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Die meuschliche Zuneigung fũr hiere.
Nachdem die Welt schon mehrmals Hunde- und Katzen- Ausstellungen gesehen, wurde in Paris auch eine Ausstellung don Canarienvögeln abgehalten. Die Canariensögel theilen sich mit den Hunden und Katz en in den Schatz menschlicher Liebe, dem es an einem andern Gegenstande fehlt. Wie oft hat man sich über die Zuneigung, welche einsame alternde Mädchen, alte Junggesellen und kinderlose Wittwen diesen reizenden Thierchen widmen, lustig gemacht. Ungerechter Spott! herzloses Gelächter! Die Glücklichen— ich meine damit Diejenigen, die auf dieser Erde ein Wesen, das sie lieben können, besitzen— thun unrecht, ihren Sarkasmus über diese unschuldige Liebhaberei zu ergießen. Ach, wenn man ks sich recht überlegte, würde man viel- mebr die Zärtlichkeit, welche die einer anderen Liebe beraubten Herzen auf die Thiere übertragen haben, bewundern. Ist es nicht ein Glück, daß Diejenigen, die allein bier zurückgeblieben sind, daß die Ueberlebenden in dem fröhlichen Gezwitscher eines Vögelchens, dem Flügelschlag des kleinen Ge⸗ fangenen eine Linderung ihrer trostlosen Einsam— keit finden? Alle Herzen sind zur Liebe geschaffen, aber die grausamen Wechselfälle des Lebens gönnen nicht Jedem das Glück, das er ein Recht hat zu genießen. In wie vielen Seelen verglüht das himmlische Feuer, ohne von der Flamme in einer verwandten Seele neue Nahrung zu erhalten! Was sollte aus diesen armen, aus dem Paradies der Liebe Ausgestoßenen werden, wenn sie ibre, von den Menschen verachtete Zärtlichkeit nicht den Thieren schenken dürften, die immer Diejenigen wieder lieben, die sie lieben? Ich habe viele solche Parias der Liebe, viele Einsame, Arme, Elende gekannt, in deren Leben die treue Anhäng— lichkeit eines Thieres der einzige Lichtblick war. So erinnere ich mich noch eines armen, fast ganz gelähmten Alten, der von den milden Gaben lebte, die mitleidige Menschen ihm in seine Dachkammer brachten. Er hatte weder Frau, noch Kinder, noch sonstige Verwandte. Alles, was das Leben Gutes und Schönes bietet, war ihm versagt. Für ihn gab es keinen Frühling, keinen blauen Himmel, keinen Sonnenschein. Er war auf sein dürftiges Lager festgebannt bis zum Tode. Nichts hatte er Tag und Nacht vor Augen, als die schiefe Decke seiner Dachstube und die vier nackten schmutzigen Wände derselben. Dennoch lebte er. Erstlich hatte sein Herz den Glauben an Gott und ein künftiges Leben bewahrt. Aber auch noch auf der Erde, mitten in seinem Elend, seiner Ver— lassenbeit, seinen Schmerzen, war ihm ein Trost, eine Zerstreuung, eine Freude geworden. Er hatte mit den Mäusen, die seine Wohnung mit ihm theilten, Freundschaft geschlossen; er hatte sie nach und nach an sich gewöhnt, sie mit endloser Geduld gezähmt. Sie spielten mit ihm auf seinem Bette, sie hörten auf die Namen, mit denen er sie rief. Dank ihnen hatte der Unglückliche doch etwas zu lieben.— Dies hat mir zur Erleuchtung gedient. So oft ich seit dieser Zeit eine alte Jungfer mit ihrem Vögelchen in jener zärtlichen Sprache plaudern höre, die man den Kindern gegenüber gebraucht, finde ich dieses Schauspiel weit eher rührend als lächerlich. Die kleinen Gespielen im Federkleid füllen doch eine Leere in einem einsamen Menschen- dasein aus.
Nothwendigkeit der Ventilation in den Schulen.
Auf Anregung der ärztlichen Gesellschaft ließ
die Schulpflege Winterthur die Schulzimmerluft
im Primarschulhaus beim Stadthaus durch Herrn
Apotbeker Sulzer untersuchen. Die Resultate dieser Untersüchungen stellten fest, daß die Ventilations⸗ Vorrichtungen dieses Schulhauses noch viel zu wünschen übrig lassen. Eines der untersuchten Zimmer, das einen Kubikinhalt von 316,5 Kubik. meter hat und in welchem 52 Mädchen im Alter von 12— 13 Jahren unterrichtet wurden, zeigte auf 10,000 Theile Luft vor Beginn der Schule an Kohlensäure 4,11 Theile, nach einer Stunde 20,96 Theile, nach einer folgenden Stunde 42,94 Theile und nach einer weiteren Stunde 59,47 Theile. In einem zweiten Zimmer mit einem Inbalt von 254,7 Kubikmeter, das besetzt war mit 37 Schülern von 12—13 Jahren, wies die Untersuchung auf 10,000 Lufttheile vor Beginn der Schule an Kohlensäure nach 7,35 Theile, nach einer Stunde 26,96 Theile, nach einer wei- tern Stunde 49,26 und nach einer folgenden Stunde 63 Theile. Ein drittes Zimmer endlich mit 244,2 Kubikmeter Inhalt, das zwei Stunden von 30 Schülern im Alter von 8 Jahren benutzt wurde, eine dritte Stunde aber von 56 Mädchen im Alter von 8 Jahren und wobei während einer Unterrichtsstunde ein Zimmerfenster offen stand, zeigte an Kohlensäuregehalt vor Beginn der Schule 9,7 Theile, nach einer Stunde 25,02 Theile, nach der folgenden Stunde 51,6 Theile und nach einer weitern Stund 64 Theile. Zu bemerken ist, daß 10— 15 Theile Kohlensäure die Grenze zwischen guter und schlechter Luft bilden. Wie wär's, wenn man anderorts solche Untersuchungen auch anstellte?!
„Ein Wort aus bester Meinung“.
an die Herren Handwerker und kleinen Ge⸗ schäfts leute! Unter dieser Ueverschrift bringt die neueste Nummer des Gewerbeblattes folgende Mahnung: Wohl jeder der Herren Handwerker hat eine Buchführung, sei sie auch in vielen Fällen noch so mangelhaft, ja sei es selbst nur die Schiesertafel(oder, wie dies vorgekommen sein soll,„mehrere Schiesersteine“— Die Red.—), aber in der Regel eben nur eine Buchführung nach seiner Art. Viele der Herren Handwerker werden sagen:„ich weiß trotz meiner mangelhaften Buchführung genau, was ich schuldig bin, weiß auch genau, was ich zu fordern babe; ich weiß auch, od ich nach Jahr und Tag in meinen Vermögensverhältnissen vor- oder rückwärts ge⸗ kommen bin.“ Ich gebe zu, daß diese Ansicht hin und wieder stichhaltig sein mag, aber eben so fest steht, daß nur der betrefsende Herr allein seine Buchführung versieht und kein Zweiter sich darin zurecht finden wird. Man sagt oft:„Ach was Buchführung! wer etwas zu bekommen bat, der wird sich schon melden, und was ich zu sordern habe, das weiß ich genau.“ So lange das Haupt einer Familie besteht, kann diese Ansicht vielleicht gelten, aber fällt es plötzlich weg, so müssen die Hinterbliebenen auf gut Glück sich der Redlichkeit Anderer anheim geben und haben gar oft mehr oder minder Schaden. Diejenigen, welche Forderungen haben, werden sich wohl melden, können aber, selbst ohne ihr Wissen und Wollen, mehr verlangen als ihnen zusteht; ob aber alle die Personen
Inieresse kann man Jedermann, der einen größeren Haus tand führt oder ein Handwerk treibt, nicht genug empfehlen, die Buchführungs-⸗Angelegenheit nicht auf die leichte Achsel zu nehmen. Es gibt bei einer einfachen für Jedermann klaren und verständlichen Buchführung keine Schwierig⸗ keiten, und ich möchte behaupten, sie nimmt kaum mehr Zeit in Auspruch als jede noch so mangelhafte. Buch⸗ jübrung hat aber auch noch andere, gar nicht zu unzer— schätzende Vorzüge. Buchführung erweckt Vertrauen, Vertrauen zu sich selb, Vertrauen seiner Mitbürger. Herrscht in einem Staate über Soll und Haben, über Ausgabe und Einnahme ein gewisses Dunkel und sind die Finanzverhältnisse in Nebel gehüllt, dann sehlt das Vertrauen und man sagt: dort herrscht polnische Wirth— schaft! Wie im Großen, so auch im Kleinen. Hat der Handwerker oder kleinere Geschäftomann nur einige Monate richtig Buch geführt, er wird den Segen bald erkennen, wird sich freuen, daß die ihm so furchtbar scheinende Arbeit so leicht überwunden ist, und er wird gar nicht mehr anders können als richtig Buch führen.“
kommen werden, die Zahlung zu leisten haben, bleibe 2 doch sehr fraglich und darum in seinem und seiner Familie]?
Laudwirthschastliches und Gewerbliches.
Kalidünger auf Wiesen. Nach einem deßfallsigen Berichte von Alvensleben auf Domcker wurden 100 Pfd. rohes, schweselsaures Kali pro Morgen Wiese gemischt mit 10 Pfd. Guano im Mätz ausgestreut. Die Wiesen sind ein- und zweischurig, theils trocken, theils niedrig gelegen, sämmtlich sebr kalkgrundig. Ungeachtet der Trockenheit und Kälte, welche im Mai herrschte, war der Heu⸗ und Grummetertrag auf den mit Kali gedüngten Wiesen zu⸗ friedenstellend. Die Moosarten waren ausgeblieben, da⸗ gegen batten Steinklee und füße Gräser sich vermehrt, Wäre nicht im Juli abermalige anhaltende Dürre ein— getreten, so würde auch der Grummetertrag ein fehr ergiebiger geworden sein; Compostdüngung gab keinen höheren Ertrag als Kalidüngung. Petrich in Gunders⸗ dorf berichtet über denselben Gegenstand Folgendes: Auf einer Wiese, wo ¼ Centner Kalisalz mit ½ Centner slick⸗ stoffhaltigem Phoephat ausgestreut waren, war der Ertrag an Heu und Grummet 100% höher als auf einer unge⸗ düngten. Eine andere Wiese gab beim ersten Schnitt keinen höheren Ertrag, wohl aber bei Grummet. Eine andere Wiese, auf welche kein Kali, wohl aber etwas Kalistaub vom Kalken des Ackers gekommen war, zeigte keinen höheren Ertrag. Das Moos ist bei mir nach Kalidüngung noch nicht völlig verschwunden. Die Gräser waren aber mehr und besser gewachsen und dürften sich bei fortgesetzter Kalidüngung die Leguminosen, welche auf der Wiese sind, kräftiger entwickeln. Auch in der Pfalz und in Rheinhessen sind auf Wiesenländereien mit Kali⸗ salzen sehr befriedigende Resultate erzielt worden.
Ueber Samenwechsel. Herr Prof. Haberland zieht in seinen Beiträgen zur Frage über die Akklimati⸗ sation der Pflanzen und den Samenwechsel solgende Schlußfolgerungen: Walzen, Roggen, Gersie, Lein und Mais entwickeln sich an irgend einem Orte um so rascher aus einer je südlicheren Gegend deren Samen bezogen worden ist. Umgekebrt: Je nördlicher der Ort gelegen, um so später reifen Pflanzen aus den von dort bezogenen Samen. Haser macht eine Ausnahme, insosern die süd⸗ liche oder nördliche Lage seines Bezugsortes keinen wesent⸗ lichen Einfluß auf beschleunigtes oder langsameres Wachs⸗ thum der Hafersaat auszuüben scheint. Waizen und Mais
liefern aus südlichen Gegenden bezogen qualitativ bessere
Ernten, als bei ihrem Bezuge aus höheren Breiten. Für Gerste und Hafer empfiehlt sich ein Bezug aus nördlicher gelegenen Orten oder aus solchen gleicher geograpbischer Breite. Aus dem Süden bezogene Pflanzensamen liefern verhältnißmäßig mehr Körner, weniger Stroh oder Stengel, als solche Pflanzen, die von Samen nördlicher Gegenden abstammen.
Rohe und gekochte Kartoffeln. Wir haben Anfangs Januar d. J. vergleichende Versuche über die Fütterung mit roben und gekochten Kartoffeln bei Melk— vieh anstellen lassen und uns überzeugt, daß 100 Pfd. Kartoffeln, im rohen Zustande(gestoßen) gefüttert, im Durchschnitte 2 Maas Milch mehr erzeugen, als 100 Pfd. derselben Kartoffelsorte, im gekochten Zustande gefüttert, zu produciren vermögen. Diese 2 Maas mebr baben auch entsprechend mehr Käͤsestoff gehabt; allein 10 Maas Milch von der Fütterung mit gekochten Kartoffeln lieferten gerade so viel Butter, als 12 Maas, die von der Fütter⸗ ung mit roben Kartoffeln gewonnen worden waren.
Auszug aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg. Getraut:
Konrad Jäger, Handelsmann dahier Apolonia Balzer aus Sindersfeld.
Geboren:
2. Juni. und
24. Mai. Dem Mechanikus Konr. Karl Reuß eine Tochter,
26. Mai. Dem Färber Heinrich Adam Wilhelm Bech— stein ein Sohn.
26. Mai. Dem Fellhändler Leopold Arnstein ein Sohn,
28. Mai. Dem Kaufm. Louis Wetterhahn eine Tochter.
31. Mai. Dem Schneider Amb. St. Fellner ein Sohn.
3. Juni. Dem Messerschmied H. K. Schäfer ein Sohn—
Gestorben:
25. Mai. Karl Faust. Sohn des Franz Faust, 12 Jahrealt.
27. Mai. Joh. Kraft, Taglöhner aus Homberg, 43 J. alt.
31. Mai. Henriette Schenk, geb. Cuntz, Ehefrau des Heilgehülfen Wilbeem Schenk J.
3. Juni. Jacob Schäfer, Söhnchen des Messerschmiedes
Heinrich Karl Schäfer, 7 Stunden alt. Geld⸗Cours. Frankfurt am 5. Juni 1877.
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