Ausgabe 
8.3.1877
 
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nämlich: durch Gründung eigener Anstalten; durch schonende ö Unterstützung Solcher welche in der Slille ihre Notb und ihr Leid tragen und sich scheuen, Anderer Hülse anzusprechen; durch Aussuchen und Verstopfen der Quellen menschlichen Clendes. Der Verein hat mehrere Anstalten gegründet und gründen helfen(Sparkasse für Undemiltelte Sonn: tagsschule für Coufirmirte, Arbeitsschule zunächst für arme Mädchen, Bewahranstalt zunächst für arme Kindet), welche als Privatanstallen woblihätig wirkien, bis größere offen! liche Anstalten an deren Stelle traten. Bei der Unter- stützung einzelner Noihleidenden hat er an dem Grund- satze sesigebalten, besonders der verborgenen Noth, der verschämten Armuth, dem slillen Leiden seine Hülfe zuzu⸗ wenden, seine Unterstützungen im Verborgenen und nach Würdigkeit zu reichen, und hat während seines dreiund⸗ sechzigjährigen Bestehens in manchen Fällen die Notb be⸗ seingt und in vielen Fällen dieselbe gelindert, wiewohl er immer nur über geringe Mittel zu verfügen batte. Nach dem bei der Jahresversammlung von dem Präsidentien des Vereins erstattelen Jahresbericht betrug im Jahre 1876 die ordentliche Einnahme 728 M. 75 Pf., und zwar 590 M. 76 Pf. Beiträge von Mitgliedern und 137 M. 99 Pf. Kapitalzinsen. Die ordentliche Ausgabe betrug 718 M. 55 Pf., nämlich 608 M. 61 Pf. für Unierstütz⸗ ungen, 56 M. für Gesindeprämien und 53 M. 94 Pf. Verwaltungskosten(Gehalt des Vereinsdieners, Inserate und Formulare zu Anweisungen). Das Rechnungswesen hat Kaufmann Huber bier seit 17 Jahren unenigelilich besorgt und außer dem Vereinsdiener, welcher die Beitzäge erhebt und die Einladungen besorgt, erbält Niemand für seine Functionen eine Vergütung. Ueber die zu verab reichenden Unterstützungen wird von dem Vo fande in monatlichen Sitzungen berathen und beschlossen. Dem Vorstande gehören die Geistlichen, welche Mitglieder des Vereins sind, und der Großb. Bürgermeister als ständige Mitglieder an, neben 9 unständigen Mitgliedern, welche von det Jahresversammlung gewählt werden und von welchen ein Driitheil jährlich ausniit und neugewählt wird. Gegenwärtig bilden den Vorstand: Pfarrer Baur (Vorsitzender), Dr. Diegel, Dr. Köhler, Pfarrer Meer (Schristfübret), Bürgermeistet Foucar, Kaufmann M. Hirsch, Kaufmann S. Hirschborn, Actuar Nau, Gemeinde rath Rausch, Rentner Supp, Hofgerichtsadvokat Seyd, Juflizraih Trapp Dr. Weckerling. Gesindeprämien an Dienstbosen von Vereinsmiügliedern, welche mindestens 5 Jabre bei derselben Herrschaft in Dienst gestanden und welchen Treue, Fleiß und ein unbescholtener Lebenswandel bezeugt wird, werden jährlich im Monat März bewilligt; im verflossenen Jabre find 6 verabreicht worden, für dieses Jahr sind bereus 7 Z ugnisse eingereicht worden. Die Zahl der Miisalieder, sowie die Einnahme an Beiträgen hat sich sein 1873 verringert, indem der Verein Mitglieder durch den Tod oder durch Wegzug von hier, einige auch durch freiwilligen Austtitt verloren hat, ohne für dieselben vollen Ersatz zu finden. Es ißt deßhalb eine Vermehrung der Mitalieder und der Beiträge sehr zu wünschen. Ein sender hofft, daß Mancher, der noch nicht lange hier wohnt und von dem Friedberger Hülfsverein noch keine Kenntniß erhalten hat, während er gern zur Linderung der Noth beiträgt, wenn er auf eine gute Verwendung seiner Gabe rechnen darf, durch diese Mittheilung veranlaßt wird, bei einem der genannten Vorstands mitglieder seinen Beitritt zum Verein zu erklären. Die Beiträge werden monatlich erhoben; die meisten monatlichen Beiträge betragen 35 bis 60 Pf., wobei einige höhere bis zu 1 M. 40 Pf. Jedes, auch mit dem geringsten Monatsbeitrag eintretende neue Miiglied ist willkommen.

O. 7. Friedberg. Der Deutschen Gesellschast zur Relung Schiffbrüchiger, über deren Entwick ung unter dem 13. Februar d. J. in diesem Blatte Näberes mit⸗ getheilt wurde, sind seitdem in Friedberg 13, in Assenheim, wo Kammertath Trümper ein lebhaftes Interesse hierfür bethätigt, 11 neue Mitglieder zugetreten. Die Gesammtzahl der Mitglieder in Friedberg, Assenheim und Bruchenbrücken beläuft sich zur Zeit auf 108(1875/76 84), der Beiträge auf M. 207.; das 9 monalliche Ecträgniß aus den Sammelbooten ergab in Friedberg M. 19.01, Assenheim M. 2.51, Melbach M. 1..(Nachträglich kommen von Melbach M. 3.50 hinzu). Möge die Ge sellschaft auch in diesem Jahre in den einzelnen Orten der Wetterau und darüber hinaus neue Freunde, welch' sie unterstützen, finden. Ihre Vertreter sind: Jakob Wießler in Butzbach, Bergrentmeister Nebhuth in Bad-Nauheim und Carl Trapp in Friedberg.

Friedberg. Es ist leider noch nicht gelungen, die Rinde ⸗Pest, welche in den ersten Tagen des Imuar aus Rußland nach Oberschlesien eingeschleppt und durch den Verkehr in kurzer Zeit in bedenklichem Umfange in Deuisch⸗ land verbreitet worden ist, vollssändig zu bewältigen; die augenblickliche Sachlage berechtigt jedoch zu der Hoffuung, daß der weiteren Ausdehnung bald ein Ziel gesetzi sein wird. Die von der Seuche beimgesuchten Bezirke sind folgende: In Preußen die Regierungsbezirke Oppeln, Breslau, Schleswig, Potsdam, Köln, Arnsberg, Aurich, Merseburg und Düsseldorf; ferner im Königreich Sachsen an 16 verschiedenen Orten; im hamburgischen Staatsgebiet 5 Orte. Die Zahl der bis Ende Februar in Deutschland durch die Seuche heimgesuchten Orte hat gegen 50 betragen; die Zahl des gefallenen oder als verdächtig getödteten Viehs wird sich auf ungefähr 1000 Stück Rindvieh und mehrere Hundert Schafe belaufen. In der großen Mehr⸗ zahl ber Infections⸗Fälle ist es gelungen, den einmal er kannten Seuchen⸗Heerd schnell und mit vollständigem Er⸗ folge zu säubern.

Gießen, 3. März. Der derzeitige Rector unserer

Groß⸗Gerau. Das Gewitter am 27. v. M. schlug zwischen 3 und 4 Uhr auch in die hiesige Kirche und zündete sofort. Die ganze Kirche ist niedergebrannt.

Mainz, 5. März. Der Fubrmann eines hiesigen Bauunternehmers wollte gestern Abend gegen sechs Uhr am Rheinufer seinen Karren ausschwenken, als das Pferd zu»weit zurückhufte und der Karren sammt Pferd und Fuhrmann in den Rhein fielen. Trotzdem, daß sosort Hülfe zur Stelle war, ertranken sowohl der Fuhrmann als das Pferd. Heute Vormittag wurde die Leiche des Fubrmanus, sowie auch Wagen und Pferd aus dem Wasser gezogen. Der Todte, ein gewisser Christian Herr mann aus Engelberg in der Schweiz, bielt noch seine Peilsche krampfhaft fest. Ein bedauerlicher Fall hat sich am Freitag Nachmitiag in Castel ereignet. Zwei Arbeiter, die in einem dortigen Steinbruch beschäftigt sind, machten plötzlich die Wahrnehmung, daß das Erdreich in Folge der nassen Wilterung zu wanken begann. Einer der Arbeiter war aber vorsichtig genug, schleunigst die be drohten Stellen zu verlassen, und kaum war er in Sicher beit, als ein Theil des Steinbruches zusammenstürzte und den noch darin befindlichen Arbeiter begrub. Die herbei⸗ gerufene Hilse konnte nur noch einen Leichnam zu Tage ö dern. Der Mann war vollständig erdrückt und ihm außerdem noch der Schädel durch einen Stein zertrümmert.

Allerlei.

Frankfurt. Dieser Tage wollte eine hiesige Dame ein Dienstmädchen mieihen und war mit demselben über alle klar zu stellenden Punkte so ziemlich einig, nur for⸗ derte das Mäcchen, an bestimmien Tagen der Woche Abends ausgeben zu dürfen. Auch dierin gab die Dienst⸗ herrin nach, stellte aber die Bedingung, daß das Mädchen Abends um 8 Uhr zu Hause sein müsse.Ach Madam, entgegnete dieses aber,das kann ich nicht zusagen, ich bin im zoologischen Garten abonnirt und kann denn doch nicht immer so aus der Gesellschaft fort, vielleicht gerade

wenn ein schönes Stück anfäng:. Unter diesen Um⸗

ständen wurde aus dem Vertrage Nichts.

Dortmund, 26. Febr. Eine Bande von 18 Kerlen, welche ibre Gesichter geschwärzt hatien, haben, wie man derWefiph. Zig. miubent, in der Nacht in den Nach- bar⸗Orten Oestrich und Brüningbausen bei Mengede den Amtmann des ersteren Orts und eine Anzahl von Be sitzern beimgesucht und unter Drohungen zur Hergabe von Nabrungs⸗Mitieln und Geld veranlaßt. Die Polizei ist den Toätern auf der Spur, hat von denselben jedoch bis jetz: noch keinen dingfest machen können.

Verloosungen.

Meininger 7 fl.⸗Loose. Zubung am 1. März. Gerogene Serien: Nr. 139 540 619 1013 1121 1288

1379 2354 2410 2477 2558 2637 2727 2733 2940

3044 3168 3375 4463 5338 5418 5463 5472 5500 5611 5723 6130 6291 6319 6509 6608 6743 6759 6833 7490 7445 8110 8266 9093 9458.

Bayerische 100 Tylr.⸗Loose vom Ja bre 1866. Ziebung am 1. März. Gezogene Serien: Nr. 2854 1393 1922 2881 1170 1115 1692 387 325 405 1514 419 437 895 1241 1505 3102 2746 324 2421 244 162 3156 2958 294 928 344 2049 54 2597 789 1122 1698 1687 2945 3133 2922 2408 282 1294 2052 768 4620. Die Prämien-Ziehung finden am 1. Mai d. J. stait.

Augsburger 7 fl. Loose. Augsbura, 1. März. Gezogene Serien: Nr. 29 130 154 415 428 606 831 959 1321 1432 1545 1792. Gewinne: S. 29 Nr. 15 12,000 M. S. 959 Nr. 84 3428 M. 57 Pi. S. 29 Nr. 60, S. 154 Nr. 64 90, S. 1792 Nr. 77 à 171 M. 43 Pfl. S. 130 Nr. 61, S. 606 Nr. 1 13 40, S. 1321 Nr. 20 24, S. 1545 Nr. 36 56, S. 1792 Nr. 56 68 à 102 M. 86 Pf. S. 29 Nr. 27, S. 154 Nr. 15 41 69, S. 415 Nr. 10 67 82, S. 428 Nr. 2 71, S. 606 Nr. 31 90, S. 831 Nr. 5 53, S. 959 Nr. 10, S. 1321 Nr. 30 69, S. 1432 Nr. 85, S. 1545 Nr. 7 30 33 87 88 à 51 M. 43 Pf. S. 29 Nr. 30 88, S. 415 Nr. 15 30, S. 606 Nr. 52 70, S. 959 Nr. 46, S. 1321 Nr. 12, S. 1432 Nr. 75 S. 1545 Nr. 21 37, S. 1792 Nr. 25 à 42 M. 86 Pf. Alle übrigen in obigen Serien enthaltenen Nummern à 15 M. 43 Pf. Zahlbar 1. März.

Oesterreichische 1864er⸗Loose. Wien, 1. März. Gezogene Serien: Nr. 355 480 740 969 1020 1065 1194 1214 2044 2198 2697 2727 3631 3920. Gewinne: S. 1020 Nr. 45 200 000 fl., S. 1214 Nr. 40 20,000 fl., S. 1214 Nr. 2 15,000 fl., S. 355 Nr. 12 10,000 fl., S. 969 Nr. 99, S. 1065 Nr. 91 à 5000 fl., S. 355 Nr. 32, S. 740 Ne. 28, S. 1214 Nr. 61 à 2000 fl., S. 969 Nr. 52, S. 1020 Nr. 27, S. 2697 Nr. 5 57 65, S. 2727 Nr. 40 à 1000 fl., S. 355 Ne. 80. S. 1020 Nr. 91, S. 1065 Nr. 7 63, S. 1194 Nr. 65 94, S. 1214 Nr. 8 39 85 100, S. 2044 Nr. 74, S. 2697 Nr. 93, S. 2727 Nr. 89, S. 3631 Nr. 9, S. 3920 Nr. 35 à 500 fl. S. 355 Nr. 74; S. 480 Nr. 4 46, S. 969 Nr. 89 96 S. 1020 Nr. 35 87 S. 1194 Nr. 2 51 52. S. 1214 Nr. 53 60 67, S. 2198 Nr. 31 47, S. 2697 Nr. 13 14 97, S. 2727 Nr. 45 63 à 400 fl. Alle übrigen in den angeführten Serien enihaltenen Nummern à 195 fl. Oesterr. W. Zablbar 1. Juni.

Oesterreichische Boden⸗Credit⸗Anstalt. Ziebung vom 1. Februar 877. Heimzahlung am 1. Mai 1677. 5% Gold Pfandbriefe. Nr. 553 1727 75 2199 308 422 675 3227 4337 448 610 6051 126 253 859 8396 957 944068 10044 116 290 507 795 11134 228 869 12399 13089 383 436 514 14027 531 76 747 996 15337 6057 347 779 17044 132 710 927

Lanbes⸗Uniberstiät, Prof. Dr. Bürkel, ist heuie Morgen gestorben.

67 91 18272 441 546 84 821 81 958 à fl. 100. Nr. 1091 2261 346 3972 4066 5133 228 45 838 991

6704 7486 8206 305 784 912 9089 324 619 78 90 909 10569 11281 95 386 à fl. 200. Nr. 143 826 97 1554 5207 6065 3 fl. 300. Nr. 1547 2375 441 3048 456 4145 56 764 6067 325 522 à fl. 500. Nr. 2075 3814 5084 229 492 748 6480 788 882 7424 8466 675 9237 41 941 10379 92 42411110 237 12139 688 883 13452 581 675 14090 595 627 16205 407 741 17339 496 705 18201 662 947 191½¼4 444 84 877 20059 148 428 21388 684 772 933 22046 à fl. 1000. Nr. 585 639 73 700 5 à fl. 10,000. Auf Namen lautend: Nr. 166 fl. 1000. Nr. 274 fl. 1500.

Ungarische 100 fl.⸗Loose von 1870. Pest, 15. Februar. Gezogene Serien: Nr. 285 302 721 1869 2952 2992 3238 3414 3476 4141 4230 4295 4566 4633 4802 5027 5405 5633. Gewinne: Serie 3238 Nr. 14 à 100,000 fl. S. 5633 Nr. 17 à 10,000 fl. S. 4802 Nr. 23 à 5000 fl. S. 2952 Nr. 15 41, S. 3476 Nr. 42, S. 4230 Nr. 14 à 1000 fl. S. 285 Nr. 20 40, S. 1869 Ni. 23 41, S. 39238 Nr. 18, S. 4141 Nr. 16 23 29 30 37 44, S. 4230 Nr. 28, S. 4566 Nr. 1, S. 4633 Nr. 13, S. 5027 Nr. 26, S. 5633 Nr. 29 30 32 à 500 fl. Alle übrigen in den obigen Serien enthaltenen Nummern à 128 fl. Zahlbar 15. August.

Handel und Verkehr. Friedberg, 6. März. Walzen M. 25.40. Korn N. 20.50. Gerste M. 19.. Hafer M. 1520. Kar⸗ toffeln M. 5.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo

= 200 Zollpsund.

Frankfurt, 5. März. Der heutige Viebmarkt war gut befahren. Angetrieben waren: 380 Ochsen, 210 Kübe und Rinder, 230 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 6263., 2. Qual. M. 5658. Kübe und Rinder 1. Qual. M. 58., 2. Qual. M. 5153. Kälber 1. Qual. M. 5052., 2. Qual. M. 4850. Hämmel 1. Qual. M. 51- 53., 2. Qual. M. 4850.

Frankfurt, 5. März. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 27., do. II.(Berliner Marke) M. 22., Weizen ab Babnbof bier M. 25.75, ab unserer Umgegend M. 25.25 25.50, ftemder je nach Qual. M. 2124. Korn M. 18. 19.25, Gerste M. 1921., Hafe! M. 15. 18.25, Erbien M. 21 bis 24., Wicken M. 19., Linsen M. 2130., Rüvöl M. 82. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.

Marin; 5. März. broducten-Markt. Wanen per März 22.25, per Mal 22.80. Korn per März 16.65, per Mai 16.75. Hater ver März 16.70, per Mai 16.80. Rüböl per Mai 36.70.

Kaffee und Thee.

Der berühmte Gelebrie und Arzt Dr. Virchow schreibt: Es ist nicht blos eine Frage der Laien, sondern man hat auch wissenschaftlich darüber gestriiten, ob Kaffee, Thee und der größere Theil der gegohrenen Getränke einen wirklichen Nährwerth haben oder nicht. Ich will bier im Großen abseyen von den eigentlichen gemischten Artikeln, wo einerseits die unzweifelhaft näbrende Cvocolade, wo anderseits das Bier zu nennen sind; dagegen hat es ein überaus praktisches Interesse zu untersuchen, wohin Kaffee und Toee gehören. Kaffee und Thee enthalten sonder barer Weise denselben Slickstoffkörper, das Kaffeekn oder Theekn, eine krystallisirie Sudstanz. Eine Zeit lang hielt man für unmöglich, daß Kaff in ein Näyrstoff sei; ins: besondere war man geneigt, anzunebmen, daß es die wichtige Bedeutung habe, als Ersatzmittel für verbrauchte Nervensubstanz zu dienen. Schon die überaus geringe Menge von Kaffe n, welche in dem Thee und Kaffee vokommt, hätte das Unwahrscheinliche dieser Meinung zeigen sollen: in den Kaff ebohnen findet sich wenig mehr als ½ Procent, in den Theeblättern je nach der Sorte 7 Procent davon. Später kam man auf den Ge⸗ danken, das Kaffeckn verlangsame die Zersetzung der Stick⸗ stoffkörper und wirke dadurch erhaltend auf die Gewebe des menschlichen Leibes, wie es auch der Alkohol thun sollte. Aber es zeigte sich, daß die thatsächlichen Voraus⸗ setzungen dieser Theorie falsch waren; es triit beim Kaffee⸗ gebrauch gar keine Verlangsamung in der Zersetzung des Eiweißes ein. So ist man denn endlich auf die Wahrheit gekommen, daß das Kaffeckn nichts mehr und nichts weniger als ein die Nerven slark erregender und, in größerer Menge genossen, geradezu giftiger Körper, ähnlich wie der Brannt⸗ wein ist. Abgesehen von dem Zucker und der Milch fährt Virchow weiter unten fort, die man dem Thee und Kaffee hin⸗ zusetzt, haben diese als Nihrungs mittel gar keine Bedeutung; sie sind Genußmittel und in manchen Stücken mit zwei andern sehr gewöhnlichen Reizmitteln verwandt, mit Wein und Schnaps, denen man wohl Zucker, selten Milch zuzu⸗ setzen pfl gi. Wie wir schon gezeigt haben, so sind sowohl das Kaffeekn als der Alkohol giftige Substanzen, jenes überwiegend reizend, dieser zuerst teizend, dann schnell lähmend. Beide haben bedeutende Nervenwirkungen und können daher leicht mißbraucht werden. Die Kaffee schwestern und Theebrüder, deren Genossenschaften die Mäßigkeitspriester so sehr begünstigt baden, unterliegen also nicht minder einer verwerflichen Leidenschaft als die Wein⸗ und Schnapstrinker.

Literarisches.

Soeben hat der General⸗Feldmarschall Graf von Molike der Verlagshandlung von Gebrüder Pälel in Berlin die Erlaubneß ertbeilt, seine, bereits im Februathefte derDeutschen Rundschau ver⸗

öffenllichtenBriefe aus Rußland auch in einer

.

1 Die