Bevölkerung des ganzen deutschen Reiches beziffert sich auf 42.727,620 Seelen. Mainz, 5. Im. Die Sache des unker so graviten— den Umständen des Mißbrauchs der geistlichen Amtsge⸗ walt angeklagten katholischen Pfarrers Geaf von Weinols⸗ heim, sand heute am Großherzoglichen Bezirksgericht ihre Erledigung. Der Gerichtshof veructheilte den Angeklagten zu einer Gefängnißstrase von 4 Wochen und in die Kosten.
Allerlei.
Kirchheim, 2. Jan. Hier wurde das Haus des Stadischulsheißen durch Dynamitpatronen in die Luft ge⸗ prengt. Zu dem in Trümmern liegenden Hause wall— jahren Schaaren von Fremden. Die Dynamißpatronen haben so stark gewült, daß, wenn nicht zwei Steine der Grundmauern, die gewichen waren, auf dem Kellerhals eine Stütze gefunden hätten, das ganze Haus eingestürzt wäre und 6 Personen verschüttet hätte. Allem nach liegt ein Aki der Rache vot.
Leipzig, 5. Jan. des Sansktit an hiesiger Universität, Hermann an der Lungenentzündung gestorben.
Hamburg, 8. Jan. Von Helgoland wurde heute gemeldet: Der Dampfer„Saxonia“ ist gestern bei Helgoland auf den Grund gerathen; Versuche, denselben flott zu machen, sind fehlgeschlagen. Passagiere und Mannschaft wurden wohlbehalten ans Land gesetzt. Das einge— drungene Wasser im Maschinen-Raum steigt noch immer höher. Von der Ladung sind bereits 500 Säcke Kaffee, die Post und Comptanten in Sicherheit; die weiteren Bergungs-⸗Versuche sollen bei wieder eintretendem günstigen Wetter aufgenommen werden. Das Schiff selbst kann nur durch ganz außerordentliche Mittel noch gerettet werden, welche bier aber gänzlich fehlen.
Brüssel, 6. Jan. Das Ürtheil des Handels Ge— richtshofs erklärt die Gesellschaft der Bassins houillers für fallit. Es wird Beschlag auf dieselbe gelegt. Das Besitzthum Philippart's wird versiegelt.
Petersburg. Die„St. Petersb. Zig.“ vom 29. Dec. entnimmt der Gouvernements-Zeitung von Wologda folgende Notiz: In Wologda herrscht eine so grimmige Kälte, daß das Thermometer am 19. und 20. Dec. vis auf 43 Gr. R. sank. Die Wände der hölzernen Häuser bieten so geringen Schutz vor dem grimmigen Froste, daß die Stuben⸗Temparatur wotz aller Feuerung täglich unter Null sinkt. Man erinnert sich nicht, je sosche Kälte erlebt zu haben.
Alhen. Wie man der„Nal.⸗Z.“ aus Aihen schreibt, sind die Schätze von Mykene vor wenigen Tagen daselbst angekommen. Sie füllen dreizehn Kisten, die einstweilen in ein unterirdisches Gemach der Nationalbank gestellt wurden, zu dem der Cultus minister den Schlüssel hat, wie er der Kammer miitheilte. Die aufgefundene Leiche, nach Schliemann die des Agamemnog, konnte nicht nach Aihen geschafft werden. Sie wurde einstweilen in einem Dorfe in der Nähe der Ausgrabungen untergebracht.— Die Ausgrabungen zu Olympia find trotz der fortdauern⸗ den Ungunst des Wetters in der Woche vom 14. bis 21. December rüstig sortgeschriiten. Die Haupt Ausbeute bestand nach der„Nat.⸗Z.“ in der Gewinnung dreier großer Marmor⸗Köpfe. Der eine stammt aus der Ost⸗ giebel⸗Gruppe und wird dem Könige Oinomaos zuge⸗ schrieben. Der zweite ist vor der Weslfront gefunden und stammt von der Figur eines im Kampfe unterliegenden Lapithen⸗Jünglings. Der drilte— leider nur zum Theil erhalten— gehörte einer Ehren Statue an, die an der Nordseite zwischen dem Zeus⸗Tempel und dem Pelopion aufgestellt war.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 6. Jan. Auf dem heutigen Heu⸗ und Strohmarkt kostete Heu je nach Qualität per Centner M. 5—5.60. Stroh per Centner M. 4.70—5.50. Butter 1. Dual. im Großhandel das Pfund M. 1.35., 2. Qual. M. 1.20—30, im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.40., 2. Qual. M. 1.35. Eier das Hundert M. 6.—. Kartoffeln per 200 Zollpfund M. 5—6.
Heute Vormitlag ist der Professot Brockhaus,
Adv. Dr. Ecknein. Den 11. Jan., Vorm. ½ 10 Uhr,
Mainz, 6. Jan. Producten-Markt. Waizen per
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